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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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Donnerstag, 16. November 2017, 23:06

Mord im Orient-Express (2017, Kenneth Branagh)
Eine gelungene Neu-Verfilmung des Krimiklassikers. Der Film wirkt von der Machart her klassisch und konservativ, was der Story zu Gute kommt. Rückblenden sind beispielsweise einfach schwarz-weiß, ohne irgendwelche tricktechnische Spielereien. Letztlich kommt er nicht ganz an die Opulenz und den nostalgischen Glanz des Sidney-Lumet-Films von 1974 heran, weder filmisch noch schauspielerisch, aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet.

Anders als in dem alten Film sind die Passagiere des Zugs nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten, so dass man auch etwas von der Landschaft sieht. Auch der Ton ist ernster und tiefsinniger, und weniger ironisch, was ich allerdings sehr gut fand. Insofern ist Branagh als Poirot eine Figur, die mir wirklich besser gefallen hat als in der 74er Verfilmung. Inwieweit das dem Original von Christie eher entspricht, kann ich nicht beurteilen. Auch beginnt der Film nicht in Jordanien, sondern in Jerusalem. Das passt dazu, dass Branagh die ethnischen Vorurteile thematisiert, die in den 30ern grassierten.

Das Ensemble ist sehenswert. Johnnie Depp nimmt sich angenehm zurück, auch Judi Dench, Michelle Pfeiffer, Willem Dafoe, etc. konzentrieren sich auf ihre Rollen, ohne schauspielerisch besonders auftrumpfen zu wollen. Das ist sicher der Regie von Branagh zu verdanken. Bei Regisseuren, die mehr auf Effekte als auf Darstellerführung Wert legen, wäre wahrscheinlich ein Film herausgekommen, bei dem jeder den Anderen "an die Wand zu spielen" versucht.

Branagh hat angekündigt, im Erfolgsfall weitere Vorlagen um Poirot zu verfilmen, was ich auf jeden Fall begrüßen würde.

DrShatterhand

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Montag, 20. November 2017, 21:16

Dann böte sich eine Neuverfilmung von "Tod auf dem Nil" an. Wenn ich mich recht entsinne, ist das neben "Mord im Orientexpress" der bekannteste und beliebteste Poirot-Film.

Return of the Jedi (1983)

Der Abschluss meiner Reise durch die originalen ersten drei "Star Wars"-Filme, erneut so, wie sie damals entstanden sind und gezeigt wurden. Kein Hayden Christensen in der Nähe, der hilft, das Ende mit Yoda, Obi-Wan und Anakin Skywalker kaputtzumachen.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie die Ewoks es schaffen, mit Baumstämmen einen zweibeinigen Kampfläufer wörtlich plattzumachen, als seien die aus Pappe hergestellt worden. Erneut stelle ich auch fest, daß die Spezialeffekte so gut gemacht wurden, daß sie auch heute noch problemlos bestehen können. Es war wirklich unnötig, diesen Film digital zu bearbeiten.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DrShatterhand« (22. November 2017, 16:42)


Martin

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Mittwoch, 22. November 2017, 00:17

Dann böte sich eine Neuverfilmung von "Tod auf dem Nil" an. Wenn ich mich recht entsinne, ist das neben "Mord im Orientexpress" der bekannteste und beliebteste Poirot-Film.


Das wird am Ende sogar angedeutet, und scheint nun auch grünes Licht bekommen zu haben: Telegraph.

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Samstag, 25. November 2017, 13:50

Kopie meiner Kurzrezension zu "DEADLY SHADOWS", Canada (1999/2001)

...und des Nicht-der-Vergangenheit-Entrinnens wegen begibt sie sich auf den Pfad der Suche...

Nahe rückt sie uns seelisch zu Leibe, ihr Steckbrief lautet in etwa wie folgt:
- sie trüge den Namen Phoebe
- lebe im nordamerikanischen Raume
- verlor ihr Fräulein Schwesterchen aus ebenso politischen wie freiheitsphilosophischen Gründen bis in alle Ewigkeit
- ist 18 Jahre jung und gewillt, die Vergangenheit zu entdecken, gekleidet jedoch in der scheinbaren Welt der Gegenwart, mündend in den Geist der Zukunft.

Reiset mit Phoebe gemeinsam in die 60er und 70er Jahre, teilet Schmerz, Liebe und Leid mit einem feenhaft elfengleichen Junggeschöpf der Anmut, welches weisen Weitblickes nach Europa blickt, um den Fängen und Furchtfiguren der Vergangenheit einerseits entronnen zu sein, ihnen aber andererseits geradewegs in die Arme zu laufen.
"The Invisible Circus" alias "Deadly Shadows" ist unendlich zartfühlendes Herzkino und trotz aller inszenatorischen Einfachheit so komplex aufgebaut wie der Inbegriff eines Puzzles, all dies getränkt in einen erhabenen Kelch der Erinnerung, atmosphärisch meisterhaft bereichert werdend in Form jener wundersam mystischen Klänge, deren Poesie Ihr Herz zum Schmelzen zu bringen vermag.

In ausführlicherer Form gab ich mich diesem Film vor etwa einem Jahr und auch schon zuvor im Bereiche der anderen Versionen hin, diese Einleitung also nun, möge lediglich als zusätzliche Anregung und unterstützende Kaufempfehlung fungieren, haben Sie herzlichen Dank, Phoebe dankt Ihnen ebenfalls und verabschiedet sich gleichermaßen herzerwärmend wie schmerzverzerrt nachdenklich und entlässt uns in die Nacht der Ewigkeit, "hier ist es passiert..."

Liebe du entflohen seist,
Polit-Touristin zog von dannen,
Faith unser fate auf dass erhalten du uns bleibst,
Erinnerung wir niemals werden sie verbannen.

Den Reisekoffer sie gepackt,
zwischen Tod und Leben schwankend,
eine Geschichte so verworren und auch wundersam vertrackt,
ich mich hingebungsvoll bei ihr bedankend.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

ollistone

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Montag, 4. Dezember 2017, 11:52

Star Wars Episode I - III

Die Episoden I - III verhalten sich zu den Episoden IV - VI wie die Brosnan-Bonds zu Connery/ Moore.

Episode VII ff. entsprechen dann gewissermaßen der Craig'schen Rettung.

DrShatterhand

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Montag, 4. Dezember 2017, 21:16

Die Hard 2 (1990)

"They say lightning doesn´t strike twice - they were wrong", tönt es aus den Lautsprechern bei schwarzem Bildschirm. Dann sieht man, wie John McClane auf einem Flügel der 747 herumturnt, mit dem die Terroristen wegfliegen wollen. So begann der englische Trailer zu "Die Hard 2", der auf der Videocassette war, die ich damals erstanden habe. Im Kino zuvor hat mich der deutsche Trailer etwas verwirrt, weil Bruce Willis´ Synchronstimme völlig anders war als im ersten Film.

Als der Film dann in den Kinos anlief, hatten sie die passende Synchronstimme wiedergefunden. Nachdem ich "Stirb langsam" erst bemerkt hatte, weil ihn ein damaliger Bundeswehrkamerad mitgebracht hatte und wir ihn uns nach einer Spätschicht angeschaut hatten, wollte ich den zweiten auf jeden Fall im Kino sehen. Doch an den Kinokassen war erst Schwitzen angesagt, denn die Schlange vor dem Capitol war so ungewöhnlich lang. Nach einiger Zeit blinkte dann auch noch eine "Ausverkauft"-Lampe auf. Zum Glück war es aber nur "Ghost - Nachricht von Sam", der da ausverkauft war. Ich bin dann doch noch in "Die Hard 2" hineingekommen.

Jetzt habe ich den Film wieder mal herausgeholt, und er hat nichts von seiner Klasse verloren. Bruce Willis liefert eine großartige Vorstellung ab, und es ist schön anzusehen, wie der Plan der Terroristen, die General Esperanza befreien wollen, Stück für Stück ins Stottern gerät und letztlich scheitert.

Das Mitwirken von Colm Meaney war mir schon lange bekannt, doch erst jetzt nahm ich wahr, daß auch Robert "T-1000" Patrick dabei ist, der zu Colonel Stuarts Gruppe gehört. Für Patrick ist der Film nach 45 Minuten gelaufen, denn John McClane schießt ihn bei der Schießerei im abseits gelegenen Terminal letztlich nieder.

Unterm Strich ein Film, der sich mit seinem Vorgänger problemlos messen kann, er ist immer wieder unterhaltsam.
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Django

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Dienstag, 5. Dezember 2017, 08:35

Unterm Strich ein Film, der sich mit seinem Vorgänger problemlos messen kann, er ist immer wieder unterhaltsam.

Da stimme ich Dir zu - eine gelungene Fortsetzung. Sie erreicht zwar nicht ganz das Niveau des ersten Teils, was allerdings auch nahezu unmöglich gewesen wäre. Die "Originalität" und "Klasse" der ersten beiden Teile hingegen konnte m.E. mit den weiteren Fortsetzungen - obwohl mitunter durchaus unterhaltsam - leider nie mehr erreicht werden...

DrShatterhand

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Dienstag, 5. Dezember 2017, 20:44

Unterm Strich ein Film, der sich mit seinem Vorgänger problemlos messen kann, er ist immer wieder unterhaltsam.

Da stimme ich Dir zu - eine gelungene Fortsetzung. Sie erreicht zwar nicht ganz das Niveau des ersten Teils, was allerdings auch nahezu unmöglich gewesen wäre. Die "Originalität" und "Klasse" der ersten beiden Teile hingegen konnte m.E. mit den weiteren Fortsetzungen - obwohl mitunter durchaus unterhaltsam - leider nie mehr erreicht werden...

Weshalb ich auch überzeugt bin, daß "Die Hard with a Vengeance" aus diesem Grunde völlig anders daherkommt.
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Martin

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Samstag, 9. Dezember 2017, 00:21

Vom selben Regisseur wie 'Stirb Langsam 2', Renny Harlin:

Cliffhanger (1993)
Der dritte Film, den ich in den 90ern im Kino gesehen habe, nach 'Jurassic Park' und 'Auf der Flucht'. Schon das Carolco-Logo am Anfang löst nostalgische Gefühle aus. Dazu kommt die Musik von Trevor Jones, der später zwei meiner absoluten Lieblings-Scores komponieren sollte - 'Dark City' und 'Last of the Mohicans', und von dem man mittlerweile leider nicht mehr viel hört.

Der Film machte offenbar ziemlichen Eindruck auf Eon, denn man bot sowohl Renny Harlin die Regie für Bond17 an als auch Autor Michael France, das Buch zu schreiben. Harlin lehnte ab, zum einen, weil er nach 'Nightmare on Elm Street 4' und 'Stirb Langsam 2' nicht noch ein Sequel drehen wollte; zum anderen, weil er Timothy Dalton - der damals noch unter Vertrag stand - für keinen guten Bond hielt. Stattdessen drehte er den Flop 'Die Piratenbraut'. (Letztendlich ist Harlin nicht unbedingt der Regisseur, den ich in der Bondreihe vermisse.) Michael France dagegen, der als Jugendlicher schon ein Bond-Fanmagazin herausgegeben hatte, nahm die Herausforderung begeistert an. Schade, dass man nicht auch auf Trevor Jones zukam, ich würde sonstwas für einen GE-Score von ihm anstelle von Serra geben.

Tatsächlich wirkt der Überfall auf ein Regierungs-Flugzeug mitten über den Dolomiten/Rocky Mountains sehr bond-like. (Und eine entsprechende Szene in 'The Dark Knight' zitiert diese wohl mindestens ebenso wie die PTS von LTK.) Gedreht wurde größtenteils in der Nähe von Cortina d'Ampezzo, wo bekanntermaßen auch FYEO entstand. Die Story an sich ist gut, auch wenn sie wie so viele Actionthriller in den 90ern wie eine Variante von 'Stirb Langsam' rüberkommt. (Durch die Stimme von Manfred Lehmann ist der Geist des Vorbilds hier auch zu spüren.) Letztlich nutzt France hier nicht das ganze Potential seiner Geschichte. Die hochspannende Eröffnungsszene hat später nur noch wenig Funktion, da die beiden Kontrahenten sich angesichts der Bedrohung viel zu schnell wieder zusammenraufen. Auch die Schurken sind einfach nur durch und durch böse, weil es offenbar soviel Spaß macht. Harlin-typisch auch die zelebrierten Brutalitäten.

Die Actionszenen halten vom schweißtreibenden Einstieg über den Flugzeug-Absturz bis hin zum Helikopter-Finale durchweg die Spannung und Attraktivität. Für Stallone war es der Auftakt zu immer belangloseren Actionern in den 90ern, wie 'Assassins', 'The Specialist', 'Daylight' oder 'Judge Dredd'. Aber ich sehe ihn und seine lockere Art doch immer sehr gern. Ebenso John Lithgow, der in manch anderem Film auch schon mal etwas zu dick aufträgt, der aber trotzdem ein grandioser Schurke ist.

Unter'm Strich trotz seiner fast 25 Jahre ein sehr unterhaltsamer und gut gemachter Actionthriller.

Django

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Gestern, 09:14

Unter'm Strich trotz seiner fast 25 Jahre ein sehr unterhaltsamer und gut gemachter Actionthriller.

Lange nicht mehr gesehen, aber ich gebe Dir vollkommen Recht. Der Film macht einfach Spass und bietet viel Action. Einzig peinlich ist mir die eine Szene gegen Schluss in Erinnerung, die offensichtlich im Studio (Cinecittà?) gedreht wurde.

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Gestern, 21:33

The Fly (1986)

Der erste "Ab 18"-Film, den ich damals gesehen habe, bei dem ich auch schon 18 war. Die Informationen, die ich damals vor dem Kinostart bekommen hatte, machten mich neugierig, zumal ich Horrorfilmen schon damals einiges abgewinnen konnte. David Cronenberg, der Regisseur, war damals berüchtigt für gorige Filme (die ich damals aber nur vom Hörensagen kannte).

Jeff Goldblum spielt den Wissenschaftler Seth Brundle, der an Teleportation arbeitet und es schafft, die Reporterin Veronica Quaife (Geena Davis) dafür zu interessieren. Sie dokumentiert den Verlauf seines Projekts und erlebt den Durchbruch, als es Brundle gelingt, einen Affen lebend zu teleportieren. Die Sache kippt, als Brundle alleine und im betrunkenen Zustand daran geht, sich selbst zu teleportieren; unbeachtet gelangt eine Fliege in Brundles Telepod, und das Computersystem vermischt die DNA der Fliege und die Brundles.

Die langsame Verwandlung Brundles ist dann die Stunde von Chris Walas, der für die Fliegen-Effekte zuständig war und eine hervorragende Leistung zeigt. Stück für Stück verwandelt sich Brundle in eine Fliege, und der große Schlag kommt am Ende als Brundle versucht, Veronica in einen Telepod zu schleppen; da zerbricht dann endgültig Brundles menschliche Form und schafft Platz für eine gigantische Fliege.

Brundle verschmilzt letztlich mit dem Telepod, in dem er sitzt, und daraus resultiert das tragische Ende, als Brundle sich ein Schrotgewehr an den Kopf hält und Veronica so zu verstehen gibt, sie möge ihn erschießen. Das tut sie dann auch.

Man merkt, daß der Film in den 1980ern gedreht wurde; am deutlichsten wird es an Geena Davis´ Kleidung.

"The Fly" ist ein Film, der mir über die Jahre weiterhin gefällt und den ich immer empfehlen kann.
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