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Maibaum

00-Agent

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Donnerstag, 24. Dezember 2015, 14:52

In TB sehe ich noch keine Müdigkeit, in YOLT dagegen wirkt er gelangweilt. In DAF und NSNA spielt er mit viel ironischer Distanz, so mit einem ginsenden "ist doch alles Käse" Augenzwinkerblick. Das funktioniert ganz gut.

Don-Corleone

009 - Killed in East Berlin - Dressed as a clown with a fake Faberge egg in my hand

  • »Don-Corleone« ist männlich

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162

Donnerstag, 24. Dezember 2015, 15:20

In TB erkenne ich auch überhaupt keine Müdigkeit, das ist für mich der Zenit seiner Bondkarriere. Vor allem ist seine Interpretation in GF und TB identisch, ich sehe da keinen Unterschied. Und zum Thema "befreundet" sein. Ich finde Connerys Rolleninterpretation in DN und FRWL auch klasse, aber wenn ein Bond wirklich wie ein eiskalter gnadenloser Killer rüberkommt, dann ist es für mich der Bond in DN. Für mich wirkt er in dem Film nicht wirklich sympathisch (was er auch nicht sein will und sein muss).


Zum Thema YOLT: Gelangweilt finde ich ihn dort auch nicht, aber einen Tick zu routiniert. In DAF wiederum ist er herrlich selbstironisch und zynisch. Das ist eine völlig andere Art der Rollenauslegung.
Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Don-Corleone« (24. Dezember 2015, 15:37)


  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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Donnerstag, 24. Dezember 2015, 16:50

In meinen Augen beginnt die Lustlosigkeit bereits in GF - um Himmels Willen, das gibt aber Ärger... :D
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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164

Freitag, 25. Dezember 2015, 00:55

(...) Und zum Thema "befreundet" sein. Ich finde Connerys Rolleninterpretation in DN und FRWL auch klasse, aber wenn ein Bond wirklich wie ein eiskalter gnadenloser Killer rüberkommt, dann ist es für mich der Bond in DN. Für mich wirkt er in dem Film nicht wirklich sympathisch (was er auch nicht sein will und sein muss). (...)
Wer sagt, dass Freunde sympathisch sein müssen? Sie sollten einem auf Augenhöhe begegnen - und genau das ist mein Eindruck in Connerys ersten drei Bonds!
Der Bond aus Thunderball ist für keinen Mitmenschen erreichbar. (Vielleicht noch in der grandiosen Tanz-Szene mit Fione Volpe.) Neben so einem Typen würde man sich immer zu klein vorkommen. Nein, aus den Romanen entnehme ich da ganz andere Eigenschaften Bonds: Da ist durchaus Mitgefühl, Zuneigung und Freundschaft zu finden.
Und auch die Art, wie er sich seinem Chef, Q oder Moneypenny gegenüber verhält, spricht Bände. In TB ist unterschwellig stets diese angenervte Haltung präsent.
God save the Queen!

chrimarx

James Bond Club Deutschland - 007010

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165

Freitag, 25. Dezember 2015, 15:11

Obwohl ich ja den Film sehr mag, kann ich die Sichtweise, die Connery in YOLT eine leidliche Dienst-nach-Vorschrift-Arbeitseinstellung unterstellt, durchaus nachvollziehen.

Ich denke dabei auch weniger an einzelne Szenen, als vielmehr allgemein an seine schlechte physische Verfassung. Er war ja offensichtlich recht füllig geworden und vermittelte auch wirklich wenig Mühe, dieses im Spiel zu kaschieren. Allein dass er sich so gehen ließ ( Man stelle sich vor, Craig würde nicht Wochen vor Drehbeginn in die Gymn gehen, da würde er auch anders aussehen - doch unvorstellbar) und Connery zu der Zeit ja gerade öffentlich auch Narrenfreiheit hatte (Sean Connery is James Bond), ist für mich ein Zeichen, dass er seinen Hass auf die Figur auch nach außen hin nicht mehr verbergen wollte und konnte. Und man ließ ihm ja auch alles durchgehen.
"Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt sie nicht, sie ist nämlich tot."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chrimarx« (25. Dezember 2015, 15:34)


  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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166

Freitag, 25. Dezember 2015, 15:42

Dem stimme ich vollkommen zu. Zwar mag ich den Film ebenfalls sehr gern (bin zwar kein Over-the-top-fan, aber die märchenhafte Asia-Atmosphäre ließ es um mich geschehen), doch Connery wirkt hier äußerst amtsmüde. Hier meine Top/Flop-7 bezüglich Connery's Einsatzmotivation - gemessen am Gesamtwerk, nicht an einzelnen Szenen (Platz 1 = am wenigsten Lust, Platz 7 = volle Leistung):

1. YOLT
2. TB
3. GF
4. DAF
5. NSNA
6. FRWL
7. DN
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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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Freitag, 25. Dezember 2015, 22:45


Und auch die Art, wie er sich seinem Chef, Q oder Moneypenny gegenüber verhält, spricht Bände. In TB ist unterschwellig stets diese angenervte Haltung präsent.


Da fällt mir vor allem die Szene mit Q ein, von allen Q-Szenen die, die ich am wenigsten mag. In GF hatte die von Guy Hamilton etablierte gegenseitige Genervtheit etwas amüsantes und kultiges. Bei Young dagegen stehen sich die beiden Männer offen feindselig gegenüber und man spürt eine echte gegenseitige Antipathie. Das Spielerische und Witzige fehlt hier. Ich denke, wenn Young auch GF inszeniert hätte, würden wir nie dieses 'Oh grow up, 007!' erlebt haben. Diese Art von Humor ging ihm scheinbar völlig ab. Und Connery hatte offenbar auch keine großen Ambitionen, der Inszenierung hier entgegenzusteuern.

Dass Connery Bond-müse war, ist ja bekannt, aber glaubt Ihr dennoch, dass er so unprofessionell war, dass man ihm das in den Szenen vor der Kamera anmerkt?
In welchen einzelnen Szenen macht Ihr das denn fest - sei es TB, YOLT oder DAF (ich denke, dass dies die hauptverdächtigen Filme sind)?


Man spürt sowas ja leider auch, wenn sich Schauspieler bemühen, es gerade nicht zu zeigen. Ich würde da bei YOLT beispielsweise das erste Zusammentreffen mit Aki beim Sumoringen nennen. Connery wirkt hier angepisst. Aber da sein Bond eh immer eine unterschwellige Aggression ausstrahle, funktioniert es für viele Zuschauer wahrscheinlich trotzdem.

Kronsteen

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Samstag, 26. Dezember 2015, 11:17

Die Szene mit Aki ist sicher keine Sternstunde, aber für mich ist das eher die Neuausrichtung der Figur durch Connery als demonstratives Zurschaustellen von Unlust. Oder meinst Du wirklich, dass man in einer 20-Sekunden-Schauspiel-Szene erkennen kann, ob jemand allgemein noch Bock hat? Wäre es bei Connery dann Vorsatz oder Unprofessionalität? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand nicht sein Bestes gibt, wenn er vor der Kamera steht...
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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169

Samstag, 26. Dezember 2015, 22:09

Die Szene mit Aki ist sicher keine Sternstunde, aber für mich ist das eher die Neuausrichtung der Figur durch Connery als demonstratives Zurschaustellen von Unlust. Oder meinst Du wirklich, dass man in einer 20-Sekunden-Schauspiel-Szene erkennen kann, ob jemand allgemein noch Bock hat? Wäre es bei Connery dann Vorsatz oder Unprofessionalität? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand nicht sein Bestes gibt, wenn er vor der Kamera steht...


Auf mich wirkt er hier genervt. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Das ist auch nur ein Beispiel, eigentlich wirkt er auf mich den ganzen Film so. Ich schrieb ja nicht, dass er es demonstrativ zur Schau stellt, sondern dass es so rüberkommt. Wahrscheinlich hat er sich schon bemüht, aber es nicht ganz verbergen können.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 12:16

Mag ich es Connery auch nicht direkt vorwerfen wollen, so ist es dennoch eine recht unpassende Antihaltung. Nicht dass das nun allzu verwerflich sei, aber diese arrogant anmutende Gleichgültigkeit wird einer derart physisch ausgelegten Rolle nicht gänzlich gerecht, es war Zeit für Lazenby.
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Feirefiz

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 15:22

Die Legende von einem demonstrativ seine Unlust zur Schau stellenden Connery kann ich auch nicht (mehr) mit meiner eigenen Wahrnehmung in Einklang bringen. Wie es schon so ungefähr gesagt wurde: Die ersten drei Filme zeigen Connery unbestreitbar in bester Spiellaune, gerade das darstellerische Duell mit Fröbe ist doch wegen beider Akteure ein absolutes Fest. Bei TB entdeckt man fraglos Routine, aber Unlust? Und der Eindruck eines scheinbaren Durchhängers in YOLT ist wohl wirklich vor allem der mangelnden Austrainiertheit des einstigen Vorzeige-Athleten geschuldet. Connerys Bond-Darstellung entspricht doch genau dem, was ein derartig absurd-abgehobener Film braucht. Starke emotionale Involviertheit à la Dalton und Craig wäre hier doch absolut fehl am Platze gewesen. In DAF ist das noch eindeutiger, nur dass Connery hier die dem Film innewohnende Selbstironie noch stärker mitspielt, ohne allerdings Bond selbst lächerlich zu machen. Wie er z. B. mit und später als Klaus Hergesheimer agiert – das hätte Moore nicht besser machen können. Connerys Spiel ist nicht immer gleich mitreißend, aber seine Bond-Interpretation passt eigentlich immer perfekt zum entsprechenden Film; ob das manchmal nun glücklicher Zufall war bzw. was Ursache und was Wirkung - who cares? Und wer Connerys faktisch omnipräsente Spielfreude in NSNA nicht entdecken kann, dem empfehle ich dringend einen Besuch bei Dracos Augenarzt.
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

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Mittwoch, 23. August 2017, 18:36

Der 1965er Jahrgang, ganz nebenbei der
Letzte von all jenen, die ohne den Hauch einer zeitlichen Lücke
direkt aufeinanderfolgend entstanden, ehe erstmals der Abstand
zwischen Vorgänger und Nachfolger gewisser Produktionsumstände
wegen ausgedehnt wurde, ist auch nach sage und schreibe 52 Jahren als
ein wahrlich sehr hübscher und unterwasserabenteuertechnisch
wegweisender Augenschmaus zu bezeichnen, erfahret im Rahmen der
Rezension nunmehr im Detail, worin sich die zahlreich vorhandenen
Stärken, gleichwohl aber durchaus auch Schwächen, dieses
urlaubsnahen Klassikers zu ergründen vermögen …


Ein „gunbarrel“ der musikalisch
eindrucksvollen Art gelobet uns feierlich zu empfangen und erinnert
in Teilen seiner Klänge an das auch sonst einige Thunderball-Ansätze
in sich tragende „everything or nothing“ von 2003/2004, man
beachte beispielsweise die neunte Mission, kehre jedoch sogleich zu
Feuerball zurück, denn dieser werde nunmehr rezensiert und geehrt ob
der Fülle an verspielten Details, die sie ihn durchzögen.

Der Film er begänne bereits angenehm
makaber und bediene sich damit jener Stärken, wie sie auch zwei
Jahre darauf den Nachfolger beglückten, nicht zuletzt aber auch die
Bond-Jahrgänge 1971 und 1973, somit die ersten beiden Werke einer
neuen Dekade, Feuerball setzt zu Beginn auf den rabenschwarzen Zauber
pechfarbener Pointen und lässt einen aber bereits kurz vor der
Einleitung des Titelliedes erahnen, dass dieser Unterwasser-Bond
Bonds Überlegenheit und über den Dingen stehende Gelassenheit
völlig auf die Spitze wird treiben dürfen, zum Vergleiche:

In dem meiner Meinung nach (oh, man
möge mich steinigen) missglückten 64er Jahrgang , war Fröbe
freilich der eigentliche Star des Werkes, hier kehret nun Connery aus
der passiven Zurückhaltung ins Hauptfeuer zurück und dies in einer
gnadenlosen und doch irgendwo belustigenden Übertreibungskunst, wie
sie wahrlich ihresgleichen sucht, sodass ein jeder Gegenspieler
pausenlos flucht.

Tom Jones' Lied erweist sich dabei als
ein Klangbild des Wiedererkennungswertes und auch der Liedtext selbst
weist unmissverständlich darauf hin, dass diesmal wieder gänzlich
zu den Bond-Bezügen gegriffen wird und ebendieser im Vordergrunde
stünde, allerdings auch ein Bond, der trotz solch übermenschlicher
Darstellungen dennoch abermals in Gefangenschaft gerät, zudem
angeschossen wird und gelegentlich auf den (Meeres-)Boden der
Tatsachen zurückgeholt werden kann, diese Eigenschaft weiß ich zu
schätzen, da sie dem sonst so sehr schwebenden Film zumindest
minimal seine Glaubwürdigkeit angedeihen lässt und dies trotzdem
ohne den Verzicht auf absurdes Fiktionspotential.

„Phantom ist eine pflichtbewusste
Gemeinschaft“, so köstlich diplomatisch läutet und leitet der
unsichtbare Hauptverdächtige eine etwas unsanfte Tötung ein, die
den Beobachter Adolfo Celi nicht gerade zu beeindrucken oder gar zu
schockieren scheint, seine herrlich gaunerhaft „sympathische“
deutsche Schurkenstimme (siehe u.a. auch Blofeld in OHMSS '69, oder
aber Brahms in der Koffer-Episode von „Die 2“), verlieh schon
vielen Figuren dieser Art etwas unvergleichlich Freches und
Vorwitziges, nicht erbost im eigentlichen Sinne, sondern eher einem
sein erstes Verbrechen planenden Kinde gleichend, welches voller
Ehrfurcht vor seinem durchtriebenen Vorhaben zu lustvollen Taten
schreitet und sich vor Vorfreude die Hände reibet, all dies trüge
vergnüglich zur nostalgischen und kultig anmutenden Gesamtstimmung
bei und lässt Feuerball in einem Lichte der Herzlichkeit erstrahlen.

Obgleich thunderball weniger abgehobene
Gestalt annähme als etwa der noch phantasievollere Nachfolger von
vor 50 Jahren, erscheinen die bildgewaltigen und im Größenwahne
recht kreativen Einfälle doch recht stimmig und so handelt es sich
durchaus um einen der verträumten und auch „sanfteren“
Bondfilme, die Reihe wird einen derart entspannten Ausflug nie wieder
erleben dürfen, Spectre hat uns schließlich gezeigt, wie sehr ein
über den Dingen schwebender „Relaxe-Bond“ heutzutage als
Gesamtwerk einem Fehlschlage unterläge.

Es dürfte darüber hinaus mit der
ERSTE Over-the-top-Bond sein, unklar bliebe lediglich, ob wir
Goldfinger in diesen Bereich bereits einordnen sollen, oder aber
tatsächlich erst eine Zeitrechnung ab 1965 ins Leben riefen, nicht
betroffen sind von diesem Übertreibungscharakter entgegen der
allgemeinen Klischees eigentlich einige Werke der Reihe, doch Filme
wie Moonraker, dürften dafür Sorge getragen haben, dass die
Weltvernichtungsannahmen von der Allgemeinheit gerne mal auf die
Gesamtreihe bezogen werden.

Wie dem auch sei, schuf man aus
thunderball zahllose Ideen für die Zukunft, so sollte der unterhalb
der Wasseroberfläche stattfindende „Schwimmspaß“ neben den ab
'68/69 entstandenen Ski-Späßen zu einem der 007-Markenzeichen
werden, auch der „Raketenrucksack“ half u.a. den Schöpfern von
From Russia With Love '05, eine Rückkehr in die 60er Jahre zu
ermöglichen.

Luciana Paluzzi, ein teuflisches und
ungemein anmutiges Geschöpf und eine der ganz und gar Großen des
Bonduniversums, vermag als atemberaubendes Wesen der nicht
vorhandenen Unschuld Eindruck zu hinterlassen und trieft förmlich
vor innerer Gewalt in ihrer Rolle, so fungiert sie praktisch als das
womöglich erste abgrundtief erboste Bondgirl überhaupt und ist der
Hauptfigur des Films geradezu ebenbürtig, lange vor Sophie Marceau
gelang es EON productions demnach, eine Frau als „heimlichen“
Hauptvillain zu engagieren und das Resultat verblüfft und
funktioniert mit regelrechter Bravour.

Sie ist nichts Geringeres als eine
starke Gegenspielerin von fehlendem inneren Gleichgewicht, was der
Rolle perfekt zugute käme und ihr umso mehr bedrohliches Potential
der Furcht und verführerischen Gefahr verleiht, eine recht extreme
Persönlichkeit, ihre Fiona Volpe, und dass Bond den „Freudenverkehr“
mit ihr nur „für England“ betrieb und dass es somit nur aus
politischen Gründen zur körperlichen Annäherung käme..., nun ,
das glaubet Bond doch wohl selbst nicht und spätestens hier macht er
sich zunehmend lächerlich, gleichwohl war sein bissiger Kommentar
unter Umständen vonnöten, um die Dame der Tötungsdelikte von ihrem
hohen Ross zu befreien, ...auf welchem, - dies ist sowohl seine
Stärke als auch Schwäche - aber auch er selbst säße und dies in
einer Süffisanz , wie sie wahrlich ihresgleichen sucht.

Viele im Soundtrack verankerte Details
und zahlreich vorhandene und erschienene Einzelheiten im Rahmen der
visuellen Einfälle und Eindrücke, stellen die Gewissheit her, dass
dem Gesamtwerk eine uns innewohnende Liebe zum
Verspielt-Geheimnisvollen nachzusagen ist, ich denke da etwa an die
entzückende Treppe ins Meer, oder aber auch an den in ähnlichen
Zusammenhängen von Relevanz seienden „Geheimgang“ zwischen der
gefährlichen Raumtrennung zweier swimming pools...

Die Hintergrundgeschichte, in
Verbindung stehend u.a. mit der NATO (die hier noch lange nicht als
„obsolet“ erklärt worden ist...räusper), ist zwar nicht völlig
aus der Luft gegriffen, gleichwohl aber als etwas unspannend und
wenig prickelnd zu bezeichnen, da die Bedrohung im eigentlichen
Sinne, somit die, der der MI6 ausgesetzt ist, vergleichsweise eher
„gering“ ausfiele, d.h. zwar vorhanden ist, aber für
Bond-Verhältnisse nur spärlich, je nach Interpretation zumindest.

Alles was sich unterhalb der
Wasseroberfläche abspielt, kam aus damaliger Perspektive und unter
Berücksichtigung einstmaliger Sehgewohnheiten einem regelrechten
Feuerwerk eines Wunders gleich, wenngleich einige Kampfsequenzen aus
logischen und geschwindigkeitstechnischen Gründen naturgemäß etwas
verlangsamt und selbstredend auch etwas ermüdet werden...

Das erste Filmdrittel beinhaltet
fürwahr recht viel Leerlauf, entraubt dem Gesamtwerke aber noch
lange nicht den fünften Stern, denn spätestens ab Anbeginn des
Unterwasserzaubers, stünde der Liebe zur See nichts mehr im Wege.

Ähnlich wie auch vier Jahre darauf in
OHMSS (min39, Ankunft in Mürren, Special Edition), beginnt erst mit
der Entstehung des zweiten Filmdrittels die Vollendung des die
vollständige Gestalt anzunehmen beginnenden Films sowie die von
dessen Qualität.

Bond wagt sich äußerst weit vor,
schon im Zuge der ersten Begegnung mit Largo, verlässt gleich
dreimal das Wort „Phantom“ seine Lippen, ein Hinweis, der ihm der
Vorsicht wegen lieber erst später hätte herausrutschen sollen,
andererseits erwähnt er es, da sein Angriffskurs je nach Sichtweise
durchaus auch vonnöten ist.

Eindrucksvoll sind darüber hinaus auch
wieder einmal die Sets von Production-design-Legende Ken Adam, die
mir persönlich aber am Besten in dem recht knapp budgetiert
gewesenen Doctor No von 1962 gefielen.

Nachdem Bond den 'kleinen Fisch',
bildlich gesprochen, wieder zu Wasser ließ und in sein
ursprüngliches Umfeld zurückwarf , ließ Largo es sich mitnichten
nehmen, erstmals sein wahres Gesicht zu zeigen, zumindest in voller
Breite der Boshaftigkeit , das Wasser färbt sich fortan rot...

Weniger sympathisch als sonst, wirkt
auf mich das Treffen mit Q, Q's
„Ihre-Überheblichkeit-hängt-mir-langsam-zum-Halse-heraus,007“-Satz,
ist wie ich finde diesmal angemessener als jemals zuvor und
eigentlich auch danach, manch anderes Werk der Reihe findet hier eine
passendere Balance zwischen Sympathie und Arroganz, hier ist es
erstmals, eigentlich gar einmalig, missglückt.

Vor ungefähr zehn Jahren betrachtete
ich thunderball als meinen nahezu unangefochtenen Lieblingsfilm der
Reihe, dem ist nun schon seit wahrlich nicht wenigen Jahren nicht
mehr so, doch zwischen Platz 10 und 15, darf sich thunderball
weiterhin genüsslich ausbreiten und aufhalten, somit ist er aus
heutiger und gegenwärtiger Sicht tendenziell eher in der Mitte
einzuordnen – und damit aber nach wie vor ein überwiegend als sehr
sehenswert anzusehender Film!

Die erste Begegnung zwischen Fiona und
Bond, den beiden bereits beschriebenen Bengeln des Films sozusagen,
führt zu ein paar hübschen Wortspielen und augenzwinkernden
Kleinigkeiten, doch die Gesamtlage wird zunehmend
gefahrendurchtränkter und der orangefarben bedeckte Todesengel
kündigt in Bälde an, Bond höchstpersönlich zu beseitigen zu
gedenken …, im selben Atemzug muss bedauerlicherweise auch ein
Flugwesen dran glauben …

Abgesehen von späteren Szenen auf der
„Disco Volante“, ist der Film auch auf handwerklicher Ebene ein
gut gemachter Augenschmaus der für damalige Verhältnisse ganz
besonderen Art und dies sei hiermit wohlwollend erwähnt und werde
bitte anerkannt.

Herrlich alsbald, wie Bond „Kommen
Sie rein“ sagt, als er nicht mehr zu flüchten imstande ist oder
sich gar zu wehren wüsste, oh wie köstlich gar, denn er reagiert
nach wie vor, als ob er stets eine Wahl hätte...

Ebenso amüsant erscheint die Szene, in
welcher er Fionas (Spoiler!) leblose irdische Hülle auf einem
Sitzplatz unterbringt und den Tischgästen eine Entwarnung
ausspricht, sie stelle doch schließlich keine Belästigung dar ob
des Dahingeschlichenseins ihrer selbst...

Die baldigen Szenen des sich
andeutenden Finales , werden gern als langatmig und unnötig
ausgedehnt empfunden und tatsächlich haben sie aufgrund der
Sauerstofftanks auch einen ebensolchen langen Atem und lassen sich
Zeit, dennoch erweisen sie sich zumindest bei der Erstsichtung als
durchaus spannend, sind auch aufwendig inszeniert und werden stilvoll
präsentiert.

Gegen Ende, nachdem alles ist
vollbracht..., geht es noch einmal „hoch hinaus“ und das
vollendete, vervollständigte und vollends überzeugende, obgleich
bisweilen etwas ermüdete, Bild der Schönheit, findet seinen Weg in
den wohlverdienten Abspann der Nacht...


Der Weg nach Nassau durch den Tunnel er
führe,

ja dieser gräbt sich durch die Welten
unter dem Meere,

die Menschheit sie stets eine Bedrohung
verspüre,

und Fiona Volpe sie sei ihm künftig
eine Lehre …


Ein Werk oh von Anmut verlöre sich im
Sommer nun,

die Bilder wissen ihre Schönheit zu
unterstreichen,

ein Wunder geschah und der Zuschauer
dürfe ruh'n,

die Urlaubsreise darf dem Alltage nicht
mehr weichen...
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

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Donnerstag, 24. August 2017, 06:34

Die größte Schwäche Feuerballs besteht m. E. darin, dass zu der Arroganz in Bonds Charakter, die in DN fast nicht, in FRWL anfanghaft, in GF gereift dargestellt wird, hier eine Missachtung und Geringschätzung aller Mitmenschen wie der gesamten Umwelt gezeigt wird.
Q sagt es sogar wörtlich:
Bond: "Alles, was sie mir geben, Q ..."
Q: "...wird mit der üblichen Geringschätzung behandelt - ich weiß!"
Wahres Selbstbewusstsein zieht seine Kraft jedoch weniger aus dieser Mangelbewertung der Umwelt, als vielmehr aus der Freude an ihr und daraus, ein Teil davon zu sein! Genau dieses Gefühl des (nicht ganz unschuldigen) Genusses vermittelt mir Connery in GF! In TB ist Bond ein Zyniker, dem alles und alle "auf die Nerven" gehen!
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  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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Donnerstag, 24. August 2017, 17:45

Fürwahr,
ich entsinne mich, so glaubt es aus mir, vermutlich recht, wenn ich mich daran erinnere, dass du ähnliche Worte bezüglich TB schon einmal verloren hast und wir uns, auch wenn ich es nicht ganz so drastisch sehe, durchaus einig waren.
TB-Bond ist eine Fantasiefigur, aber in gewisser Weise so unangenehm wie ein echter Mensch :D
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Bond '89 - Robert Davi