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Count Villain

Schurkengraf

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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:50

Death On Arrival

Death On Arrival

Die Besetzung

Bond Staff:
James Bond ---- Pierce Brosnan
Moneypenny ---- Samantha Bond
M ---- Judi Dench
Q ---- John Cleese
Urs Messler ---- Rowan Atkinson
Smithers ---- Mark Gantt
Sten Beckster ---- Alexander Skarsgard
Cathleen Steele ---- Julianne Moore
Jack Wade, CIA ---- Alan Tudyk

C.O.U.N.T.:
Odin ---- Hugh Laurie
Patrick ---- Thomas Alexander Dekker
Graf Burgstädter, Count Enterprises ---- Hans-Peter Hallwachs
Mr. Lord ---- Adam Baldwin
Robert Preston, Count GmbH & Co. KG ---- Robert Downey jr.
Thorbjörn Lindström, schwedischer Botschafter ---- Stellan Skarsgard
Clarissa Field ---- Jennifer Morrison

Pre-Title:
Dr. Francine Belleville ---- Demi Moore
Smith ---- Mike Tyson
Wesson ---- Lennox Lewis

Andere:
Lord Cedric Hemingway ---- Stephen Fry
Sophie ---- Bridget Moynahan
General Vanderbilt ---- Elias Koteas
Concetta, italienischer Geheimdienst ---- Romina Mondello
Giuseppe Ferrara, Hafenangestellter ---- Milo Ventimiglia




Die Autoren

(Z) = ZIEGELEI
(B) = Kevin (Bond 2015)
(K) = Kronsteen
(C) = Count Villain
(A) = AVTAK
(S) = Superschaf
(T) = Tobias
(BB) = TheBeginningofBond
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:52

(Z) Der Regen prasselte unaufhaltsam auf die lockere Erde, die den einsamen Dorffriedhof bedeckte. Nur das Prasseln der Tropfen auf die Regenschirme der Trauernden war auszumachen, ansonsten herrschte Totenstille. Vier Männer, allesamt in Uniformen der Royal Navy gekleidet, trugen einen wuchtigen Kirschholzsarg auf ihren Schultern, als sie einen kleinen Weg einschlugen, der zu einem frisch ausgehobenen Grab führte.

(B) Eine kleine traurige Menschenmenge stand auf dem nassen, feuchten Rasen. Darunter waren James Bond, Miss Moneypenny, M, Familienangehörige und Kollegen aus der Q-Branch versammelt.
Die vier durchnässten Männer stellten den mit weißen Petunien und einem etwas durchnässten Spruchband geschmückten Sarg ab. "Best honours from her majesty's secret service" stand auf englischer Seide gestickt auf der einen Hälfte der Kranzschleife und "Major Boothroyd" auf der anderen.

(K) Bond blickte auf den Kranz, den er seinem langjährigen Freund Boothroyd zur letzten Ehre gebracht hatte.
Er erinnerte sich an seine Anfänge, wie er als Jungspund von der Militärakademie kam und zum ersten Mal dem berühmten Waffenmeister des MI6 gegenüberstand. Q war in dieser Zeit sehr skeptisch gegenüber dem aufstrebenden Agenten Bond, hatte ihn dann aber im Laufe der Jahre immer mehr ins Herz geschlossen. Bond schossen in diesen Sekunden tausende Erlebnisse mit seinem väterlichen Freund durch den Kopf, der zwar immer mürrisch, aber nie böse war. Wie war es damals doch schön, als er ihm, Bond, aus dem Inhalt von 3 Koffern die Little Nelly zusammenbaute?! Oder wie lustig war Qs leicht genervter Blick als Bond ihn berichtigte, dass der Virus Omega nicht aus dem Gebiet des Amazoko, sondern aus dem Gebiet um den Tapirape stammen musste. Oder wie Q ihm damals in Isthmus City mit einem Besen als Funkgerät behilflich war. Und...
Ein schweres Trompetengeräusch weckte Bond aus seiner träumerischen Erinnerung und ließ ihn auf den Sarg blicken, der gerade von den Trägern in die Tiefe gelassen wurde.

Nach Qs Frau kamen seine beiden Kinder zum Sarg. Bond sah sie bitterlich weinen und dachte wehmütig daran, wie Q ihm vor Jahren in Las Vegas erzählte, dass er seinen Kindern einen Stimmenimitator zu Weihnachten geschenkt hätte.
So groß sind sie jetzt geworden...

Nach der Familie Boothroyd waren die Arbeitskollegen an der Reihe.
Zuerst betrat M mit Moneypenny die Stelle vor dem Sarg und warf ein Büschel Blumen hinunter.
Bond war schon ganz durchnässt als er mit dem neuen Q nach M und Moneypenny zum Sarg trat.
Das letzte mal, dass Bond an einer Beerdigung teilnahm lag schon einige Jahre zurück. Es war bei der Beerdigung seines ehemaligen Chefs Miles Messervy, der Vorgänger der neuen M war und Bond mehr gewürdigt hatte als die neue M es heute tut. Bonds Meinung zufolge jedenfalls. Das Grab Miles Messervys befindet sich nur 3 Reihen unterhalb Qs Grab hier auf dem Landfriedhof in der Nähe von Newcastle, wo seit 3 Jahrhunderten treue Untergebene ihrer Majestät beerdigt werden.
Bond verließ die Grabstelle und begab sich unter einen schützenden Baum, der den starken Regen aber nur wenig abzulindern vermochte. Dort warteten schon M und Moneypenny auf ihn.

"Bond, es freut mich, dass Sie Ihren Urlaub unterbrochen haben. Der gute alte Major Boothroyd hat es aber auch verdient."

"Ja, M. Ich möchte mich auch noch dafür bedanken, dass Sie mir via Miss Moneypenny ein Ticket für den Zug bereitgestellt haben und mich vom Bahnhof hier in Newcastle abholen ließen."

"Keine Ursache, 007! Ich wünsche Ihnen noch eine weitere geruhsame Woche in Ihrem Landhaus in Schottland. Wann fährt Ihr Zug?"

"In einer halben Stunde. Ich muss mich auf den Weg machen, dass ich ihn noch erreiche."

Bond verabschiedete sich von Moneypenny, M, dem neuen Q und der Familie Boothroyd und begab sich durch die schwarz gekleidete Trauergemeinde in Richtung Taxi, das seit 2 Stunden hier auf ihn wartete, um ihn zum Bahnhof zurückzubringen.

Bond verließ als Erster die Trauergemeinde. Nur ein dunkler Ford setzte sich ebenfalls schon in Bewegung, während alle anderen Anwesenden sich noch auf dem wasserdurchtränkten Friedhof befanden.

(C) Langsam setzten sich auch die anderen Trauergäste Richtung Friedhofstor in Bewegung. In der Höhe des Grabes von Sir Miles Messervey trat ein älterer, gesetzter Herr auf M zu. „Wirklich schade um den alten Knaben.“

„Ja, ein großer Verlust. Er hat großartige Arbeit in der Entwicklung geleistet.“ Langsam ging M weiter. Neben ihr Moneypenny und Messler.

„Mr. Bond ist schon weg, Barbara?“

„Ja, er hat seinen Urlaub in Schottland nur wegen der Beerdigung unterbrochen.“

„Ich fürchte, er wird ihn bald wieder unterbrechen müssen. Aber ich möchte nicht hier mit dir darüber sprechen, Barbara. Ich werde dich morgen Vormittag in deinem Büro aufsuchen.“ Der Mann ging zu einem schwarzen Rolls Royce. Ein Chauffeur öffnete die Tür und er stieg ein. Messler schaute ihm nach. „Wer war das?“

Auch M schaute zum Wagen, der gerade startete und sich dann stetig entfernte. „Lord Cedric Hemingway.“

„Etwa der Besitzer der Hemingway-Werke?“

„Genau. Zudem ein alter Freund von mir. Er tritt oft als Berater des Innenministeriums auf und auch der MI6 hat einige Male auf ihn zurückgegriffen.“ M, Messler und Moneypenny stiegen in die Wagen.

***

Das Taxi erreichte den Bahnhof von Newcastle. Bond, der von dem verfolgenden Auto nichts mitbekommen oder sich nichts dabei gedacht hatte, zahlte beim Fahrer und betrat das Bahnhofsgebäude.

(A) Der viktorianische Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts war erst kürzlich renoviert worden, man hatte es jedoch geschafft, den alten Charakter des Gebäudes zu bewahren. Bond gefiel das Gebäude irgendwie, es hatte Stil.

Er blickte auf die Anzeigentafel für die Züge. Seit der Privatisierung der Bahngesellschaft hatte Zug fahren in England etwas Abenteuerliches an sich: Es gab mindestens 30 verschiedene kleine und mittelgroße Bahn-Unternehmen die alle nur kleine Gebiete versorgten und nicht daran zu denken schienen, ihre Fahrpläne untereinander abzustimmen. Allein Bond brauchte für die knapp 150 Kilometer von Newcastle nach Glasgow geschlagene zweieinhalb Stunden, musste einmal umsteigen und fuhr dabei mit den Zügen von zwei verschiedenen Gesellschaften. Und dabei nutzte er noch die schnellstmögliche Verbindung. Wie bequem ging da alles bei seiner letzten Zugfahrt von Paris nach Brüssel. Lärm riss Bond wieder aus seinen Erinnerungen. Eine Gruppe Touristen belagerte die Angestellte am Informationsschalter und bombardierten sie in schlechtem Englisch mit Fragen zu den Abfahrtszeiten und Verbindungen der Züge. Die Ärmste zuckte immer nur wieder hilflos mit den Schultern. Jeder konnte sehen, dass sie die Situation völlig überforderte (Bond bemerkte außerdem, dass sie brünett und Ende 20 war).

Er wollte sie sich gerade noch etwas genauer betrachten als ihn eine Durchsage an seinen Zug erinnerte, der in Kürze auf Gleis 7 einfahren sollte. "Werden Sie endlich erwachsen, 007!" Q hatte das immer zu ihm gesagt. Gedankenverloren machte er sich auf den Weg zu seinen Gleis. Die Insassen des dunklen Ford folgten ihm in einigem Abstand. Aber er bemerkte sie nicht. Seine Gedanken waren ganz auf Q gerichtet. Sie hatten sich eigentlich immer gut verstanden, die kleinen Sticheleien gehörten eben dazu. Q hatte sie ihm nie krumm genommen.

Ein junger Mann rempelte Bond an - oder war es umgekehrt. Bond wusste es nicht mehr genau, er war zu sehr in Gedanken an Q. Der Mann sprach mit starkem schottischen Akzent und entschuldigte sich sofort für den kleinen Unfall.

"Schon gut. Es ist ja nichts passiert"

"Nein Sir, es tut mir wirklich Leid, mein Fehler!" Es schien ihm wirklich unangenehm zu sein, dabei war gar nichts passiert.

Ein paar Minuten später saß Bond in seinem reserviertem Abteil (wie Moneypenny bei diesem Chaos auch noch eine Reservierung hingebracht hatte, war Bond vollkommen schleierhaft) und blätterte ein wenig in der Times, die im Abteil gelegen war: "Queen begeht Thronjubiläum wie gehabt", "Premierminister auf Besuch in China" "Reverend in Nigeria auf mysteriöse Weise verstorben". Bond konnte sich nicht lange auf die Schlagzeilen konzentrieren. Immer wieder kamen Gedanken an Q unvermittelt aus den Tiefen seines Gedächtnisses. So gab er die Times schließlich ganz auf. Seit der Geschichte mit Carver war er sowieso nicht mehr überzeugt, dass die Zeitungen immer alles richtig wiedergaben. Er starrte aus dem Fenster. Im Hintergrund sah er noch die Vororte von Newcastle. Newcastle, wo Q seine letzte Ruhe gefunden hatte.


"Guten Tag, Mr. Bond"

Er kannte diese Stimme. Er kannte auch die Person, die plötzlich in der Tür stand. Aber es konnte nicht sein, wie war sie so schnell wieder auf seine Spur gekommen?

"Dr. Belleville !?"

"Du kannst Francine sagen, wenn du willst. Es wird sowieso das Letzte sein, was du jemals sagen wirst!"

Warum hatte er sie nicht umgebracht, er hätte damals in der Horora Bucht die Gelegenheit gehabt. Andererseits, dann wäre Julie Zorbo jetzt vermutlich ebenfalls tot...

Seine Chancen standen nicht zum Besten. Keine Fluchtmöglichkeit, er war überrascht worden und zu allem Überfluss hatte Dr. Belleville natürlich auch noch eine Waffe bei sich. Sie hielt eine Browning fest umklammert in der rechten Hand.
Aber sie zielte nicht auf ihn, noch nicht! Wenn er schnell seine Walther ziehen würde, hätte er dann eine Chance? Bond kam zu dem Schluss, dass es die einzige Möglichkeit darstellte, eine riskante Möglichkeit.

Er griff sich an sein Schulterhalfter - und erstarrte. Da war nichts! Seine Walther war verschwunden. Hatte er sie auf dem Friedhof verloren? Oder im Taxi vergessen! Da fiel es ihm ein. Natürlich!
Dr. Belleville hatte während der ganzen Zeit nichts unternommen. Selbst als Bonds Hand blitzschnell zum Halfter fuhr hatte sie nicht auf ihn gezielt. Francine hatte nur beobachtet. Sie hatte seelenruhig zugesehen, wie Bond angestrengt nachdachte wo die Walther geblieben sein könnte.
Jetzt, wo sie sah, dass auch Bond begriffen hatte, konnte sie den Augenblick ihres Triumphs voll auskosten.

"Was ist, Mr. Bond? Unbewaffnet? Wie unvorsichtig von ihnen" Bond ärgerte sich. Ein Taschenspieler-Trick, aber er war darauf reingefallen! Dr. Belleville fuhr fort "Ja, Mr. Bond, sie haben begriffen. Der junge Mann vorhin am Bahnhof, der sie angerempelt hat. Sie glauben ja nicht, wie viel unterbeschäftigte und dabei hochbegabte Taschendiebe in Schottland rumlaufen. Er ist der beste. Nicht mal sie haben etwas bemerkt! Sie haben nicht bemerkt, dass die hier plötzlich weg war!"

Dr. Belleville warf Bond die Walther in den Schoß. "Er hat sie mir gleich am Bahnhof gegeben, wie abgemacht!" Bond starrte auf die Walther. "Sie ist natürlich ungeladen, Mr. Bond!"

Nun erhob Francine ihre Browning
"Seit Wochen versuche ich sie zu finden. Sie sind ein Monster, Sie haben meinen Archie auf dem Gewissen!"

"Ihren Archie?" Bond war leicht verwirrt. Er wusste sehr wohl, dass Dr. Belleville und der Reverend ein Verhältnis hatten. Dass ihr Stone so viel bedeutete, hatte er jedoch nicht vermutet. Aber das machte die Situation so gefährlich, so unkalkulierbar. Eine Gefühlslose Killerin, die Emotionen zeigte!

"Reverend Stone! Jemanden wie ihn finde ich nicht wieder. Sie haben ihn getötet und nun werde ich sie töten, Mr. Bond!"

Der Lauf der Browning zeigte genau auf Bonds Kopf.
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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:53

(K) "Stehen Sie auf Bond und gehen Sie in Richtung Ende des Zuges! Und wehe, Sie sagen auch nur ein Wort zu irgendjemandem, dann sind Sie tot. Und glauben Sie ja nicht dran, ich würde zögern. Durch den Tod von Archie ist mein Leben ohnehin sinnlos geworden, ich habe nichts mehr zu verlieren."

Bond gab seine Waffe Francine zurück, stand auf und ging voraus. Francine und ein großer kräftiger dunkelhäutiger Mann in einem schwarzen Anzug, der unmittelbar vor Bond saß, folgten. Es ging durch 2 weitere Abteile, in denen sich viele Familien mit spielenden Kindern befanden. Danach gelangten Sie durch den Speisewagen an eine verschlossene Türe. Mit einem Dietrich öffnete der große Mann die Türe und die 3 Personen gingen hindurch.
Der Mann schloss die Türe wieder hinter sich ab.

Es war der Stauraum für größere Transportgegenstände. Es war der letzte Wagen in diesem alten, schon fast nostalgisch wirkenden, Zug.

"So, Mr. Bond, jetzt habe ich Sie da, wo ich Sie haben will. Mr. Smith wird Ihnen jetzt eine Schlinge um den Hals legen. Sein Kollege, Mr. Wesson, hat den Zugführer getötet und fährt den Zug."

Der dunkelhäutige Smith drängte Bond, sich auf einen Stuhl in der Mitte des alten Waggons zu stellen. Dann band er ein Seil über einen Holzbalken an der Decke und machte einen Knoten. Die Schlinge legte er Bond um den Hals. Bond starrte währenddessen voller Irritation auf Francines Pistole, die unentwegt auf ihn zielte.

"So, Bond, ihre letzte Stunde hat geschlagen. Oder sagen wir besser Minute. Mr. Smith und Mr. Wesson waren dem Reverend treu ergeben. Sie haben ihm zu Lebzeiten geschworen, für ihn zu sterben. Das wollen sie heute auch tun. Und ich werde es auch tun, da mein Leben ohne meinen Archie sinnlos ist. Mr. Wesson hat nachdem er den Zugführer getötet hat der Zentrale per Funk ein technisches Problem vorgegaukelt. Die haben daraufhin die Weichen umgestellt, so dass der Zug nicht Richtung Schottland weiterfährt, sondern in Richtung Küste. Die böse Überraschung für die Zentrale wird aber sein, dass der Zug nicht wie vom vermeintlichen Zugführer angekündigt auf diesem ehemaligen Zugparkplatz halten wird, sondern dass er mit 100 Sachen und doppelt so vielen Passagieren über die Absperrungen hinweg in eine 50 Meter tiefe Schlucht direkt vor der Nordsee fallen wird, die sich nach dem Ende dieser 'Sackgasse' befindet. Übrigens: Alle Notbremsen hat Mr. Wesson zerstört. Haha!"

"Und warum bringen Sie mich dann nicht einfach um, sondern initiieren dieses Schauspiel mit dem Galgen für mich?"

"Ach, James, armer Kerl!
Hier in meiner Hand halte ich ein von mir selbst verfasstes Schreiben, in dem ich schreibe, dass ich meine Beziehung zu Ihnen, James, beenden werde. Man wird mich mit einer Kugel im Kopf finden und Sie erhängt. Neben Ihnen wird der von mir verfasste Brief liegen. Die ganze Welt wird denken, dass ich mit Ihnen Schluss gemacht habe, sie daraufhin mich erschossen haben, den Zug gekapert haben und sich dann, im Bewusstsein der Ausweglosigkeit Ihrer Situation, erhängt haben. Und weil ein James Bond nicht einfach so sterben möchte, nimmt er noch gleich den ganzen Zug samt Passagieren und Besatzung mit in den Tod..."

"Wie kann man nur auf einen so teuflischen Plan kommen?"

"Tja, Mr. Bond, ich glaube, Ihr Nachruf wird nicht besonders positiv ausfallen.
So, jetzt dürfen wir aber keine Zeit mehr verlieren. Der Zug wird in 10 Minuten mit Vollgas in die Schlucht rasen. Bis dahin müssen Sie tot sein."
Francine blickte zu Mr. Smith:
"Mr. Smith, Sie wissen was zu tun ist. Wir sehen uns in ein paar Minuten im Himmel. Und Sie, Mr. Bond, Sie werden wir von oben gemeinsam mit meinem geliebten Archie beobachten, wie Sie in der Hölle schmoren. Sterben Sie schön!"

Francine Belleville nahm Bonds Pistole aus ihrer Tasche, steckte die Patronen wieder rein und schoss sich in die Schläfe. Sie fiel sofort tot um.
Bond konnte seinen Augen ob des tragischen und gefährlichen Schauspiels kaum trauen.

"Mr. Bond", kommentierte Mr. Smith "für alle Nachwelt haben Sie eben Dr. Belleville aus unerwiderter Liebe heraus umgebracht. Niemand wird einen Gedanken daran verschwenden, dass sie sich selbst hätte erschießen können. Aber jetzt ist es auch für Sie an der Zeit zu sterben!"

Smith ging auf Bond zu und stieß den Stuhl beiseite, auf dem Bond stand.

Bond konnte im letzten Augenblick, in dem sich der Stuhl noch unter ihm befand, sich nach oben abdrücken und zog alle Muskeln seines Körpers zusammen. Die Wucht, mit der er das Seil nun nach unten zog, ließ den alten Holzbalken, an dem das Seil befestigt war, krachen und Bond stand nun mit der Schlinge um den Hals mitten im Waggon direkt zwischen der toten Francine und dem verdutzten Smith. Bond nutzte die schwerfällige Überraschung Smiths und trat ihm in den Unterleib. Dieser sackte sofort in sich zusammen. Bond nahm, die Schlinge von seinem Hals, legte sie um Smiths Hals und band das offene Ende um einen Stahlfuß der Regale, die sich an den Seiten des Waggons befanden. Bond öffnete daraufhin die hintere Türe des Waggons und schob den sich krümmenden Körper Smiths hinaus, welcher nach 10 Sekunden nunmehr nur noch leblos vom Zug hinter sich hergezogen wurde.

Bond schaute auf seine Uhr. Nur noch 6 Minuten bis der Zug mit den ahnungslosen Passagieren in die Schlucht stürzen würde.
Bond sah kurz aus dem Fenster und erkannte, dass die Landschaft schon sehr hügelig war. Mittlerweile schien die Sonne. Er hätte in diesem Moment abspringen können, um sein eigenes Leben zu retten, er zögerte aber keine Sekunde, an Bord zu bleiben, um die Passagiere zu retten. Er öffnete mit dem noch steckenden Dietrich die Türe zum Speisewagen und rannte so schnell er konnte durch die ganzen anderen Wagen bis zum zweiten Wagen, dem ersten nach der Führerlok, in der Mr. Wesson sein musste.
Die Passagiere wunderten sich über den nervösen und hastigen Bond, widmeten sich aber schnell wieder ihren Kartenspielen, die die vor allem älteren Passagiere in diesem Abteil in der Überzahl pflegten.

Bond öffnete die Türe zum Führungswagen, eine alte Lok, die über eine kurze Brücke zu erreichen war. Er hatte noch 3 Minuten.
Er rüttelte an der Türe zum Lok-Inneren, diese schien aber abgeschlossen zu sein. Bond kam nicht hinein.
Er stieg daraufhin über das Schutzgeländer dieser kleinen Verbindung und kletterte vorsichtig in Richtung Räder hinab. Bond löste nun die Vorrichtung, die die Dampflok mit den Wägen verband und zog den Hebel nach oben, so dass die Wägen loskamen und nicht mehr von der Lok gezogen wurden.
Bond wollte im letzten Moment auf den Wagen Nr. 1 mit den gesetzteren Gästen, der sich hinter der Lok befand, aufspringen, um Mr. Wesson alleine in den Tod rasen zu lassen, als er plötzlich eine starke Hand auf der Schulter spürte, die ihn in die Lok hineinzog.
Bond sah, wie die Wägen hinter der rasenden Lok langsamer wurden und der Abstand von der Lok zu Wagen Nr. 1 immer größer wurde.
Selbstlos freute sich Bond einen Moment, dass er es geschafft hatte, die Passagiere zu retten. Die Wägen würden sicher nach 30 Sekunden zum Stehen kommen. So schnell würde die Schlucht zum Glück nicht nahen.
Ein Schlag in Bonds Nacken weckte ihn aus seinem nur 3 Sekunden dauernden Meer an Emotionen und stellten ihm die Schwierigkeit seiner Situation vor Augen: Er raste mit 100 Kilometer die Stunde auf eine Schlucht zu, die laut Aussage der inzwischen verschiedenen Francine nur noch 1 Minute entfernt sein musste und hatte zusätzlich noch diesen kräftigen schwarzen Schläger Wesson vor sich, der für seinen Mentor Stone in den Tod gehen wollte.

"Wie gefällt Ihnen das Mr. Bond? Ich nehme an, Dr. Belleville und Mr. Smith sind tot. Sonst wären Sie nicht mehr am Leben. Sie werden ihnen aber bald folgen. Sie haben mit dem Tod von Stone mein Leben zerstört. Mit dem Tod von Dr. Belleville und Mr. Smith haben Sie es zum zweiten Male zerstört. Jetzt bin ich an der Reihe und werde Ihres vernichten."
Bond rappelte sich langsam wieder auf, als er einen Schlag in die Magengegend bekam.
"Na, Mr. Bond, sind Sie schon alle?"

"Noch nicht ganz!"
Bond holte zum Gegenschlag aus und traf den um einen Kopf größeren Wesson am Brustkorb. Dieser krümmte sich kurz, was Bond nutzte, um auf den Fahrerstuhl zu steigen und die Dachluke zu öffnen. Er kletterte daraufhin die Dachluke hinaus und verschloss sie hinter sich, bevor Mr. Wesson sich wieder aufgerichtet hatte.
Wesson drückte nun von unten gegen die Luke, bekam sie aber nicht mehr auf.
"Mr. Bond" rief Wesson nun zynisch "machen Sie es sich da oben ruhig gemütlich. Wir rasen zusammen in den Tod. Von da oben haben Sie den Logenplatz ins Jenseits."

Wesson gab noch mehr Gas, was die Lok noch schneller machte. Für Bond war es unmöglich abzuspringen. Dafür fuhr die Lok schon viel zu schnell.

Bond stellte sich ganz hinten auf die Lok und harrte mit gebückter Haltung, um dem Fahrtwind keine Angriffsfläche zu bieten, aus.

Die Schlucht nahte und Bond wusste nicht, was er tun könnte.
Aus der Fahrerkabine hörte er das laute letzte Lachen von Wesson, bevor die Lok über die Klippe flog.

Bond nahm Anlauf und rannte mit einer unglaublichen Beschleunigung aufs vordere Ende der Lok zu, die sich langsam nach unten dem Strand entgegen beugte.

Bond sprang ab, als die Lok sich im Flug ca. 20 Meter über dem Nordseestrand befand.

Die Lok zerschellte am Strand, während Bond 20 Meter weiter vorne in 6 Meter tiefem Wasser landete.

Er tauchte auf und blickte auf die völlig zerstörte Lok.

"Das nächste Mal fahr ich mit dem Bus..."
Bond richtete seine Krawatte und ging auf 2 Bikinischönheiten zu, die sich gerade am Strand räkelten.

ENDE VORTITELSEQUENZ
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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:54

(C) M ging zu der Whiskey-Karaffe in ihrem Büro und goss zwei Gläser ein. „Du nimmst immer noch kein Eis, Cedric?“

„Nein, diese Unsitte habe ich mir noch nicht angewöhnt“, lächelte Lord Hemingway und nahm sein Glas in Empfang. „Aber wie ich am Friedhof schon sagte, dies ist kein Freundschaftsbesuch und es kann viel davon abhängen. Wie ist der Stand eurer Fahndung nach C.O.U.N.T.?“

M setzte sich in ihren Sessel. „Es könnte besser sein. Wir haben auf der ganzen Welt Agenten auf die Organisation angesetzt ohne Erfolg. Im Moment versuchen wir es mit den Deckfirmen. Salingers Countek Inc. konnte man nach dessen Tod hochgehen lassen, Count Enterprises hier in London wurde nach dieser Affäre von Graf Burgstädter an einen unbekannten Investor verkauft. Aber uns bleiben als Ansatzpunkte noch Count GmbH & Co. KG in Berlin und die McCount Industries in Glasgow. Ich erwarte täglich Berichte aus Schottland und Deutschland. Aber was hast du damit zu tun?“

Lord Hemingway nimmt einen Schluck seines Whiskeys. „Ich bin der unbekannte Investor. Ich habe Count Enterprises gekauft.“

M machte für einen Moment große Augen. „Da steckt doch noch mehr dahinter.“

„Das ist völlig richtig, Barbara. Graf Burgstädter hat sich an mich gewandt, weil er weiß, dass ich Kontakte zum MI6 habe. Er will überlaufen. Ich soll ihm dabei helfen und habe im Gegenzug einen Sonderpreis bekommen. Noch ein paar kleine Details und Count Enterprises bekommt den Schriftzug Hemingway-Werke. Aber zurück zum Grafen. Er befindet sich zur Zeit in meinem Landsitz in der Nähe von Folkestone. Alles streng geheim natürlich. Er wünscht dich und Mr. Bond dort zu sehen.“

„Vielleicht eine Falle von C.O.U.N.T.?“ M nimmt von ihrem Whiskey.

„Das denke ich nicht. Der Graf wurde selbst von Odin ausgenutzt. Er erzählte, dass Odin ein früherer Kunde von ihm war, als Count Enterprises noch Hilfe bei verbrecherischen Plänen gab und dass er allmählich das Ruder an sich gerissen hat. C.O.U.N.T. wurde gegründet und Count Enterprises wurde dem einverleibt. Die anderen Firmen entstanden nach dem Vorbild von Count Enterprises. Der Graf will von Odin loskommen, denn es geht ihm um Profit und nicht um Vernichtung.“

M saß eine zeitlang schweigend und nachdenklich da. „Und er will nur Bond und mich dort sehen?“

„Ja, so sagte er.“

„Und mehr hat er über Odin noch nicht gesagt?“

„Nein, er will nur im Beisein von dir und Mr. Bond reden, bzw. in staatlichen Sicherheitsgewahrsam überführt werden. Wo ist Mr. Bond eigentlich zur Zeit?“

„Im Moment wissen wir nur eines. Er ist noch nicht in seinem schottischen Landhaus angekommen.“ M wirkte etwas besorgt. Sie drückte auf die Sprechanlage. „Moneypenny? Gibt es Nachrichten über 007?“

Moneypenny riss gerade ein Fax ab und las es, als Ms Stimme ertönte. „Ja, gerade ist eine Nachricht gekommen. Es soll ein Zugunglück oder so etwas gegeben haben, aber 007 soll lebendig und wohlauf sein, wenngleich keiner weiß wo er… James!“ Moneypenny sah auf, denn just in diesem Moment betrat Bond das Büro. „Schicken sie ihn mir sofort durch“, ertönte Ms Stimme durch die Sprechanlage.

(A) "Warum sind sie nicht in Schottland, James"

"Ich habe mich stattdessen für einen kleinen Urlaub an der Küste entschieden, die Gelegenheit bot sich unterwegs! Anreise mit dem Zug, Cliff-Diving, baden und Strand in weniger als 10 Minuten. Ferien in Rekordzeit. Und M erwartet mich scheinbar sowieso schon" Bond schritt geradewegs auf die Tür zu M's Büro zu.

"Ach James, sie verschwinden immer genauso schnell, wie Sie aufgetaucht sind!"

"Besser schnell als nie! Glauben Sie mir, wenn ich die Wahl hätte zwischen ihnen und dem Gespräch bei M würde ich viel lieber bei ihnen bleiben und..." Bond beugte sich zu Moneypenny vor.

"Sie haben aber nicht die Wahl, 007!"

Moneypenny schreckte von ihrem Schreibtisch zurück. Die Gegensprechanlage, sie war noch an! M hatte alles mitgehört. Verlegen und mit einem leicht roten Knopf schaltete Moneypenny den Kanal zu M's Büro ab. Bond lächelte ihr zu "Scheint so als wäre man nicht mal hier vor Lauschangriffen sicher, Penny!" Danach verschwand er hinter der großen Doppeltür in M's Büro.

Sie saß an ihrem Schreibtisch, Lord Hemingway hatte den Stuhl davor eingenommen.

"Ah, da sind Sie ja endlich 007! Darf ich vorstellen: Lord Cedric Hemingway, James Bond."

"Sehr erfreut, Mr. Bond"

Bond und Hemingway begrüßten sich und Bond nahm auf dem Stuhl neben Hemingway Platz. M und der Lord schilderten Bond die Situation, der aufmerksam zuhörte.

"...und er verlangt nicht mehr als den Schutz des Mi6!" schloss Lord Hemingway.

"Abteilung 5 ist normalerweise dafür zuständig, Edwardson und seine Leute!"

"Er hat aber ausdrücklich nach uns beiden verlangt. Außerdem ist Edwardson zur Zeit im Urlaub..."

Der Lord merkte, dass das Gespräch nun in geheimdienstliche Interna abzuschweifen begann. Dabei spielte er keine Rolle, es interessierte ihn auch nicht.
"Ich fürchte, ich muss gehen." Er warf einen flüchtigen Blick auf seine Rolex "die Adresse für das Treffen mit Burgstädter morgen, hast du ja. Du musst mir verzeihen, Termine Barbara, du verstehst! Mr. Bond" Er nickte ihm zu.

"Was halten sie davon, 007!"

"Es klingt zu schön um wahr zu sein: ein Insider aus Odin's Organisation!"

"Sie halten es für eine Falle?"

"Vielleicht, das werden wir morgen herausfinden, wenn wir Burgstädter in Folkestone treffen. Aber warum will er ausgerechnet Sie und mich treffen. Warum reicht nicht ein offizieller Vertreter von Abteilung 5."

M nippte an ihrem Whiskey "Schön, wir werden vorsichtig sein! Aber so eine Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen. Außerdem können wir Lord Hemingway nicht enttäuschen. Es wäre mehr als peinlich für ihn, wenn seine angeblich so guten Kontakte zum Geheimdienst nichts bewirken sollten"

Bond merkte, dass für M dieser Punkt mindestens genauso wichtig war wie die Chance Informationen zu Odin zu bekommen.

"Brauchen Sie mich noch, M!"

"Nein, das ist alles, 007. Alles Weitere besprechen wir dann morgen im Wagen!"

Pünktlich um 9.00 Uhr verließ der schwarze Rolls-Royce Silver Seraph das Mi6 Hauptgebäude - ohne Eskorte. M hatte darauf bestanden, sie wollte so wenig Aufsehen wie möglich erregen. Bond hatte neben ihr im Fond Platz genommen. Er wäre lieber mit seinem Aston gefahren, aber da M ja noch "alles weitere" mit ihm besprechen wollte, musste er darauf verzichten.

"Lesen sie sich das mal durch, 007"

M reichte ihm das Dossier über Burgstädter. Bond überflog es lediglich, die meisten Fakten kannte er ohnehin: Geboren 1940 auf Schloss Preissnitz in Thüringen, sein Vater besaß ausgedehnte Landgüter, Fabriken und Wertpapiere, 1949 wurde alles verstaatlicht und die Wertpapiere beschlagnahmt, im SED-Regime steht sein Vater als ehemaliger Großgrundbesitzer unter strenger Beobachtung und er beschließt 1959 in den Westen zu fliehen. Dabei werden er und seine Familie von einer Grenzpatrouille entdeckt. Er und seine beiden Kinder kommen durch, seine Frau wird von einer Salve getroffen und stirbt im Grenzstreifen. Im Westen kommt er durch seine Kontakte zu anderen Industriellen und Adeligen bald wieder zu Geld und kann sich ein Unternehmen, "Burgstädter Import-Export" in Hamburg aufbauen. Er verspekuliert sich aber am Aktienmarkt und kommt nicht über den Verlust seiner Frau hinweg, fängt zu trinken an und nimmt sich 1963 schließlich das Leben. Als ältester Sohn übernimmt Burgstädter die Firma, die mittlerweile völlig verschuldet ist, versucht sie noch zu retten, gerät an die falschen Geschäftspartner... der Rest war Bond bekannt. Irgendwann kam Odin, der das Unternehmen als Fassade und Zweigstelle wollte. Burgstädter stieg innerhalb Odin's Organisation auf. Das ganze Leben des Grafs schien eine Verkettung von unglücklichen Umständen zu sein, vorgezeichnet durch seinen Vater. Letztendlich lief alles auf Odin hinaus, von dem Burgstädter nun loskommen wollte.

M sah das Bond mit dem Dossier fertig war
"Tragische Geschichte, nicht wahr"

Bond nickte stumm, sie passierte gerade das Ortsschild von Folkestone, Hemingways Landsitz lag etwas außerhalb.

"Warum ist er nicht schon früher zu uns gekommen?"

"Das können sie ihn ja gleich selbst fragen, 007! Ich nehme an es lag an der Profitgier, von der Lord Hemingway gesprochen hatte."

Der Rolls-Royce kam vor einem alten Landhaus zum Stehen.

(C) Der Landsitz von Lord Hemingway war ein altes Gebäude im viktorianischen Stil. Als der Rolls Royce hielt, kam sogleich ein Diener aus der Tür und wartete, bis der Chauffeur die Türen geöffnet hatte und Bond und M ausgestiegen waren. „Mrs. Mawdsley und Mr. Bond nehme ich an. Lord Hemingway wartet in der Bibliothek. Folgen sie mir.“ Der Diener ging vor. Das Innere des Gebäudes war genauso düster wie das Äußere. Man sah wenig Prunk, konnte den Reichtum trotzdem an jeder Ecke spüren. Über einen weichen Perserteppich ging es dann in die Bibliothek, wo der Lord gerade vor dem Kamin saß. „Mrs. Mawdsley und Mr. Bond, Mylord.“ Lord Hemingway legte sein Buch weg und sah auf. “Danke, Burton. Sie können sich entfernen.” Der Diener verneigte sich und verließ den Raum. Bond sah sich in dem Zimmer um. Die Bibliothek war düster und dennoch sehr groß, doppelstöckig sogar. Es gab eine Balustrade, mehrere Säulen und einen zusätzlichen Ausgang ins Obergeschoß. Bond sah sich genau um. Lord Hemingway stand auf. „Guten Morgen, Barbara. Mr. Bond. Am Besten wir kommen gleich auf das Wesentliche.“

„Wie du meinst, Cedric.“ M nickte.

Lord Hemingway griff nach einer Fernbedienung hielt sie gegen ein Bücherregal und drückte auf einen Knopf, woraufhin das Regal in den Boden fuhr und einen Gang preisgab. Ein schwarz gekleideter Mann mit dunklen Haaren und Sonnenbrille trat heraus, gefolgt von Graf Burgstädter und einen auch in schwarz gekleideten blonden Mann. „Darf ich vorstellen? Graf Henning Burgstädter, Mr. Lord und Mr. Edwards.“ Lord Hemingway sah zu dem dunkelhaarigen Mann. “Mr. Lord, sie überwachen die obere Tür.” Dann sah er zu dem Blonden. „Mr. Edwards, sie nehmen die Tür im Erdgeschoss.“ Er blickte wieder in die Runde. „Setzen sie sich doch. Ich habe exzellenten Sherry da.“ Lord Hemingway goss vier Gläser ein, während Lord und Edwards auf ihre Positionen gingen und Bond, M und der Graf sich setzten. „So bitte sehr.“ Lord Hemingway reichte die Gläser. Bond roch an dem Sherry und nippte kurz daran. „Wirklich exzellent. An dem Geruch und dem Geschmack merke ich ganz deutlich, dass…“ M unterbrach ihn unsanft. „Wir sind nicht hier um einen Vortrag über Sherry von ihnen zu bekommen, 007.“ Sie sah zu Graf Burgstädter. „Sie können sich vorstellen, wie wichtig dies für uns ist.“

„Selbstverständlich“, nickte der Graf und sah sich nervös um. „Aber es ist nicht länger tragbar für mich. Odin ist verrückt, wahnsinnig. Er geht bis zum Äußersten, auch wenn es Massenmord bedeutet. Er hat die Regierungen mit dieser Strahlung erpresst wie sie sicher wissen. Count Enterprises hat dazu wichtige Bauteile geliefert. Ich dachte erst, er sei nur auf Profit aus, wie ich auch, aber als die Regierungen nicht bezahlten erkannte ich, dass sein Ziel auch Terror und Vernichtung ist. Er ist wie ein kleines Kind. Wenn er nicht bekommt, was er will, schreit und tobt er, wenn ich mir diesen Vergleich erlauben darf.“ Er nahm einen Schluck von dem Sherry. „Ich habe versucht Count Enterprises immer möglichst von C.O.U.N.T. fern und selbstständig zu halten, was mir auch gut gelungen ist. Einzig meine Geschäftsführerin Clarissa Field ist ein wunder Punkt und Odin vollkommen hörig. Aber sie ist zur Zeit außer Landes und besucht die verschiedenen Projektleiter von C.O.U.N.T., als letztes hörte ich von ihr aus Nigeria.“

Bond nickte stumm. Dr. Morton!

Der Graf fuhr fort. „Aber sie wird nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden, Count Enterprises verkauft und ich in ihrem sicheren Gewahrsam.“ Er sah zu M. Diese nickte nachdenklich. „Ich habe lange überlegt, aber eine Verbindung zu Odin und C.O.U.N.T. erschien mir nicht mehr tragbar, trotz aller Absicherung meinerseits. Er konnte seine Organisation nur gründen, weil er mich benutzt hat. Ich wünschte, ich wäre vorausschauender gewesen was diesen Mann betrifft. Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät.“

„Das hoffe ich auch“, meinte M und nahm auch einen Schluck Sherry.

Bond sah den Grafen an. „Warum verlangten sie nach M und mir?“

„Nun, über Lord Hemingway kam ich zwangsläufig zu M. Die Freundschaft zwischen den beiden ist mir bekannt und sie wählte ich aus, weil sie es geschafft haben, Odin ganz schön ins Schwitzen zu bringen und seinen Plan in Stockholm zu vereiteln. Wenn einer Odin besiegen kann, dann sie, Mr. Bond!“

Bond nahm nachdenklich von seinem Sherry. M übernahm wieder das Wort. „Was können sie uns über andere Mitglieder von C.O.U.N.T. sagen?“

„Nun, da gibt es noch Torbjörn Lindström, ein Politiker. Er regelte alles in Stockholm, wie sie sicherlich wissen, Mr. Bond. Er ist nun im diplomatischen Dienst und irgendwo Botschafter für Schweden. In Washington sitzt Christine Vantan, Deckname Freyja. Ihr unterstehen die Doppelagenten von C.O.U.N.T. beim CIA.“

Stille folgte, schließlich sprach Bond es aus. „Kennen sie die wahre Identität von Odin, Graf Burgstädter?“

„Ja, ich kenne sie. Die gesamte Führung von C.O.U.N.T. kennt Odins Identität. Ich weiß auch von seinem neuesten Plan! Es ist…“ Die Ereignisse überstürzten sich! Lord Hemingway sprang auf und warf sich vor den Grafen. Zwei Schüsse knallten. Einer traf Lord Hemingway im Rücken, der daraufhin zusammensackte, der zweite traf den nun wieder ungeschützten Burgstädter genau ins Herz! Leblos sackte er zusammen. Bond griff blitzschnell nach seiner Walther und drehte sich um. Edwards rannte ob der Schüsse verwirrt auf die Gruppe zu und sah nach oben. Mr. Lord stand mit rauchendem Revolver hinter einer Säule und zielte auf M. Bond reagierte blitzschnell und stieß M, die erschrocken aufgesprungen war zur Seite. Mr. Lord verfehlte und Bond gab einen Schuss auf Mr. Lord ab. Er schoss ihm die Waffe aus der Hand und Mr. Lord flüchtete durch die Tür in das erste Stockwerk. Bonds weitere Schüsse trafen ihn nicht mehr. „Rufen sie einen Krankenwagen, Edwards!“ rief Bond und eilte aus dem Raum in die Halle. Dort hielt er inne und lauschte, doch es war nichts zu hören. Da er sich in diesem Haus auch nicht auskannte ging er niedergeschlagen in die Bibliothek zurück, wo M gerade bei Lord Hemingway und Burgstädter kniete.

***
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:56

Einige Tage später saßen alle wieder in Ms Büro im MI6-Hauptquartier. M hinter ihrem Schreibtisch, Bond und Lord Hemingway davor, wobei Lord Hemingway nun in einem Rollstuhl saß. M sah enttäuscht und sichtlich erschüttert aus dem Fenster. „Wie konnte das nur passieren?“

Lord Hemingway strich sich beschämt über das Kinn. „Und ich sah noch, wie er auf einmal den Revolver zückte.“

M sah zu dem Lord. „Mach dir keine Vorwürfe, Cedric. Du hast alles versucht. Was sagt der Arzt?“

„Die Kugel traf die Wirbelsäule. Ich habe noch kein Gefühl in den Beinen. Aber noch kann es zurückkehren.“ Lord Hemingway seufzte.

Bond mischte sich nun wieder ein. „Wer ist dieser Mr. Lord? Wo kommen er und Edwards her?“

„Aus dem Sicherheitsdienst von Count Enterprises. Es war der ausdrückliche Wunsch des Grafen, dass die beiden ihn bewachen“, meinte der Lord grimmig. „Anscheinend hat der Graf seine Firma doch nicht so sauber halten können wie er dachte. Wo könnt ihr denn jetzt ansetzen?“

M atmete hörbar aus. „Nun, wir fahnden nach Lindström, was wohl einfach sein dürfte, wenn er einen Botschafterposten bekleidet, nach Clarissa Field, was schon weitaus schwieriger ist, und berichten unseren amerikanischen Kollegen von Christine Vantan. Aber glücklicherweise hat sich noch ein Ansatzpunkt ergeben. Wir haben Nachricht aus Deutschland, dass es einem unserer Agenten gelungen ist, sich bei der Count GmbH & Co. KG in Berlin einzuschleusen und dort in der höheren Verwaltungsebene zu sitzen.“ Sie sah zu Bond. „Sie werden noch heute dort hinfliegen und Kontakt mit unserer Abteilung dort aufnehmen. Wir haben auch die Mithilfe des deutschen Bundesnachrichtendienstes und des Verfassungsschutzes zugesichert bekommen. Das Flugticket gibt es bei Moneypenny, die Ausrüstung bei Q. Sie kennen ja mittlerweile den Weg, 007.“

Bond stand auf, verabschiedete sich von Lord Hemingway und verließ das Büro.

(A) Moneypenny sortierte gerade einige Akten, als Bond hereinkam. Wie üblich blieb der ganze Papierkram an ihr hängen.

"Fleißig wie immer, Penny?"

"Die Akten sortieren sich nicht von alleine, James. Überhaupt bist du an allem Schuld. Hast du eine Ahnung, wie viele Forderungen nach Schadenersatz und Schmerzensgeld hier täglich eintreffen. Ganz besonders schlimm ist es, während du im Einsatz bist!"

"Das kann ja wohl nur Zufall sein, Moneypenny! Ich bin eigentlich aus einem anderen Grund hier: M sagte, sie hätten mir etwas besorgt."

"Ein Jammer das es nicht umgekehrt ist, James!"

Die gute, alte Moneypenny. Schlagfertig wie immer.
"Ich meine eigentlich das Flugticket nach Berlin. Laut M müsste es hier irgendwo zwischen den Aktendeckeln liegen" Bond lächelte Moneypenny freundlich an.

Sie griff in die oberste Schublade ihres Schreibtisches und hielt kurze Zeit später Bond das Ticket unter die Nase.

Sie schaute ihm direkt in die Augen und verzog keine Miene "Hier ist es! British Airways Flug 103 von Gatwick nach Berlin-Schönefeld. Ich hasse es, das zu sagen, aber an ihrer Stelle würde ich mich beeilen hier raus zu kommen. Ihr Flug geht schon in 2 Stunden!"

"Erster Klasse?"

"Im Frachtraum war leider kein Platz mehr für Sie frei!"

"Danke, Penny! Sie sind ein Schatz!"

Moneypenny lächelte "Jetzt aber raus hier!" Bond nahm das Ticket und seinen Mantel und verließ das Zimmer "Und James..." Bond hörte es nicht mehr, die Tür war bereits wieder zugefallen "...sei vorsichtig!" fügte Moneypenny noch leise hinzu.

Bond begab sich in den Keller, in die heiligen Hallen des Mi6. Durch die große Schiebetür aus kugelsicherem Glas konnte er Q schon erkennen. Es war ein seltsames Gefühl, als er seine Chipkarte durch das Lesegerät an der Wand führte, das die Tür öffnete. Der alte Q hatte diese Technik noch entworfen.

Er ging durch die ersten zwei Räume hindurch in denen das übliche Treiben herrschte. Neuartige Materialien wurden auf ihre Schussfestigkeit getestet, harmlose Alltagsgegenstände in tödliche Waffen umgewandelt und überall lag Rauch und der Geruch von geschmolzenem Kunststoff in der Luft.
Ein Mann in weißem Kittel kam auf Bond zu: Q! Er wirkte gestresst aber dennoch voller Tatendrang. Kurzum, alles war wie immer!

"Da sind Sie ja endlich, 007! Habe ich ihnen nicht das letzte Mal gesagt, Sie sollen pünktlich erscheinen. Jedes Mal kommen sie zu spät. In Belgien war es genauso. Wenn Sie..."

Bond kannte die übliche Begrüßung von Q. deshalb reagierte er ganz ruhig.
"Morgen, Q! Viel los heute, was. Das nächste Mal bin ich pünktlich, versprochen!"

"Schon gut, 007!" Er sah auf Bonds Handgelenk "Ist das der Grund, warum Sie zu spät sind? Wo ist ihre Uhr?"

"Um ehrlich zu sein, Q, ich habe sie verlegt! Sie muss bei meinem Sprung von dieser Klippe bei Newcastle..."

"Ersparen Sie mir weitere Einzelheiten, 007! Immer diese Ausreden! Wir haben sowieso zu wenig Zeit! Mit so etwas habe ich schon gerechnet. Sharon wird ihnen eine neue geben, wenn sie wieder gehen. Wir haben sie etwas verbessert. Im Ziffernblatt ist jetzt ein Kompass eingebaut und..."

"Ersparen Sie mir weitere Einzelheiten, Q!"

Q blickte Bond leicht böse an fuhr dann aber routiniert fort "Ihre Waffe haben Sie aber hoffentlich noch, oder?"
Bond hielt Q triumphierend die Walther hin.
"Wenigstens etwas! Zu ihrer Zusatzausrüstung für die Berlin-Mission; Ich habe wieder ein paar nette Extras für Sie. Ich wäre diesmal schon zufrieden wenn Sie, sagen wir 70% von ihnen zurückbringen würden. In tadellosem Zustand, bitte." Q führte Bond zu einem weißen Tisch auf dem einige technische Geräte lagen. Q nahm einen PDA und reichte ihm Bond. "Der sieht ihm ersten Moment wie ein normaler Pocket-PC aus." "Ist es aber natürlich nicht" unterbrach ihn Bond. "Selbstverständlich ist er leicht modifiziert. Sehen sie diese Taste an der Seite. Wenn ich nun hier zweimal draufdrücke aktiviert sich der Röntgenmodus - ein extrem starker Röntgenmodus. Damit können sie Stahlwände bis zu 1,7 cm Dicke und mehr durchleuchten. Das, was dahinter liegt sehen Sie hier auf dem Display. Aber halten Sie es möglichst weit weg vom Körper, wir haben immer noch Probleme mit der Strahlung. Hören Sie mir überhaupt zu, 007"

Bond legte den Kugelschreiber beiseite, den er gerade aufmerksam betrachtet hatte "Möglichst weit weg halten, wegen der Strahlung. Sie sehen, ich habe aufgepasst, Q!"

"Schön, 007" brummte Q "kommen wir zu dem Gegenstand, der Sie scheinbar so brennend interessiert. Dieser Kugelschreiber ist gleichzeitig auch eine hochpräzise Laserzielhilfe. Darf ich um ihre Waffe bitten!" Bond reichte ihm die P99 "Sie können in an ihrer Walther befestigen, hier oben, sehen Sie. Bitte versuchen sie es nicht Gewalt, 007, der Verschlussmechanismus ist sehr empfindlich. Außerdem können Sie hier an der Seite Nachrichten empfangen" Q zeigte auf ein Display, das im ausgeschalteten Zustand die Farbe des Stifts annahm. "Gesendet wird von einem speziellen Apparat in Moneypennys Büro! Weiter: Im oberen Teil des Schafts ist außerdem noch eine Selbstmordpille verbaut. Einfach hier abschrauben und die Pille aus dem Inneren holen! Sehen Sie. Passen sie auf, dass Sie dabei nicht das Display beschädigen. Sie dürfen auch die linse des Lasers nicht beschädigen. Das wäre soweit alles. Haben Sie noch Fragen zu dem Stift, 007?"

"Kann der auch einfach nur schreiben?"

Q blickte Bond mürrisch an "Gewisse Grundfunktionen mussten den neuen, einmaligen Eigenschaften dieses Kugelschreibers geopfert werden! Ich empfehle ihnen für diesen Fall einen zweiten, stinknormalen Kugelschreiber mitzunehmen. Wenn man aber die Vorteile bedenkt, die...Legen Sie das sofort wieder hin, 007!"

Bond hantierte gerade mit einem Schlüsselbund "Was ist das Q?"

"Meine Schlüssel. Unter anderem die für meinen Privatwagen und ich würde alles tun, damit sie den nicht in die Finger bekommen! Apropos Wagen: Ihr neuer Aston Martin ist schon auf den Weg nach Berlin. AMV8 Vantage, sehr schnell! Das wird Sie freuen: Auf deutschen Autobahnen gibt es nämlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Sie können so ganz legal rasen ohne das wir wieder ein gutes Wort bei der Polizei für Sie einlegen müssen. Ansonsten die üblichen Extras. Raketenwerfer, GPS-Navigationssystem, Maschinengewehre. Leider mussten wir die Anzahl der Getränkehalter von sechs wieder auf einen einzigen reduzieren. Der ist dafür 100% kompatibel zu einem handelsüblichen Martiniglas! Es ist eine Schande, wenn ich bedenke, wie viel Arbeit in dem Wagen steckt. Dabei weiß ich jetzt schon, dass er nicht in einem Stück zurückkommen wird."

"Rührend, wie Sie sich um mich kümmern, Q! aber glauben Sie mir, ich tue jedes Mal mein Bestes, um den Verlust so gering wie möglich zu halten."

"Manchmal wünschte ich, Sie würden öfter von den Selbstmordpillen Gebrauch machen! Nun ja, das wäre es von meiner Seite, 007! Denken Sie an die 70%, die Sie zurückbringen sollen!"

"Danke Q, ich werde mir Mühe geben!"

Der Waffenmeister schaute Bond kopfschüttelnd nach. Warum konnte er nicht etwas mehr Respekt für seine Erfindungen zeigen. Aber Q nahm es ihm nicht übel und ging wieder an seine Arbeit.

Bond ließ sich noch von Sharon die neue Uhr geben und fuhr dann nach Gatwick. Sein lieb gewonnener DB5 und dessen Höchstgeschwindigkeit konnten gerade noch so verhindern, dass er seinen Flieger nach Berlin verpasste.

(C) ***

In Berlin angekommen begab sich Bond zum Informationsschalter des Flughafens, wo ihn eine blonde junge Frau freundlich anlächelte. „Was kann ich für sie tun?“

„Oh, jetzt wo ich sie aus der Nähe sehe, gibt es sicher einiges.“

Die Frau sah etwas verlegen zu Boden.

„Aber das wichtigste ist wohl mein Wagen, der vorgeschickt wurde. Da versteht meine Firma keinen Spaß.“ Bond seufzte. „Mein Name ist Bond, James Bond.“

„Ihre Firma? Sie sind wohl ein viel beschäftigter Mann.“

„Ja, sehr beschäftigt und immer unterwegs, kaum lange an einem Ort.“

„Schade“, meint die Frau etwas betrübt.

„Nun, vielleicht kann ich meinen Aufenthalt hier in Berlin noch etwas ausweiten“, lächelte Bond.

Die Frau lächelte zurück, wurde dann aber wieder ernst. „Ihr Wagen ist wohlbehalten hier angekommen. Dieser Herr dort hinten wird sie hinführen. Ich wünsche ihnen gute Geschäfte, Mr. Bond. Auf Wiedersehen.“

„Vielleicht“, lächelte Bond und schaute sich um. Der Mann, der etwas abseits stand, war ihm wohlbekannt und er ging recht freudig auf ihn zu. „Smithers! Schön, dass sie den Wagen persönlich bringen.“

„Bond.“ Smithers nickte ihm kurz zu. „Q wollte es so offiziell und ich konnte ihn gerade noch davon abhalten, dass sie eine Quittung für den Wagen unterschreiben müssen und selbst für alles haften“, grinste er.

„Dann hätte ich gleich die Selbstmordpille nehmen könnte“, grinste Bond zurück. „Ohne Verschleiß kommt man an der Front nun mal nicht weiter.“

„Nun, von der Front verstehen sie mehr als wir.“ Smithers holte die Autoschlüssel hervor. „Er steht draußen auf dem Parkplatz. Über die Extras hat Q sie schon aufgeklärt nehme ich an?“

„Ja, wir haben kurz darüber gesprochen. Wirklich frustrierend, dass er die Getränkehalter wieder auf einen einzigen reduziert hat. Das wird mein Untergang.“

Smithers lächelte. „Wissen sie, Bond, ich hatte Zeit genug selbst noch ein wenig dran herumzuschrauben. Nun gibt es zwei Getränkehalter in Martini-Glas-Form. Ich weiß doch, dass sie selten einmal allein fahren.“

Bond nahm die Schlüssel in Empfang. „Sie sorgen für mich fast so gut wie Moneypenny.“

„Wir sind halt alles eine große, liebe Familie.“

Bond sah auf seine Armbanduhr. „So, jetzt muss ich aber leider weiter. Irgendjemand aus dieser Familie hat meinen Zeitplan extrem knapp kalkuliert. Ich wünsche ihnen eine gute Heimreise, Smithers, und grüßen sie Q von mir.“

„Danke. Alles Gute, Commander Bond.“ Smithers wandte sich ab und Bond verließ den Flughafen.

***

Bond betrat die Aussichtsplattform des Fernsehturmes am Alexanderplatz und sah sich um. Ihm fiel ein dunkelhaariger, recht gut aussehender Mann mit schwarzer Kleidung und Sonnenbrille auf, der nach Norden blickte. Ein kurzer Blick auf den Kompass in der Armbanduhr bestätigte dies. Bond gesellte sich zu ihm. „Dort liegt Skandinavien.“

„Kennen sie Wagners Götterdämmerung?“ fragte der Mann darauf.

„Ring der Nibelungen. Ein Epos nach der nordischen Mythologie.“

„Ganz recht. Nordisch. Wie in Oslo.“

„Oder Stockholm.“

Der Mann nahm die Sonnenbrille ab und reichte Bond die Hand. „Willkommen in Berlin, Commander Bond. Sten Beckster. Aber diesmal kommt die Götterdämmerung nicht aus Stockholm. Dort haben sie ja schon aufgeräumt. Die Spur führt ganz woanders hin.“

Bond nahm die Hand und sah Beckster freundlich an. „Und sie sind der Mann, der den schweren Sprung von der Straße bis in die Chefetage von der Count GmbH & Co. KG geschafft hat?“

Beckster steckte die Sonnenbrille weg und ersetzte sie durch eine normale Brille. „Genau das. Aber wir besprechen die Details besser bei der Chefin.“

„Chefin?“

„Ja, die Leitung der hiesigen Station hat schon länger eine Frau übernommen. Cathleen Steele.“ Er ging langsam mit Bond, der etwas verwundert war, Richtung Ausgang. Die Aussichtsplattform war erstaunlich leer. “Sie haben einen Wagen dabei, Mr. Bond?”

“Natürlich.”

“Gut. Ich bin weniger mobil. Die ewig überfüllten Straßen hier in Berlin und der recht gute öffentliche Nahverkehr machen einen Führerschein nicht unbedingt notwendig. Wissen sie, ich komme eigentlich nicht aus ihrer Branche. Ich habe früher eine kaufmännische Lehre gemacht und bin eher zufällig zu diesem Gewerbe gekommen. Jedenfalls bin ich dadurch glücklicherweise total unverdächtig für die zu infiltrierende Organisation und sitze jetzt in der obersten Verwaltung von Count GmbH & Co. KG.“

„Ahja. Sehr interessant.“ Sie betraten den Aufzug.

„Einige Qualitäten kann aber auch ich vorweisen“, lächelte Beckster. „Ich bin ein exzellenter Schütze.“

Bond schwieg und dachte über den letzten Satz von Beckster nach. Irgendwie musste er diese Information, zusammen mit der schwarzen Kleidung und der Sonnenbrille Becksters mit Mr. Lord assoziieren. Der Aufzug setzte sich in Bewegung.
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Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:57

(K) Beckster und Bond verließen den Fernsehturm und gingen über den Alexanderplatz zu einer kleinen Gasse in der Nähe des Roten Rathauses.
Die Menschenmange war überschaubar, da ein warmer Regen die deutsche Hauptstadt heimsuchte, der nur die beiden regengewöhnten Briten nicht zu stören schien.
Vor einem unauffälligen, dreistöckigen Gebäude blieben sie stehen.
"Universal Exports, Zentrale Deutschland, aha - schön zuhause zu sein", grinste Bond.

Beckster führte Bond die Treppe hoch und blieb vor einem relativ großen Spiegel stehen, der an der Seite der Treppe angebracht war. Beckster griff zur obersten Stufe vor dem 1. Stock und klappte sie hoch. Darunter erschien ein Knopf. Nachdem Beckster auf ihn drückte, öffnete sich der Spiegel.
Bond und Beckster verschwanden dahinter und der Spiegel verschloss sich genauso wieder wie die Stufe, unter der sich der Knopf befand.

"Willkommen in den heiligen Hallen des MI6! Tut mir leid, Commander, aber Berlin ist nach wie vor ein heißes Pflaster. Da die deutsche Bürokratie sehr scharf ist und wir öfters unangemeldete Steuerprüfungen im Haus hatten, mussten wir "Universal Exports" als normale Firma mit regulären Mitarbeitern als getarnte Fassade aufbauen, die mit englischem Dosenessen handelt."

"Und da möchte dann sicher niemand zu genau nachprüfen, ob der Inhalt auch gut ist!" schmunzelte Bond.

Über einen kleinen Korridor erreichten die beiden ein Büro, in der eine schlanke attraktive Frau Mitte 30 mit langen schwarzen Haaren saß.
"Cathleen Steele! Ich heiße Sie herzlich willkommen in Berlin, Mr. Bond!"
"Vielen Dank!"
"Mr. Beckster wird Ihnen gleich den Stand der Dinge erklären und Sie mit der Sachlage vertraut machen."

Beckster begann: "Ich bin inzwischen seit 4 Wochen in der Geschäftsstelle Berlin der Count GmbH & Co. KG tätig. Ich bedaure es sehr, dass Graf Burgstädter beim Überlaufen ermordet wurde. Er hätte uns sicher noch vieles erzählen können."

"Was konnten Sie bisher herausfinden?"

"Nicht viel. Die Fassade der Count GmbH & Co. KG wirkt unauffällig. Sie ist damit betraut, Projekte für Straßenkinder in aller Welt zu finanzieren. Sie ist dabei nur für die Finanzierung zuständig. Die Firma wird seit 2 Monaten von Richard Preston geleitet, einem amerikanischen Gentleman, der gute Beziehungen zur amerikanischen Politik und zur amerikanischen Wirtschaft besitzt. Da ich in der Verwaltung arbeite, bekomme ich ja einiges zu Gesicht, was aber alles in ordentlichen Bahnen zu verlaufen scheint. Es gibt aber im Geschäftshaus von Count am Kurfürstendamm ein Stockwerk, das nur für bestimmte Personen zugänglich ist. Mir war es bisher nicht möglich, dort hineinzukommen..."

"Mr. Bond", fiel Cathleen Steele Sten Beckster ins Wort, "morgen Abend findet eine Party im 'Panorama Club 37', dem Berliner Casino statt. Es ist eine Veranstaltung ausschließlich für geladene Gäste, die die Count GmbH & Co. KG zu ihrem 10-jährigen Bestehen veranstaltet. Geladen sind Millionäre aus der ganzen Welt, die sich in den letzten Jahren für wohltätige Zwecke verdient gemacht haben. Lord Franklin Spencer wird auch teilnehmen."

"Wer ist das?" fragte Bond.

"Sie werden morgen Abend so heißen, Mr. Bond. Wir haben Sie als steinreichen schottischen Adligen dort via Mr. Beckster angemeldet. Da sich Mr. Preston gerne mit potentiellen Geldgebern einlässt, sehen wir gute Chancen, wenn Sie ihm dann besonders großzügige Spenden in Aussicht stellen. Er wird sich dann sicher um Sie kümmern. Um Sie als steinreichen schottischen Millionär glaubhaft zu machen, nächtigen Sie in der Präsidentensuite des Hotel Adlon. Ich hoffe, es ist Ihnen angenehm."

"Durchaus, damit kann ich mich anfreunden."

"Wunderbar! Sie treffen sich morgen Abend um 20 Uhr mit Mr. Beckster in der Eingangshalle des Club 37. Mr. Beckster ist als Mitarbeiter selbstverständlich auch geladen und wird Sie dann mit Mr. Preston bekannt machen. Bis morgen Abend haben Sie dann frei. Das ist mit M so abgesprochen. Genießen Sie die Stadt!"

Bond bekam von Mrs. Steele die Einladung für die Party und verabschiedete sich nun von ihr und Sten Beckster und machte sich mit seinem Aston Martin auf den Weg zum Adlon Hotel, der ihn durch mehrere Stadtteile von Ost nach West durch die ehemals geteilte Stadt führte. Unter dem Brandenburger Tor hindurch führte ihn sein Weg nun geradezu auf das Adlon Hotel zu. Als Bond mit seinem Auto vorfuhr rannte sofort ein hoteleigener Chauffeur her, der den Wagen in die Tiefgarage fuhr, während ein Boy Bonds Gepäck an sich nahm.

"Mein Name ist Spencer, Franklin Spencer. Ich habe die Suite reserviert."
Die Dame an der Rezeption war sichtlich beeindruckt, wie attraktiv so ein vermeintlich betagter Lord doch sein konnte. Sie händigte ihm die Schlüssel aus und warf ihm noch einen schmachtenden Blick hinterher.

Bond gab dem Boy aus seinem üppig mit Geld ausgefüllten kleinen Handkoffer 50 € Trinkgeld und schloss die Türe ab, nachdem dieser alle Taschen abgestellt hatte.
Die Suite, in der auch schon Bill Clinton übernachtete, war prunkvoll und mit allem ausgestattet, was man braucht und auch nicht. Goldene Wasserhähne im Bad, Marmortische standen um die ebenholzfarbenen Möbel und ein großes Bett, über dem ein Bild des ehemaligen Reichskanzlers Bismarck hing.
Bond warf einen letzten Blick in Richtung Reichstag und legte sich todmüde schlafen.

****

Nach längerem Ausschlafen und ausgiebigem Frühstück nutzte Bond seinen freien Vor- und Nachmittag mit Besuchen auf der Museumsinsel und am ehemaligen Checkpoint Charlie. Er erinnerte sich an damals, als er noch zu Zeiten der Berliner Mauer die Stadt von West nach Ost überquerte, um sie kurze Zeit später wieder in Octopussys Zug in umgekehrter Richtung zu passieren. Nach einem abschließenden Kaffee im Café Kranzler am Ku'damm mit gleichzeitiger Besichtigung von außen des imposanten Geschäftsgebäudes der Count GmbH & Co. KG, begab sich Bond auf den Weg ins Hotel, um sich für die noble Party im Casino fertig zu machen.

Bond fuhr um 19:45 Uhr mit seinem Aston Martin vor dem Casino vor. Für ihn war einer der besten Parkplätze reserviert. Die anwesende Damenwelt war entzückt, als Bond im Schottenrock seinen Aston Martin verließ.
Er gelangte in die Lobby des Casinos ohne seine Einladung zeigen zu müssen. Jeder wusste, dass nur dieser smarte Brite im Kilt Lord Franklin Spencer sein konnte.
Sofort kam ihm der ebenfalls sichtlich beeindruckte Beckster in einem Smoking entgegen.

"Sie haben sich aber schick gemacht", flüstert er Bond zu, "kommen Sie, wir gehen in die große Halle, wo Mr. Preston gleich eine Begrüßungsrede hält."

In der großen Halle standen bereits viele Menschen, denen Bond ansah, dass sie im Geld schwimmen könnten. Vielen betuchteren Männern standen schöne junge Frauen zur Seite. Obwohl es nicht Bonds Herkunft entsprach, fühlte er sich sichtlich wohl.

"Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste..."
Alles blickte nach vorne auf das Podest.
"...ich freue mich, Sie alle hier im Namen meiner Firma für dieses kleine Jubiläum willkommen zu heißen. Ich möchte mich bei Ihnen für die tolle Unterstützung in den letzten 10 Jahren bedanken und wünsche uns allen einen unterhaltsamen Abend. Unsere netten Bedienungen werden sich bestens um ihr leibliches Wohl kümmern. Viel Spaß!"

Die Menge applaudierte vornehm und Mr. Preston verließ sein Rednerpult.
Beckster und Bond gingen durch den großen Saal hindurch und gelangten zu der Seite, wo die vielen Spieltische den nicht unmajestätischer aussehenden Esstischen weichen mussten.

Preston schien gerade intensiv einen Notizzettel zu lesen, dem ihm gerade ein von Beckster als Count-Mitarbeiter identifizierter Mann vorbeigebracht hatte, als Beckster und Bond neben ihm auftauchten.
Bonds Instinkt wurde aufmerksam. Warum sollte ein wichtiger Mann an einem wichtigen Abend einen vermeintlich unwichtigen Zettel so gespannt und erfreut lesen. Bond schien da mehr dahinter zu stecken.

"Guten Abend, Mr. Preston", ging Beckster auf seinen Chef zu, "ich möchte Ihnen gerne Lord Franklin Spencer vorstellen, von dem ich Ihnen bereits erzählte."

Preston schob unauffällig seinen geöffneten Koffer über den Notizzettel und stand auf.

"Lord Spencer, es ist mir eine Ehre, Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Ich freue mich sehr, dass es Mr. Beckster gelungen ist, Sie für unsere Party einzuladen!"

"Vielen Dank, Mr. Preston", erwiderte Bond, "Kinder sind doch unsere Zukunft und da möchte ich natürlich meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten."

"Lassen Sie uns einen Drink nehmen", Preston drehte sich um und rief den Ober zu sich.

Bond nutzte diesen kleinen Moment und holte seinen Pocket PC aus seiner Tasche und hielt ihn über den geöffneten Koffer, unter dem der Notizzettel lag.
'...morgen um 10:30 Uhr Treffen mit amerikanischem Kontaktmann im Café der Galopprennbahn Hoppegarten.' Bond zog seinen Mini-PC schnell wieder zu sich zurück ohne die komplette Nachricht gelesen zu haben, als Preston sich nach der Bestellung von 3 Gläsern Mouton Rothschild wieder umdrehte.

"Keinen Moment kommen meine Firmen ohne mich aus" murmelte Bond genervt den Kopf schüttelnd, um rechtzufertigen, dass er den Pocket-PC in der Hand hielt. Daraufhin steckte er das Gerät wieder ein.

"Lord Spencer, spielen Sie gerne?"

"Ich bin sozusagen mit Glücksspiel aufgewachsen."

Die hübsche Kellnerin brachte den 3 Männern die Weingläser. Preston legte den Zettel in seinen Koffer und schloss diesen sofort.
Sie gingen dann zum Baccara-Tisch.

(C) Nach ein paar Runden Baccara, von denen Beckster auffallend viele gewann kam es schließlich zu einem Duell zwischen Bond und Preston. Beckster, dem der Einsatz zu hoch geworden war, hatte sich entfernt, um seinen, doch recht stattlichen Gewinn einzulösen.

„Es scheint ihren Mitarbeiter schreckt das Risiko, Mr. Preston“, kommentiert Bond.

„Das ist auch gut so, Lord Spencer. Ich brauche keine Mitarbeiter, die unnötige Risiken eingehen. Dieses hohe Spiel ist ausschließlich für mich reserviert. Und es hat Mr. Beckster ja auch nicht geschadet. Er hat ordentlich abgeräumt“, lächelt Preston.

„Das stimmt. Aber man kann sich erheblichen Schaden zufügen, wenn man nicht mit Risiken umgehen kann. Können sie mit einem Risiko umgehen, Mr. Preston?“ Bond erhöhte den Einsatz.

„Ich kann.“ Preston erhöhte den Einsatz weiter. „Notfalls werden Risiken einfach eliminiert.“

„Das klingt fast so, als würden sie ankündigen mich bei diesem Spiel jetzt zu betrügen“, lächelte Bond.

Preston lächelte zurück. „Aber wo denken sie hin, Lord Spencer. Wir sind doch zwei Gentlemen.“ Preston, der gerade Bankhalter war, verteilte die Karten. Bond war zufrieden mit seinem Blatt, Preston nahm eine weitere Karte. Beide deckten auf. Preston hatte einen Pik- und einen Karo-Buben, sowie eine Pik-Neun und grinste siegessicher. Nun deckte Bond auf. Eine Herz-Vier und eine Herz-Fünf. „Es scheint als hätten sie ein Risiko übersehen, Mr. Preston. Die niedrigere Kartenanzahl gewinnt.“

Preston schob ärgerlich den Schlitten zur Seite, doch langsam machte sich wieder ein Lächeln auf seinem Gesicht breit. „Ich hoffe doch, sie investieren das gewonnene Geld in unsere Projekte.“

„Wir werden sehen, Mr. Preston. Es gibt sehr viel, was man auf dem wohltätigen Sektor tun kann und es werden einige Projekte von mir unterstützt. Aber ich bin sicher es wird genug für sie abfallen. Oder hätten sie lieber eine Revanche für das letzte Spiel? Allerdings würde ich dann etwas anderes wählen statt Baccara.“

„Da bin ich aber gespannt.“ Preston sah Bond mit großen Augen an.

„Nun, ich bin geradezu vernarrt in den Pferderennsport und es gibt hier in Berlin ja die Galopprennbahn Hoppegarten.“

„Vernarrt in den Pferderennsport? Was sie nicht sagen. Ich auch. Da konnte die Affäre Zorin auch nichts dran trüben. Sie haben doch sicher davon gehört?“

„Natürlich. Da ging es um implantierte Ampullen mit Pferdesteroiden. Schlimme Sache. Hat dem Rennsport einiges von seinem Ruf gekostet. Wie man hört soll Zorin größenwahnsinnig gewesen und mit einem Zeppelin bei der Golden-Gate-Bridge tödlich verunglückt sein.“

„Ich sehe sie kennen sich aus, Lord Spencer. Wie wäre es morgen 11 Uhr auf der Galopprennbahn?“ Preston stand auf.

„11 Uhr passt mir sehr gut“, lächelt Bond. „Ich freue mich.“ Er stand ebenfalls auf. Preston verabschiedete sich. Bond ging ebenfalls. An einer ruhigen Ecke in der Nähe des Ausgangs sah er Beckster bei einem der Kellner. Als Beckster Bond bemerkte, verabschiedete er sich von dem Kellner und gab ihm einen zärtlichen Kuss. Dann ging er zu Bond. „Privates Tete-a-tete zwischendurch, Mr. Beckster?“

„Auch“, lächelte Beckster. „Aber lassen sie uns draußen reden.“ Beckster und Bond verließen den Club. „Kellner hören viel und dieser hier hat sich auf mein Geheiß etwas auf der Party umgehört und erfahren, dass die Abteilung Maschinenbau derzeit keine weiteren externen Aufträge mehr annimmt. Offiziell wurde einigen Gästen etwas von einer Routineprüfung gesagt. Einige Mitarbeiter sprachen aber von einer Art Bereitschaft und es wird wohl ein großer interner Auftrag erwartet. Einige Gäste scheinen auch Geldgeber speziell für C.O.U.N.T. zu sein, denn sie sprachen über Straßenkinder in Stockholm. Und es gab Gerüchte über eine Verlegung der Ressourcen. Was war bei ihnen und Preston, Bond?“

„Er hat morgen um 10.30 Uhr einen Termin mit einem amerikanischen Kontaktmann im Cafe der Galopprennbahn Hoppegarten und um 11 Uhr dann mit Lord Spencer. Ebenfalls auf der Galopprennbahn.“

„Gut“, nickt Beckster. „Ich werde dann Mrs. Steele berichten und sie setzt sich morgen früh mit ihnen in Verbindung. Ich werde wohl nicht verfügbar sein. Ich gehe ja nun bei unserem Gegner einer geregelten Tätigkeit nach und will nicht unbedingt eine Entlassung riskieren, war schwer genug überhaupt da rein zu kommen. Vielleicht finde ich auch noch etwas über diese ominöse Etage heraus.“

„Soll ich sie fahren?“

„Nein. Es ist besser wir trennen uns. Offiziell sind sie ja noch Lord Spencer. Sie fahren am Besten ins Hotel zurück. Außerdem habe ich schon jemanden, der mich mitnimmt“, lächelte Beckster und ging zu einem Mercedes SLR, wo ihn schon der Kellner von eben am Steuer erwartete. Er musste einen anderen Ausgang aus dem Club genommen haben. „Er kann nicht nur Drinks servieren, sondern auch ausgezeichnet chauffieren. Auf Wiedersehen, Mr. Bond. Und viel Erfolg auf der Rennbahn.“ Beckster stieg ein und der andere Mann fuhr los. Bond sah dem Wagen lächelnd nach, ging zu seinem AMV8 Vantage und fuhr ins Hotel.
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 18:58

(A) Als Bond am nächsten Morgen das Adlon gegen halb neun verlassen wollte, wurde er vom Concièrge an der Rezeption aufgehalten.

"Lord Spencer!" er legte hastig den Telefonhörer zur Seite. Bond drehte sich um "Ja"
"Post für Sie, Sir" er gab ihm den Umschlag und widmete sich wieder dem Telefongespräch. Bond blickte auf den Absender: Universal Exports, London

Er öffnete den Brief, der an einer Stelle leicht ausgebeult war. In ihm befanden sich zwei kleine Apparate und ein Zettel:

Wie von ihnen gestern angefordert ein kleines Abhörgerät. Hochempfindlich und unauffällig. Die aufgenommenen Gespräche werden an den beiliegenden Empfänger übertragen (Reichweite etwa 75 m)
Viel Erfolg und bringe sie das Geräte in einem Stück wieder
----
Q

Bond lächelte über die letzte Zeile. Bis jetzt waren sämtliche Spielereien von Q noch unbeschädigt. Er konnte stolz auf sich sein - aber der Tag war ja noch lang. Bond ging durch die große Tür des Hotels nach draußen, ließ sich von einem Hotelangestellten seinen Aston-Martin holen und fuhr zum Kurfürstendamm, wo er in einem der kleinen aber traditionsreichen Cafés in aller Ruhe frühstückte, bevor er sich auf den Weg nach Hoppegarten machte.

Die Reitanlage wirkte sehr gepflegt und hatte sich scheinbar den alten Glanz der Kaiserzeit erhalten können, obgleich sie auch nicht ganz an Ascot herankam. Bond parkte den Aston Martin etwas außerhalb des Geländes. Immerhin erwartete ihn Preston erst um 11 Uhr, jetzt war es gerade kurz vor 10 und Bond hatte noch etwas zu erledigen. Er musste vermeiden vorher gesehen zu werden.

Das Café, das in der Nähe der Haupttribüne untergebracht war, war um diese Zeit schon gut besucht. Bond ging durch den hellen, freundlichen Raum auf eine der Kellnerinnen, die hinter einer Art Anrichte Gläser polierte, zu. Sie war etwa Ende 20, hatte mittellanges braunes Haar und passte gut zur angenehmen Atmosphäre des Cafés.

"Guten Tag, mein Name ist Bernard P. James. Ist Mr. Preston schon eingetroffen?" Schon wieder ein neuer Deckname! Aber wer sagte ihm, dass nicht sogar diese entzückende Kellnerin zur Gegenseite gehörte. Keine Risiken! Preston durfte nicht erfahren, dass er schon früher da war, was den Decknamen "Lord Spencer" ausschloss. Und noch weniger durfte irgendjemand Bonds richtigen Namen kennen.

"Mr. Preston ist noch nicht hier, Sir. Wenn Sie einer seiner Geschäftspartner sind, müssten Sie eigentlich wissen, dass er sich nie vor 10.30 Uhr hier sehen lässt. Sind Sie sicher, dass Sie ihn heute treffen?"
Preston schien wohl fast jeden Sonntag hier zu sein. Nicht selten wurden auf solchen Pferderennbahnen zwischen der einen oder anderen Wette wichtige Geschäfte abgeschlossen. Gewinnbringende Geschäfte. Vielleicht auch illegale Geschäfte? Die richtige Umgebung für Preston! Aber das wichtigste war, dass er noch nicht hier war. So würde sich eine Gelegenheit finden, Qs Wanze in seiner Nähe unterzubringen. Er musste dieses Gespräch zwischen Preston und dem "amerikanischen Geschäftsfreund" unbedingt mithören. Jetzt musste Bond nur noch den Tisch ausfindig machen!

"Ich nehme an Mr. Preston hat reservieren lassen, Ms ..."

"...er hat reservieren lassen, Sir, wie immer. Tisch 40." Sie merkte, dass Bond zufrieden nickte und sich auf die Suche nach Tisch 40 machen wollte. Er hatte sich schon wieder von der Kellnerin abgewandt, als er noch einmal ihre Stimme hörte "Geben Sie sich keine Mühe, Mr. James, Tisch 40 ist im VIP-Bereich Nummer 1. Mr. Preston mietet ihn immer komplett an, wenn er ein Rennen besucht." Sie deutete nach rechts, wo zwei Bodyguards eine schwere Holztür bewachten. Unangenehme Leute, Bond kannte diese Art von Menschen "Das ist der einzige Eingang. Mr. Preston hasst es, gestört zu werden. Ich fürchte, da werden Sie ohne schriftliche Einladung keinen Zutritt haben. Und da die Mr. Preston normalerweise nicht ausstellt..."

Vor seinem geistigen Auge zerbrach sein ganzer schöner Plan mit der Wanze. Jetzt musste er improvisieren. Aber wie? Bond versuchte sich nichts anmerken zu lassen und seine innere Anspannung nicht zu zeigen. Sein Blick wanderte durch den Raum. Aber da war nichts, mit dem sich improvisieren ließe! Er ging zu ihr zurück und lehnte sich lässig auf die Anrichte. Bond schaute ihr tief in die braunen Augen:

"Gibt es keine Möglichkeit vorher in den Raum zu kommen" Sie beugte sich zu Bond vor bis sie fast seine Wange berührte "Nein!" sagte sie kurz. Sein Charme schien also auch nicht mehr so wie früher zu wirken.

Noch leicht von der Niederlage irritiert - er war wohl etwas zu selbstsicher gewesen - antwortete er "Nun gut! Ich habe um 11.00 Uhr einen Termin mit Mr. Preston. Bis dahin werde ich dann wohl noch etwas die Pferde begutachten und mein Geld auf sie setzen!" Die Kellnerin sah ihn schnippisch an "Das werden sie wohl!"

Bond wandte sich ab und drehte sich gleich darauf wieder um, so als wäre ihm gerade wieder etwas eingefallen "Bevor ich es vergesse: Ich wünsche einen vollen Korb Kekse bei meinem Meeting vorzufinden. Ich will genau diese da, verstanden!" Bond nahm den Korb von der Anrichte und hob ihn leicht an, um der Kellnerin klarzumachen, dass er nur diesen Korb wollte. "Vergessen Sie es nur nicht, bei Keksen kenne ich kein Pardon!"

Die Kellnerin nickte "Ist gut, ich werde ihn gleich zu Mr. Prestons Tisch bringen!"

"Das will ich ihnen auch geraten haben!"

Seltsam, diese Briten! Während die Kellnerin kopfschüttelnd Bond nachsah und die Kekse in den VIP-Bereich zu Tisch 40 brachte, verließ Bond zufrieden das Café. Er hatte es doch noch geschafft. Bei seinem ganzen Theater um die Kekse konnte er die Wanze im Korb unterbringen! Jetzt konnte er sich bis 10.30 Uhr tatsächlich den angenehmen Seiten dieses Sports widmen.

Bond hatte es sich mit einem kühlen Getränk und dem Empfänger auf der Haupttribüne bequem gemacht, als der schwarze Lincoln mit Preston und dem anderen Amerikaner eintraf. Sie gingen auch gleich zu Prestons Loge und nach einer kurzen Begrüßung konnte Bond die Unterhaltung, Q's Erfindungsreichtum sei Dank, mitverfolgen. Prestons Geschäftspartner begann als erster zu reden:

"Der Raum ist doch abhörsicher, nicht wahr, Preston?"

"Natürlich, meine Männer haben ihn gestern dreimal überprüft!"

"Ich wollte nicht an ihrer Kompetenz zweifeln, aber man kann bei einem solchen Gespräch nicht vorsichtig genug sein"

Bond hörte, wie sich die beiden setzten.

"Selbstverständlich! Nun, General Vanderbilt, die von ihnen versprochene Waffe ist immer noch nicht da. Meine Vorgesetzten warten nicht gerne, besonders nicht, wenn es um Waffen geht! Immerhin ist das ganze ja ihr Plan. Sie haben auch die Termine festgelegt. Wenn wir Ihnen helfen sollen, sollten Sie sich auch an die Vorgaben halten."

"Mr. Preston, glauben sie mir, wir versuchen unser Möglichstes, aber es ist nicht so leicht an eine Bombe dieser Sprengkraft zu kommen. Sagen Sie ihren Auftraggebern, sie müssen sich noch höchstens eine Woche gedulden. Ich denke, das können wir bei der Summe, die wir ihnen zahlen verlangen. Sie wird schon noch rechtzeitig am Übergabeort eintreffen. Der weitere Verlauf von Projekt Euphrat liegt dann in ihren Händen. Meine Regierung darf nichts davon wissen, es gibt immer noch zu viele Weicheier in Washington. Nichts als Angsthasen und Friedenstauben! So kann man die USA niemals vor Terroranschlägen sichern. Wir müssen mit alle Härte durchgreifen! Besonders im Nahen Osten! Aber einige Mitglieder der Regierung sperren sich! Sie können es nicht begreifen, man muss diese Leute einschüchtern. Es ist die einzige Möglichkeit um auf längere Frist etwas zu erreichen, deshalb habe ich Projekt Euphrat ins Leben gerufen! Die werden mich kennen lernen, meine Pläne als zu gewalttätig und diplomatisch taktlos abzustempeln. Ich werde den USA Sicherheit geben - koste es was es wolle!"

"Wir können ihnen versichern, dass sie sich mit C.O.U.N.T die richtigen Helfer ausgesucht haben. Wir haben mit solchen Operationen schon einige Erfahrung. Durch ihre Planung sind wir im Vorteil! Projekt Euphrat wird ein Erfolg!"

"Davon bin ich überzeugt, Preston. Ihre Kekse hier sind übrigens ganz ausgezeichnet!"

"Bedienen Sie sich ruhig, General! Wenn Sie erlauben würde ich die Einzelheiten des Weitertransports gerne morgen besprechen. Ich habe in 10 Minuten ein weiteres Meeting mit einem Schotten, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich ihm trauen kann"

Bond hatte mit diesem Satz gerechnet und dennoch verspürte er ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Man wusste nie, wann C.O.U.N.T zuschlug. Er musste bei dem Gespräch mit Preston unbedingt vorsichtig sein. Die kleinste Unaufmerksamkeit konnte ihn verraten!

"Preston!!!" Bond zuckte zusammen, bei dem markerschütternden Schrei, den General Vanderbilt gerade ausgestoßen hatte.

"Was ist denn los General?"

"Sagten Sie nicht, ihre Loge wäre absolut abhörsicher. Wie erklären sie sich dann das!" General Vanderbilt zeigte auf die Stelle von der er sich gerade einen weiteren Keks nehmen wollte. Da lag sie. Sie hatten die Wanze entdeckt. Der General nahm sie in seine knochigen Finger und betrachtete sie ganz genau.

"Eine Einzelanfertigung! Geheimdienst? Vielleicht sogar die CIA?"

"Das haben wir gleich, General." Preston stürmte aus der Loge mit dem Sender in der Hand, der General hinterher. Sein Gesicht war feuerrot vor Wut. Er packte einen der Bodyguards an der Holztür am Kragen. Ihm war es völlig gleichgültig, dass er damit die Blicke aller Anwesenden im Café auf sich zog. Preston war außer sich "Wissen Sie was das ist!" der Bodyguard war nicht sicher, was er antworten sollte "Habe ich nicht gesagt, dass nach der letzten Durchsuchung gestern abend keiner mehr diesen Bereich zu betreten hat!"

"Hier ist keiner vorbei gekommen, Sir!" stammelte der Bodyguard "Außer Sophie!"

"Wer zum Teufel ist Sophie?" Auch der General war sichtlich nervös und wütend. Wie konnte so etwas passieren! Bei diesem Plan hing so viel von der absoluten Geheimhaltung ab.

"Na, die Kellnerin da."

Jeder im Raum hatte die Unterhaltung mitgehört. Unheimliche Totenstille. Preston ließ seinen Bodyguard los und seine Augen inspizierten sorgfältig das Café. Am anderen Ende stand Sophie mit einem Tablett in der Hand. Sie blickte erschrocken auf, als sie ihren Namen hörte. Ihr Blick und der von Preston trafen sich mitten im Raum. Seine Augen traten fast aus dem hochroten Schädel. Jetzt, du musst rennen! Nicht überlegen! Lauf! Deine einzige Chance! Sophie ließ das Tablett fallen. Die Gläser schlugen klirrend auf den kalten Steinboden auf.

"Hinterher, ihr Idioten! Ihr seid dran, wenn ihr sie nicht kriegt! Tot oder lebendig!"

Auf der Haupttribüne legte Bond verstört den Empfänger auf die Holzbank. Er hat sie da mit rein gezogen. Er hat den Sender in den Korb geschmuggelt. Er hatte alles mitgehört, nicht sie. Sie war unschuldig. Aber jetzt rannte sie vor zwei von Prestons Schlägern davon. Sie hatte keine Chance, das wusste er. Sie würden sie kriegen!

In diesem Moment knackte wieder der Empfänger neben ihm. Er hörte das schwere aber zufriedene Atmen des immer noch aufgeregten Preston "Sehr gut! Sie haben sie, General!" Anscheinend hatten ihn die Bodyguards gerade über Funk verständigt "Bringt Sie ins Hauptquartier!" er wandte sich an General Vanderbilt "Die werden wir zum Reden bringen! Wie haben da so unsere Mittel! Und wenn wir haben was wir wollen, oder wenn sie nichts sagen will, wird man ihre Leiche aus der Spree fischen!"

Was hatte er nur getan! Er war für den bevorstehenden Tod dieses Mädchens verantwortlich. Er ganz allein! Wütend schmetterte er den Empfänger auf den Boden. Er brauchte Hilfe - Steele! Nach einem kurzem Anruf, in dem er ihr die Ereignisse der letzten halben Stunde kurz schilderte, versprach sie persönlich vorbeizukommen. Beckster war leider nicht verfügbar; er ging, wie Bond am Vorabend mitgeteilt, seinen Aufgaben bei Count nach.

Der beschädigte Empfänger gab noch einmal Prestons markante Stimme wieder. Anscheinend waren sie wieder in der Loge "...Wir müssen solche kleinen Zwischenfälle wegstecken! Projekt Euphrat kann sowieso niemand mehr aufhalten. Wir sehen uns morgen wieder, General. Ich werde mich jetzt um den Schotten kümmern..." Die beiden Männer verabschiedeten sich.

Dass erinnerte Bond an den eigentlichen Grund, weswegen er gekommen war. Hastig schaltete er den ohnehin schon beschädigten Empfänger ab und warf ihn unter die Tribüne. Dort würde ihn keiner finden und niemand würde ihn und die Abhöraktion miteinander in Verbindung bringen. Er musste alle Emotionen und dieses erdrückende Schuldgefühl so schnell wie möglich wieder in den Griff bekommen: Sein Auftritt als Lord Franklin Spencer wurde erwartet!

(C) Bond schaute auf die Uhr, 10:55. Gut. Er verdrängte alle Gefühle und betrat das Café. Preston bemerkte ihn sofort. Auch er hatte sich wieder gefangen und ging freundlich lächelnd auf Bond zu, während der General mit den Bodyguards anscheinend zu einem Hinterausgang ging. „Lord Spencer. Schotten sind also nicht nur geizig, sondern auch pünktlich. Aber ich hoffe doch, dass sie ersteres auch schnell als Vorurteil und falsch abtun werden. Schließlich geht es ja um einen guten Zweck. Bis zum nächsten Rennen haben wir noch Zeit. Setzen sie sich doch.“ Preston deutete auf einen kleinen Tisch am Fenster.

„Gut. Dann reden wir erst über das Geschäftliche. Aber sie wollen doch sicher nur sicher gehen, dass sie mit einer großzügigen Spende rechnen können, bevor ich alles hier in der Rennbahn lasse, Mr. Preston“, lächelte Bond etwas gezwungen und setzte sich.

Preston setzte sich ebenfalls. „Da habe ich keine Angst, Lord Spencer. Aber wie heißt es so schön? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

„Recht so. Dann fange ich mal unverblümt an. Was sind denn ihre derzeitigen Projekte?“

„Nun, wir sind quasi immer und überall präsent wo es derartige Probleme gibt. In Großstädten überall auf der Welt, Ostblock-, Drittwelt- und Entwicklungsländer. Aber im Moment versuchen wir auch im fernen Osten Fuß zu fassen und da wären Geldmittel immer willkommen.“

„Ferner Osten?“ Bond wirkt sehr interessiert.

„Im Moment haben wir Agenten der Stiftung in Neu Delhi in Indien und in Jakarta in Indonesien.“

„Ach, das ist ja wirklich interessant. Eine Investition dorthin ist sicher lohnenswert. Leiten sie das von hier aus?“

Preston schüttelte den Kopf. „Nein, das Projekt ferner Osten wird von unserer kleinen Zweigstelle in Rom geleitet. Wir besorgen und verwalten hier nur die Geldmittel. Die Gewinne aus den verschiedenen Industrie- und Handelsbetrieben der Count GmbH & Co. KG laufen in die Stiftung und nebenbei pressen wir noch schottische Lords aus“, lächelte Preston.

„Oh, für einen wohltätigen Zweck lasse ich mich doch gerne mal auspressen“, lächelte Bond zurück. „Wo kann ich das mit der Spende endgültig klären?“

„In unserem Hauptgebäude auf dem Kurfürstendamm. Mr. Beckster wird ihnen da sicher helfen können. Ich habe ihnen schon vorsorglich für morgen 15:00 Uhr einen Termin bei ihm reserviert. Wenn ihnen das passt?“

„Das passt vortrefflich“, nickte Bond.

Preston erhob sich. „Gut. Dann können wir ja jetzt zum Vergnügen übergehen.“

Bond erhob sich ebenfalls. „Schauen wir mal wie die Risiken heute verteilt sind, Mr. Preston.“ Bond und Preston verließen das Café und gingen Richtung Wettschalter, als ihnen eine gut aussehende, langhaarige Frau entgegenkam, Cathleen Steele. „Lord Franklin Spencer?“

Bond und Preston blieben stehen. „Ja, was gibt es? Ähm, wenn ich vorstellen darf? Robert Preston und das ist…“

„Miss Kent. Ich bin die Privatsekretärin des Lords“, vervollständigte Cathleen.

„Erfreut“, meinte Preston.

Cathleen wandte sich Bond zu. „Es gab einen wichtigen Anruf aus Schottland, Lord Spencer, und ich habe sie nicht erreichen können. Ist ihr Handyakku wieder leer? Ich sagte ihnen doch gestern schon, dass sie es wieder aufladen müssen.“

Bond wirkte bedrückt. „Oh ja. Da sieht man es mal wieder. Ich höre viel zu wenig auf die Frauen.“ Er schaute zu Preston. „Es tut mir leid, aber dann werden wir das Vergnügen wohl verschieben müssen.“

Preston nickt. „Gut. Aber es bleibt doch bei morgen 15:00 bei Mr. Beckster?“

„Selbstverständlich, Mr. Preston.“ Bond wandte sich mit Cathleen ab und auch Preston ging seiner Wege.

Auf dem Vorplatz der Rennbahn blieben Bond und Cathleen stehen. „Schön, dass sie so schnell gekommen sind, Mrs. Steele.“ Cathleen wollte gerade ansetzen etwas zu sagen, als etwas durch die Luft surrte und sie leblos zusammenbrach. Mit Schalldämpfer erschossen! Genau ins Herz, wie bei Graf Burgstädter! Bond drehte sich blitzschnell in die Richtung des Schusses. Er konnte nur eine schwarze Gestalt ausmachen, die durch die Büsche zum Parkplatz verschwand. Bond hechtete hinterher. Am Parkplatz angekommen, setzte sich gerade ein Mercedes in Bewegung. Bond eilte zu seinem Aston Martin, um die Verfolgung aufzunehmen. Bond startete den Wagen und raste los. Der Mercedes hatte schon einen guten Vorsprung und es waren einige Autos zwischen ihm und Bond. Langsam holte Bonds Aston auf und er machte sich bereit die Wagen vor ihm zu überholen, als das Schicksal an der nächsten Ampelkreuzung gegen ihn war. Der Mercedes beschleunigte und kam bei Gelb herüber. Dann schaltete die Anlage auf Rot und die Wagen vor Bond stoppten. Bonds Aston war eingekeilt, denn auf der Gegenspur kamen ihm nun die ganzen Rechtsabbieger entgegen. Fluchend haute Bond gegen das Lenkrad. Woraufhin sich neben ihm auf Beifahrerseite eine Klappe öffnete und ein Martini-Shaker sowie zwei Getränkehalter mit Martini-Gläsern herausfuhr. „Na dann Prost.“ Grimmig lächelnd ließ er die Halterung wieder zurückfahren und fuhr ziemlich mitgenommen zum Hotel zurück als die Ampel wieder auf Grün schaltete.

***

In der Präsidentensuite des Adlon kippte sich Bond einen doppelten Wodka hinunter und ließ sich in einen Sessel fallen. Dann holte er sein Handy hervor und ließ sich mit M in London verbinden. “Was gibt es Bond?“

„Schlechte Neuigkeiten“, raunte Bond. „Mrs. Steele wurde auf dem Vorplatz der Galopprennbahn Hoppegarten erschossen. Ich brauche dringend eine Kontaktperson hier in Berlin, der ich ganz vertrauen kann und Informationen über Sten Beckster.“

„Gut“, M wirkte bedrückt. „Ich werde ihnen sofort jemanden schicken.“

„Danke.“ Bond legte auf und goss sich wieder von dem Wodka ein. Was war nur im Gange? Warum wurde Mrs. Steele erschossen und nicht er? Hatte sie neue Erkenntnisse? War die Tarnung aufgeflogen? Warum spielte man dann so mit ihm und ließ ihn weiter Lord Spencer sein? War er ohne es zu wissen eine Marionette von C.O.U.N.T. und Odin? Was plante Odin? Es entsprach ihm nicht, einfach nur irgendwelche Generäle zu unterstützen. Es musste mehr dahinter stecken. Oder plante Odin gar nichts und Preston handelte ähnlich wie Dr. Morton weitestgehend selbstständig und unabhängig? Und was war mit Beckster? Es war heute ebenfalls ein Mercedes SLR, wie Beckster ihn benutzte. Auch die Farbe stimmte. War er, nach eigenen Worten ein ausgezeichneter Schütze, der Mörder von Mrs. Steele? Was war mit den Infos, die sein Gespiele angeblich im Club herausgefunden hatte? Wollte man ihn irreführen? Hätte er nur gestern Abend auf das Nummernschild geachtet! Und Sophie? Lebte sie noch?

Bond atmete tief durch, kippte auch diesen Wodka hinunter, ging ins Bad und nahm eine kalte Dusche.

***
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8

Dienstag, 16. Juli 2013, 18:59

Am nächsten Morgen betrat Bond das Berliner Gebäude von Universal Exports und gelangte nach Becksters Vorbild vor ein paar Tagen in die Hinterräume. An Mrs. Steeles ehemaligem Büro klopfte er an. „Herein“, ertönte eine männliche Stimme.

Bond betrat das Büro und sogleich erhellten sich seine Laune und sein Gesicht. „Sieh an, der 00-Bürokrat. Schön dich hier zu sehen, Urs.“

„Ebenfalls, James“, lächelte Urs Messler. „Wer sollte denn sonst für das Vermächtnis von Mrs. Steele sorgen wenn nicht ein Bürokrat?“

„Auch wieder wahr“, lachte Bond erleichtert. Erleichtert zwar, doch war er immer noch bedrückt.

„Setz dich doch, James.“ Bond nahm Platz. „Am besten setzt du mich über alles was bisher hier in Berlin geschehen ist in Kenntnis.“

Bond nickte und begann mit seinen Ausführungen. Messler nickte ab und an verzog hier und dort das Gesicht bedrückt oder interessiert. „Was gibt es nun Wissenswertes über Beckster?“, fragte Bond zum Schluss.

„Nun“, setzte Messler an. „Ich fürchte nichts was ihn reinwaschen könnte. Er stammt aus einer anglo-nordischen Familie und wurde in Kiel geboren. Dort verbrachte er auch seine Lehrzeit. Danach lange Aufenthalte in England und vor einem Jahr wurde der Geheimdienst auf einem Schießstand in der Umgebung von London auf ihn aufmerksam. Er ist zweisprachig aufgewachsen und beherrscht fließend Deutsch und Englisch. Ansonsten keine weiteren Fremdsprachen.“ Messler machte eine Pause. „Aber da gibt es noch etwas was wir recherchieren konnten.“ Messler wurde ernst. „Thorbjörn Lindström ist sein Patenonkel.“

„Lindström?“ Bond fuhr sich etwas fassungslos durchs Haar. „Was wird hier nur gespielt?“

Messler sah Bond besorgt an. „Ich weiß es auch nicht, James.“ Er atmete durch. „Zu Lindström konnten wir ermitteln, dass er zur Zeit schwedischer Botschafter in Rom ist. Clarissa Field wurde ebenfalls zuletzt in Rom gesichtet, von wo aus sie eine Maschine nach Bombay genommen hat.“

„Hm, das passt auch zu meinen Ermittlungen“, meinte Bond nachdenklich.

„Wie gehen wir nun weiter vor?“

„Ich habe heute um 15 Uhr einen offiziellen Termin als Lord Franklin Spencer mit Mr. Beckster im Count-Hauptgebäude. Ich werde ihm mal ein bisschen auf den Zahn fühlen. Und du solltest mir Informationen über einen gewissen amerikanischen General Vanderbilt beschaffen.“ Bond erhebt sich.

(A) "James, ganz unter uns: Verdächtigst du Beckster? Die Beweise sprechen für sich."

Bond drehte sich nachdenklich um "Ich weiß es nicht, Urs, wirklich nicht. Wir werden sehen!"

Bond fuhr zurück ins Adlon. Es passte alles so gut zusammen. Beckster hatte einen Mercedes, genau dieses Modell, genau diese Farbe. Er hatte sich bei Count einschleusen lassen - oder war es umgekehrt und Count hatte ihn bei Universal Exports eingeschleust? War er ein potentieller Mörder? Vermutlich, immerhin hatte er tagtäglich mit solchen Fällen zu tun. Bond dachte weiter nach. Rückblickend kam es ihm sogar so vor, als würde die schwarze Gestalt, die Cathleen Steele auf dem Gewissen hatte, zumindest eine ähnliche Statur wie Beckster haben. Waren diese auffällig hohen Summen, die Beckster im Club beim Spielen gegen Preston erzielen konnte in Wirklichkeit Honorarzahlungen? Vielleicht sogar für einen Auftragsmord an Cathleen Steele? Und dann diese bisher verschwiegene Verwandtschaft mit Thorbjörn Lindström, bei dem eine Verbindung zu Odin immerhin bewiesen war. Warum hatte er nichts gesagt? Wollte er nicht oder hielt er es nicht für relevant. Bond hätte Beckster wirklich gerne vertraut, aber die Fakten ließen das momentan nicht zu.
Im Hotel angekommen spülte er seine Trauer und Wut über Steeles Ermordung, gegen die er so machtlos war, obwohl er keine zwei Meter von ihr entfernt stand, mit einem Wodka herunter.

Mit einem unguten Gefühl erreichte er gegen drei Uhr nachmittags die Zentrale von Count am Kurfürstendamm. Beckster kam ihm schon entgegen, diskret wartete er in der Nähe vom Eingang bis Bond den Aston geparkt hatte. "Guten Morgen, Bond. Ich habe ihren Wagen schon von meinem Büro oben gesehen."

Bond sah eine Chance Beckster etwas genauer auf den Zahn zu fühlen. "So viele Aston-Martin gibt es wohl nicht in Berlin. Was macht eigentlich ihr Mercedes, Beckster." Er schien über die Frage etwas verwundert zu sein" Seltsam, dass Sie das fragen, Bond. Gerade gestern habe ich ihn in die Werkstatt zur Reparatur bringen lassen. Die Bremsbeläge mussten ausgetauscht werden und noch so ein paar Kleinigkeiten. Aber was soll diese Frage? Ich glaube nicht, dass das eine gute Gelegenheit ist um sich über Autos zu unterhalten."

"Sie haben Recht, Beckster, wir haben Wichtigeres zu tun!" Die beiden betraten das Gebäude. In Wirklichkeit hatte sich das Gespräch für Bond mehr als gelohnt. Ein komischer Zufall: Ausgerechnet dann, wenn der Mercedes als wichtiger Beweis dienen könnte ist er "in der Werkstatt". Hatte sich Beckster keine bessere Ausrede einfallen lassen können. Nein, er machte sich noch zusätzlich verdächtig, indem er das Thema als unwichtig abtat, sobald dies möglich gewesen war. Auf welcher Seite stand er? Wessen Befehle führte er aus, die von Count oder die von Universal Exports. Die Frage nach dem Mercedes hatte er jedenfalls ungenügend beantwortet. Ein neues Teil eines Puzzles war aufgetaucht und man konnte allmählich das Gesamtbild erahnen. Ein grausames Bild, das durch immer mehr Teile Gestalt annahm; Teile, die alle eine unglaubliche Botschaft in sich trugen: Sten Beckster war der Mörder von Cathleen Steele!

Beckster führte Bond zu seinem Büro bei Count und achtete darauf, ihn jedes mal, wenn Personal in der Nähe war, mit "Lord Spencer" anzusprechen. "Sie waren doch bei der Ermordung von Steele dabei, oder? Muss schlimm gewesen sein!" Bond schaute Beckster an. Vielleicht war Bond nicht der einzige der beiden, die bei ihrer Ermordung dabei waren.
"In der Tat, das war es. Sie wollte mir gerade etwas sagen, als es passierte. Lassen Sie uns über etwas anderes sprechen, Beckster."

Dass er so direkt auf Steeles Tod zu sprechen kam, verwunderte Bond etwas. Wenn er der Mörder war, hätte er nicht besser daran getan, möglichst lange dieses Thema zu meiden. "Sie haben Recht, wie taktlos von mir!" Beckster schwieg betreten und schloss die Tür zu seinem Büro auf. "Jetzt können wir endlich offen reden. Kurz bevor sie zu ihnen gefahren ist, hat mich Cathleen angerufen. Ich sollte darauf achten, ob demnächst eine Frau um die 30 hier angekommen ist und ..."

"Sophie!" Bond hatte sie bei den ganzen anderen Ereignissen fast vergessen. Es widerstrebte ihm zwar, Beckster Glauben zu schenken, aber es war das einzige, was er momentan tun konnte. Woher sollte er sonst seine Informationen kriegen.

"Ich weiss nicht, wie sie heißt, Bond, aber gestern ist tatsächlich eine Frau dieses Alters hier eingetroffen und es sah nicht so aus als wäre sie freiwillig gekommen." Beckster warf Bond einen viel sagenden Blick zu "Ich habe sie nur kurz gesehen, aber ich weiß wo sie sie hin gesteckt haben. Und das ist das eigentlich beunruhigende an der Geschichte!"

"Machen Sie es nicht so spannend, Beckster!"

"Sie ist ausgerechnet in diesem einen Stockwerk, zu dem nur wenige Personen Zutritt haben. Wie Sie wissen gehöre ich leider nicht dazu und glauben Sie mir: Ich habe schon öfter versucht, zumindest in den Vorraum zu kommen. Immer vergeblich. Ich zog mich allerdings auch frühzeitig zurück. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn man mich erwischt hätte. Die anschließenden Erklärungsversuche bei Preston wären nicht einfach gewesen..." Beckster lächelte.

"Wie kann ich da reinkommen!"

"Vergessen Sie es, Bond. Ein Einbruch in Etage 5? Das wäre glatter Selbstmord!" Man merkte Beckster die Aufregung an. Er war richtig aufgekratzt. Oder war alles nur gespielt?

"Wie kann ich da reinkommen, Beckster!"

Beckster nahm seine Brille ab und polierte die Gläser "Na schön. Die besten Chancen hätten Sie nachts, wenn das Personal daheim ist. Auf Etage 5 gibt es einige Wachen. Gut trainierte Männer, Preston wirbt Sie oft von der Polizei oder dem Militär ab. Sie sollten also keinesfalls unbewaffnet losziehen. Die Etage wird durch einige Lichtschranken zusätzlich gesichert, außerdem gibt es an einigen Stellen Kameras. Ein Stromausfall wäre wohl sehr hilfreich. Der Sicherungskasten ist im Keller. Das könnte ich organisieren."

"Man darf Sie nicht mit dieser Operation in Verbindung bringen, Beckster! Ihre ganze Tarnung wäre hin. Am besten Sie bleiben heute Abend daheim oder beschaffen sich sonst ein Alibi! Ich finde schon jemanden, der mit einem Sicherungskasten umgehen kann" Beckster wirkte irgendwie erleichtert "Gut. Ich kopiere Ihnen dann einen Plan der Kellerräume, damit ihr Mann weiß wo der Sicherungskasten ist" Bond war froh, dass er sich bei dieser äußerst heiklen Operation nicht auf jemanden verlassen musste, hinter dessen Loyalität ein großes Fragezeichen stand.

"Zurück zu Etage 5! Es gibt verschiedene Sicherheitsmechanismen im Vorraum, der durch zwei Stahltüren von der übrigen Etage getrennt ist. Es ist meines Wissens der einzige Eingang. Beide Türen sind mit einem Kombinationsschloss versehen, wie ich gehört habe. In den übrigen Räumen war ich noch nicht, ich nehme aber an dass auch dort diverse Fallen aufgestellt sind. Sie müssen verzeihen Bond, aber mehr kann ich ihnen auch nicht sagen, ich war ja selbst noch nicht da! Nur noch eins: Sie müssen die Treppe benutzen, der Fahrstuhl hält auf dieser Etage nicht! Die ist allerdings auch bewacht!"

"Das hört sich doch ganz machbar an!" Bond setzte ein sarkastisches Lächeln auf

"Wenn Sie das sagen, Bond! Ich werde ihnen nachher noch einen Hintereingang zeigen. Der ist zwar - Sie ahnen es schon - bewacht aber dort kommen Sie immer noch besser rein als durch das Hauptportal!"

"Danke, Beckster!"

"Nicht so schnell, Bond!" Beckster griff in die oberste Schublade seines Schreibtisches. Bond blieb wie angewurzelt stehen. War der Moment gekommen? Ließ Beckster nun seine Maske fallen? Trug er überhaupt eine? Sollte er das nächste Opfer nach Steele sein. "Sie schulden mir noch was, Bond!" Bond wollte gerade seine Walther ziehen als Beckster aufstand und auf ihn zukam. "Ich benötige noch eine Unterschrift von ihnen, Lord Spencer. Sie waren doch offiziell wegen einer Spende hier."

Die Angst in Bonds Gesicht wich einem Lächeln. Er nahm den Kugelschreiber und unterschrieb. "Es ist ja für einen guten Zweck!"

***

"Du musst verrückt sein, James!" Messler konnte es nicht fassen "Wie viel Beweise willst du noch, bevor du ihm endlich misstraust. Das Ganze sieht mir sehr nach einer Falle aus. Überleg doch: Beckster lotst dich allein zum Hauptquartier von Count. In der Nacht. Wenn nun wesentlich mehr Wachen da sind, als er dir gesagt hat. Vielleicht hat er dir nicht alle Sicherheitsvorrichtungen mitgeteilt. Was, wenn es ein Notstromaggregat gibt? Wenigstens in einem Punkt hat er dir garantiert die Wahrheit gesagt: Es ist glatter Selbstmord."

"Es ist die einzige Spur, die wir haben, Urs. Du weißt, ich kann Sophie nicht im Stich lassen, immerhin bin ich doch für ihre Festnahme verantwortlich. Außerdem werde ich nicht allein sein!"

"Willst du etwa diesen Beckster mitnehmen!" Messler war entsetzt.

"Nein, du kommst mit!"

"Ich!" Messler sprang auf "Wie kommst du auf die Idee, dass ich mitkomme!"

"Ich brauche dich ja nur, um hinzukommen" beruhigte Bond Messler "Mein Aston fällt zu sehr auf und zu Fuß will ich wirklich nicht gehen! Wir treffen uns heute Abend am Adlon? Du fährst mich zum Hauptquartier von Count, parkst in der Nähe und holst mich wieder ab, wenn ich herauskomme."

"WENN du wieder herauskommst" Messler konnte sich einfach nicht mit Bonds Plan anfreunden "Also gut, abgemacht. Aber ich rate dir trotzdem ab, James. Warum machen wir nicht in Rom bei Thorbjörn Lindström weiter?"

"Wir wissen nicht, ob er überhaupt in die Sache verwickelt ist. Es bleibt dabei: Heute Abend am Hotel. Besorg dir einen unauffälligen Wagen" Messler nickte zähneknirschend. Er hielt immer noch nichts von Bonds Plan, aber solange er nur fahren musste. "Ach und Urs, verstehst du was von Sicherungskästen?"

Messler starrte Bond entgeistert an. Soviel zu "Ich brauche dich ja nur, um hinzukommen"!
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

Schurkengraf

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Dienstag, 16. Juli 2013, 19:00

(S) Bond und Messler hatten sich für sieben Uhr im Adlon verabredet. Zuvor hatte sich Bond bei Beckster erkundigt, wann Schichtwechsel ist. Beckster sagte ihm, dass das Personal, das Nachtschicht hatte, um acht Uhr eintreffen würde. Außerdem hatte Bond einen Plan des Gebäudes von Beckster bekommen. Danach hatte er Messler losgeschickt, um einen Blaumann und einen Lieferwagen zu besorgen. Messler wunderte sich zwar, machte sich aber gleich auf den Weg.
Einige Leute machten große Augen, als am Abend ein blauer Lieferwagen vor dem Nobelhotel vorfuhr. Messler war pünktlich um sieben angekommen und ging nun mit einem Blaumann in der Hand zu Bonds Appartement.
007 begrüßte Messler kurz und fing dann an, ihn in seinen Plan einzuweihen: „Also. Wir werden heute Abend um acht Uhr zum Hintereingang des Gebäudes fahren, und zwar mit dem Lieferwagen. Du wirst dich als Elektriker ausgeben und den Wachen sagen, sie sollen dich zum Sicherungskasten führen. Dazu der Blaumann.“
Messler wurde leichenblass: „A-Aber was ist, wenn sie mir nicht glauben?“
Bond entgegnete selbstsicher: „Sie werden, keine Panik. Sag einfach, die letzte Schicht hätte dich herbestellt, um den Sicherungskasten zu überprüfen.“
Der Agent war lange nicht so sicher, wie er sich gab. Er wollte Messler beruhigen.
Messler sagte ängstlich: „Und was machst du?“
Bond antwortete: „Das Treppenhaus ist zu stark bewacht. Ich werde versuchen, durch den Aufzugschacht in die fünfte Etage zu gelangen. Das geht aber erst, wenn du den Strom ausgeschaltet hast. Ich werde merken, wann es soweit ist.“

Es war acht Uhr, als der Lieferwagen vor dem Hintereingang des Hochhauses eintraf. Der Eingang war nur von zwei Wachmännern bewacht. Messler stieg aus und näherte sich den Wachmännern. Er versuchte, sein Zittern zu unterdrücken und betete, dass alles gut ginge.
Einer der Wachen fragte: „Wo wollen sie hin?“
Messler antwortete: „Ich wurde gerufen, um ihren Sicherungskasten zu überprüfen.“
Die Wachmänner sahen sich kurz an, dann zückte einer von ihnen ein Walkie-Talkie. Er schaltete es an und ging einen Moment zur Seite, um nachzufragen. In dieser Zeit starrte der zweite Wachposten Messler misstrauisch an. Messler hoffte, nicht zu sehr zu zittern. Nach einer Minute kam der Wachmann wieder und sagte: „Ich habe nachgefragt. Keiner hat irgendeinen Elektriker gerufen!“ Dabei funkelte er Messler böse an.
Messler nahm all seinen Mut zusammen und erwiderte entschlossen: „Na hören sie mal. Ich wurde vor einer halben Stunde gerufen und musste mich eben durch zwei Staus quälen. Denken sie, ich habe den Weg umsonst gemacht?! Glauben sie wirklich, ihr Chef wird glücklich sein, wenn das ganze Gebäude auf einmal keinen Strom mehr hat? Und jetzt lassen sie mich endlich rein!“
Das überzeugte die Wachen. Sie sahen sich an, seufzten kurz und brachten Messler ins Gebäude.
In dem Moment stieg Bond aus dem Wagen. Er hatte sich im hinteren Teil des Wagens versteckt und war froh, dass schon mal der erste Teil seines Planes funktioniert hatte. Er huschte durch den Hintereingang. Vor sich sah er eine Glastür, die zur Eingangshalle führte. Bond ging aber nicht dort hinein, sondern folgte dem Gang, der links neben ihm verlief.
Vom Gang, in dem Bond sich befand, zweigten weitere Gänge ab. Er war froh, dass er sich am Nachmittag noch mit dem Plan des Gebäudes befasst hatte.

Schließlich erreichte er das Treppenhaus. Er rief den Aufzug, der eine Minute später eintraf. Als sich die Tür öffnete, stellte 007 einen Mülleimer in die Tür, um den Aufzug am Weiterfahren zu hindern. Dann eilte er in die zweite Etage. Auf dem kurzen Weg dorthin begegnete Bond zu seinem Glück keinem Wachmann. Er hörte aber Stimmen aus dem oberen Teil des Treppenhauses. Dann lief er zum Aufzug und wartete.

In der Zwischenzeit bastelte Messler bereits am Sicherungskasten herum. Er hatte wenig Ahnung von dem, was er da gerade tat. Er werkelte mit seiner Zange herum und murmelte Worte wie „Ich hab`s gleich“, um den neben ihn stehenden Wachmann nicht zu beunruhigen. Als Messler mit einer Zange gerade ein dickeres Kabel durchknipste, stoßen ein paar Funken aus. Eine Sekunde später standen Messler und der Wachmann im Dunkeln.

Als das Licht ausging, wusste Bond, dass es Zeit war, zu handeln. Er drückte die Aufzugstür auf und spähte in den Schacht. Eine Etage unter ihm sah er den Aufzug. Als er hochsah, sah er nur Dunkelheit. Bond zog sich seine Brille an und stellte sie auf Nachtsicht. Dabei musste er wieder an Q denken. Bond verdrängte diese Gedanken und begann, an einer Wartungsleiter hochzuklettern.

In der fünften Etage angekommen, stellte sich Bond auf einen Absatz neben der Tür und versuchte sie aufzudrücken. Aber es ging nicht. Bond fluchte, doch plötzlich sah er neben sich einen Kasten. Die Steuerung für die Tür, dachte Bond, und öffnete den Kasten.
Es gab einige Knöpfe in darin. Aber noch während er sie drückte, erinnerte sich 007, dass der Strom ja weg war. Verdammt! Aus Wut schlug Bond kräftig auf das Pult – und die Tür ging auf! Doch Bond konnte sich nicht darüber freuen. Er sah, dass im Gang vor ihm Licht brannte. Das Stockwerk musste eine eigene Stromversorgung und einen eigenen Sicherungskasten haben. Verdammt! Verdammt! VERDAMMT!
Aber der Agent bewahrte seine Ruhe. Er setzte seine Brille, die ihn nun sehr blendete, ab und ging schnellen Schrittes den Gang entlang. Einige Räume lagen neben dem Gang, doch einer fiel ihm besonders auf. Als er durch eine der offenen Türen spähte, sah er einige Wachmänner, umgeben von einer großen Anzahl Waffen und anderer Gerätschaften. Die Wachen sahen den Agenten und waren im ersten Moment verdutzt. Dann lief Bond los und die Wachen schrieen auf und betätigten einen Alarmknopf. Daraufhin dröhnte eine Sirene auf. Bond rannte, den Gang entlang und holte im Laufen seine Walther P 99 raus. Er wusste zwar, dass es keinen Sinn hatte, gegen all die Wachen aus dem Bereitschaftsraum zu kämpfen, die ihm auf den Fersen waren, aber gegen die, die ihm eventuell entgegenkamen, musste er gewappnet sein.
Der Gang endete in einem riesigen Raum, der voller Schreibtische, Schränke und Computer war.
Keiner arbeitete jetzt noch hier, aber er sah sofort die 3 Wachmänner au der anderen Seite des Raumes. Und diese sahen ihn auch!

Bond lief in den Raum, und einen Moment später wurde das Feuer eröffnet. Bond lief schnell hinter einen der Computertische, verweilte dort kurz und schoss dann dreimal zurück. Zwei der Schüsse verfehlten ihr Ziel, aber der dritte traf einen der Wachmänner in die Brust, woraufhin dieser zusammensackte. Nur noch zwei. Aber jetzt kamen auch seine Verfolger in den Raum. Nun war guter Rat teuer. Bond rannte feuernd und geduckt auf sie andere Seite des Raumes und traf dabei einen weiteren Wachmann. Nur noch einer. Jetzt erkannte er den Sicherungskasten. Er hing an der Wand, in einem Raum, der nur durch eine Glaswand vom großen Raum getrennt war. Nur leider stand noch der letzte der ursprünglichen drei Wachmänner in diesem Raum. Er verschanzte sich so, dass ihn weder seine Verfolger noch der Wachmann vor der Glasscheibe treffen konnte. Dann kroch er vorsichtig aus seinem Versteck, sodass ihn der Wachmann sehen konnte. Er schoss auf Bond und traf einen Monitor, der laut klirrend zerbrach. Bond aber schoss zurück und traf den Mann mit einem Schuss direkt zwischen die Augen. Das war es. Er lief geduckt weiter in Richtung Glastür und schoss dabei auf die Wachmänner aus dem Bereitschaftsraum, die begannen, durch den Raum auf ihn zuzukommen. Bond öffnete die Tür, die Glasscheibe neben ihm zerbrach durch einen weiteren Schuss. Das musste Prestons Büro sein! Bond kroch zum Sicherungskasten und schaltete den Strom endgültig aus.
Der Agent hörte seine Verfolger laut schimpfen und fluchen. Er setzte sich seine Spezialbrille wieder auf und gab ein paar Schüsse ab. Er wusste, dass er die Wachmänner nicht treffen würde, aber das hatte er auch gar nicht vor. Er wollte nur verhindern, dass sie sich weiter näherten.
Ein paar der Wachmänner liefen zurück in Richtung Bereitschaftsraum. Bond befürchtete, dass sie sich Nachtsichtgeräte holen würden. Er gab noch zwei Schüsse ab und begann dann, den Aktenschrank neben dem Schreibtisch zu durchsuchen.
Der Schrank hatte drei Schubladen: Die oberen beiden konnte 007 öffnen, doch in ihnen fand er nur Büromaterial. Die untere Schublade war verschlossen. Bond holte einen Dietrich heraus, den er sich vorsichtshalber eingepackt hatte, und fing an, das Schloss zu knacken. Zwischendurch schoss er noch einige Male. Die Wachmänner, die den Raum verlassen hatten, waren noch nicht wieder zurückgekommen.
Nach kurzer Zeit hatte Bond das Schloss geknackt. In dieser Schublade lag nur eine Mappe mit dem Vermerk „For Mr. Preston`s Eyes Only“. Bond jubelte innerlich. Er machte sich nicht mehr die Mühe, die Mappe durchzusehen, sondern er beschloss, die ganze Mappe mitzunehmen.
In der Zwischenzeit waren die übrigen Wachmänner wiedergekommen, und sie hatten Nachtsichtgeräte mitgebracht. Als Bond die ersten Kugeln um die Ohren flogen, hörte er plötzlich eine ihm bekannte Stimme, die laut rief: „Feuer sofort einstellen!“
Es war Preston höchstpersönlich. Bond guckte hinter Prestons Schrank hervor und sah ihn, auch mit einem Nachtsichtgerät ausgestattet, auf der anderen Seite des Großen Raumes stehen.
Preston rief: „Es ist sehr nett von ihnen, dass sie mich hier besuchen kommen, Lord Spencer... oder sollte ich sie James Bond nennen?“
Bond ärgerte sich; seine wahre Identität war erkannt worden.
Als er genauer in den Raum sah, erkannte er etwas, dass ihn noch wütender werden ließ: Neben Preston standen die zwei Wachmänner vom Hintereingang. Und zwischen ihnen stand Messler, der aussah, als sei er jetzt schon tot. Er hatte kein bisschen Farbe mehr im Gesicht.
Doch jetzt kam Bond eine Idee. Soweit er es sehen konnte hatten alle Wachmänner Nachtsichtgeräte aufgesetzt... und Preston auch...
Preston rief: „Es hat doch keinen Sinn mehr. Geben sie auf. Oder müssen wir ihrem Freund hier erst wehtun?“
Doch 007 wollte sich nicht ergeben. Mit einem Satz war er beim Sicherungskasten, und schaltete das Licht wieder an.
Die Wirkung war großartig: Alle Wachmänner und Preston rissen sich gleichzeitig ihre Nachtsichtgeräte vom Kopf und schrien wegen dem Schmerz auf, der in ihren Augen brannte. Bond lief blitzschnell aus seinem Versteck und auf die Wachmänner und Preston zu. Im Laufen schoss er die Wachen des Hintereingangs nieder, sodass Messler wieder frei war. Alle anderen warfen sich auf dem Boden in der Angst, von einer Kugel getroffen zu werden. Bond schnappte sich Messler, der zum Glück kein Nachtsichtgerät bekommen hatte, und zusammen liefen die beiden in Richtung Fahrstuhl.
Die Fahrstuhltür war noch immer offen. Bond wusste, dass die noch geblendeten Wachen bald die Verfolgung aufnehmen würden. Zum Hinunterklettern an der Leiter war keine Zeit mehr, aber hinunter springen wäre glatter Selbstmord gewesen, denn es ging 20 m tief nach unten.
Dann kam Bond eine Idee: Er drückte dem zitternden Messler die Mappe in die Hand, umarmte ihn und betätigte einen Spezialknopf an seiner Uhr. Sofort kam ein Haken an einem dünnen Seil aus seiner Uhr geflogen und hakte sich an einer Kante der gegenüberliegenden Wand fest. Diese Erfindung hatte ihm auch schon gute Dienste geleistet, als er gegen Renard kämpfen musste.
Bond schrie „Festhalten!“ und stürzte sich mit dem schreienden Messler in den Schacht.
Auch die Tür der zweiten Etage war immer noch geöffnet. Hier gab es anscheinend noch keinen Strom. Bond bremste und stieg mit Messler aus dem Schacht. Dann ließ er seinen Haken wieder zurück in die Uhr ziehen.
In der zweiten Etage waren keine Wachmänner, aber als Bond und Messler wieder durch den Hinterausgang liefen, hörten sie hinter sich zornige Stimmen. Die beiden stiegen in den Lieferwagen ein, doch im selben Moment sah Bond drei Wachmänner aus dem Hintereingang kommen. Sie eröffneten sofort das Feuer.
Bond rief „Raus aus dem Wagen!“ und der verängstigte Messler tat, wie ihm geheißen. Sie liefen auf die Straße, und im nächsten Moment explodierte der Lieferwagen in einem mächtigen Feuerball.
Bond und Messler liefen weiter. Nach zehn Minuten hatten sie es geschafft, ihre Verfolger abzuhängen. Die beiden setzten sich auf einen Mauervorsprung und schnappten nach Luft.
Nach einiger Zeit sagte Bond: „Na, das war ja gar kein Problem! Ich bin mal gespannt, was ich in der Mappe so finden werde. Bist du so nett und schickst die Rechnung für den Lieferwagen nach London?“
Messlers Schlag traf Bond so fest im Gesicht, dass er zu Boden fiel. Messler schrie ihn an: „VON WEGEN, DU BRAUCHST MICH NUR, UM HINZUKOMMEN!!!“
Bond konnte ihm noch nicht einmal böse sein. Im Gegenteil, er musste lächeln.

(T) Bond rappelte sich wieder auf, und zusammen mit Messler fuhr er mit der U-Bahn zurück in die Innenstadt, wo sich Ihre Wege trennten. Messler übernachtete wie gewohnt in den Universal Exports Räumen, während Bond zum Adlon ging. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag um 10 Uhr im Hauptquartier.

Bond schlief schlecht. Er musste immer wieder an den Fall 'Carver' vor 6 Jahren zurückdenken. Damals übernachtete er auch in einem deutschen Hotel, und nachdem er enttarnt wurde, sollte er zusammen mit Carvers Frau in seinem Zimmer hingerichtet werden. Es schauderte ihn. Preston wusste wer er wirklich war, und vermutlich wusste er auch schon längst, wo er schlief, und vor allem was er im 5. Stock wollte. Schließlich schlief er doch noch ein, ohne gestört zu werden.

Am nächsten Morgen wurde er um halb Sieben von 'God Save The Queen', der Anruf-Melodie seines Handys geweckt.

Etwas verschlafen und ohne sich zu melden nahm er das Gespräch an.

"Bond? Sind sie schon wach?"

"Messler, um Gottes Willen! Sind Sie des Wahnsinns mich nach so einer Nacht so früh zu wecken? Und um Ihre Frage zu beantworten: Nein, ich bin noch nicht wirklich wach!"

"Dann werden Sie es spätestens jetzt gleich sein! Setzen sie sich hin und hören sie genau zu. Nach der Aktion letzte Nacht, habe ich, bevor ich schlafen gegangen bin, noch die Nachtschicht beauftragt, das Gebäude von C.O.U.N.T. zu observieren. Mit Erfolg! Sie konnten beobachten wie man Sophie in einen Lieferwagen gesteckt hat, und sie an den Wannsee gefahren hat. Dort hat C.O.U.N.T. GmbH & Co. KG. ein kleines Lager. Ich schlage vor, wir treffen uns in einer halben Stunde vor der U. E. Vertretung."

"Aye, aye Sir!" Bond musste grinsen. Er konnte Messler diesen forschen Ton nach dem gestrigen Abend kaum übel nehmen.

"Ach, seien sie doch bitte so nett, und bringen sie ihren Wagen mit. Ich habe keine Lust schon wieder irgendeinen Handwerker zu spielen!"

"Also wirklich Urs, glaubst du ich verwickle dich heute schon wieder in so eine Sache? zzz... Bis später." Bond legte auf, und machte sich so schnell es ging auf den weg zu Messler.

Messler stieg ein, und Bond musste schmunzeln. Wenigstens ging es nicht bloß ihm so 'verschlafen'.
Während der Fahrt erzählte Messler noch mal in allen Einzelheiten, was er von der Nachtschicht erfahren hatte.

Bond übergab Messler die Preston-Akte, die er selbst noch nicht geöffnet hatte, und die er heute Morgen in aller Eile noch mitgenommen hatte.

Messler bemerkte beiläufig, während er die Akte öffnete: "Ohh, was für eine Ehre für so einen kleinen Elektriker! Hat der..."

"Ach Urs! Seien sie doch nicht so nachtragend!" unterbrach ihn Bond.

Messler stieß einige unverständliche Laute aus, und begann die Akte zu überfliegen, und stieß auf einige interessante Daten, die er Bond natürlich sofort mitteilte. Unter anderem hatte Preston vor, sich in 5 Tagen in Rom mit General Vanderbilt zu treffen. Das erweckte Bonds Interesse, und er beauftragte Messler, alles vorzubereiten.

In 5 Tagen sollte also vermutlich die Superwaffe übergeben werden...
Was hatte Preston mit dieser Bombe vor? Bzw. der General?
Er konnte keinen klaren Gedanken fassen, und so fuhren die beiden weiter zum Wannsee.

***

Bond schlich sich an das Gebäude heran, um die Lage zu sondieren. Messler hatte er im wagen zurückgelassen. Sicher ist sicher. Er wollte nicht riskieren, dass sich Messler noch mehr über ihn aufregt.

Scheinbar rechnete Preston nicht damit, dass Bond jemals hier auftauchen würde. Außer einem halbverrosteten Drahtzaun war das Gebäude von Außen nicht gesichert.

Bond schlich sich näher an das Lagerhaus heran, und versuchte durch eines der vergitterten Fenster zu spähen.

Hinter den ersten 6 Fenstern brannte Licht, während die letzten beiden dunkel waren.
Er schlich sich an das letzte heran, und spähte hindurch. Außer ein paar Kartons konnte er nichts sehen, und beschloss, das Gitter mit seiner Laser-Uhr zu entfernen. Gesagt getan. Leise wie eine Katze auf samtenen Pfoten durchtrennte er das Gitter und öffnete das Fenster. Drinnen landete er weich auf einem Stapel alter Felle. Er sah sich um. Außer einer Tür, die zu dem beleuchteten Teil des Hauses zu führen schien, und außer den ganzen Kartons konnte er nichts erkennen.
Bond schlich sich an die Türe und konnte Stimmen von mindestens 4 Personen hören. So viele Wachen für so ein kleines Lager? Sophie war also auf jeden Fall hier. Und vermutlich dort drinnen.
Über sein Handy schrieb Bond Messler eine SMS, dass er an der Tür vorne Klopfen solle, um so die Wachen abzulenken. Er fragte sich ob Messler seiner Bitte nachkommen würde.
Er wartete und wartete und endlich klopfte es.
Zwei der Wachen öffneten und im selben Moment riss Bond die Hintertür auf, und schmiss eine Rauchgranate in den relativ kleinen Raum. Aus den Augenwinkeln heraus, sah er Sophie gefesselt und geknebelt in der hintersten Ecke liegen.
Die Wachen wurden natürlich dadurch alle überrumpelt und versuchten in dem dichten Nebel zur anderen Tür zu gelangen. Bond hörte sie immer wieder fluchen als sie über diverse Kartons und Kisten stolperten.
Noch bevor Bond den Raum gestürmt hatte, hatte er seiner Walther das neue Laser-Zielvisier aufgesetzt, das ihm nun bei der Liquidierung der vier Wachen große Dienste leistete.
Bond hatte sich hinter einigen Kisten verschanzt, und konnte die im Nebel herumtorkelnden Wachen mit Hilfe seiner Infrarotbrille bestens orten, und mit der Laser-Zielhilfe ausschalten.

Als alle 4 erledigt waren stolperte Messler in die verrauchte Halle und murmelte nur: "Q sei dank!" und machte sich daran Sophie zu befreien, die nach dem kleinen Geballere etwas unter Schock stand.

Sie funkelte Bond böse an. 'Wenn Blickte töten könnten' schoss es Bond durch den Kopf und er musste lächeln.

"Sophie! Wie schön sie wieder lebendig zu sehen! Nach unserem kleinen Rendezvous auf der Pferderennbahn mussten sie ja urplötzlich gehen."
"Wie schade..." fügte Sophie ironisch hinzu.

"Ich hoffe doch sie haben Preston nichts von unserem kleinen Plausch erzählt, oder?" hakte Bond nach.
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10

Dienstag, 16. Juli 2013, 19:01

(A) "Erst mal bin ich mit fragen dran, Mr ... wie war doch gleich Ihr Name... Bernard P. James!?"

"Das James ist schon mal richtig. Es tut mir leid, dass ich Sie belügen musste, Sophie, aber "Bernard P. James" ist nur ein Deckname!"

"Deckname? Wofür?"

"Mein richtiger Name ist Bond" er lächelte sanft "James Bond"

"Wozu benötigen Sie einen Decknamen. Halten Sie sich für so eine Art Geheimagent." Bond schaute verlegen zur Seite, so wie ein Kartenspieler, der gerade des Falschspiels überführt worden war. Eines musste man dieser Sophie lassen, sie war nicht nur attraktiv, sondern schien auch ziemlich clever und intelligent zu sein.

"Aha, Volltreffer!" sagte sie zufrieden "Das erklärt natürlich, warum sie die Wanze in Prestons Loge geschmuggelt haben und anschließend unerkannt bleiben wollten. Praktisch, dass ich den Korb in die Loge gebracht habe, oder? Dadurch ist ihnen das Verhör bei Mr. Preston erspart geblieben. Mir leider nicht" fügte sie mit vorwurfsvollem Unterton hinzu.

"Das war nicht so geplant", versuchte Bond sich zu rechtfertigen. "Das mit Preston tut mir Leid!"

"Es tut ihnen Leid!" Sophie wirkte auf einmal nicht mehr so gefasst, wie noch vor ein paar Sekunden. Die Rettung durch Bond, hatte ihr vorübergehend über den Schmerz und die Qualen, die sich in den letzten Stunden und Tagen in ihr Gedächtnis eingebrannt hatten, hinweggeholfen. Jetzt kehrte alles langsam zurück. "Ist ihnen eigentlich klar, was Sie mir angetan haben?" Ihre Erinnerungen an die Gefangenschaft im Hauptquartier von Count schien Sophie irgendwie aus der Bahn zu werfen. Preston hatte sicherlich alles versucht um Informationen aus der augenscheinlichen "Agentin" herauszupressen. Was mochte sie alles erlitten haben. Bond kannte viele Foltermethoden und jeder einzelne Gedanke daran ließ ihn schaudern. Kein Wunder, dass Sophie das alles sehr mitgenommen hatte. Irgendwie fühlte er sich auf einmal wieder sehr schuldig. Er hatte Sophie da mit hineingezogen. Und dieses Gefühl verstärkte sich noch, je länger er in ihr blasses, müdes Gesicht schaute. Auf der Pferderennbahn war es noch so voller Glück und Energie gewesen. Die Strapazen der letzten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. "Sie wollten Informationen. Was ich über Lindström weiß, was ich über ein Projekt Euphrat weiß - ich hätte ihnen alles gesagt, was sie wissen wollten, aber... " sie begann zu schluchzen " ...ich wusste doch nichts!" Eine Träne floss langsam über Sophies Wange. Bond streckte vorsichtig seine Hand aus und wischte sie weg "Es tut mir Leid" wiederholte er.

Das Aufstehen fiel Sophie schwer, sie hatte sich zu lange nicht mehr bewegt. Bond half ihr und stützte sie, so gut es eben ging. "Es war so schrecklich. Sie haben..." Sophie fing zu weinen an. "Ist ja gut" beruhigte sie Bond. Er küsste sie zärtlich auf die Stirn "Ich bringe sie jetzt an einen sicheren Ort und morgen sehen wir weiter!" Langsam, da Bond Sophie immer noch stützen musste, verließen sie den Lagerschuppen am Wannsee. Im Freien angekommen, half ihnen Messler, der bis jetzt gewartet hatte, Sophie bis zu Bonds Wagen zu bringen. Zusammen schafften sie es, ihren todmüden Körper im Fond des AMV8 zu verstauen. Die beiden Männer schlossen die Türen von außen und gingen an das Ufer des Wannsees hinunter. Zeit für weitere Planungen.

Auf dem ganzen Gelände war kein Mensch mehr zu sehen. Über dem See lag noch ein Nebelschleier und das einzige Geräusch, das man hören konnte, war das stetige, leise Auflaufen der Wellen auf das Kiesufer. Bond und Messler schauten auf den See hinaus und sagten lange Zeit gar nichts. Aber jeder wusste genau, woran der andere gerade dachte, ohne ihn jedoch dabei anzusehen.

"Armes Ding" murmelte Messler schließlich.

"Sie hat viel mitgemacht" Beiden starrten immer noch in den Nebel, der die Wasserfläche bedeckte.

"Wie geht's jetzt weiter?" Messler versuchte im unendlichen Weiß des Nebels etwas zu erkennen.

"Ich muss raus aus Berlin. Preston kennt meinen richtigen Namen."

Messler seufzte. "Was ist mit dem Mädchen?"

Bond brauchte einige Sekunden um eine Antwort zu finden "Nehme ich mit" sagte er schließlich. Messler hatte mit dieser Antwort gerechnet. Bis jetzt lief das ganze Gespräch ohne jeglichen Augenkontakt ab. Die Blicke beider Männer verloren sich in den Nebelschwaden des Wannsees.

"Wohin?" Messler drehte seinen Kopf zu Bond "Rom?" fragte er leise.

Bond schwieg, wandte seinen Blick von der stummen Szenerie des Wassers ab und schaute Messler an
"Rom!" antwortete er.

(C) „Gut“, nickte Messler. „Ich werde alles veranlassen.“

***

Bond betrat am nächsten Morgen die Büroräume des Geheimdienstes im Universal Exports Gebäude in Berlin. Im Vorzimmer traf er auf Beckster. „Guten Morgen, Mr. Bond. Wieder einigermaßen erholt? Messler hat mich schon über alles Geschehene informiert.“

„Ja, einigermaßen. Es muss nun mal weitergehen. Wir haben es hier mit einem skrupellosen Gegner zu tun, dem ein Menschenleben nichts bedeutet.“

„Da haben sie Recht, Mr. Bond.“ Etwas in Becksters Tonfall ließ Bond erschaudern. War er doch das Kuckucksei im Nest des MI6? Beckster fuhr fort: „Messler erwartet sie schon.“

Bond nickte kurz und ging weiter in das Hauptbüro. Messler saß geschäftig über einige Papiere gebeugt hinter dem Schreibtisch. „Guten Morgen, Urs.“

„Ah, guten Morgen, James. Schön, dass du so pünktlich bist. Es ist alles für deinen Abflug nach Rom vorbereitet. Oder besser für deine Abfahrt. Du wirst die Eisenbahn nehmen. Ein Zug fährt in genau zweieinhalb Stunden am Lehrter Bahnhof ab und von dort aus über den Brenner nach Rom.“

Bond verzog das Gesicht. „Mit der Bahn? Das ist mir vor einigen Tagen schon nicht gut bekommen.“

„Ja, ich kenne den Bericht“, grinste Messler. „Aber egal. Du reist mit deiner Frau, für die sich Sophie ausgeben muss. Deckname Somerset.“

„Somerset? Das ging schon damals im Orientexpress nicht gut“, seufzt Bond.

„Nun ist aber gut“, grinste Messler. „Das sind die Anordnungen und du musst nun mal mit ihnen leben.“

Bond nickte und bekam einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. „Wie geht es mit Beckster weiter?“

„Preston nimmt ihn als Verwaltungsassistent mit nach Rom. Wie es scheint ist er für einige Spendengelderkonten mit zeichnungsberechtigt und soll nun einige Geldflüsse für das Stiftungsprojekt Ferner Osten regeln.“ Messler wirkt bedrückt. „Wie es aussieht ist Beckster wirklich ein Vertrauensmann von Preston und gehört zur Gegnerseite. Oder ist er nur eine unschuldige Figur in einem großem Spiel?“

„Ich weiß es nicht“, meint Bond resigniert. „Wie ich unseren Gegner kenne ist beides möglich. Verrat gehört ebenso zu Odins Handwerkszeug wie das Lenken von Personen zu seinen Zwecken.“

„Wenn Odin überhaupt mit dieser Geschichte zu tun hat. Aber ich glaube, du hast Recht. Es muss etwas Größeres im Gange sein als eine kleine Waffenlieferung eines amerikanischen Generals.“

„Klein würde ich die Lieferung nicht nennen. Es geht immerhin um eine Bombe von enormer Sprengkraft und ich mag gar nicht daran denken, was die Abteilung Maschinenbau der Count GmbH & Co. KG noch daraus machen kann. Und wo du den General gerade erwähnst, hast du seine Akte mittlerweile?“

„Ja, sie ist hier.“ Messler reichte sie Bond. „Du hast ja im Zug genug Zeit sie zu lesen. Ach ja, Beckster weiß zwar, dass du auch nach Rom aufbrichst und dass ihr euch dann in der dortigen Station des MI6 trefft, aber nicht welchen Weg und welches Verkehrsmittel du nimmst. Er selbst wird mit seinem Partner den Wagen nehmen und mit einem Konvoi der Stiftung aufbrechen, zu dem auch Prestons Limousine und der amerikanische Kombi des Generals gehört. Der General wurde Beckster als Spender vorgestellt. Hab bitte ein gutes Auge auf Beckster, entweder ist er wirklich ein Verräter oder womöglich in großer Gefahr.“

Bond nickte und erhob sich. „Und was wird aus dir?“

„Ich mache weiterhin das, wofür ich eigentlich auch hierher gekommen bin, den Nachlaßverwalter für Mrs. Steele bis ein Nachfolger gefunden ist. Ihr Tod ist und bleibt ein Rätsel. Warum musste sie sterben?“

„Vielleicht finde ich das noch heraus. Alles gute, Messler. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann heil wieder.“ Bond wollte gerade die Tür öffnen.

„Halt, James. Nicht so schnell. Erst einmal bekomme ich noch deinen Wagenschlüssel. Den Aston Martin schaffen wir per Luftfracht nach Rom. Die Abholpapiere und deine Instruktionen für Rom werde ich dir nachher am Bahnhof noch persönlich übergeben. Für die Fahrt zum Hotel zurück und zum Bahnhof steht schon ein Taxi für dich bereit.“

***

Im Vorzimmer stand derweil immer noch Beckster und hielt sich ein kleines Gerät ans Ohr. Er hatte die Unterhaltung zwischen Bond und Messler mitgehört! Nun steckte er den Empfänger rasch weg. Wenige Augenblicke später trat Bond aus der Tür. „Nun? Auch die neuesten Befehle empfangen“, fragte Beckster freundlich lächelnd.

„Ja. Und wie immer hat man meine Zeit knapp kalkuliert. Sie gehen ja nun auch offiziell mit nach Rom, wie ich hörte.“ Bond versuchte ebenfalls zu lächeln.

„Ja, ich darf als Mitarbeiter der Gegnerseite auch nach Rom. Kommt mir eigentlich sehr gelegen. Ich habe auch einen Verwandten dort.“ Beckster sah auf seine Uhr. „Aber nun entschuldigen sie mich, meine Zeit ist ebenso knapp bemessen. Unser Gegner schenkt sich auch nichts. Wir sehen uns ja dann in wenigen Tagen in Rom, Mr. Bond. Gute Reise.“ Beckster verließ das Vorzimmer. Bond blickte ihm nachdenklich nach. Hat er nun das erste Mal einen kleinen Teil seiner Maske fallen lassen? Ich habe auch einen Verwandten dort. Dieser Satz hallte noch lange in Bonds Kopf nach.

***

Rom.
Das helle schwedische Botschaftsgebäude lag in sanftem abendlichem Zwielicht. Die Blätter der Pinien rauschten leicht in einer lauen Brise. Es schien eine trügerische Ruhe zu herrschen. Die Idylle wurde nur unterbrochen von einem erleuchteten Bürofenster, in dem sich ein Schatten aufhielt.
Eine ältere Hand griff nach dem Telefonhörer. "Stellen sie sie durch." Die andere Hand führte einen brennenden Zigarillo zu dem Mund unter dem weißen Schnurrbart. Tief wurde der Rauch eingeatmet, nur um ihn dann kunstvoll in kleinen Wölkchen wieder auszustoßen. "Ah, Miss Field. Sind sie gut in Bombay angekommen?"

"Ja, aber bitte lassen sie uns zur Sache kommen, Lindström. Wie weit sind wir? Läuft alles noch nach Plan?"

"Es läuft wunderbar. James Bond zappelt im Netz und ist auf dem Weg hierher. Ebenso wie Preston, Vanderbilt und mein Neffe. Die Genehmigungen zur Ein- und Ausfuhr der Bombe habe ich auch schon besorgt. Selbstverständlich weiß niemand, dass es sich um eine Bombe handelt, die hier verschoben wird", lächelte Lindström.

"Sehr gut. Was wissen wir im Moment über Bond?"

"Er fährt zusammen mit dieser Kellnerin, die Preston in seinem Bericht erwähnte... ich hoffe doch, sie haben Prestons Bericht schon erhalten?"

"Sicher."

"Gut. Sie reisen als Ehepaar Somerset mit der Bahn. Der Dark Lord überwacht sie. Er wird Bond auf Schritt und Tritt folgen." Lindströms Gesicht wird ernst. "Ich sorge mich nur um meinen Neffen..."

"Dazu haben sie keinen Grund, Lindström. Beckster hat sich bisher wie beabsichtigt verhalten. Wir sind alles nur Figuren in Odins großem Spiel und nur wer falsch zieht wird geschlagen. Und dann ist es egal, ob man Bond, Beckster, Preston, Vanderbilt, Lindström oder Field heißt. Ich nehme an sie haben verstanden."

"Ja, ich habe verstanden, Miss Field." Nervös klopfte Lindström etwas Asche von seinem Zigarillo in den teuren Marmoraschenbecher.

"Und sie wissen ja, dass sie für Rom zuständig sind, Lindström. Preston ist nur unser Aushängeschild, der Bond anlocken sollte."

"Nur Aushängeschild? Immerhin hat er den Waffendeal mit Vanderbilt klargemacht."

"Sie wissen schon, wie ich das meine. Er ist ein Ausführender und hat keine Fäden in der Hand. Die haben zur Zeit sie, Lindström! Sorgen sie dafür, dass die Bombe nach der Übergabe heil in Jakarta ankommt und organisieren sie auch den Transport der Maschinenteile der Count Gmbh & Co. KG."

"Keine Sorge. Die Genehmigungen sind schon in Vorbereitung und mit Berlin habe ich heute Mittag telefoniert. Die Teile sind übermorgen lieferfertig. Ich hoffe in Jakarta gibt es gute Leute um alles zusammenzubauen."

"Das lassen sie ganz meine Sorge sein, Lindström."

"Das werde ich. Schließlich weiß ich, wie ungesund es ist zu viele Fragen zu stellen."

"Sehr vernünftig, Lindström. Nun noch einmal zu Bond. Sie kennen die Anweisungen. Wie gedenken sie sie auszuführen?"

Lindström nahm wieder einen Zug von seinem Zigarillo. "Nun, ich habe da schon einen besonderen Plan, um ihn in unsere Gewalt zu bekommen. Einfach zwar, doch sehr effektiv möchte ich sagen und ganz im Sinne der Cooperation of unlimited nameless traitors. Jemand, der ihm nahe steht wird ihn verraten", lächelte Lindström hämisch.

"Sehr gut. James Bond wird nie wieder einen von Odins Plänen gefährden! Die Rache für Operation Ragnarök werden wir voll auskosten! Und ich hoffe für sie, dass sie die Fäden dann heil übergeben, Lindström. Machen sie ja keine Fehler!"

Lindström schluckte. "Nein, Miss Field. Sie bekommen die Bombe, die Maschinenteile und Bond."

"Das will ich hoffen! Ich melde mich wieder, sobald ich in Jakarta angekommen bin. Field Ende." Ein Klicken ertönte. Lindström legte den Hörer beiseite, stand auf und ging zum Fenster. Er atmete tief ein und ließ seinen Blick durch die Pinienbäume in die Nacht hinaus gleiten. Die Situation behagte ihm nicht. Er arbeitete C.O.U.N.T. zwar schon länger erfolgreich zu mit seinen politischen Mitteln, seiner Fürsprache und dem Einholen von Genehmigungen und dergleichen, doch soviel Verantwortung hatte er bisher noch nie gehabt. Ja, er hatte etwas Angst. Angst vor einem Versagen, Angst um sich und Angst um seinen Neffen. Doch er wusste auch, was es hieß, den Kopf zu verlieren. Burgstädter hatte den Kopf verloren und mit seinem Leben dafür bezahlen müssen. Es gab wirklich nur die zwei Wege Erfolg oder Tod.

***

Der Zug ratterte mit hoher Geschwindigkeit über eine Weiche. Bond saß gegenüber von Sophie im hochfeinen Speisewagen. Nur zwei Tische weiter allerdings war der Platz ihres stillen Beobachters. Unauffällig, unbedeutend und unbeachtet saß ein gelangweilt wirkender junger Mann am Fenster und sah hinaus auf die vorbeirasende Landschaft. Es war Mr. Lord, der Mörder Burgstädters, nun mit blondierten Haaren und einer achteckigen, schmalen Brille, aber immer noch genauso schwarz gekleidet wie damals.
Mrs. Somerset lächelte ihren Ehemann an, als der Ober an ihren Tisch kam. "Was möchtest du essen, Schatz?"
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 19:02

(Z) „Ich nehme den Salat Aeterna Roma, aber ohne Zwiebeln bitte.“

Der Kellner notierte die Bestellung.

„Und für mich bitte gegrillte Seezunge auf Kartoffelbett, sowie einen 62er Spätburgunder von der Loire.“

Nachdem Bond die Bestellung beendet hatte, verfielen er und Sophie in zärtliche Gesten, als sich ein dunkel gekleideter Herr an den Nebentisch setzte. Sein langer Mantel hing an den Stuhlbeinen herunter und bedeckte sogar einen Teil des Bodens. Lord ließ sich die Speisekarte bringen und bat den Ober um Informationen:

„Was könnten Sie denn empfehlen?“

„Lachsgratin an Bandnudeln.“

„Gut, dann nehme ich die Schlachtplatte“, erwiderte Lord freundlich aber bestimmt.

Der Ober nickte und trat vom Tisch. Lord schaute vorsichtig zu seiner Rechten, an der Bond und Sophie Zärtlichkeiten austauschten, als Sophie Lord entdeckte. Ihr war es peinlich, dass sie jemand in einer recht intimen Angelegenheit erblickte, sodass sie peinlich berührt lächelte.

Lord nahm seine Sonnenbrille ab und erwiderte ihr Lächeln. Seine smaragdgrünen Augen bohrten sich in das weiche Gesicht Sophies, dass von Bond liebevoll gestreichelt wurde.

Bond wurde auf die Situation aufmerksam. „Schatz, unser Essen wird erst in einigen Minuten serviert werden, schätze ich. Für die Zeit sollten wir uns einen ruhigeren Ort suchen. Ich habe nämlich so dass Gefühl, dass Du einige Gäste hier mit Deiner Schönheit verunsicherst.“

Bond musterte Lord und brachte ein verkrampftes Grinsen zu Stande.
Sophie lächelte und flüsterte Bond etwas ins Ohr, sodass dieser schelmisch grinste. Bond und Sophie verließen den Speisewagen durch die wuchtige Glastür in den engen Gang, der sich an den geräumigen und luxuriös ausgestatteten Speisewagen anschloss.

Lord griff nach der Schlachtplatte, die soeben serviert worden war und nahm ein Stück Fleisch von der reichlich garnierten Platte, um es sich unter animalischen Geräuschen einzuverleiben. Dann wuchtete er seinen muskulösen Körper mit großen, kräftigen Schritten durch den Gang, in dem einige Fenster heruntergelassen geworden waren: sein langer, pechschwarzer Mantel flatterte wie wild umher. Lord konnte gerade noch erkennen, wie Bond und Sophie zusammen in einer Kabine verschwanden. Nachdem sich Lord in dem engen Gang an einem Schaffner vorbei gedrückt hatte, erreichte er die Kabine, deren Eingang aus einer wuchtigen, frisch polierten Mahagonitür bestand. Lord lauschte und vernahm ein Kichern. Mehr konnte er jedoch nicht hören, dafür war einfach die Tür zu massiv. Stattdessen machte er kehrt und suchte erneut den Speisewagen auf.

Bond knabberte zärtlich an Sophies Ohrläppchen:

„Jetzt hab ich endlich einmal Gelegenheit aus nächster Nähe zu erfahren, wie gut Du dich anfühlst.“

„Und ?“

„Unbeschreiblich. Ich werde in Kürze meinen Auftrag erfüllen und dann schleunigst für uns zwei ein Ticket nach Nassau buchen.“

„Warst Du da schon einmal?“

„Gelegentlich. Ab und zu einmal auf Geschäftsreise, sozusagen.“

Sophie schien von der Idee begeistert zu sein. Ihr Gesicht formte sich zu einer träumerischen Landschaft: „Ich habe gehört, da soll es hervorragende Muscheln geben. Oje, jetzt haben wir doch glatt unser Essen vergessen. Das wird doch sicherlich ganz kalt.“

„Na und ?“, erwiderte Bond. „Ich kenne da einen viel wärmeren und gemütlicheren Platz.“ Seine Blicke fielen auf Sophie’s tiefen Ausschnitt, als er ihre Bluse öffnete.

***

Eine gute Stunde später riss das penetrante Quietschen der Bremsen Bond und Sophie aus ihrem Liebesspiel. Bond schlüpfte schnell in seine Hose und schaute aus dem Fenster.

„Wir erreichen gleich Rom Hauptbahnhof. Los, zieh Dir was an“.
Bond schaute auf Sophie: „Auch wenn ich es mir nur schwer vorstellen möchte.“

***

Wie eine schützende Hand lag die gewagte Stahlkonstruktion des Daches des römischen Hauptbahnhofes über den Gleisen und der quirligen Menschenmasse. Überall wuselten Mitarbeiten der spanischen Staatsbahn, Menschen versuchte, im Gewusel einen Überblick zu behalten, um ihre Züge nicht zu verpassen und unter das stetige Stimmengewirr mischten sich periodisch erklingende Lautsprecherdurchsagen.

Sophie umklammerte Bonds Hand, um im totalen Durcheinander nicht die Orientierung zu verlieren. Bond schaute sich um, als er bemerkte, dass eine Frau, dies fühlte Bond direkt, ihre Hand auf seine Schulter gelegt hatte.

„Ich bin Concetta. Willkommen in Rom, Mr. Bond.“

Derweil beobachtete Lord aus einem Zugfenster heraus das Geschehen.

(C) Bond drehte sich um und sah in die glühenden Augen einer feurigen Südländerin, deren Charme ihn sofort gefangen nahm. „Woher wissen sie?“

„Italienischer Geheimdienst, Mr. Bond. Wir arbeiten wie es scheint an derselben Sache. Die Zusammenarbeit ist mit London abgeklärt. Wir haben es hier mit internationalem Terrorismus und Kriegstreiberei zu tun. Aber ich bringe sie erst einmal in ihr Hotel.“ Abschätzig schaute sie auf Sophie. „Ihre ‚Mrs. Somerset’ sollten wir so weit wie möglich aus der Sache heraushalten. Dies ist ein gefährliches Geschäft. Ich habe schon ein Zimmer für sie in einem Landgasthaus außerhalb Roms für sie besorgt.“

Bond verzog das Gesicht. Er wusste nicht recht, was er davon halten sollte.

***

Im großräumigen Foyer des edlen Hotels wartete bereits Beckster, der von der MI6-Station hierher verwiesen wurde. Die Blicke, die Beckster und Concetta tauschten ließen Bond aufmerksam werden. Es schien als herrsche eine Art geheimes Einverständnis zwischen den beiden. „Hatten sie eine angenehme Fahrt, Bond?“

„Sehr. Eine der verführerischsten Bahnstrecken Europas!“

„Von der Begleitung nicht zu schweigen, oder?“ Beckster lächelte und schaute zu Sophie. „Nun muss ich sie aber leider entführen. Ich habe den Auftrag sie heil aus Rom und zu ihrer Unterkunft zu bringen. Sie sind mir doch sicher nicht böse.“

Bond lächelte etwas gequält, ihm war die ganze Situation nicht geheuer, doch in diesem Beruf musste man Stärke zeigen. Niemals zeigen, dass man verwundbar ist, hatte der alte Q mal zu ihm gesagt. Bond kam es so vor, als sei die Beerdigung erst gestern gewesen. „Ich weiß ja, dass sie sie mir nicht wegnehmen. Was ist danach?“

„Nun, ich sorge dafür, dass bei unserem Gegner das Geld fließt und werde einige Nachforschungen anstellen.“

„Wo sind sie untergebracht?“

„In der schwedischen Botschaft“, kam es trocken zurück. Bond zuckte innerlich zusammen. „Keine Sorge, Bond. Concetta wird sie schon in alles einführen, nicht wahr?“

Concetta sah Bond verführerisch an. „Da können sie sicher sein. Aber jetzt sollten sie los.“

Beckster nickte und verließ mit Sophie das Hotel. Bond konnte sehen, wie sie hinten in Becksters Wagen einstiegen. Becksters Liebhaber startete das Auto und schon bald waren sie außer Sichtweite. Bond sah eine ganze Weile hinterher. Dieser lange, wehende, schwarze Mantel, den Beckster heute anhatte, im Zug war ein Mann gewesen, der genauso gekleidet gewesen war! Concetta riss ihn aus seinen Überlegungen und gemeinsam gingen sie ins Hotelzimmer hoch.

***

Bond lehnte am Schreibtisch, während Concetta verführerisch auf dem Bett saß. „Also, was wissen sie?“

Concetta begann, ihre Augen ließen Bond nicht los. „General Vanderbilt ist ein fanatischer Militär, ein Kriegstreiber. Er will einen Erstschlag gegen die Islamisten provozieren und bedient sich dabei C.O.U.N.T.. Eine Bombe soll verschifft werden, mit der C.O.U.N.T. die Freiheitsstatue in die Luft jagen soll, getarnt als terroristischer Anschlag.“

Bond nickte und ging nachdenklich im Zimmer umher. „Damit wäre der Weg für die Hardliner frei und es käme zu einem Angriffskrieg der USA. Wir müssen unsere Kontakte zur CIA und NSA spielen lassen und die Amerikaner warnen.“ Er war am Bett angelangt und schaute zu Concetta.

„Das wird alles schon erledigt. Wozu hat man Vorgesetzte“, lächelte Concetta, deren Charme Bond ganz gefangen nahm. „Wir müssen jetzt Vanderbilt stoppen und die Bombe in Gewahrsam nehmen. Sie soll morgen hier ankommen und übermorgen weiterverschifft werden.“

„Dann gibt es für uns ja heute nichts mehr zu tun…“ Er setzte sich neben sie auf das Bett und streifte einen ihrer Kleiderträger von der gebräunten Schulter.

Concetta sah ihn an. „Nein, du kannst dich also jetzt um die schöne Agentin kümmern und ihr auch noch die letzten Geheimnisse entlocken. Das ist doch die übliche Vorgehensweise, oder?“

„Genau so“, erwiderte Bond und streifte auch noch den anderen Träger herunter.

„Ich habe aber keine Geheimnisse, ich bin wie sie einer von den Guten…“ Concetta griff Bonds Krawatte, ließ sich auf das Bett gleiten und zog ihn sanft mit sich.

„Und wie gut du bist!“

***

(Z) Bond, er trug ein beigefarbenes Hemd, dessen Ärmel nach oben gekrempelt waren, blätterte in einer Tageszeitung und nahmen einen kräftigen Schluck Orangensaft. Erst jetzt kam Concetta aus dem Bad. Sie trug einen seidenen Morgenmantel und trat zum Tisch. Dort bestrich sie eifrig ein Croissant mit Butter und schenkte sich hastig eine Tasse Tee ein.

„Willst Du auch einen Schluck?“

“Nein, danke. Ich mag dieses dreckige Wasser nicht. Allerdings hätte ich gegen einen schönen, kräftigen Kaffee nichts einzuwenden.“

„Dazu bleibt keine Zeit.“

„Wieso?“ Bond konnte der Hektik nicht folgen.

„Wir sind schon ziemlich spät dran. Um 12.30 sollen die Waffenteile in Lido di Ostia verladen werden. Jetzt ist es...“
Bond schaute lässig auf seine Uhr.

„9.30. Na und? Von hier bis zum Hafen sind es nur gute 30 Minuten bis zum Hafen. Warum also die ganze Aufregung?“

„Weil wir noch nicht wissen, an welchem Dock das Schiff anlegen wird, wie es aussieht, oder geschweige denn, wie es heißt.“

„Keine Sorge. Ich habe da jemanden, der uns weiterhelfen kann.“
Bond schaute ein wenig melancholisch auf eine weiße Taube, die ein Bild zierte, welches über dem Eingang zum Wohnbereich hing.

***

Das dröhnende Pfeifen der Schiffssignale und das Stimmengewirr der umherwuselnden Menschenmasse zerriss die entspannende Stimmung, die die Autofahrt zum Hafen hervorgerufen hatte. An den Landstraßen, die zum Hafen führten, hatten Olivenverkäufer und Gemüsehändler um die Gunst der Kaufenden gebuhlt. An der Hafeneinfahrt roch es nach Fisch und Meer. Bond stellte seinen Aston an einer Lagerhalle im Dock 79 ab und stieg mit Concetta aus.

Bond und Concetta schlenderten an Ständen, an denen gebratene Sardinen feilgeboten wurden, vorbei zur unauffällig, kleiner als die anderen wirkenden Lagerhalle 81. Bond trat ein und ging zu einem kleinen Büro, dass sich im hinteren Bereich der Lagerhalle befand. Ein etwas hagerer junger Mann drehte Bond und Concetta den Rücken zu und sortierte Akten.

„Im Tofana-Restaurant müssen wir unbedingt mal wieder essen gehen und in diesem Winter soll der Schnee in Innsbruck wirklich besser sein als der in St. Moritz.“

Concetta verzog ihr Gesicht zu einem leicht ungläubigen, doch erfreuten Grinsen.

Der hagere Mann drehte sich um und schüttelte Bond die Hand. „James! Schön, dass Du mal wieder in Rom bist. Was führt dich hierhin. Das tolle Essen, das herrliche Klima, oder...“ Der Mann musterte Concetta. „...oder die schönen Frauen?“

„Hallo Giuseppe! Nein, ich benötige Informationen über ein Schiff, das hier heute gegen halb eins anlegen soll.“

„Concetta, das ist Giuseppe Ferrara.” Bond zeigte erfreut auf den hageren Italiener.

„Giuseppe, das ist Concetta, eine Mitarbeiterin des italienischen Geheimdienstes.“

„Sehr erfreut. Um was geht es genau, James? M wird dich nicht umsonst hierher beordert haben.“

„Wir haben Informationen erhalten, dass ein General Vanderbilt, ein fundamentalistischer Hardliner, heute hier auf ein Schiff wartet. Dieses soll die Grundstufe einer Bombe an Bord nehmen, um später eine Waffe mit enormer Sprengkraft zu erzeugen. Wohin das Schiff ablegen wird, ist uns nicht bekannt. Wir wissen nur, dass der Abnehmer der Bombe Richard Preston ist. Er stellt mit seiner Firma Count GmbH und Co. KG mit Sitz in Berlin, die Maschinenteile her, die zur Ausbaustufe der Bombe von Nöten sind. Das Ziel des Schiffes ist wie gesagt unklar, möglich wäre der Ferne Osten. Kannst Du uns helfen?“

„Sicher, aber was will der General mit der Waffe?“

„Er ist ein Hardliner und ist von dem fanatischen Irrglauben gepackt, dass man gegen die gesamte islamische Welt einen Krieg führen müsste, um die USA vor weiteren Terroranschlägen schützen zu können. Vanderbilt braucht einen Kriegsgrund. Laut Concetta plant er einen Anschlag auf die Freiheitsstatue, den er den Islamisten in die Schuhe schieben will.“

Giuseppe trat an seinen Tisch und zog einen dicken grauen Aktenordner aus dem Regal. Er deutete auf den dicken Blätterstapel, der darin verborgen lag.

„Dies sind die Schiffe, die ein geeignetes Fassungsvermögen besitzen, um die Bombe zu verfrachten. Das erste Schiff lief schon heute Morgen gegen 10.00 Uhr aus. Jetzt ist es halb zwölf. Um 12.30 Uhr laufen nur drei Schiffe aus. Eine private Yacht eines betuchten Investors, ein Meeresforschungsschiff und ein großer Frachter. Der könnte gut und gerne zwei der Bomben verschiffen. Offiziell hat er Melonen und Oliven geladen, aber wenn Du dir sicher bist, dass die Bombe um halb eins verfrachtet werden soll, dann wird das dein Schiff sein, James. Die zu verfrachtende Ware befindet sich in Lagerhalle 83, dem nautischen Landesmuseum, hier direkt zwei Hallen weiter.“

“Danke, Giuseppe. Wohin soll denn die Reise der Bombe gehen?“

Giuseppe stöberte in den Akten. „Jakarta.“

„Ich danke dir. Wenn das hier erledigt ist versuche ich, mir einige Tage frei zu nehmen. Dann können wir mal wieder Cortina unsicher machen und über alte Zeiten und deinen Vater sprechen.“

“Ist gut, James. Ich freue mich darauf. Bis dann.“

„Ihr kennt Euch?“ Concetta hatte die Zeit über ein Aquarium studiert, das neben dem Aktenschrank im Büro stand.

„Sein Vater und ich haben früher viele aufregende Einsätze miteinander bewältigt. Er war ein Top-Agent. Menschlich und sehr hilfsbereit. Leider wurde er im Einsatz getötet. Kurz darauf wurde Giuseppe vierzehn.“

Eine gute Stunde später, Concetta und Bond hatten in einem Restaurant, welches gegenüber dem Hafenbecken und Lagerhalle 83 lag, zu Mittag gegessen, rollte ein silberfarbener Landrover auf die Eingangstür von Lagerhalle 83 zu. Ein in einen Leinenanzug gekleideter Herr mit lichtem Haar stieg aus und wies einige Mitarbeiter an, die zu verladenen Waren an die Kaimauer zu bringen.

„Das ist General Vanderbilt. Eigentlich könnten wir ihn jetzt gleich festnehmen lassen. Aber ich brauche auch Preston und die anderen Hintermänner.“ Bond deutete unauffällig auf den Landrover.

„Schau mal, James. Da fährt ein schwarzer Transporter vor. Was hat der denn da zu suchen? Und jetzt steigt ein etwas beleibter Herr in einem Rollkragenpullover aus.“

„Das ist Preston.“

„Und im Schlepptau zwei Schläger, die hier in der Umgebung sehr bekannt sind Sie werden meist von Drogenbossen und Zuhältern bezahlt, um Schweigegeld einzutreiben James, wir sollten auf jeden Fall in die Lagerhalle. Wer weiß, was da vor sich geht.“

„Wie schlau Du doch bist.“ Bond streifte sein Sakko über und suchte schnellen Schrittes den Eingang auf. Bond und Concetta lauschten an einem Fenster, welches sich an der Seite der Lagerhalle befand. Sie vernahmen Stimmengewirr und zunächst Vanderbilts Stimme. Er klang sehr ungeduldig.

„Was tun wir eigentlich noch hier, Preston? Die Bombe ist doch schon längst verschifft!“ Bond horchte auf. Schon längst verschifft? Was wurde hier gerade gespielt?

Preston blieb ungerührt. „Wir warten noch auf eine Person, die für meine Auftraggeber in den höchsten C.O.U.N.T.-Kreisen sehr wichtig ist.“ Meinte er Sophie? War es doch falsch gewesen sie Beckster anzuvertrauen? Sie wäre in jedem Fall ein gutes Druckmittel gegen ihn, Bond. Oder war es gar der Verräter Beckster selbst? Der Mörder von Cathleen Steele.

Der General wurde ungehaltener. „Was soll das heißen, ihre Auftraggeber in den höchsten C.O.U.N.T.-Kreisen? Ich bin ihr Auftraggeber! Ich habe sie sehr gut dafür bezahlt, dass sie mir die Bombe aufrüsten, damit ich das Projekt Euphrat plangemäß ausführen kann. Nie zuvor waren meine Chancen größer, das Projekt zu verwirklichen. Und wenn es wegen ihnen zu Verzögerungen im Zeitplan kommt, dann werde ich sie dafür verantwortlich machen. Kapiert, Preston?“

“Schon klar, General. Ich werde jetzt hier mit ihnen verschwinden, meinen Kontaktmann ins Leere laufen lassen und meinen Job verlieren.“ Ein grober Schläger Preston's beugte sich mit seinem gestählten Oberkörper über den nun doch ängstlich wirkenden General und verpasste diesem einen heftigen Magenhieb, sodass Vanderbilt krampfverzerrt zu Boden fiel. Der Schläger wollte Vanderbilt weiter zusetzen, als von draußen eine Autohupe ertönte.

"Das wird die betreffende Person sein. Merken sie sich eines, General: Ihr Plan, unsere Regeln! Und jetzt warten sie hier.“ Preston befehligte seine Männer und verließ daraufhin die Lagerhalle.

James Bond streifte sein Sakko ab, krempelte die Ärmel seines Hemdes hinauf und schob vorsichtig die Rolltüre des Lagerhauses beiseite. Vanderbilt war jetzt allein, diese Chance musste er nutzen. Concetta bedeutete er die Stellung am Eingang zu halten. Mit einem abwertend wirkenden Grinsen trat Bond auf den sich am Boden wälzenden und erschöpft wirkenden General.

"Für einen General nehmen Sie aber eine ziemlich niedrige Position ein, Vanderbilt." Bond zückte seine Walther und richtete diese auf Vanderbilt.

"Also, wie sieht ihr Plan aus? Wie wollen sie die Bombe nach New York schmuggeln? Oder muss ich ihrem Verstand erst auf die Sprünge helfen?"

Der General brachte keine Antwort über seine Lippen, streifte seine Hand unauffällig unter sein Hosenbein, als er doch zu Sprechen begann:

"Wissen Sie. Die ganze Tarnung hier in dieser Halle. Zwischen Obst und Gasflaschen", Vanderbilt deutete auf ein kleines verrostetes Wägelchen, auf dem sich Gasflaschen befanden, "soll zu meiner letzten Ruhestädte werden?"

"Also ich hätte nichts dagegen, General!" Bond wirkte sehr sarkastisch und bohrte seinen Augen in das Gesicht Vanderbilt's. Bond griff ihn am Kragen seines Hemdes und zog ihn hinauf, worauf er ihm einen weiteren Hieb verpasste. In dieser Sekunde zog der General ein Messer hervor und stach mit diesem in Richtung Bonds, der gerade noch nach hinten ausweichen und eine Hechtrolle zur Seite vollführen konnte.
Viele Gedanken schossen Bond durch den Kopf, wie Feuerwerkskörper jedes Jahr zu Sylvester am Millennium Dome. Bond legte seine Waffe an und zielte auf das Ventil einer der Gasflaschen, die sich mit einem ohrenbetäubenden Zischen in den Bauch des Generals bohrte.
Bond stand auf und korrigierte seine Frisur, als er das Lagerhaus verließ.
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

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Dienstag, 16. Juli 2013, 19:04

(C) Doch noch ehe der britische Geheimagent das Eingangstor erreicht hatte wurde er von einem Geräusch aufgeschreckt. Plop. Es war ein Schuss, abgefeuert mit Schalldämpfer! Bond griff zu seiner eigenen Waffe und war in weiten schnellen Schritten an der Tür. Vorsichtig spähte er hinaus. Der Atem stockte ihm. Fast direkt vor seinen Füßen lag sie. Tot. Man hatte Concetta genau ins Herz geschossen. Es war wie ein Deja Vu für Bond. Sofort drängte sich Mrs. Steele in sein Bewusstsein und ihr Ende vor der Galopprennbahn Hoppegarten. Waren denn nun alle Frauen an seiner Seite dazu verdammt zu sterben? Wobei… Sophie lebte noch… oder hatte man sie in der Zwischenzeit auch erwischt und liquidiert? Ein kalter Schauer ging über Bonds Rücken und er spähte weiter hinaus. Zu hören war nicht viel, die Hafengeräusche überdeckten das Meiste und es war wohl auch recht unwahrscheinlich, dass sich der Schütze jetzt ausgerechnet noch in seinem Blickfeld befand. Obwohl da eine verdächtige Gestalt am Ende des Kais stand. Eine Gestalt in einem langen, schwarzen Mantel. Nun drehte sie ihren Kopf her. Es war Beckster!

„Dreckiger Verräter!“ fauchte Bond. Nun war es wohl endgültig erwiesen auf welcher Seite der deutsche MI6-Mitarbeiter stand: Er war ein Killer der Gegenseite! Nur wo war Preston? Er musste doch auch noch in der Nähe sein.

Bond war so gefangen in seiner Wut, dass er die schweren Schritte hinter sich erst bemerkte, als es schon zu spät war. Hastig drehte er sich um, da traf ihn auch schon ein harter Schlag. Der Agent konnte gerade noch seinen Angreifer wahrnehmen. Es war der Mann aus dem Speisewagen und nun erkannte Bond ihn auch. „Mr. Lord“, murmelte er noch, dann umfing ihn Schwärze.

***

Thorbjörn Lindström, der schwedische Botschafter, ging im Arbeitszimmer seines Anwesens in Rom nervös auf und ab. Der marmorne Aschenbecher auf dem Schreibtisch war voll mit den Stummeln und der Asche seiner Zigarillos. Wenn er nervös war rauchte er einfach zuviel. Es war früher Abend. Hoffentlich war alles gut gegangen. Preston hatte sich noch nicht gemeldet. War die Falle zugeschnappt? Hatte man Bond erwischen können?

Ein Geräusch an der Zimmertür ließ den alten Mann aufschauen. Die vergoldete Klinke bewegte sich nach unten, das helle Holz der Tür trennte sich vom Türrahmen. Eine dunkle Gestalt trat ein. Lindström sah einem schwarzen Handschuh und der Mündung einer Pistole mit Schalldämpfer entgegen. „W… was?“

Er schaute seinem Besucher in das Gesicht. „Sten…“

„Das Spiel ist aus, Onkel Thorbjörn.“

„Was wird das hier? Willst du mich verhaften? Du hast nichts gegen mich in der Hand. Gar nichts!“ Lindströms Augen weiteten sich langsam. „Oder… oder ist mein Plan gescheitert? Ist Bond entkommen?“ Er schluckte.

Beckster schüttelte den Kopf. „Nein. Bond ist wie geplant in die Falle gegangen und Preston, die Bombe und die Bauteile sind auf dem Weg nach Jakarta.“

Der Botschafter wich zurück und griff an seinen Kragen. „Dann… dann weiß ich warum du hier bist. Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin unnütz geworden. Und ich weiß zuviel. Deshalb muss ich sterben. Und du, ausgerechnet du wirst mein Henker sein. Dass Odin grausam ist wusste ich ja. Aber so grausam…“

„Du gehörst zur Chefetage von C.O.U.N.T.“, stellte Beckster fest. „Du, Miss Field, Preston. Ihr kennt Odins Identität. Burgstädter, Salinger und Elena Graboff sind ja leider schon tot.“

„Nein“, entgegnete Lindström. „Nein, das stimmt so nicht. Die Geschäftsführer der Deckfirmen, Preston, Salinger, sie kennen Odins Identität nicht. Burgstädter war die einzige Ausnahme. Denn nur durch seine Hilfe konnte Odin die Organisation gründen. Miss Field hat er dann eingesetzt um Burgstädter zu überwachen und die Planungsleiter und Geschäftsführer anzuheuern. Sie ist Odins engste Vertraute.“

„Dann gibt es nur noch drei Personen, die wissen wer hinter Odin steckt. Du, Miss Field und er selbst“, brachte Beckster es auf den Punkt. Die Waffe hielt er weiterhin auf seinen Patenonkel gerichtet. „Und anders als Miss Field bist du kein enger Vertrauter.“

„Nein.“ Lindström stockte der Atem. Nun war seine Stunde doch gekommen und der Mann, um den er soviel Angst gehabt hatte würde sein Mörder sein. Sein Patenkind. „Bitte mach es kurz und schmerzlos.“

„Nicht so hastig, Onkel Thorbjörn. Würdest du die Identität von Odin jemals verraten? Würdest du sie mir verraten?“

Lindströms Blick verschärfte sich. „Warum? Was hast du vor? Willst du ihn erpressen? Das wäre dein Tod!“

„Antworte“, kam es hart von Beckster. „Würdest du oder würdest du nicht?“

Lindström schüttelte den Kopf. „Nein. Ich würde es nie verraten. Ich nehme das Geheimnis mit ins Grab. Und jetzt quäle mich nicht länger und schieß endlich.“

Doch zu dem großen Erstaunen des Botschafters ließ sein Neffe die Waffe sinken. „Nein. Ich werde nicht schießen. Glaubst du wirklich ich könnte dich töten? Dich, meinen Onkel? Ich bringe dich hier weg. Ich verstecke dich vor dem Zugriff Odins und der Polizei.“

„Das würdest du tun?“

„Ja.“ Demonstrativ warf Beckster die Waffe von sich. „Du hast die Chance allem hier zu entfliehen. Bitte nutze sie und denk dabei nicht an mich.“

Doch auf das was nun folgte war keiner vorbereitet. Lindström hechtete zur Waffe, hob sie auf und machte einen schnellen Schritt zurück. „Bleib weg! Bleib von mir weg, Sten!“ Er hielt sich die Waffe unter das Kinn.

Beckster war vor Schreck wie erstarrt. „Onkel Thorbjörn… was… was tust du da?“

„Ich mache selbst Schluss.“ Die Stimme des Botschafters zitterte. „Ich weiß, du meinst es gut. Aber ich könnte das nicht. In ständiger Angst leben, dass jeder, der mir begegnet ein Scherge Odins sein könnte, mich beseitigen will. Odin bekommt jeden. Du hast es an Burgstädter gesehen. Außerdem will ich nicht, dass auch noch mein Blut an deinen Händen klebt. Mach es gut… Sten…“

„Aber ich“, rief Beckster noch aus, dann kamen auch schon der gedämpfte Knall und das dumpfe Auftreffen von Lindströms Körper auf dem Teppichboden.

Beckster handelte erstaunlich schnell, kniete sich zur Leiche und durchsuchte sie. Nun kam doch Blut an seine Hände. Er förderte einen kleinen goldenen Schlüssel zu Tage. Zielstrebig ging er zu dem Bild des Walhalla-Berges in Stockholm, klappte es zur Seite und öffnete mit dem Schlüssel den dahinter liegenden Safe. Er entnahm ihm ein paar Dokumente und warf auch gleich einen raschen Blick auf sie. Sein Gesicht verfinsterte sich. Ein erstickter Aufschrei ließ ihn umfahren. Eine Frau stand in der Tür und starrte auf den Leichnam. „Sophie! Ich sagte ihnen doch sie sollten draußen warten.“

„Haben… haben sie ihn…?“ Sophie war nahe an einem Nervenzusammenbruch. Es war einfach zu viel für das junge Mädchen, das ganz unbeabsichtigt in die Sache hineingelangt war. Erst die Folter durch Preston, dann ein kleiner Lichtblick in Form eines attraktiven britischen Agenten und nun wieder eine blutüberströmte Leiche.

„Nein. Ich habe nicht. Er hat sich selbst umgebracht. Fassen sie sich, meine Liebe. Wir müssen hier weg. Ich bin aufgeflogen. Rufen sie uns ein Taxi. Wir werden Rom verlassen.“

„Ein Taxi? Und… und ihr Freund? Kann der uns nicht…?“ Sophie begriff im Moment gar nichts mehr. „Und wo soll es überhaupt hingehen?“

„Nein, kann er nicht“, erwiderte Beckster knapp. „Ich werde es ihnen später erklären. Und sie wollen doch sicher wieder mit Mr. Bond vereint sein, oder?“

Sophie zögerte kurz. „Ja. Ja, das will ich“, kam es dann sehr überzeugt von ihr.

„Na also. Wir werden nach Jakarta fliegen. Und nun rufen sie schon das Taxi bevor uns noch jemand mit der Leiche entdeckt.“

Sophie riss sich also von dem Anblick des toten Botschafters los und verließ eilig den Raum. Beckster packte rasch die Dokumente ein, zog die blutbenetzten Handschuhe aus und stopfte sie in seine Tasche. Dann folgte er der jungen Frau.

***

Bond wachte mit einem dröhnenden Schädel auf. Nur mühsam kam er wieder zu sich. Er schüttelte den Kopf als könnte diese Geste das Dröhnen vertreiben. Doch es half nicht. Das Dröhnen blieb. Erst, als Bond sich ein wenig umschaute, bemerkte er, dass das Dröhnen gar nicht von seinem Kopf ausging. Es war Maschinenlärm und er war in einem Lagerraum. Ein Bullauge in der Wand machte ihm klar, dass auch das schwankende Gefühl nicht von einem geschädigten Gleichgewichtssinn herrührte, sondern dass er sich auf einem Schiff befand. Nur eines konnte der Agent noch nicht zuordnen: Ein leises Fiepen. Es schien von ihm selbst auszugehen. Eine Durchsuchung der Taschen förderte schließlich den Kugelschreiber von Q zu Tage. Die Spezialanfertigung. Und das Fiepen identifizierte der Brite als das Signal für ‚neue Nachricht empfangen’. Bond aktivierte also das kleine Display an der Seite. Eine Laufschrift erschien: Wo sind sie – Lindström tot – Beckster und Sophie spurlos verschwunden – melden sie sich dringend – M.

Beckster und Sophie verschwunden. Das überraschte den Agenten gar nicht. Nur was sollte er von Lindströms Tod halten? Und sich melden war auch momentan nicht so einfach. Und wo er war wusste er selbst noch nicht. Nur eines wusste er. Man hatte ihm zwar die Waffe abgenommen, aber Qs Spielzeug hatte man ihm gelassen. Das würde ihm vielleicht helfen hier heraus zu kommen. Bond schaute sich um. Ja, es war der Lagerraum eines Schiffes. Es hatte Oliven und Melonen geladen. Moment… Oliven und Melonen? Das war doch auch die Fracht des Schiffes, auf dem sich eigentlich die Bombe befinden sollte. Sollte. Denn jetzt war ihm klar, dass er in eine Falle gerannt war. Die Bombe und die Maschinenteile mussten mit dem Schiff um 10 Uhr ausgelaufen sein und dieser Frachter hier war einzig und allein für seine Überfahrt gebucht worden. Was hatte Giuseppe als Ziel genannt? Jakarta war es doch. Einer der Orte für Prestons neue Projekte für Straßenkinder. Vielleicht war Preston ja ebenfalls mit an Bord. Würde man General Vanderbilts Anschlag auf die Freiheitsstatue wohl auch posthum umsetzen? Vielleicht, wenn man schon die Bezahlung dafür bekommen hätte. Doch die Rächer für einen Toten zu spielen, passte das zu C.O.U.N.T.? Nein. Nicht wirklich.

„Verdammt“, murmelte Bond. Nun begriff er die Zusammenhänge. Die Lagerhalle 83! Sie war nicht nur als Falle für ihn aufgebaut worden, sondern auch als Falle für den General. Man hatte ihn – Bond – dazu benutzt Vanderbilt auszuschalten. C.O.U.N.T. hatten ja jetzt was sie wollten. Sie hatten die Bombe. Und Bond war sich sicher, dass Odin etwas ungleich Teuflischeres damit anstellen würde als lediglich die Freiheitsstatue zu sprengen. Ein schabendes Geräusch ließ den Agenten zur Tür blicken. Ein Besucher kündigte sich. Sein Gastgeber vielleicht. Oder nur sein Wärter. Bond versetzte seinen Körper in Anspannung und schaute erwartungsvoll zu der stählernen Luke.

(BB) Mit einem herzerweichenden Quietschen wurde die Tür beiseite gedrückt und enthüllte die Sicht auf den Gang dahinter, einen Pistolenlauf und dessen Träger ...

"Preston!"

"Ganz recht Mr. Bond. Und jetzt bleiben sie schön ruhig da stehen ..."

Preston trat die Tür hinter sich zu, die mit einem metallischen Knallen verschloss. Bond hatte nicht nur dank seiner Ohnmacht Schwierigkeiten, sich ruhig auf den Beinen zu halten sondern auch der Seegang tat sein übriges dazu. Unsicher musste er sich an einer Stahlstrebe des Rumpfes festhalten während der wesentlich sicherere Preston einen sicheren Abstand zum wankenden Bond einhielt. Ungerührt richtete er seine Waffe auf den Agenten:

"Schon mal was von Kielholen gehört Mr. Bond?"

"Gelegentlich."

"Dann wollen sie doch nicht, dass ich das gleiche mit ihnen mache, oder? Jemandem ist daran gelegen, dass sie in Jakarta ankommen aber über ihren Zustand wurde nichts gesagt."

"Man hat mich bestellt? Wie reizend. Und jetzt ist das hier das Silbertablett?"

"Wenn sie so wollen: Ja. Und jetzt unterhalten wir uns mal ..."

"Gute Idee - was haben sie mit der Bombe vor?"

"Aber, aber Mr. Bond" - Preston lächelte mild - "hier stelle nur ich die Fragen. Außer sie wollten die Uhrzeit wissen."

"Solange das nicht als letzter Wunsch gilt - wie lange habe ich geschlafen?"

Preston sah auf die Uhr: "Fast 6 Stunden. Sie hab-"

Und weiter kam er auch nicht, denn das Schiff machte eine rasche Aufwärtsbewegung, hatte also offensichtlich eine größere Welle mitgenommen. Das hatte Bond so aus dem Konzept gebracht, dass er den Halt an der Metallstrebe verloren hatte und sich jetzt torkelnd in der Reichweite von Preston befand. Wie ein Besoffener machte der Brite einen Ausfallschritt um sich abzustützen und nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Als der Schiffskörper wieder in die Tiefe ging, ließ sich Bond zur Seite fallen und griff wie zufällig auf den Waffenarm von Preston, der mit so einer koordinierten Reaktion des augenscheinlich desorientierten Gefangenen nicht gerechnet hatte. Wieder schlug eine Welle an den Rumpf, diesmal dröhnte der ganze Laderaum von der Wucht des Wassers als sich ein Schuss aus der Pistole löste und durch den ganzen Raum quer schlug. Bond versuchte jetzt, den Pistolenlauf in Richtung Prestons zu drehen, der jedoch war noch immer besser koordiniert und bot kräftemäßiges Paroli.

Der Schiffskörper sackte wiederum in die Tiefe und Bond warf sich gegen Preston der an die Stahlwand des Gefängnisses prallte und in sich zusammenfiel. Seinen Hinterkopf zierte eine hässliche Wunde, aus der nicht wenig Blut auf den Boden rann. Bond musste sich erst einige Sekunden orientieren - der gesamte Bewegungsablauf war beinahe rein instinktiv gewesen. Auch wenn der Agent durcheinander war, so hatte er jetzt doch wenigstens die Waffe, die er aus dem schlaffen Griff von Preston entwand. Das Schaukeln des Schiffes wurde nicht schlimmer aber der Rumpf ächzte bereits unter der Last anschlagender Wellenberge und großer Container. Bond stolperte zur Tür, öffnete sie und sicherte den Gang mit der Waffe. Ausbrechen war jetzt das Wichtigste. Dazu musste er erstmal wissen, wo er war. Da war eine Treppe, schmal zwar aber sie führte nach oben. Das war ein guter Anfang. Das erste was er wahrnehmen konnte als er in das Treppenhaus des Schiffes ging, war der Wechsel von der kalten, weißen Streichfarbe zu wärmeren Beige das den Mannschaftsbereich kennzeichnete.

Bond hatte sein Gleichgewicht gefunden, nichtsdestotrotz klammerte er sich an das Geländer um keinesfalls die Treppe wieder runter zu fallen und jede Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er erinnerte sich für einen kurzen Moment an seine Navy-Zeit: "Immer Festhalten!". Offensichtlich war sein Gefängnis als solches hergerichtet worden denn sein Ausgang führte Bond jetzt direkt durch den Abschnitt mit den Besatzungskabinen hin zur Messe. Kurioserweise war hier so gut wie niemand, ein Wachwechsel stand also nicht bevor. In ein oder zwei Kabinen wurde geschnarcht oder Musik gehört - zusammen mit den Wellenschlägen eine ausreichende akustische Tarnung für den Ausbrecher, der sich langsam durch das stählerne Ungetüm tastete. Hier musste doch auch irgendwo eine Brücke sein ... Bond verschwendete einen Gedanken an den Kapitän, aber der würde wohl nicht mit einer vollautomatischen Waffe auf alle Eingänge zur Brücke zielen. Es musste klappen. Und ohne Ortsangaben konnte Bond auch mit einem Rettungsboot nicht fliehen. Vielleicht war er Meilen auf dem Mittelmeer. Wo konnte man innerhalb von 6 Stunden schon hin?

Als Bond den Vorraum zur Brücke betrat, sah er nur einen lang gewachsenen Kerl, der laut Uniform erster Maat sein musste. Durch das Glasfenster in der Tür konnte man wenig erkennen außer der aufgewühlten See voraus und einer hoch aufragenden Kliffküste zur Linken. Eine Insel. Was jetzt passierte, ging für ungeübte Augen unnatürlich schnell: Bond riss die Tür zur Brücke auf und schleuderte den Maat damit beiseite weil dieser direkt vor der Tür stand bevor diese ihm mit Wucht ins Gesicht entgegenkam. Nur der Kapitän war noch auf der Brücke und wollte sich offensichtlich einem Schluck Wodka widmen, als Bond den Maat quer durch den Raum befördert hatte. Aufgeschreckt ließ er Kapitän das Glas fallen und sah sofort einer Waffe in den Lauf.

"Sie bleiben jetzt ganz ruhig, Kapitän.", warnte Bond den Bedrohten eindringlich mit einer Stimme die keinen Widerstand duldete.

Offensichtlich war das nicht das erste Glas Wodka, denn der Kapitän gab mit einer kehligen und heiseren Stimme, die zu den blutunterlaufenen Augen passte ein gequältes "Ja doch." zustande. Bond schleifte den Mann zum Navigationscomputer und verinnerlichte sofort ihre derzeitige Position: etwas nordwestlich von Isla di Ponza. Unglücklicherweise hatte der offensichtlich betrunkene Kapitän einen Anfall von Heldenmut und warf sich auf den Navigationscomputer, der mit einem herzerweichenden Fiepen antwortete. Wie wahnsinnig drückte der Mann Tasten und Knöpfe ohne Verstand bis Bond ihn am Kragen packte und beiseite drückte. Dummerweise war das schon zu spät, denn der Bug wandte sich langsam nach links, direkt auf die Klippen der italienischen Ferieninsel zu. Das bemerkte auch die Mannschaft, die unten an den Frachtcontainern Wache schob und ... zu allem Überfluss auch noch Waffen zu besitzen schien. Und man hatte da unten schon bemerkt, dass das Gesicht da oben nicht ihr Kapitän war sondern der Gefangene und augenblicklich rasteten die Sicherungen aus und das Glas auf der Brücke splitterte als Salven die Fenster zerfetzten. Bond warf sich auf den Boden und robbte zu einer der achterseitigen Ausgänge auf der Schiffsseite, die eigentlich zum Radar führten. Hinter sich hörte er die Projektile weiter Bordcomputer und Navigationsmechanismen treffen, kletterte aber über den Steuerungsturm des Schiffes weiter nach hinten, immer in Richtung Rettungsboot.

Als er an der ersten Leiter nach unten klettern wollte, tauchten unter ihm zwei von der Besatzung auf, und luden schon ihre Gewehre durch, als sie von Kugeln aus Bonds Waffe getroffen wurden und leblos zusammensackten. Der setzte seinen Weg über glitschige Treppen und Leitern fort, immernoch feuerte man von der Vorderseite des Schiffes auf die Brücke. Bond konnte zwar nicht sehen, wie nah der Frachter den Klippen jetzt war aber ein Sicherheitsabstand war vermutlich nicht mehr gegeben. Es war wohl klug, sich zu beeilen und Bond sah auch das Rettungsboot, nur noch zwei Ebenen entfernt. Aber offensichtlich hatte auch die Besatzung es Schiffes begriffen, worauf der Kahn zulief. Jetzt wollten alle ins Rettungsboot und so schnell trapperten auch die schweren Stiefel auf dem Stahlboden. Als Bond sich über zwei Nasse Treppen dem Boot genähert hatte, konnte er die Kerle schon erkennen. Ohne zu zögern stieg er in das orangene Hartplastikboot ein und schloss die Tür hinter sich. Dann drückte er wuchtig den Knopf zum Lösen der Sicherung und spürte in dem Augenblick zwei Dinge: wie die kleine Rettungsschale in der er saß abwärts in die Tiefen des stürmischen Mittelmeeres schoß und wie Metall kreischte als es auf Stein stieß. Nur seinen Bug sehend lenkte Bond sein Rettungsboot weg vom Schiff und drehte dann, um sehen zu können was mit seinem ehemaligen Gefängnis passierte. Das Schiff ratterte mit voller Kraft über die scharfkantigen Steine unter Wasser und riss dabei den gesamten Rumpf auf bis es auf die Küste prallte und noch ein Stück vom Bug zusammenschob. Sinken würde es nicht, dazu war es zu sehr auf die Küste aufgelaufen aber die unteren Decks würden volllaufen und das Schiff würde vielleicht kippen ... vielleicht. Bond leistete sich kurz den Luxus des Nachdenkens. Wie nützlich wäre doch jetzt das Boot von Q gewesen, auf dem er seinen Ruhestand hatte verbringen wollen. Der wiederum war viel zu kurz gewesen. Ob Preston entkommen konnte? Vermutlich nicht ... aber über den Klippen stieg ein Hubschrauber auf. Bond interessierte das nicht sonderlich. So wenige Leute wie möglich sollten ihn sehen. Preston hatte gesagt, er solle nach Jakarta kommen. Und die Bombe war auf dem Weg dorthin.

Bond wendete das Boot und machte sich auf den Weg zum Städtchen, das an der Ostseite der Insel lag. Es gab nur einen Ort, an dem man die Geheimnisse lüften konnte: Jakarta.

***
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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13

Dienstag, 16. Juli 2013, 19:05

(C) Eine adrett gekleidete Geschäftsfrau ging durch einen langen, weißen Gang und anschließend über eine steile Treppe mit rostigem Eisengeländer. Vor einer modernen Stahltür blieb sie stehen. Sie musste nicht lange warten, dann schwang die Tür auch schon auf und gab den Blick auf einen hellen, mit Licht durchfluteten Raum preis. Die andere Seite der Stahltür war durch eine Bastmatte verdeckt und die attraktive Dame befand sich nun augenscheinlich in einer Pagode. Ein großer, schwarzer Ledersessel stand als Kuriosum mitten im Raum und mit dem Rücken zu ihr. „Ein Sitzkissen statt des Sessels und man müsste sie Buddha nennen“, war der Kommentar der Frau dazu.

Ein leises Lachen ertönte vom Sessel. „Eben deshalb steht er hier. Damit niemand vergisst, dass ich Odin bin.“

„Ich werde es garantiert nicht vergessen“, lächelte die Frau und wurde sogleich ernst. „Doch genug des Scherzes. Wir haben Probleme. Ernsthafte Probleme. Unser Hochpunkt währte nur kurz.“

„Fahren sie fort, Miss Field.“

Clarissa Field nickte. „Lindström hat sich erschossen, Beckster ist unserer Kontrolle entschlüpft und das Schiff, das Mr. Bond hierhin überführen sollte, ist an der Isla di Ponza auf Grund gelaufen. Bond ist weg. Preston wurde dabei verletzt.“

„Preston hat versagt. Aber wir brauchen ihn eh nicht mehr. Die Bombe kann uns keiner mehr nehmen und die Maschinenteile sind schon längst hier eingetroffen.“

„Dann wird Preston liquidiert?“ fragte Miss Field nach.

Der Mann im Sessel schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Vielleicht gibt er noch einen guten Köder für Bond ab, aber wir werden sehen. Wir müssen Bond in jedem Fall in unsere Gewalt bringen, damit die Weltmächte bei unseren Verhandlungen sehen können, dass der Superagent in unserer Gewalt ist und er sie nicht ein zweites Mal vor unserem Schlag retten können wird.“

Miss Field nickte. „Gut. Und Beckster?“

„Machen sie sich keine Sorgen um Beckster. Ich bin über seine Bewegungen vollständig informiert.“

Miss Field stutzte. „Sind sie?“

„Bin ich. Fragen sie nicht weiter.“ Odins Stimme klang hart. „Beckster ist Chefsache. Oder verwundert es sie etwa, dass ich auch vor meinen engsten Mitarbeitern noch einige Geheimnisse habe?“

„Nein. Das tut es nicht“, war die ruhige Antwort.

„Na also.“ Der Mann erhob sich. Ein hagerer Körperbau ging über in kräftige Schultern. Akkurat nach hinten gekämmtes, schwarzgraues Haar bedeckte den schmalen Schädel. „Starten sie Operation Yggdrasil.“

Clarissa Field senkte leicht ehrerbietig den Kopf und verließ die Pagode auf dem Weg, den sie auch gekommen war.

***

James Bond war am Soekarno-Hatta International Airport, dem Flughafen einige Kilometer nordwestlich Jakartas, angekommen. Er war gerade aus dem Flugzeug gestiegen, verspürte einen leichten Jetlag und sah sich nun in der Halle um. Die hölzerne Dachkonstruktion wurde von rot lackierten Stahlträgern gehalten. Das Gebäude war gut in Schuss, dafür, dass es schon über 20 Jahre alt war, vom indonesischen Baustil geprägt und eingebettet in eine Gartenlandschaft. Die erhöhten Freiluftgänge, die die einzelnen Bungalows und Wartepavillons miteinander verbanden waren allerdings mittlerweile für Kundenverkehr gesperrt worden. Bond ging ein paar Schritte. Sein Wagen würde mit der nächsten Maschine aus Rom nachkommen, doch diese würde nicht vor dem Abend hier eintreffen. Es blieb also erst einmal genug Zeit für weitere Ermittlungen. Vor dem Abflug hatte er sich mit M in Verbindung gesetzt und man hatte sich ausgetauscht. Von Beckster und Sophie fehlte weiterhin jede Spur und Bond war sich sicher, dass sein Kollege aus Berlin Lindström umgebracht haben musste. Immerhin hatte er in der Botschaft übernachtet. An einen Selbstmord glaubte der britische Agent nicht. Doch, das war das kleinste Problem. Morgen Nachmittag gegen 15 Uhr würde das Schiff aus Rom im Hafen von Jakarta einlaufen. Das Schiff mit der Bombe. Diese galt es sicherzustellen. Bond wollte gerade das Flughafengebäude verlassen und zu einem der, an der Schnellstraße wartenden Taxis gehen, als er einen dunklen Schatten in seinem Augenwinkel wahrnahm. Rasch machte er einen Schritt zurück und blickte sich um. Auf dem Grünstreifen hinter einem großen Busch stand Beckster. Gekleidet im langen, schwarzen Mantel. Ganz so wie Bond ihn auch im Hafen von Rom am Kai gesehen hatte bevor er bewusstlos geschlagen wurde. Nur diesmal hatte er noch jemanden bei sich. Seine Hand hielt den Arm von Sophie. Lauerte er hier auf ihn? Wollte er Bond in seine Gewalt bringen und Sophie dafür als Druckmittel benutzen? Ungesehen von dem wartenden Mann zog sich Bond in das Flughafengebäude zurück. In eiligen Schritten ging er zu eine der Türen, die jetzt den Zugang zu den Bungalows verschloss. Er konnte sie mit Leichtigkeit aufbrechen und schlüpfte in einem unbeobachteten Augenblick nach draußen. Dann kletterte er die Streben der seitlichen Abgrenzung des erhöhten Weges hinauf, schwang sich darüber und kletterte auf der anderen Seite behände wieder hinab. Auf dem kleinen Betonvorsprung hielt er kurz inne, dann sprang er auf die begrünte Rasenfläche. Leise, und nun selbst wie ein Schatten näherte er sich nun von hinten dem verräterischen MI6-Mitarbeiter, der den Agenten erst bemerkte, als dieser ihm den Lauf seiner Waffe ins Kreuz drückte. „Bleiben sie ganz ruhig, Beckster. Lassen sie das Mädchen los und kommen sie schön mit.“

Bond zog Beckster mit sich in den Schatten. Dieser ließ Sophies Arm los, doch die junge Frau folgte den beiden auch so. „James? Was… was tust du da? Lass Mr. Beckster in Frieden!“

Bond spie verächtlich aus, drehte Beckster unsanft zu sich um und verpasste ihm mit der Waffe einen Schlag ins Gesicht. Alle Luft schien Becksters Lunge zu verlassen. Bond hielt die Waffe nun an die Schläfe seines Kollegen. „Hat die Folter durch Preston nicht gereicht? Habt ihr dem armen Mädchen jetzt auch noch eine Gehirnwäsche verpasst, ihr Verbrecher?“

Beckster stöhnte. Langsam hob er die Hand und betastete vorsichtig seine Nase, aus der sich gerade eine kleine Blutspur ihren Weg nach unten bahnte. „Bitte, Mr. Bond. Hören sie mich an…“

Bonds Augen funkelten voller Hass. „Sie? Einen C.O.U.N.T.-Killer?“

Sophie zerrte an Bonds Arm. „Bitte, James. So lass ihn doch sprechen. Mir wurde nichts angetan. Ich bin wie immer.“

Misstrauisch warf der Agent einen Seitenblick zu der Kellnerin, die so ganz unschuldig in die Sache hineingeschliddert war. Die er selbst hineingezogen hatte. „Nun gut“, brummte er. „Was haben sie zu sagen, Beckster? Und woher wussten sie, dass ich mit diesem Flieger hier ankomme?“

Beckster atmete immer noch schwer. „Der Leiter der hiesigen MI6-Station hat es mir gesagt. M hat ihn natürlich über ihre Ankunft hier informiert.“

„Und das soll ich ihnen glauben?“ knurrte Bond und hielt den anderen fest am Kragen. „M hat mir gesagt, dass sie gesucht werden. Wieso sollte der Stationsleiter sich ausgerechnet ihnen anvertrauen? Sie lügen doch! War es nicht eher die hiesige Station von C.O.U.N.T.?“

„Nein. Nein. Ich sage die Wahrheit. Bitte glauben sie mir“, verteidigte sich Beckster weiter. „Man hat uns gegeneinander ausgespielt. Wir wurden beide verraten.“

„Sie haben mich in Rom verraten und Preston ausgeliefert. Sie haben Concetta auf dem Gewissen!“

Beckster schüttelte den Kopf. „Nein. Concetta wurde von ihren Hintermännern umgebracht. Sie ist die Verräterin. Woher hatte sie wohl all ihr Wissen? Die Italiener haben nicht gegen Preston und Count Enterprises ermittelt. Es war eine Falle von C.O.U.N.T. und Concetta war der Lockvogel. Mich hätte es in der Pension erwischen sollen in die ich Sophie zu ihrem Schutz bringen sollte.“

Bond war nicht überzeugt. „Und warum leben sie dann noch? Sie und Sophie?“

„Weil ich sie statt zur Pension mit zu mir in die schwedische Botschaft genommen habe. Ich habe versucht von meinem Onkel Odins Identität in Erfahrung zu bringen, doch er erschoss sich lieber selbst als es preiszugeben und in ständiger Angst weiterleben zu müssen.“

„Hm.“ Bonds griff lockerte sich etwas. Die Mündung der Pistole blieb allerdings immer noch an Becksters Schläfe. „Trotzdem bleiben sie der Mörder von Mrs. Steele!“

Beckster schüttelte den Kopf. „Ich bin kein Mörder…“

„Aber ein ausgezeichneter Schütze! Man hat sie genau ins Herz getroffen!“

„Trotzdem war ich es nicht. Ich wiederhole: Ich bin kein Mörder. Oder sind alle Sportschützen auch gleich Mörder? Alle Biathleten?“

Bond dachte an Erich Kriegler. Der war beides gewesen. Biathlet und KGB-Killer. Trotzdem zog er seine Walther etwas zurück. Doch das Zögern war nur kurz, denn schon spürte Beckster wieder den Druck der Mündung an der Schläfe. Den Druck des Todes. „Wer war es dann?“

Beckster schluckte. „Nun… ich weiß es. Ich fand die Antwort in den Unterlagen meines Patenonkels. Sie… sie erinnern sich vielleicht an den Kellner damals im Casino in Berlin, der mich auch nach Hause gebracht hat, der mit mir nach Rom gefahren ist.“ Bond nickte. „Er hat Mrs. Steele erschossen. Er ist Odins Sohn. Mrs. Steele muss das irgendwie herausgefunden haben und deshalb sterben.“

„Odins Sohn? Das ist doch eine ausgemachte Räuberpistole!“ zischte Bond und stieß noch einmal mit dem Pistolenlauf nach. „Sie wollen doch nur von sich selbst ablenken? Warum soll ich ihnen das glauben?“

„Mr. Bond. Wir… wir haben beide Fehler gemacht und den falschen Leuten vertraut“, versuchte es Beckster ein letztes Mal. „Aber bitte vertrauen sie jetzt mir.“

Bond zögerte, sein Gesichtsausdruck war hart. Er warf einen kurzen Blick zu Sophie. Diese schaute ihn bittend an und hatte sich leicht auf die Unterlippe gebissen. Die Lektion, dass er im Kampf gegen Odin und C.O.U.N.T. niemanden vertrauen konnte, hatte er gelernt. Warum sollte er dann ausgerechnet jetzt bei Beckster eine Ausnahme machen? Langsam schluckte er.

(S) Er hatte zwei Möglichkeiten: Natürlich sollte er Beckster einfach hier und jetzt endgültig ausschalten – die Indizien gegen ihn waren erdrückend genug.
Doch was, wenn Beckster wirklich auf seiner Seite war? Die Tatsache, dass er der Organisation so nahe stand, könnte Bond noch sehr gute Dienste leisten.

Noch immer hielt der Agent dem vermeintlichen Verräter die Pistole an die Schläfe. Doch dann lockerte er den Griff. „Gut, Beckster, wenn sie wirklich nicht derjenige sind, für den ich sie gerade halte, dann haben sie mir eine Menge zu erzählen.“

Bond steckte seinen Revolver ein – Sten Beckster konnte man die Erleichterung förmlich ansehen. „Bond“, sagte er, „ da haben sie in der Tat Recht. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es ihnen fällt, mir jetzt noch zu vertrauen. Aber ich garantiere ihnen – ich bin auf ihrer Seite!“

„Das hoffe ich für sie, Beckster!“, entgegnete Bond kühl. Selbstverständlich war C.O.U.N.T. erstklassig darin, seine Feinde zu verwirren. Doch Beckster war erstaunlich oft zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Sollte er wirklich unschuldig sein (wovon Bond noch nicht ganz überzeugt war), dann hat er sich in jedem Fall unprofessionell verhalten.

„Wir sollten hier erstmal weg. Das ist nicht der beste Ort zum Reden.“, entgegnete Bond. „Haben sie uns wenigstens schon eine Unterkunft besorgt?“. „Unterkunft?“, fragte Beckster laut lachend. „Ich habe ihnen eine Suite in einem der besten Hotels von Jakarta reservieren lassen! Das MI6 habe ich bereits darüber informiert.“

Daraufhin gingen Bond, Sophie und Beckster zum Straßenrand, wo einige Taxen bereit standen. Sie stiegen in eines ein, und Beckster sagte dem Fahrer: „Fahren sie uns bitte ins Crowne Plaza, mein Lieber!“. „Ins Crowne Plaza?“, fragte der Fahrer. „Na sie haben`s gut!“. Daraufhin setzte er den Wagen in Bewegung.

***

„Das ist nicht der beste Ort zum Reden.“ Clarissa Field, die auf dem Beifahrersitz eines schwarzen Mercedes saß, musste lachen. Nachdem sie die Ausführung von „Operation Yggdrasil“ veranlasst hatte, wurde sie instruiert, Bond vom Flughafen abzuholen – natürlich, ohne dass dieser es bemerkt. „Wenn sie wüssten, dass es keinen besseren Ort zum Reden gibt, sie Ignorant!“ Daraufhin nahm sie die Kopfhörer, mit denen sie jedes einzelne Wort laut und deutlich gehört hat, vom Ohr, zückte ihr Mobiltelefon und wählte die Kurzwahltaste des Hauptquartiers. „Hier spricht Clarissa Field. Schickt einige Männer ins Crowne Plaza. Bond, Beckster und Bonds kleine Freundin sind auf dem Weg dorthin. Und wir wollen doch alles dafür tun, dass sich unser britischer Gast in Jakarta wohlfühlt!“

Daraufhin wies sie ihren Fahrer an, in die Zentrale zurückzufahren – ihre Aufgabe hier war erledigt. Um die Drecksarbeit sollen sich die anderen kümmern, dachte sie. Odin würde zufrieden sein.

***

Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichten Bond und seine Begleiter das luxuriöse Hotel nahe dem Herzen Jakartas. Beckster gab dem Fahrer ein fürstliches Trinkgeld, und Bond checkte ein.

Beckster hatte keineswegs zuviel versprochen – die Suite, zu der das freundliche Hotelpersonal sie führte, entsprach genau seinen Wünschen. Es mangelte an nichts, und die Tatsache, dass sie sich in einem der oberen Stockwerke befand, ermöglichte einen herrlichen Blick auf die Skyline der indonesischen Metropole.

Nachdem sich alle drei ein wenig frisch gemacht hatten, setzten sie sich in den Empfangsraum der Suite. Bond war sich unschlüssig, welche Ziele er und sein Kollege als nächstes anstreben sollten.

„Wissen sie, wann das Schiff, auf dem sich die Bombe befindet, in Jakarta eintrifft?“ fragte Bond.

„Ja.“, antwortete Beckster. „Ich habe mich bei der Hafenmeisterei erkundigt. In dieser Woche laufen nur zwei Schiffe aus Rom den Hafen Jakartas an, und zwar Heute um 15 Uhr. Wobei... naja, ich denke, jetzt wird wohl nur noch eines ankommen...“

„Damit könnten sie recht haben.“, meinte Bond. "Aber es ist gut zu wissen, dass wir noch einen gewissen Vorsprung vor dem Schiff haben." Dieser Sachverhalt verschaffte ihnen einen durchaus nicht unerheblichen Vorteil. Vor allem, da Odin nichts von seiner Ankunft wusste. Zumindest hoffte er dies.

Der Agent erläuterte seinen Plan: „Wenn das Schiff erst heute Abend hier im Hafen anlegt, sollte ich dort sein. Dann kann ich sehen, was mit der Bombe geschieht. Aber kommen wir noch mal zu der Geschichte mit Odins Sohn, die sie vorhin erwähnten. Was wissen sie darüber, Beckster?“

Der Angesprochene wollte gerade antworten, als das Telefon klingelte. Bond nahm den Hörer ab: „Hier Bond.“. Ein Mann sprach in gebrochenem Englisch: „Mr. Bond, hier unten in der Lobby ist jemand für sie eingetroffen und möchte mit ihnen sprechen. Er sagt, er sei ein Mitarbeiter ihrer Firma.“

Bond überlegte kurz, wer das sein könnte, dann entgegnete er, er komme herunter in die Lobby. „Entschuldigt mich für einen Moment, ich bin gleich wieder da!“, sagte er zu Beckster und Sophie. Er verließ die Suite und fuhr mit dem Aufzug ins Erdgeschoss.

Als er unten angekommen war, sah er sich in der Lobby um. Kein bekanntes Gesicht erwartete ihn. Bond ging zur Rezeption und fragte nach: „Ich wurde gerade angerufen und darüber informiert, dass hier jemand auf mich wartet. Ich kann diesen Jemand allerdings nicht finden.“ Die Frau an der Rezeption antwortete, sie wisse nichts davon und redete kurz mit ihrem männlichen Kollegen auf indonesisch. Dann sagte sie: „Bedaure, Sir, aber hier bei uns hat sich niemand angemeldet. Und wer hat sie überhaupt angerufen?“

Bond wollte gerade etwas entgegnen, als ihm schlagartig bewusst wurde, dass er getäuscht worden war. Er lief sofort zum Aufzug und fuhr hoch in die 18. Etage, in welcher seine Suite war. Die halbminütige Fahrt kam ihm vor wie eine halbe Ewigkeit. Oben angekommen, zückte er seine Waffe und schritt langsam durch den Flur zu seiner Eingangstür.

Nun hatte Bond schreckliche Gewissheit – Die Tür war nur angelehnt. Vorsichtig und mit erhobener Waffe betrat er seine Suite. Beckster und Sophie, die eben noch im Eingangsraum gesessen hatten, sah er nicht.

Ebenso wenig sah er den Mann, der sich von hinten an ihn heranschlich, ihn mit einer Betäubungspistole anvisierte und abdrückte. Bond spürte nur kurz ein leichtes Ziehen im Nacken, kurz darauf hüllte sich seine glanzvolle Suite in dichtes Schwarz.

***
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Count Villain

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Dienstag, 16. Juli 2013, 19:06

(BB) Und nicht zum ersten mal in diesem Einsatz wachte er mit einem Dröhnen im Kopf auf das eigentlich nur mit Big Ben vergleichbar war, wenn man direkt neben der Turmuhr stand und es zwölf schlug. Diesmal war allerdings etwas anders ... das Licht war weicher und Bond spürte unter sich nicht kalten Stahl sondern weichen Stoff. Seine Hand griff nach seiner scheinbaren Unterlage und knüllte sie in seiner Faust zusammen, erinnerte sich dabei wohlig an so viele seidene Bettdecken aus berühmten Hotels. Hotels? Da war doch mal was ... Beckster, Sophie und dann dieser Schlaf. Bond ließ das Tuch unter sich los und gab sich weiter schlafend, um in Ruhe seine Lage analysieren zu können. Wiedereinmal betäubt, wiedereinmal verschlep-

"JIMBO! Sie sollen da nicht ewig schlafen."

Bond richtete sich auf und gewohnheitsmäßig fiel sein Blick als erstes auf die Frau im Raum: Sophie, die hinter Jack Wade stand. Neben ihr war Beckster. Bond fasste sich kurz an die Schläfe, bevor er sich auf die Bettkante setzte und erfreut feststellte, dass er im gleichen Hotelzimmer war, das er auch vor seiner Betäubung hatte betreten wollen.

"Sie machen mir vielleicht Sachen. Amerikanische Generäle legt man nicht um wie Zwölfender." legte der dröhnende Jack Wade sofort nach.

"Er hat seine Schonzeit ja auch selbst beendet.", entgegnete Bond gefasst. Erst jetzt erkannte er in vollem Umfang, dass sich Wade in eine edle Portiers-Uniform gezwängt hatte. Sie stand ihm gar nicht.

"Das wissen wir mittlerweile. Und ein paar andere Leute haben ihre Schonzeit mittlerweile auch beendet."

"Ich gehöre offensichtlich dazu. Können sie nicht fragen bevor sie schießen?"

"Sorry, bin aus Texas. Auch wenn wir mittlerweile wissen, dass Vanderbilt ein Schweinehund war, bringt ihn das nicht sofort um seine Fünf Sterne."

"Aber um sein Leben."

"Jedenfalls wollte der CIA eine Erklärung dafür, dass Generäle mittlerweile mit Gasflaschen durchbohrt werden. Und Strafe muss sein.", Wade erlaubte sich ein Zwinkern.

"Will der CIA nur Rache für Vanderbilt oder warum hat man sie in diese Paradeuniform gesteckt?", Bond deutete kurz auf die Verkleidung Wades.

"Nein, mittlerweile hat uns ihr Kollege Mr. Beckster auch einiges über die Hintergründe erzählt."

"Ich hoffe er hat sie überzeugt."

"Hat er. Und Langley auch. Wenn COUNT vorhat, uns Bomben zu klauen, werden wir nun einmal zickig. Und wenn COUNT noch hier in Jakarta ist, werden wir böse."

"Wir? Haben sie wieder Tabakpflanzen mitgebracht?"

"Wächst hier Tabak?"

"Nein Wade.", Bond war noch immer recht einsilbig. Immerhin war die Konversation seinen Kopfschmerzen nicht zuträglich.

"Tja, dann haben wir hier immernoch eine Schiffsladung voller Navy-SEALs und einen Freibrief der indonesischen Regierung."

"Wie lange war ich eigentlich weg?"

Jetzt schaltete sich Sophie ins Gespräch ein: "Das Zeug hat sie für einen Tag außer Gefecht gesetzt ..."

"Wir haben es morgen, grob 16.15 Uhr. Reicht ihnen das?"

"Das Schiff -", Bond sprang auf.

"Keine Angst Jimbo. Ihr wertvolles Schiff wird seit einem Tag von Satelliten des CIA überwacht und ist mittlerweile in einer Werft angekommen. Offiziell für eine Routineuntersuchung. Außerdem wird als Empfänger der Ladung ein Mann namens Lord Nakariakov genannt. Kennen sie ihn?"

"Nakariakov? Das ist doch ..."

"... der Deckname für Waffentransporte im goldenen Dreieck. Genau.",ergänzte Beckster Bond.

"Also bekommt Odin eine Bombe mit dem Schiff die Bombe. Aber warum *Lord* Nakariakov?", schaltete sich Bond wieder ein.

"Vermutlich wegen dem wirklichen Empfänger ...", deutete Beckster gegenüber Bond an.

Das Handy von Wade klingelte. Alle waren still, als er abnahm und sich nur die Sprache des Gegenübers anhörte, ehe er das Gespräch antwortslos beendete, sich dann aber wieder an die Anwesenden wandte:

"Das Werftgelände ist umstellt, allerdings hat Mr. Nakariakov einige Kumpanen dabei. Und soeben ist noch eine schwarze Limousine auf Gelände gekommen. Die gehört da bestimmt nicht einem Hafenarbeiter. Und hier noch weniger."

"Dann nichts wie los. Ehe die Limousine verschwindet.", warf Bond ein und stand auf. Ein Griff ins Schulterhalfter bestätigte das Vorhandensein seiner geliebten Walther und erfüllte ihn mit genau der Kraft, die er jetzt brauchen würde.

Nocheinmal klingelte Becksters Handy, der jedoch erfüllte den Gesprächsraum nur mit ein paar "Ja"s und "Verstanden"s, ehe er sich Bond zuwandte:

"Ihr Wagen ist in Jakarta angekommen. Es steht im Hafen. In DEM Hafen."

(C) „Na wunderbar. Jetzt tut mir nur der arme Q leid.“

Beckster und Sophie starrten den Agenten ein wenig verständnislos an. Nur Wade grinste. Er hatte ja schon einmal das Vergnügen gehabt in so einem Wagen mit großer Sonderausstattung zu sitzen. „Q?“ fragte Sophie dann auch nach.

„Unser Waffenmeister und ein genialer Ingenieur und Wissenschaftler. Das schöne Auto war so gut aufgehoben in Rom und jetzt bekomme ich doch noch die Möglichkeit es zu Schrott zu fahren.“

„Alles für die Mission, was?“ schmunzelte Beckster.

„Wenigstens einer, der mich versteht.“ Bond wendete sich an Wade. „Geben sie den Navy-SEALs Bescheid, dass sie sich bereithalten und die Werft umstellen. Nicht, dass ihre Leute wieder zu spät kommen und ich schon aufgeräumt habe.“

„Aye, Jimbo.“ Wade gab seinen Leuten als entsprechende Befehle, dann verließ man zu viert das Hotelzimmer. „Wäre es nicht besser, die Lady bleibt hier?“ Wade schaute zu Sophie.

Sophie schüttelte den Kopf. „Nein. Nein, das will ich nicht. Ich will jetzt mit eigenen Augen sehen wie die Schweine verhaftet werden. Vor allem Preston…“ Ein Schauer durchfuhr sie als sie an die Folterung dachte. „Ich muss sehen wie er abgeführt wird… oder erschossen.“ Bitterkeit zeigte sich auf ihrem Gesicht. Bond wagte nicht zu widersprechen. Im Vorraum der Hotelsuite mussten sie dann noch über zwei verschnürte Männer in schwarzen Ledermänteln steigen.

„C.O.U.N.T.-Killer“, brummte Wade. „Zum Glück waren wir eher da um sie einzukassieren, Jimbo.“

Bond nickte und musterte die bewusstlosen Männer. „Sie sollten etwas an ihrem Klamottengeschmack ändern, Beckster. Bitte keine langen, schwarzen Mäntel mehr.“

Beckster schaute schuldbewusst. „Ich weiß. Vor allem keine verwanzten, das wäre gut. Man hat unser Gespräch am Flughafen mit angehört und die beiden daraufhin hier ins Hotel geschickt“, erklärte er. Doch weitere Gespräche über etwaige Fehler und Zusammenhänge ersparte man sich. Nun hieß es, die Bombe sicher zu stellen und die Rädelsführer zu schnappen, so lange sie noch in der Werft waren.

***

Odin saß im Halbdunkel im Fond der schwarzen Limousine und blickte zur Fahrerin. Es war Clarissa Field. Der Wagen stand vor einem großen geöffneten Tor vor der mit Holz verkleideten Werfthalle. Das Schiff aus Rom befand sich auf dem Dock im Inneren. Ein breitschultriger, schwarz gekleideter Mann stand mit erhobener Waffe neben dem Wagen und sicherte ihn. Es war Mr. Lord. „Ich finde es äußerst unklug von ihnen, jetzt hier zu sein, Odin“, merkte Miss Field an.

„Man zwingt mich dazu. Ich scheine ja mittlerweile nur noch von Versagern und Idioten umgeben zu sein. Hätte der Dark Lord uns mitgeteilt, dass der Graf beim Überlaufen unsere Doppelagentin Freyja beim CIA demaskiert hat, dann hätte ich sie umgehend liquidieren lassen anstatt auf ihre Falschinformationen zu vertrauen. Dann hätten nämlich wir Bond im Hotel erwischt und nicht die Amis. Und über Preston muss ich wohl kein Wort mehr verlieren.“ Odins Stimme war kalt und ruhig. „So dankbar wir ihm für den Deal mit Vanderbilt sind, dass er Bond hat entkommen lassen kann ihm unsere Organisation nicht durchgehen lassen.“

„Deshalb jetzt diese Bewährungsprobe?“

Odin nickte. „Wenn er es schafft, die Werft erfolgreich zu verteidigen wird er am Leben bleiben dürfen.“

„Weiß er davon?“

Odin lachte grimmig. „Natürlich nicht.“

„Und wenn er es nicht schafft?“

„Dann wird die Bombe jetzt und hier hochgehen und ihn samt Bond und den Amerikanern in den Tod reißen. Wenn alle anderen Pläne auch vereitelt werden, die Rache bleibt einem am Ende immer.“

„Nur bringt Rache der Organisation nichts ein“, hielt Miss Field dagegen.

„Keine Sorge, Clarissa. Noch nagen wir nicht am Hungertuch.“ Odin ließ die Fensterscheibe etwas herunterfahren und sprach Mr. Lord an. „Holen sie mir Preston her.“ Mr. Lord nickte und verschwand in der Halle. Odin lehnte sich zurück. „Noch ein paar letzte Anweisungen, dann werden wir fahren, Clarissa. Damit sie endlich beruhigt sind.“

***

Es war beängstigend still. Selbst die üblichen Hafengeräusche wirkten irgendwie dumpf und unwirklich. Die Werft war umstellt worden, der Aston Martin stand bereit. Bond, Beckster, Sophie und Wade hatten Deckung hinter einigen großen Frachtcontainern gefunden und observierten den Eingang der Werft. Die Agenten besprachen leise das weitere Vorgehen als sich eine Tür öffnete und Preston aus einem Seiteneingang trat. „Ich hätte die Führungsetage von C.O.U.N.T. gerne lebendig“, wisperte Bond. „Tote Mitglieder helfen uns nicht diese Terrororganisation zu zerschlagen. Für jeden wird es jemanden geben, der nachrücken kann und wird. Sicher auch für Odin selbst.“

Beckster nickte. „Und der Bombe gilt unser Interesse“, ergänzte er leise. „Selbst wenn Odin sie nicht bekommt, kann es hunderte oder tausende Todesopfer geben wenn sie hier im Hafen hochgeht.“

Sophie jedoch interessierte das im Moment weniger. Ihr Blick war fest auf Preston gerichtet. Im Gegenzug dachte keiner der Herren an die Kellnerin. Bond bemerkte ihr Fehlen als Erster. „Also noch kein direkter Zugriff. Ich werde mich erst einschleichen und die Lage peilen. Wade, Beckster, sie passen so lange auf Sophie auf… Sophie?“

Bond hob den Kopf und schaute in zwei ahnungslose Gesichter. Vorsichtig spähte er also um den Container. Nun sah er sie. Fast wie im Trance ging sie auf das Werftgebäude und auf Preston zu. Ihre Hand hatte eine Eisenstrebe fest umschlungen. „Verdammt, was hat das Weib vor?“ knurrte Wade.

„Warten sie hier, Wade. Ich hole sie zurück.“ Bond sprang auf und folgte Sophie. Diese hatte Preston erreicht, hob ihre Hand und schlug ihn dann mit der Eisenstrebe nieder. Preston fuhr herum und machte ein verdutztes Gesicht. Er hatte sie nicht kommen sehen. Nun sah er nur nach das blanke Eisen, fühlte den dumpfen Schmerz und hörte ihre Stimme. „Das Team des Cafés der Galopprennbahn Hoppegarten in Berlin wünscht ihnen viel Glück und einen angenehmen Tag!“

Preston brach bewusstlos zusammen. Bond kam angelaufen, wurde aber von Mr. Lord, der Preston gefolgt war, abgefangen. „So sieht man sich wieder, Mr. Bond. Schade, dass ich nicht schon im Landhaus den Befehl hatte sie zu liquidieren!“ Der kräftige Mann holte aus um dem britischen Agenten einen Schlag in den Magen zu versetzen. Doch dieser konnte ausweichen.

„Für dieses Versäumnis würde ich mich ja an ihrer Stelle bei ihrem Chef beschweren. Ist Odin auch hier?“ Bond machte einen Satz zurück und griff nach seiner Waffe. Mr. Lord ging in die Hocke um sich anschließend auf den Briten zu stürzen. Er antwortete nicht. „Nun, ich finde es schon ohne sie heraus.“ Bond drückte ab. Das Tuten eines großen Frachtschiffes übertönte den Knall. Mr. Lord zuckte zusammen. Es warf ihn rücklings auf den Boden wo er leblos liegen blieb. Bond schaute sich nach Sophie um. Weder sie noch Preston waren irgendwo zu sehen. „Verdammt.“ Es war auch sonst ruhig. Anscheinend hatte noch keiner von ihnen Notiz genommen. Bond eilte weiter zum Gebäude und presste sich dort an die Wand. Mit gezogener Waffe trat er durch die Seitentüre ein. So sehr ihn Sophies Schicksal auch kümmerte, wichtiger war jetzt das Sicherstellen der Bombe ehe sie Unschuldige mit in den Tod riss. Bond befand sich nun in einem kleinen Wachraum. Der Asiat darin war schnell überwältigt. Bond zog ihm die schmutzige Arbeitskleidung aus und sich selbst über. Der Anzug war zu auffällig um sich einzuschleichen. Man hatte ihn wirklich noch nicht bemerkt. Sein Herz schlug schneller, doch er hatte seine Aufregung noch im Griff. Er versteckte seine Walther in eine der weiten Taschen der Kleidung und betrat dann mit gesenktem Kopf die Werfthalle. Einige asiatische Arbeiter befanden sich hier, die meisten waren bewaffnet. Entweder es war eine reine Vorsichtsmaßnahme oder man erwartete einen Angriff. Auch hier war es beinahe schon totenstill. Nur der Bug des Schiffes knarrte bedrohlich. War die Bombe noch hier? Und wenn ja wo war sie? Oder barg man sie gerade auf der anderen Seite des Docks? Bond ging weiter und schaute sich um. Auf dem Deck des Schiffes stand an der Reling neben einer Strickleiter ein Mann, der Bond bereits bekannt war. Es war der Kellner aus dem Casino in Berlin. Becksters Affäre und nach dessen Aussage Odins Sohn. Den musste er sich schnappen!

Doch erstmal schnappte sich der Agent die Strickleiter und kletterte hinauf bis ihn ein Ausruf umfahren ließ. Sein Zielobjekt hatte ihn getätigt. „Preston!“ schallte widerhallend es durch die Halle. Bond blickte durch das große offene Tor und sah ihn nun auch. Seine Hose war an einem Haken befestigt und er hing an einem Kran, viele Meter über dem Hafenbecken. Bonds Augen gingen den Kran entlang bis zum Führerhaus. Dort drinnen saß an den Hebeln… „Sophie.“

Diesen Ausruf hätte der Agent besser nicht tätigen sollen. Nun hatte er die Aufmerksamkeit des Mannes an der Reling aufs ich gezogen. „Bond“, entfuhr es diesem. Er griff nach einem Seil, schwang sich am Schiffsrumpf hinunter und beförderte Bond mit einem gezielten Tritt von der Strickleiter hinunter. Benommen blieb der Agent liegen. Der Mann zog eine Waffe, eilte an der schwarzen Limousine vorbei und auf das Führerhaus des Kranes zu. Doch er würde nicht ankommen. Ein Projektil sauste durch die Luft, drang unnachgiebig in sein Knie ein, ließ ihn straucheln und mit einem unterdrückten Schmerzensruf fallen. Beckster tauchte mit rauchendem Revolver vor ihm auf. „Ich habe dir vertraut, Patrick. Dich vielleicht sogar geliebt.“

„Dein Fehler“, gab Patrick mit schmerzverzerrtem Gesicht zurück. „Los, töte mich. Ich bin einer von den Bösen. Töte mich bevor ich dich töte.“ Beckster hatte die Waffe noch erhoben, zögerte aber. Patrick lachte kalt. „Du kannst es nicht, was? Du musst es aber tun. Ich bin der Sohn eines der größten Topterroristen der Welt.“ Beckster ließ die Waffe sinken. Patricks Blick war überlegen. „Ich wusste doch, dass du es nicht kannst. Du bist kein Killer und nur ein äußerst mittelmäßiger Geheimdienstler noch dazu“, spie er aus.

Beckster jedoch ließ sich nicht provozieren. Er zog Patrick grob auf die Beine, verschränkte dessen Arme auf dessen Rücken und fesselte ihn mit Handschellen. „Dein Spiel ist aus, Patrick“, kam es tonlos von ihm.

Patrick lachte nur wieder. „Ein dummer Polizist bist du. Du wirst es bereuen.“ Er nickte in Richtung der schwarzen Limousine. Aus dem Rückfenster ragte der Lauf eines Scharfschützengewehres. Es war auf den zappelnden und schreienden Preston am Haken gerichtet. „Versager werden getötet“, rief Odin aus dem Wagen und drückte ab. Fast zeitgleich mit dem Knall erlosch Prestons Stimme für immer. Sein Körper erschlaffte. Sophie im Führerhaus erschrak. Als sie zusammenzuckte berührte ihr Arm einen roten Knopf. Der Haken löste, Prestons Leichnam fiel und landete mit einem großen Platschen direkt im Hafenbecken. Das brackige Wasser spritzte in alle Richtungen. Der Lauf des Gewehres richtete sich nun auf das Führerhaus. Patrick funkelte Beckster an. „Du hast die Wahl, Sten. Entweder du nimmst mich in Gewahrsam oder du rettest das Mädchen.“

„Ich hasse dich.“

Beckster ließ Patrick fallen, doch dieser lächelte nur. „Das tust du nicht. Ich weiß es.“

Der Agent hörte nicht mehr darauf, spurtete zum Führerhaus, kletterte hinauf und riss Sophie auf der anderen Seite mit sich hinunter. Keine Sekunde zu früh. Das Glasfenster des Führerhauses zersplitterte. Eine weitere Kugel pfiff dicht an Becksters Ohr vorbei. Beckster und Sophie fanden auf der anderen Seite keinen Halt. Sophie schrie auf. Sie war ohnehin völlig erschrocken und überrumpelt. Und so ging es abwärts mit den beiden. Ebenfalls ins Hafenbecken zu Preston, dessen Leiche mit weit ausgestreckten Extremitäten im Wasser trieb.

Für Jack Wade hinter dem Container war das nun alles ein bisschen viel. „Zugriff! Zugriff!“ brüllte er nur noch in sein Walkie-Talkie. Und kurz darauf brach auf dem Werftgelände die Hölle aus. Der einzige, der in dieser Situation noch ruhig blieb, war Odin. Er zog das Gewehr zurück und öffnete die Tür. Mr. Lord, dank kugelsicherer Weste noch ganz lebendig, robbte über das Gras zu dem verletzten Patrick und zog ihn zum Wagen. Erde spritzte auf als die Salve eines Maschinengewehrs dicht vor ihnen aufschlug. Doch er schaffte es den jungen Mann zum Auto zu ziehen und hinein zu bugsieren. „Wenn sie es schaffen dann töten sie Bond. Ansonsten steht in der Halle Sleipnir 2 für sie bereit. Ich werde die Bombe zünden sobald ich weit genug weg bin. Also fliehen sie rechtzeitig“, war Odins letzte Anweisung an Mr. Lord ehe Miss Field die Limousine startete. Was keiner von ihnen mitbekam war wie Beckster sich tropfnass die verrosteten Eisengriffe die Hafenverkleidung hinauf arbeitete und dort eine Waffe zückte. Er zielte auf den Wagen. Ein kleines Geschoss surrte durch die Luft und blieb dann an der Tür des Kofferraumes haften: Ein Peilsender. „Sie bleiben am Besten hier in Deckung, Sophie“, wies er die junge Kellnerin an, die ein paar Sprossen unter ihm verharrte.

Die schwarze Limousine startete. Eine Staubwolke hinter sich lassend gab Miss Field Gas und fuhr geradewegs auf einen Navy-SEAL-Soldaten zu, der die Straße blockierte. Die Geschosse seiner MP-Salven prallten an dem gut gepanzerten Wagen einfach ab. Er konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen, sonst wäre er kaltblütig niedergefahren worden. Keuchend drehte er sich um und schaute dem Wagen nach. Die roten Rücklichten wurden immer kleiner. Odin war mit seinem Sohn und Miss Field entkommen. Mr. Lord hingegen war noch auf dem Werftgelände und er hatte noch eine Rechnung offen mit dem Mann, der ihn eben niedergeschossen hatte. Mit versteinerten Gesichtszügen betrat er die Werfthalle…
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Count Villain

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15

Dienstag, 16. Juli 2013, 19:07

(BB) ... die mittlerweile einem Schlachtfeld glich, auf dem sich amerikanische Sonderkommandos Gefechte mit einer Überzahl phillippinischer Wächter lieferten. Was Mr. Lord als erstes mit analytischem Blick feststellte, war der Mann der ihn angeschossen hatte, wie dieser in einen Container am anderen Ende der Halle kletterte. Als sich ein US-Soldat von der Seite näherte, zog der dunkle Lord seine schwarze, wuchtige Desert Eagle und erschoss den Störenfried aus der Hüfte direkt in den Kopf. Und als dieser auf den Boden fiel, erblickte Mr. Lord auch sofort, worauf ihn Odin hingewiesen hatte: Sleipnir 2 ließ etwas von sich aus dem Transportcontainer sehen. Sein Fahrer ließ keine Zeit verstreichen und lief zu seinem Gefährt, verzog kurz das Gesicht über die Blutfahne die der Amerikaner auf dem Kühler hinterlassen hatte. Die Türen öffneten fast geräuschlos und Mr. Lord ließ sich in den schwarzen Sportsitz fallen wobei er sich einen Augenschlag Zeit ließ um das Cockpit mit all seinen Verbesserungen wirken zu lassen. Odin hatte weder übertrieben noch gespart. Sleipnir 2 war in einen gelben Lamborghini Murciélago mit schwarzen Streifen gepackt worden. Ein würdiges Gefährt für - Mr. Lord sah auf. Das elektronische Dröhnen eines Aston Martin-Motors röhrte durch die Halle als ein V8 aus dem Container schoß, den der verhasste Brite wenige Sekunden zuvor betreten hatte. Und der hielt sogleich auf den Ausgang zu. Der schwarze Killer hielt den passenden Zeitpunkt gekommen um sein Spielzeug auszuprobieren und drehte den Zündschlüssel etwas energischer als nötig um. Der rassig-italienische Motor heulte auf, als Mr. Lord seinen Wagen aus der Box rasen ließ und umgehend die Verfolgung des silbernen Aston Martin aufnahm.

***

Im Rückspiegel sah Bond etwas, das er in dieser Gegend gar nicht erwartet hatte: einen Lamborghini im Hafen von Jakarta? Unverdächtig wollte da niemand sein. Mit halsbrecherischem Tempo jagte er aus der Werfthalle, an Soldaten und Söldnern vorbei. Die Container auf dem Vorplatz waren eng gestapelt, sodass Bond seinen Wagen um die Ecke schwingen lassen musste, wenn er kein Ziel abgeben wollte. Schon nach der ersten Ecke sah er den penetranten Lamborghini wieder im Rückspiegel und diesmal sah er sogar den Fahrer. Und es gefiel Bond gar nicht, was er da sah. Vielleicht reichte ja einer der alten Tricks ... mit dem lässigen Druck auf einen Knopf in der Mittelkonsole vom Fahrer ließ der Aston einen Haufen Krähenfüße hinter sich fallen. Als der Lamborghini vor der Falle in eine andere Lücke zwischen den Containern auswich, fühlte sich Bond fast schon in Sicherheit. Das ließ ihm die Möglichkeit, kurz auf dem Navigationsdisplay einen Peilsender zu finden. Dieser war zwar schon mindestens zwei Meilen entfernt aber vielleicht - "Was zum ?". Vor Bond versperrte sein Verfolger den Weg zwischen zwei Containerstapeln mit ganzer Breite. Also musste der Vorschlaghammer her: Bond richtete kurz die Zieleinrichtung der Raketen aus, ehe er den Abschussknopf am Lenkrad drückte. Augenblicklich schossen unter dem Kühler zwei Lenkraketen hervor, die auf den Lamborghini zuschossen und - sich kurz vor ihm in den Himmel wandten. Dieser Kerl hatte ein Ablenksystem an Bord! Für andere Extras reichte der Platz nicht, der sich rasant verkleinerte als Bond auf den Feind zuraste. Fürs Wenden reichte der Platz auch nicht, also trat der Brite mit aller Kraft auf die Bremse und der Aston Martin kam wenige Zentimeter vor seinem italienischen Feind zum stehen. Für einen Moment sahen sich die Fahrer durch ihre Fenster genau an, ehe Bond instinktiv den Rückwärtsgang einlegte und den gesamten Weg zurückschoss. Dabei sah er eine Rampe an der Sekunden früher vorbeigefahren war, und auf die er jetzt im Rückwärtsgang auffahren konnte - was er auch tat.

Der Aston tat einen kleinen Sprung, als er auf einem Containerstapel aufsetzte und Bond sich ca. 10 m über dem Boden wiederfand. Dummerweise war dies ein Stapel und Bond musste hier irgendwo wieder runter. Als er jedoch sah, dass der Lamborghini unter ihm herumkurvte, fasste er den Entschluss, das Gespedal durchzudrücken und dem Verlauf seines Containerweges zu folgen. Glücklicherweise war dieser nur an wenigen Stellen mit Lücken durchbrochen, sodass der Aston keine weiten Sprünge meistern musste, als Bond von Stapel zu Stapel raste. Auf dem Boden unter ihm folgten Mr. Lord und dessen Wagen. Bond erlaubte sich ein kurzes Grinsen, dass aber sofort wieder erlosch, als er vor sich eine Autobahnkurve entdeckte. Und genau dort endete auch die Containerreihe. Noch bevor Bond genau wusste, was passiert war, fand er sich auf einer Autobahn voller Rikschas und Fahrräder wieder. Und unerklärlicherweise hängte der Killer immernoch an ihm ... da gabs doch schonmal so ein Auto - das konnte springen. War das hier etwa ein ähnliches? Vermutlich. Und wieder wurden Bonds Gedanken durchbrochen als ihn das Piepen seines Navigationssystems auf einen nähernden Peilsender aufmerksam machte. Vor ihm konnte Bond eine schwarze Limousine erblicken - das konnte nur Odin sein. Und die Lage hätte ungünstiger nicht sein können: Bond war eingeklemmt zwischen einem Wahnsinnigen in seiner Limousine mitsamt der Fernzündung für eine Bombe und hinter sich einen wildgewordenen Lamborghini, der mehr konnte als nur Kurven fahren.

Bond hörte einen lauten Knall und ein blechernes Scheppern. Aus der Limousine ragte ein Scharfschützengewehr, das ziemlich genau auf den Agenten zeigte und schon einen Sprung in der Frontscheibe des Aston Martin hinterlassen hatte. Was für ein Glück, dass ein kugelsicheres Auto schon lange Standard war. Unglücklicherweise war der Italiener schneller als der Brite und so dauerte es auf der bruchhaften Autobahn nur kurz, bis der Lamborghini direkt neben dem Aston Martin war und Bond glaubte, ein animalisches Grinsen in Lords Gesicht zu erkennen, ehe er nach rechts ausholte um Bond zu rammen. Kurz davor erkannte der Brite die Eisenstange an der Seite, die seinen Wagen bei Kontakt zerfetzen würden und als der gelbe Lamborghini auf ihn von rechts zuschoss, zog Bond abermals die Handbremse bis zum Anschlag durch, wobei der Lamborghini weit nach Links fuhr und die Fahrbahnbegrenzung anstatt den Aston zerschmetterte. Die Limousine weiter vorne hatte sich durch den Verkehr geschlängelt und trachtete offenbar in erster Linie nach Flucht. Aber jetzt stand wieder Mr. Lord zwischen Bond und dessen Ziel. Mitsamt einem viel zu schnellen Wagen.

Jetzt legte Mr. Lord den Rückwärtsgang nach einer schnellen Kehre ein, sodass sie sich abermals genau in die Gesichter sahen - wenn auch über gute 50 m Entfernung. Bond konnte gerade noch sehen, wie der Wagen vor ihm zwei Minen aus den Kühlern fallen ließ. Bond konnte gerade noch ausweichen, musste aber hören wie sie zwei Rikschas samt Insassen hinter ihm zerrissen. Zeit für eine Revanche. Bond drückte zwei Knöpfe. Der erste löste das Frontale Maschinengewehr aus das sofort damit begann, Mr. Lord zu beharken. Der zweite sorgte für den Turbo, der Bond nahe an seinen Kontrahenten heranbrachte. Der konnte jetzt einfach eine Mine fallen lassen und Bond zerreißen, aber der Killer war durch dieses kühne und dumme Manöver so überrascht, dass er gar nichts machte. Wegen der Unaufmerksamkeit fuhr der teure italienische Wagen auf einen Ziegenwagen auf, was die Schnauze des Lamborghinis soweit senkte, dass Bond den Wagen als Schanze benutzen konnte und über Mr. Lord, dessen Maschine und den Ziegenwagen herüberspringen konnte. Der nun festgesetzte Killer konnte gar nicht reagieren, so schnell war dieser Sprung abgelaufen. Und Bond nutzte seine verbleibende manuelle Rakte dafür, sie rückwärtig vom Wagen ausspeien zu lassen und seinen Kontrahenten in einem Feuerball vergehen zu lassen.

Das lenkte Bonds Aufmerksamkeit wieder auf das GPS-System in der Mittelkonsole. Er hatte Zeit mit seinem Gegner verloren und Odin musste fern sein - doch dem war nicht so. Der rote Punkt, der seinen Feind vertrat, stand. Und als Bond aufsah, wusste er auch, wieso: Da stand die Limousine quer auf der Fahrbahn, alle Türen waren geöffnet. Und ca. 20 m über der Fahrbahn schloss ein Kampfhelikopter seine Türen. Den in Deckung gegangenen Phillippinen auf der Straße nach zu urteilen hatte das Schauspiel nicht eben erst begonnen. Bond versuchte, das beste aus der Situation zu machen und sich die Formen und Kennungen des Hubschraubers einzuprägen ... das Design war neuartig ... und an der Seite prangte der Schriftzug G.P. - COUNT. Bond hielt vor der "Limousinen-Straßensperre".

***

(C) „Bond hat es also mal wieder geschafft“, bemerkte die grauhaarige, scharfsinnige Leiterin des britischen Geheimdienstes anerkennend, wenn auch nicht ganz ohne zynischen Unterton. Sie blickte auf ihre beiden Gäste, die vor dem massiven Schreibtisch saßen. Es waren der Undercoveragent Sten Beckster und der Regierungsberater und Fabrikant Lord Cedric Hemingway, letzterer immer noch im Rollstuhl.

„Warum die Bitterkeit, Barbara?“ fragte der ältere Herr auch sogleich.

M hob die Augenbrauen. „Dir entgeht auch nichts, oder?“

Ihr Gegenüber lächelte milde. „Wenn man sich schon so lange kennt…“

„Eben.“ Ms Blick war ein wenig tadelnd. „Oder siehst du etwa hier großartig Grund zur Freude? Odin ist meinem besten Mann nun schon ein zweites Mal entkommen und hat eine Spur aus Folter und Tod hinter sich gelassen. Ein deutscher Graf, eine Stationsleiterin, die Kellnerin, ein amerikanischer General, eine Doppelagentin, ein Botschafter, ein Geschäftsmann. Lediglich um seinen Killer Mr. Lord ist es nicht wirklich schade. Der hätte auch nicht geredet wenn wir ihn lebend bekommen hätten. Und ich darf dich an deine Beine erinnern, Cedric.“ Der Lord nickte nun doch betroffen als er die gesamte Verlustliste hörte. „Und das alles obwohl Bond alle Hilfe hatte, die er kriegen konnte. Die Amerikaner und die besten Kollegen, die wir für ihn zur Verfügung stehen hatten. Urs Messler, Cathleen Steele,…“ Ihr Blick glitt zu Beckster.

Dieser schüttelte allerdings nur leicht den Kopf. „Bitte überschätzen sie meine Leistung nicht, Ma’am. Ich habe einen schwerwiegenden Fehler gemacht als ich mich auf Patrick eingelassen habe.“

„Trotzdem haben sie nicht gerade geringen Anteil daran, dass die Bombenleger rechtzeitig ausgehoben werden konnten und wer weiß wie viele Einwohner von Jakarta nun glücklicherweise mit dem Leben davongekommen sind“, wiegelte M Becksters Bedenken ab.

„Und das ist doch schon Erfolg, Barbara. Egal was du sagst“, tönte nun der Lord wieder. „Ihr habt vielen Unschuldigen das Leben gerettet. Nur ich habe euch nichts gebracht. Außer einem toten Überläufer.“ Hemingway seufzte.

„Oh, immerhin ist durch diesen eine Doppelagentin beim CIA aufgeflogen. Christine Vantan.“ M stockte und ihr Blick wurde leicht betrübt. „Aber nichtsdestotrotz ist da trotzdem noch etwas, dass du für uns tun könntest, Cedric. Auch wenn ich ihn gerne bei uns behalten würde, so will Mr. Beckster den Secret Service verlassen.“

Beckster nickte sogleich. „Es ist einfach nicht meine Welt. Ich habe zuviel Tod und Leid gesehen. Ich bin kein zweiter James Bond. Ich habe es nicht geschafft meine Gefühle genügend herauszuhalten und ich möchte das auch gar nicht schaffen.“

Hemingway nickte leicht und tauschte einen kurzen Blick mit M. „Der Botschafter, der sich vor ihren Augen das Leben genommen hat war ihr Patenonkel, oder?“ M nickte. Hemingway strich sich mit seiner fleischigen Hand über das Kinn und wirkte nachdenklich. „Das heißt, sie suchen jetzt eine Anstellung wo die Count GmbH & Co. KG ebenfalls hochgegangen ist?“ Doch er wartete die Antwort des Mannes neben sich gar nicht erst ab. Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. „Ich kann immer einen tüchtigen leitenden Angestellten gebrauchen, jetzt wo sich die Hemingway-Werke dank des Grafen vergrößert haben. Ich würde also sagen: Willkommen in der Firma, Mr. Beckster.“ Ein warmer, herzlicher Händedruck folgte und Beckster bedankte sich. Hemingway blickte wieder zu M. „Nicht, dass es mich etwas angeht, aber wie geht es jetzt mit Odin weiter?“

„Messler ist dabei den Hubschrauber zu überprüfen und Bond verfolgt die Spur in Jakarta weiter…“

***

„Eigentlich fast unvorstellbar, dass so etwas Schönes der Hort von so etwas Bösem sein soll“, bemerkte Sophie. Sie befand sich mit dem britischen Agenten James Bond in der mit Licht durchfluteten Pagode, die Odin dieses Mal als Zentrale gedient hatte. Doch nun waren alle ausgeflogen. Die Aktenschränke waren leer geräumt, der schwere, schwarze Ledersessel umgestoßen. Man hatte diesen Ort wohl in größter Eile verlassen.

„Man darf nie allein nach dem Äußeren gehen, Sophie. Das wäre in höchstem Maße leichtsinnig.“

„Dann will ich leichtsinnig sein.“ Sie trat zu dem Agenten. „Ich bin fest davon überzeugt, dass in einem so gut aussehenden Mann wie dir auch ein guter Kern steckt, James.“

Der Brite wich ihrem Blick aus. „Gut aussehend? Es sind kalte und harte Züge.“

„Dann habe ich vielleicht doch mittlerweile gelernt tiefer zu sehen“, lächelte die Kellnerin, legte ihre feingliedrige Hand an seine kantige Wange und zwang ihn sanft sie anzusehen. „Du bist ein guter Mensch, James. Das weißt du auch. Tief drinnen. Und ich möchte nach all den Schrecknissen, die ich erlebt habe, dass du mir wieder das Schöne zeigst. Zeig mir wofür es sich lohnt zu leben…“ Sie sank an ihm herab auf die Bastmatte, ihre Hände fuhren dabei über seinen durchtrainierten Körper. Bond folgte ihr hinab, bettete seinen schweren Körper halb auf ihr und halb neben sie und verschloss ihre Lippen mit den seinen. Sein Blick glitt dabei an der Wand der Pagode entlang und blieb an einem Bild haften. Es war das Bild eines ihm wohlbekannten Bergs in Schweden. Dort hinter musste sich noch ein Safe befinden. Ob sie diesen bei der raschen Flucht auch noch hatten leeren können? Sophie zog ihm langsam das Hemd aus der Hose. Seine Hand strich über ihre feste Brust. Der Safe hatte Zeit. Er würde ihnen nicht weglaufen. Nun galt es schließlich zu ergründen warum das Leben trotz allem noch lebenswert war…


THE END


BUT


JAMES BOND WILL RETURN
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.