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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich
  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 291

Registrierungsdatum: 17. Mai 2013

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:25

You can always count on C.O.U.N.T.

You can always count on C.O.U.N.T.








Die Besetzung





Bond Staff:


James Bond ---- Pierce Brosnan


Moneypenny ---- Samantha Bond


M ---- Judi Dench


Q ---- John Cleese


Ivana Kantec ---- Milla Jovovich


Frederick Gray, Verteidigungsminister ---- Geoffrey Keen


Derek Pritchert ---- Omar Sharif


Messler ---- Rowan Atkinson





KGB:


Major Anastasius Molotow ---- Richard Dean
Anderson


General Gogol ---- Jon Voight


Oberst Elena Graboff ---- Uma Thurman





C.O.U.N.T.:


Otto Salinger, Countek Inc. ---- Manfred
Lehmann


„Odin“ ---- ???


Pavel ---- Ralf Möller


„Hugin“ ---- Ben Becker


„Munin“ ---- Hannes Jaenicke


Dr. Martin Aston ---- Danny DeVito


Ingenieur mit Sägeblatt ---- Michael G. Wilson


Lars Eklund ---- Benno Führmann


Graf Burgstädter, Count Enterprises ----
Hans-Peter Hallwachs


Clarissa Field, Count Enterprises ----
Angelina Jolie


Torbjörn Lindström, Stellvertretender Bürgermeister Stockholms
---- Armin Mueller-Stahl





Andere:


Frau an der Rezeption ---- Cosma Shiva Hagen


Dr. Sarah Love ---- Franka Potente











Die Autoren





(C) = Count Villain


(K) = Kronsteen


(Z) = Ziegelei


(A) = AVTAK


(O) = CommanderOtze











Die Story





(C) Prag.

Anastasius Molotow schritt durch ein spärlich eingerichtetes Arbeitszimmer.
Seine Flucht war wahnwitzig gewesen, doch sie war geglückt und er lebte, das
war die Hauptsache. Nun war es an der Zeit einen neuen Plan zu schmieden, einen
Racheplan, wenn man so wollte.



Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch, griff nach einem silbernen
Brieföffner und öffnete das Kuvert, das vor ihm lag.
Es zeigte das Logo und den Slogan
von Count Enterprises, "You can always count on Count". Diese Firma hatte ihm ein wenig Schützenhilfe bei seiner
Flucht gegeben. Sorgfältig entfaltete Molotow den Brief und las ihn.



"Sehr geehrter Major Molotow,



wir freuen uns sie bei bester Gesundheit zu sehen. Wenn sie weiterhin unserer
Firma vertrauen wollen, werden wir gerne ihren zukünftigen Weg begleiten. Uns
stehen weitreichende Maßnahmen zur Verfügung, die ihnen zur Verwirklichung
ihrer weiteren Transaktionen bestimmt hilfreich sein werden. Wir bitten sie
nur, folgende Klauseln zu beachten:



1. Unsere Firma kann ihnen kein Personal zur Verfügung stellen.

2. Unsere Firma benötigt von ihnen eine genaue Richtung, in der wir für sie
entwickeln sollen.

3. Unsere Firma übernimmt keine Haftung bei etwaigen Fehlschlägen, da es immer
noch Ihr Plan ist, auch wenn wir die Detailausführungen vornehmen.

4. Unsere Firma darf der Sicherheit halber nicht direkt in ihren Plan
involviert werden.



Wir bitten um ihr Verständnis und hoffen so bald wie möglich von ihnen zu
hören.



gez. Clarissa Field, Kundenbetreuerin"



Molotow rief sich noch einmal alles in das Gedächtnis, was er über Count
Enterprises wusste. Eine Firma mit internationalem Ruf und Filialen in der
ganzen Welt, geleitet von einem deutschen Grafen mit dem Hauptsitz in London.
Untadeliger Ruf und ein weites Geschäftsfeld auf legaler Basis. Das war das
Bekannte und Offizielle. Nebenher bot die Firma ihre Dienste auch genialen
kriminellen Köpfen an. Ein todbringender Satellit in der Umlaufbahn? Das war
kein Problem für Count Enterprises. Dementsprechend teuer waren die Dienste der
Firma auch. Eine Gewinnbeteiligung von 50% war keine Seltenheit. Zudem war die
Firma auch immer so abgesichert, dass das Risiko bei den Kriminellen lag, die
die Dienste in Anspruch genommen hatten, denn schließlich waren sie es ja, die
die Welt erpresst hatten und nicht die ehrenwerte Count Enterprises, obwohl es
ohne ihre Hilfe kaum möglich gewesen wäre.



Molotow seufzte. Er würde wohl oder übel die Hilfe von Count Enterprises in
Anspruch nehmen müssen um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Doch zuerst musste
er sich eine kleine Organisation anschaffen. Von Count Enterprises war in
diesem Bereich ja keine Hilfe zu erwarten. Er zückte seinen Notizblock und
schlug eine Seite mit Namen auf. Molotows Blick fiel noch einmal kurz auf den
Slogan der Firma "You can always count on Count", ts, sie sollten
lieber schreiben "Count - We make you a Villain". Der Major wandte
sich wieder seiner Namensliste zu.



***



Währenddessen war James Bond in Kapstadt, um dort seinen derzeitigen Auftrag
erfolgreich abzuschließen.



(K) Bond weilte nun schon 3 Wochen in
Südafrika.

Nachdem sein altes Faible Spectre seit mehreren Jahren inaktiv war und kein
Mensch wusste, wie man dessen Vorsitzenden Ernst Stavro Blofeld schnappen
könnte, falls dieser überhaupt noch lebte, wurde 007 wieder herkömmlichen
Geheimdienstaufgaben zugeteilt.

So hatte er im Sommer den Fall des Diamantenschmugglers Van Mirta bekommen, den
er dingfest machen sollte, da dieser Diamanten in 2-stelligen Millionenhöhe
nach Europa eingeschmuggelt hatte, ohne sie dem Zoll zu melden.

Nachdem Bond Van Mirtas Spur in Amsterdam aufgenommen hatte und ihm bis
Kapstadt gefolgt war, konnte dieser dort auf frischer Tat beim Verstecken von
Diamanten in seinem Rolls Royce erwischt werden und wurde von Interpol an
Scotland Yard übergeben.



Bond lässt sich die Vorgänge der letzten Woche noch einmal vor seinem geistigen
Auge ablaufen, während er in seinem Sessel in seinem Hotel sitzt, und einige
Eiswürfel in seinen Wodka Martini fallen lässt.

Er geht auf den Balkon und schaut gedankenverloren in die Ferne. Es ist sehr
warm, doch Bond fröstelt bei dem Gedanken, nur noch solch triviale Arbeit
durchführen zu müssen.

Van Mirta war sein leichtester Fall seit seiner Ausbildung vor vielen Jahren.
Wenn M ihm weiterhin keine anspruchsvollen Aufgaben geben könne, müsse er mit
dem Gedanken spielen, den Dienst zu quittieren und sich als Privatdetektiv
selbständig zu machen.

Viele lukrative Angebote fremder Geheimdienste wie des Mossad hatte er
abgelehnt, da er niemals einem anderen Land dienen könnte.

Bond nimmt einen weiteren Schluck aus seinem Glas und denkt daran, mit welch
kriminellen Größen er schon dasselbe Getränk zu sich genommen hat.



Plötzlich weckt ihn ein Anruf auf sein Privathandy aus seinem wachen Traum. Er
geht in seine Suite zurück und nimmt das Handy zur Hand, das neben der
inzwischen fast leeren Flasche Martini lag.



Bond: "Bond!"



Die Stimmt am anderen Ende des Telefonats erwidert: "Hallo James! Hier ist
Gogol. Es ist etwas Schlimmes passiert!"



Bond: "Hallo General, schießen Sie los. Um was geht es."



Gogol: "In der Geheimdienstzentrale in Moskau gab es ein Attentat. Mein
Nachfolger Puschkin wurde ermordet und sein Stellvertreter Molotow ist spurlos
verschwunden. Wir müssen das Schlimmste befürchten."



Bond: "Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte?"



Gogol: "Nein. Die beiden arbeiteten gerade an einem geheimen Plan, der in
Prag umgesetzt werden sollte. Man hat mich jetzt zum kommissarischen Leiter des
Dienstes zurückbefördert bis ein anderer gefunden ist. Ich habe das Gefühl, als
ob es im KGB undichte Stellen und Doppelagenten gebe. Deshalb komme ich auf Sie
zu, da Sie unvorbelastet ermitteln könnten. Seit dem Mauerfall ist bei uns
nichts mehr wie es war. man kann keinem mehr trauen, deshalb würde ich es gerne
sehen, dass Sie die Ermittlungen aufnehmen. Mit M habe ich gesprochen. Das
Agentenaustauschprogramm im Rahmen des anglo-russischen Freundschaftsabkommens
sieht gegenseitige Hilfen vor. Ich würde vorschlagen, wie treffen uns
übermorgen um 14 Uhr im MI6-Hauptquartier in London. Mit M ist alles
vereinbart!"



Bond: "Alles klar, General! Bis dann!"



Bond ist sichtlich erleichtert, dass etwas aufgetreten ist, das ihn aus seiner
Leere reißen könnte.



Er legt sich schlafen, da er morgen früh gleich mit der ersten Maschine zurück
ins verregnete London fliegen möchte.





***





(C) Bond betritt das Vorzimmer seiner Chefin und wirft seinen
Hut gekonnt und elegant an Miss Moneypenny vorbei auf den Hutständer. „James!“
Moneypenny blickt zu ihm auf „Bin ich froh dich lebend wiederzusehen.“ „Wieso?“
„Na, bei deiner gefährlichen Arbeit in letzter Zeit.“ „Stimmt. Letzten Monat
wäre ich fast am Staub einer alten Akte erstickt“, erwidert Bond grimmig.
Moneypenny lächelt. „Du Ärmster.“ „Das tue ich alles nur um dich nicht zu
enttäuschen, Penny.“ „Würdest du dann bitte jetzt auch für mich zu M reingehen?
Sie wartet schon auf dich. Gogol ist auch schon da.“ Bond wirft Moneypenny
einen leidenden Blick zu und verschwindet in Ms Büro.






(K) Bond betritt Ms Büro. M sitzt wie immer etwas arrogant
und gefühlskalt hinter ihrem Schreibtisch, vor dem 2 Stühle stehen. Auf einem
davon sitzt Gogol, der sofort aufsteht, als er Bond erkennt.



Bond: "Guten Morgen M, Guten Morgen General Gogol!"



Gogol:" Hallo James!"



M: "Morgen Bond! Nehmen Sie Platz! Alexis, übernehme bitte das Wort und
erkläre 007 am Besten gleich den Sachverhalt!"



Gogol: "Danke! James, wie ich Ihnen ja am Telefon schon gesagt habe, ist
Major Molotow spurlos verschwunden. Er stand schon länger im Verdacht, geheime
Informationen des KGB über Waffensysteme und sonstige Aktivitäten an
Interessenten verkauft zu haben. Wir haben ihn daher beschatten lassen und
Telefongespräche abgehört. Offiziell war er die letzten 4 Wochen in Prag, wo er
ein Verteidigungsabkommen mit der tschechischen Regierung aushandeln sollte.
Wir haben aber durch unsere Agenten festgestellt, dass auf seinem Schweizer
Nummernkonto in dieser Zeit enorme Eingänge stattgefunden haben. Wir müssen
daher annehmen, dass er die Informationen weitergegeben hat. Wir wissen aber
nicht, warum und an wen."



Bond: "Und wie kam es zu seinem Verschwinden und dem Tod von
Puschkin?"



Gogol: "Puschkin war vor 3 Tagen nach Prag gereist, um Molotow offiziell
festnehmen zu lassen, da wir seine Doppelagentenfunktion nun als bewiesen
erachteten. Aber dann muss es zu einem Vorfall in einem Prager Hotel gekommen
sein, bei dem Puschkin und 2 seiner Männer erschossen wurden und sich Molotows
Spur verliert."



Bond: "Gibt es denn gar keine Hinweise und Anhaltspunkte?"





Gogol: "Doch! Der Geldeingang
auf Molotows Schweizer Nummernkonto stammt von Countek Inc., einer Prager
Import-/Export-Firma. Wir denken aber, dass es sich dabei aber nur um eine
Briefkastenfirma handelt, die für jemand anderen arbeitet. Wir würden Sie
bitten, dort im Rahmen des anglo-russischen Austauschprojektes
anzusetzen."



Bond: "M?"



M: "Es geht klar! Sie fliegen morgen früh"



M greift zu der Tastatur, die auf ihrem hellbraunen Schreibtisch liegt und
drückt einen Knopf.



M: "Moneypenny, halten Sie bitte das Flugticket für Prag bereit. 007 hat
es eilig, er soll noch bei der Abteilung Q vorbeischauen!"



Bond verabschiedet sich von M und Gogol und schließt die Tür von Ms Büro hinter
sich.

Er blickt im Vorzimmer Moneypenny an.



Bond: "Money, ich würde Dich ja so gerne mitnehmen..."



Moneypenny: "Und ich würde so gerne mitkommen."



Bond: "Das nächste mal nehme ich Dich mit um die Welt?"

Bond lächelt süffisant.



Moneypenny: "Ja, ja, der gute alte James, der seinen Worten niemals Taten
folgen lässt."

Sie lächelt zurück.



Bond verabschiedet sich, nimmt seinen Hut und das Flugticket und verschließt
die Tür hinter sich. Er stellt sich in den Fahrstuhl und drückt die Taste
"Q", die noch unter dem untersten Stock der Tiefgarage steht. Nach kurzer
Fahrt öffnet sich die Tür und Bond betritt einen seltsamen Raum mit Unmengen
von technischen Geräten.



Plötzlich ertönt von der Ecke eine
Stimme: "Oh nein, 007, der Zerstörer meiner Ideen und Inhalt meiner
schlaflosen Nächte." Bond dreht sich um und sieht Q auf sich zukommen.






(C) „Was haben sie denn Schönes in diesen Nächten für mich
zusammen gebastelt?“ Bond schaut sich um und sucht etwas, das er ausprobieren
könnte.






Q geht schnell auf ihn zu und
zeigt ihm die Armbanduhr die Bond erhalten soll. „Natürlich enthält sie den
obligatorischen Laserstrahl. Zudem ist diese Uhr auch noch Abhör- und
Ortungsgerät. Diese Leuchtdioden im Zifferblatt geben die Richtung des
überwachten Objektes an. Sie erhalten je eine Wanze für Abhör- und
Ortungsbenutzung und eine, die beides kann. Sie sind klein genug, um sie
anderen leicht unterzuschieben und zudem können sie sie bei Bedarf in diese
kleinen Hüllen stecken, die magnetisch sind.“






„Sehr schön, Q. Ich hätte dann
gerne noch je ein Dutzend von diesen niedlichen Wanzen, die zur Uhr gehören.“






Q blickt gestresst nach oben. „Wir
sind eine technische Entwicklungsabteilung und keine Fließbandarbeiter.“






„Steht mein letzter Aston Martin
hier auch noch irgendwo getarnt herum?“ Bond blickt durch den Raum.






Q schaut Bond direkt ins Gesicht.
„Haben sie schon jemals dasselbe Auto für zwei Missionen benutzt? Na sehen sie.
Er befindet sich etwas demontiert in unserer Entwicklungsabteilung. Nun zu
ihrem neuen Wagen. Folgen sie mir.“ Sie gehen in einen Nebenraum. In einem
großen Aquarium schwimmt ein Aston Martin. „Wet Nellie 2. Diesmal statt Lotus
ein Aston Martin. Eine von mir verbesserte Version, zudem mit allen Vorzügen
ihres letzten Aston Martins, einzig die Tarnfunktion fehlt. Man kann halt nicht
alles haben. Aber wir arbeiten daran.“






Bond grinst. „Das werden dann wohl
noch mehr schlaflose Nächte werden, Q. Aber praktisch ist der neue Aston schon.
So kann ich bequem die Moldau nehmen, die Straßen in der Innenstadt sind immer
so verstopft.“






Q schüttelt den Kopf, er fühlt
sich von Bond aus dem Konzept gebracht. „Ähem, wie auch immer. Wir haben für
sie noch eine Überraschung im Kofferraum. Little Nellie 2, ebenfalls in
verbesserter Ausführung. Sie werden wohl mittlerweile in der Lage sein, sie
ohne meine Hilfe zusammenzuschrauben.“






„Natürlich.“ Bond greift nach
einer Unterarmgehstütze neben sich, zielt damit knapp an Q vorbei und betätigt
den Abzug im Griff. Ein Geschoss blitzt schnell durch den Raum, zieht mit einer
Rauchfahne an Q vorbei und explodiert an einer Strohpuppe an der gegenüberliegenden
Wand.



Q versucht ruhig zu bleiben. „Das
gibt es wahlweise auch mit Betäubungsgaspatronen. Aber das Ding werden sie wohl
nicht brauchen.“






„Wer weiß, wer weiß? Als Tarnung
vielleicht?“






„Vielleicht. Aber zur Zeit haben
wir noch Probleme mit einer Ladehemmung.“






„Wenn es ausgereift ist, sollten
sie es auf alle Fälle an alle Krankenhäuser verteilen lassen, Q.“






Q wirft den Kopf zurück. „Sie sind
einfach unbelehrbar, 007. Trotzdem, viel Glück.“






***





(K) Nach einer ruhigen Nacht, in der 007 endlich wieder von
großen Taten und smarten Gegnern träumt, besteigt er die Maschine Richtung Prag
und kommt nach einem unbeschwerten und kurzen Flug in der Moldaumetropole an.
Das Taxi, das er besteigt, bringt ihn zu seinem Hotel, in dem Moneypenny für ihn
am Vortag ein Zimmer gebucht hatte. Es ist erst einmal unbefristet reserviert.
Sinnigerweise hat ihn die MI6-Abteilung in dem Hotel einquartiert, in dem Tage
zuvor Molotow verschwunden war.






Nachdem er den Taxifahrer bezahlt
hatte, betritt er die Halle und geht schnurstracks zur Rezeption. Der hübschen
jungen Frau, die hinter der Theke steht, ist anzumerken, dass sie sich freut,
dass der attraktive Mann den Weg zum Schalter aufsucht.



Bond: "Guten Tag, mein Name ist Bond. James Bond. Für mich ist ein Zimmer
reserviert."



Frau: " Guten Tag, Mr. Bond. Wir haben für Sie die Präsidentensuite
freigehalten. Es ist das Zimmer Nr. 2007 im 2. Stock."



Währenddessen werden Bonds Koffer von den Boys auf seine Suite gebracht.



Bond: „Danke! Gibt es irgendwelche Nachrichten für mich?"



Frau: "Ja, hier ist ein Brief für Sie!"



Bond nimmt ihn entgegen und verabschiedet sich in Richtung Präsidentensuite,
während die Rezeptionsdame ihm noch einen sehnsuchtsvollen Blick hinterher
wirft.



Auf seinem Zimmer angekommen, in dem bereits seine Koffer stehen, verschließt
Bond die Tür hinter sich. Er räumt erst seine Sachen in den Schrank und
durchsucht das Hotelzimmer nach Wanzen und Kameras und setzt sich dann auf sein
Bett.

Er öffnet den Brief und liest:



"Hallo 007, Ihr Wagen wurde gestern noch per Luftfracht nach Prag
versendet. Er müsste bereits in der Tiefgarage stehen, während Sie diese Zeilen
lesen. Die Schlüssel bekommen Sie von unserer Frau in Prag, einer tschechischen
Doppelagentin namens Kantec. Sie lernen sie heute Abend im hoteleigenen Casino
kennen. Sie trägt ein weißes Kleid, hat lange blonde Haare und wird sich in der
Nähe der Bar aufhalten. Die Codeworte sind: "Ich trinke ihn niemals
gerührt.“ – „Ich trinke ihn auch immer geschüttelt." Sie kennen die Gepflogenheiten.
Gegen 21 Uhr wird sie da sein und Sie mit allen weiteren Informationen über
Countec Inc. und Molotow versorgen.

Viel Glück!

M!"



Bond ruht sich danach ein wenig aus, isst eine Kleinigkeit und macht sich
fertig für das Casino.






***




Gegen 21 Uhr betritt er den riesigen Saal, in dem sich ein Roulette-Tisch an
den nächsten reiht und man von allen Ecken und Enden fallende Würfelbecher,
Kartenspieler und sich unterhaltende Gäste hören kann.

Bond ist beeindruckt vom noblen Ambiente des Hauses und von den schönen Frauen,
die in Abendkleidern das Casino betreten. Genau dieses Flair hatte er vermisst,
als er Van Mirta in Südafrika dingfest gemacht hatte.

"Endlich wieder in Aktion", denkt Bond, setzt sich an die Bar und
bestellt einen Wodka Martini, geschüttelt nicht gerührt.

Er nimmt den Drink dankend entgegen und blickt auf die Massen reicher Menschen,
die sich um die Tische scharen.

Plötzlich nimmt eine wunderschöne junge Frau neben ihm Platz und bittet Bond um
Feuer. Ganz Gentleman zückt er sein Feuerzeug und erfüllt ihren Wunsch.



Bond nimmt einen weitern Schluck
seines Wodka Martinis, was die junge Frau interessiert beobachtet. Er dreht
sich wieder zu ihr hin.



Bond sagt auf den Drink hinweisend: "Ich trinke ihn niemals gerührt!"



Die junge Frau erwidert: "Ich trinke ihn auch immer geschüttelt"



Bond: "Mein Name ist Bond, James Bond!"



"Mein Name ist Ivana Kantec. Für Sie Ivana", bringt sie ihm
freundlich entgegen.



"Sie können James zu mir sagen", antwortet Bond und lockert das
Verhältnis gleich zu Anfang etwas auf.



Die beiden setzen sich an einen der wenigen freien Tische zwischen Bar und den
an der Seite liegenden Baccara-Tischen.



Bond: "Erzählen Sie mir was über den Zusammenhang zwischen Countec Inc.
und Molotow!"



"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Registrierungsdatum: 17. Mai 2013

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2

Samstag, 25. Mai 2013, 23:26

Ivana: "Wir konnten außer dem
Zahlungseingang bisher noch nichts feststellen. Aber der Chef von Countec Inc.,
ein Deutscher namens Salinger, ist hier im Casino Stammgast und auch heute
Abend da. Er sitzt dort drüben am Baccara-Tisch. Es ist der Mann mit der großen
Menge an Jetons vor sich. Er besitzt mehrere Villen in Prag. Keiner weiß aber
so richtig, wo das Geld dafür herkommt, und mit was die Firma Countec Inc.
überhaupt handelt."



"Na dann wollen wir den Herrn doch mal näher kennen lernen", sagt
Bond, steht auf und geht zum Baccara-Tisch rüber.

Ivana folgt ihm interessiert.



Bond setzt sich an einen der freien Plätze und bekommt schon kurz darauf die
Karten zugeschoben.






(C) Salinger blickt Bond durch seine randlose Brille
durchdringend an. „Sie spielen gewiss hoch, Mr. ... ?“






„Bond. James Bond. Bei mir steht
meistens viel auf dem Spiel.“






„Das dachte ich mir.“





„Und mit wem habe ich die Ehre?“
Bond betrachtet Salinger. Die Narbe, die er auf der rechten Wange hat sticht
ihm sofort ins Auge. Bond ist sich nicht sicher, ob er einen echten Gentleman vor
sich hat, der nur grobschlächtig wirkt oder einen ungebildeten Kerl, der
versucht sich wie ein Gentleman zu benehmen.






„Sie haben die Ehre gegen den
einflussreichen Geschäftsmann Otto Salinger zu spielen. Aber ihr Risiko ist
sehr hoch Mr. Bond, ich habe heute einen glücklichen Abend.“






Weder Bond noch Salinger nehmen
eine Karte dazu. Bond deckt auf. Ein Herz-Bube und eine Kreuz-Sieben, sieben
Punkte. Salinger deckt seine Karten auf. Ein Pik-As und eine Karo-Sieben, acht
Punkte. Salinger grinst. „Ich hatte sie gewarnt. Noch ein Spiel, um den
doppelten Einsatz?“






Bond blickt Salinger tief in die
Augen. „Nehmen wir doch gleich den dreifachen Einsatz, Mr. Salinger. Testen wir
doch mal ihr Glück.“ Salinger erwidert den Blick. „Mein Glück reicht sogar für
den vierfachen Einsatz, Mr. Bond!“ Bond schaut immer noch in Salingers Augen.
„Angenommen, vierfacher Einsatz. Die Karten, bitte.“ Gemurmel beim
schaulustigen Publikum ringsum.






Ivana schreit auf. „James!“





Der Blickkontakt zwischen Bond und
Salinger endet, die Karten werden verteilt. Salinger grinst und ist zufrieden.
Bond nimmt noch eine weitere Karte. Salinger deckt auf. Eine Kreuz-Zehn und
eine Herz-Acht, acht Punkte. „Nun, Mr. Bond?“






Bond deckt seine Karten auf.
„Zeit, ihre Glückssträhne zu beenden.“ Bond hat eine Herz-Dame, einen Pik-König
und eine Pik-Neun, neun Punkte. Ivana schaut erleichtert zu Bond. Salingers
Blick verfinstert sich kurz, wird aber sofort wieder freundlicher. „Meinen
Glückwunsch, Mr. Bond.“ Salinger erhebt sich. „Der kluge Spieler sollte
aufhören, wenn sich sein Blatt wendet.“






Bond blickt herausfordernd zu
Salinger. „Auf einmal so vorsichtig, Mr. Salinger?“ Salinger geht nicht auf
Bonds Herausforderung ein. „Firmenphilosophie. Ich bin mir nicht sicher, ob
dieser Abend wirklich so ein Glück für sie war, Mr. Bond. Goodbye.“ Salinger
und seine beiden Bodyguards entfernen sich vom Tisch. Ivana und Bond schauen
ihm noch lange nach.






(C) Salinger geht in eine Telefonzelle in der Halle des Hotels,
die beiden Bodyguards warten davor. Er wählt eine Nummer und wartet kurz. Der
Teilnehmer meldet sich. „Ja?“






„Major Molotow? Hier spricht
Salinger.“






„Was gibt es, Salinger? Ich bin
über ihren Anruf sehr erstaunt.“






„Regulär sollte sich der Kontakt
zwischen Count Enterprises und den jeweiligen Auftraggebern auf ein Minimum
beschränken, um die Sicherheit unserer Firma nicht zu gefährden, aber ich
dachte, ich warne sie mal.“






„Warnen? Wovor?“





„James Bond ist hier in Prag. Ich
wünsche schon einmal viel Glück.“ Salinger legt auf und verlässt, gefolgt von seinen
beiden Bodyguards, schnellen Schrittes das Hotel.






***





Molotow steht von seinem
Schreibtisch auf und blickt aus dem Fenster auf eine trübe verwahrloste
Häuserfront. James Bond ist also hier. Hat Gogol also tatsächlich beim
britischen Secret Service Hilfe gesucht. Jetzt heißt es jeden Schritt noch
einmal zu durchdenken und genau aufzupassen. Count Enterprises würde die
angeforderten Maschinchen, die er für seinen Plan brauchte, erst in einer Woche
liefern. Genug Zeit also, um Bond zu liquidieren...



Molotow öffnete die Zimmertür.
„Oberst Graboff!“



Molotow dreht sich um und geht
wieder ans Fenster. Eine andere Person betritt den Raum. Molotow schaut
unbewegt hinaus. „Wissen sie wer James Bond ist, Oberst Graboff?“ Er blickt
sich kurz um. Der Oberst ist eine attraktive Frau mittleren Alters. Sie hat
genauso wie der Major eine erfolgreiche Karriere beim KGB hinter sich.






(K) Molotow: "Meine liebe Elena, Sie waren im KGB früher
für Enttarnung, Verführung und Liquidierung fremder Agenten
verantwortlich..."



Elena Graboff: "Ja."



Molotow: "Sie bekommen nun von mir endlich mal wieder die Möglichkeit, Ihr
Talent in dieser Richtung wieder einmal unter Beweis zu stellen!"



Elena: "Schön! Es macht mir doch immer so viel Freude, meine Opfer nach
mir winseln zu hören, bevor ich sie ins Jenseits befördere!"



Molotow: "Das höre ich gerne *hehe*! In Prag hält sich James Bond auf.
Sagt der Ihnen was?"



Elena: "Natürlich! Es war schon immer ein Traum von mir, mich an 007
heranzumachen, um ihn für all das zu bestrafen, was er schon alles verbrochen
hat!"



Molotow: "Gut! Bond ist sicher auf der Suche nach mir. Das heißt, dass er
sich sicher in dem Hotel hat einquartieren lassen, in dem ich vor einigen Tagen
verschwunden bin. Nämlich im Hilton. Sie werden daher ein Zimmer in diesem
Hotel nehmen und mit Bond irgendwie in Kontakt treten. Wie, ist Ihre Sache! Sie
werden ihn dann für sich gewinnen und alle Informationen herausquetschen, die
er über mich und meine Flucht hat. Sollte Ihnen das nicht gelingen, werden Sie
von höchster Stelle mit dem Tode bestraft. Ist ihnen das klar?"



Elena: "Selbstverständlich! Ich mache mich sofort auf den Weg!"



Elena Graboff hat lange rotblonde Haare, eine aufreizende Figur. Sie kann
Kampfsport aller Art und mag es, ihre Gegner mit einem gezielten Schlag auf die
Halsschlagader zu töten.

Sie verlässt nun Molotows Raum.



Molotow greift kurz darauf zum Telefon und wählt eine Nummer nach Stockholm /
Schweden.



Eine Stimme meldet sich: "Ja. Was gibt es?"



Molotow: "Hallo Odin, hier ist Thor. Salinger hat mich eben angerufen.
Bond sei in Prag. Ich habe jetzt seine Tötung durch die Walküre in Auftrag
gegeben. Wie soll ich weiter vorgehen?"



Odin: "Sie warten bis in einer Woche die Lieferung von unserer Firma Count
Enterprises kommt. Wir müssen aufpassen, dass unsere Fassade und unsere
Verschleierungstaktik mit unseren 4 Briefkastenfirmen Count Enterprises in
London, Countek Inc. in Prag, Count GmbH & Co. KG in Berlin und die McCount
Industries in Glasgow nicht auffliegen.

Wenn Bond rauskriegen würde, dass hinter diesen Firmen nur eine steht, nämlich
unsere Organisation C.O.U.N.T. (Cooperation-Of-Unlimited-Nameless-Traitors),
dann könnte das unsere gesamte Struktur auffliegen lassen und unseren großen
Plan gefährden!"



Molotow: "Da ich nun ja meinen Wechsel zu C.O.U.N.T. perfekt gemacht habe,
würde ich nun gerne auch wissen, wie der große Plan umgesetzt wird, der
eigentlich mein Plan war! Es war schließlich ausgemacht, dass ich volle
Unterstützung erhalte, sobald Puschkin tot ist. Und toter als er es jetzt ist,
wird er nicht mehr."



Odin: "Wenn Sie Ihre Zunge nicht zügeln können, Molotow, dann werden Sie
ihn in Sachen Tot sein noch sehr weit übertreffen."



Molotow: "Ich bitte um Verzeihung, Odin. Der Gaul ist mit mir
durchgegangen, da mich Bonds Aufenthalt in Prag unsicher stimmt."



Odin: "Bewahren Sie die Ruhe, Thor. Die Walküre hat noch nie versagt! Zum
Plan: Ich werde Sie nun mit den Informationen ausstatten, die Sie benötigen, um
Ihren Job zu machen. Alles andere erfahren Sie später. Ich habe über meine 4
Briefkastenfirmen Agenten aller Herren Länder zu uns überlaufen lassen. Die
beiden Firmen in London und Glasgow leitet ein deutscher Graf, die in Prag und
Berlin leitet Salinger. Die meisten der zu uns übergelaufenen Agenten gelten in
ihren Ländern als tot, aufgeflogen oder vermisst. Sie alle können sich also in
Ruhe auf ihre Aufgaben für C.O.U.N.T. konzentrieren. Sie, mein lieber Molotow,
sind einer von diesen. Wir sind inzwischen 250 Ex-Agenten aus allen
Kontinenten. Parallel dazu habe ich eine private Organisation aufgebaut, die
über Logistik und Kampfeinheiten verfügt. Wir wollen nun zum großen Schlag
ausholen. Darüber werden Sie aber erst erfahren, wenn es an der Zeit ist. Wie
dieser genau aussieht, brauchen Sie jetzt noch nicht zu wissen. Schauen Sie jetzt
erst mal, dass Bond stirbt!"



Molotow: "Danke, Odin. Ich melde mich dann kommende Woche wieder, wenn ich
mit Hilfe meiner von Count Enterprises gelieferten Ausrüstung die tschechische
Regierung gefügig mache!"



Molotow legt wieder etwas entspannt den Hörer auf. Er geht zum Fenster, blickt
die Moldau entlang und macht sich eine Zigarre an.






***





Am nächsten Morgen kommen Bond und Ivana nach einer
gemeinsamen Nacht gut gelaunt an den Frühstückstisch des Hilton-Hotels.

Sie unterhalten sich, wie sie weiter fortfahren sollten.

Da die beiden so innig in ihr Gespräch vertieft sind, bemerken sie nicht, dass
sich eine hübsche Frau mittleren Alters an den Tisch nebenan gesetzt hat und
mit dem Rücken zu den beiden sitzt, sehr wohl aber versteht, was die beiden
miteinander reden.



Bond: "Ivana, ich werde heute Vormittag die Salinger-Villa aufsuchen und
recherchieren, was mir so alles auffällt. Da gibt es sicher das eine oder
andere Interessante zu sehen."



Ivana: "Und was mache ich während der Zeit?"



Bond: "Du setzt dich mit London in Verbindung und versuchst alle
Informationen, die wir über Salinger haben, zu bekommen. Danach wartest Du hier
in der Hotellobby auf mich. Ich werde so gegen Mittag wieder hier sein."



Ivana: "In Ordnung, James!"



Die beiden verabschieden sich voneinander und Ivana übergibt Bond den Schlüssel
für den Aston Martin, der wie besprochen in der Tiefgarage steht.



Die beiden verlassen nun den Frühstückssaal und werden dabei von der Frau
beschattet, die stets in einem sicheren Abstand zu den beiden bleibt.



In der Lobby trennen sich die beiden dann am Fahrstuhl. Ivana fährt mit dem
einen hoch in ihr Zimmer, während Bond den anderen nimmt und zur Tiefgarage
fährt.

Bond besteigt nun seinen silbernen Sportwagen und verlässt die Tiefgarage. Er
biegt die Brozeny-Straße rechts hinunter. Im selben Moment biegt von links
hinter dem Hotel ein roter Porsche 911 auf die Straße herein und heftet sich an
die Spoiler des unmittelbar vor ihm fahrenden Aston Martin.



Bond fällt dies sofort auf, da er darauf geschult wurde, solche Dinge sofort zu
bemerken. Dass ihn vorhin in der Frühstückshalle sein Spürsinn verlassen hatte,
als er die junge Frau nicht bemerkte, weiß er nichts.

Bond blickt in den Rückspiegel während er von der Borzeny-Straße auf die
Straße-des-Prager-Frühlings fährt. Viel kann er von dem Fahrer nicht erkennen,
der auffällig großen Abstand zu ihm hält, aber niemanden zwischen sich und den
davor fahrenden Aston Martin Bonds reinlässt. An der Latoc-Kreuzung versucht
ein Fahrzeug, das sich auf der Linksabbiegerspur eingeordnet hat, auf die
mittlere Spur zu wechseln, auf dem Bond und sein Verfolger stehen. Der Porsche
lässt den Lada-Fahrer aus Pilsen aber nicht rüber.

Jetzt ist sich Bond sicher. Er wird verfolgt. Sonst hätte kein Anlass
bestanden, den Fahrer des Lada nicht rüber zu lassen. Nun sieht er auch, dass
sich im Auto nur eine Person befindet. Es handelt sich dabei um eine hübsche
Frau. Sie hat schon die ganze Fahrt über erfolgreich versucht, ihm auf den
Fersen zu bleiben.

Die Ampel wird nun grün und die 6 Fahrzeuge, die vor Bond stehen überqueren die
Kreuzung in Richtung Industriegebiet. Bond wartet sehr lange bis er los fährt
und nimmt dadurch auch ein Hupkonzert der ganzen Schlange hinter sich in Kauf.
Als die Ampel schon wieder auf orange umschaltet wartet er noch 1 Sekunde und
fährt dann mit quietschenden Reifen los.

Der Porsche mit der Fahrerin fährt sofort hinterher und muss unheimlich viel
Gas geben, um vor der nahenden Straßenbahn, die von rechts nach links
hergefahren kommt, die Kreuzung zu überqueren.

Bond macht gedankenschnell unmittelbar nach der Kreuzung eine Vollbremsung und
der rote Porsche schafft es nicht, rechtzeitig anzuhalten, da er auf der
Kreuzung zu schnell war, um nicht von der Bahn erfasst zu werden.

Es kracht und der Porsche ist dem Aston Martin hintendrauf gefahren. Die beiden
fahren rechts an den Rand. Sie befinden sich nun schon auf der Straße, die am
Industriegebiet vorbei zur Villensiedlung führt, in der Salinger lebt.

Schnell findet sich eine Menschenmenge um die beiden Fahrzeuge, die nur ganz
leicht beschädigt sind. Zwei so tolle Sportfahrzeuge bekommen die Arbeiter von
Prag schließlich auch nicht so häufig zu sehen.

Bond steigt aus seinem Wagen aus und läuft zum hinter ihm parkenden Porsche.

An dem öffnet sich dann die Türe und eine langbeinige Schönheit mit roten
langen Haaren steigt aus.



Bond: "Sie waren viel zu schnell!"



Die Frau antwortet: "Sie haben viel zu schnell gebremst!"



Bond: "Stellen wir uns erst mal kurz vor, bevor wir uns wieder um unsere
Autos kümmern. Mein Name ist Bond. James Bond!"



Die Frau erwidert: "Mein Name ist Elena Graboff! Was machen wir jetzt mit
den Wagen. Ich hatte noch nie einen Unfall und weiß gar nicht, was man da
macht?!"



Bond: "Wir besprechen alles weitere bei einer Tasse Kaffee, würde ich
sagen. Einverstanden?"



Elena: "Das hört sich gut an!"





Bond: "Dann lassen Sie Ihren
Wagen mal hier stehen und steigen kurz bei mir ein. Mein Wagen hat ja nur ein
paar Kratzer abbekommen."



Die beiden fahren dann ein paar hundert Meter weiter und erkennen schließlich
das Schild eines Cafes, in das sie dann auch sofort einkehren.



Bond bestellt einen Capuccino, seine Begleiterin einen Latte Macchiato.



Bond: "Ich nehme die Schuld auf mich und gebe Ihnen 1000 britische Pfund
für die Reparatur Ihres Wagens."



Bond zückt seine Brieftasche und übergibt Elena einen großen Schein.



Elena: "Warum tun Sie das? Sie hatten doch gerade noch gesagt, ich sei
schuld."



Bond: "Ich denke, das es so besser ist, als wenn wir es auf die
Versicherung ankommen lassen würden. Sie dürfen mir aber dafür die Stadt etwas
vorstellen. Ich bin zum ersten Mal in Prag. Ich hoffe, Sie haben Zeit?"



Elena: "Ja, das können wir gerne machen. Wofür interessieren Sie sich denn
am meisten?"



Bond: "Das Villenviertel soll sehr schön sein. Insbesondere das Haus von
Otto Salinger? Sagt der Ihnen was?"



Elena: "Nein! Noch nie gehört!"



Bond fallen dabei die Schweißperlen auf, die sich ganz leicht auf der Stirn der
Frau bilden. Und die unsichere Art, mit der sie ihm nicht mehr in die Augen
sieht.

Er weiß jetzt, mit wem er es zu tun hat und dass er einen Punkt erreicht hat,
an dem es Hopp oder Top gibt.

Und Bond liebt solche Punkte und beliebt es, die Sache als Sieger zu beenden.

Während Elena kurz auf der Toilette ist, mischt Bond ihr 5 Schlaftabletten in
den Kaffee.

Als die beiden Zahlen merkt Elena, wie sie immer müder wird. Sie schafft es mit
letzter Kraft auf den Beifahrersitz des Aston Martins.

Bond hat sein erstes Etappenziel erreicht. Jetzt muss er es nur noch schaffen,
ihr die nötigen Informationen zu entziehen.






(Z) Um seine Tarnung vorläufig aufrecht zu erhalten fragte Bond
Elena, ob er sie zum Arzt fahren könne. Doch sie war schon zu müde, um zu
antworten. Bond ließ daraufhin seinen Aston Martin an und rollte vom Parkplatz
des gut besuchten Cafes. Er betätigte einige Knöpfe an der Mittelkonsole seines
Fahrzeuges und ein Navigationssystem erschien mit leichtem Summen aus dieser.
Das Navigationssystem wurde über einen integriertes Touchpad gesteuert. Er gab
unter der Kategorie "Stichwort" "Villenviertel" ein. Nach
wenigen Sekunden konnte er seine Aufenthaltsort auf der Karte sehen. Das
Villenviertel war nicht mehr weit, sodass er die Fahrt durch Prag, vorbei an
der Moldau, die in der Herbstsonne rötlich schimmerte, langsam angehen ließ. Er
fuhr vorbei an den prunkvollen Gebäuden der Gründerzeit, was darauf schließen
lassen konnte, dass das Villenviertel und damit auch Salingers Domizil nicht
mehr weit sein konnte. Ein Blich auf das Navigationssystem bestätigte Bonds
Eindruck. Er fuhr eine kleinen Hügel hinauf, an dessen Ende sich eine kleine
Mauer befand auf der "Cario Park" stand. Hier musste es also sein.
Bond schaltete sein Navigationssystem aus und suchte fieberhaft nach Salingers
Villa. Elena hingegen schlief weiterhin tief und fest. Bond wollte gerade links
in eine Gasse einbiegen, als in ein Mann mittleren Alters anhielt. Bond
musterte ihn und bemerkte seine auffallend stämmige Figur. Der Mann sprach ihn
an: "Sie sehen so aus , als sein sie auf der Suche"! "Das ist
richtig. Ich suche die Villa von Otto Salinger, können sie mir
weiterhelfen?" "Durchaus. Fahren sie zweimal links einmal rechts und
dann immer geradeaus. Dann können sie die Villa nicht mehr verfehlen"!
"Vielen Dank und einen schönen Tag noch", erwiderte Bond freundlich.
Bond musterte den grobschlächtigen Hünen erneut und es fiel Bond auf, dass der
Mann eine auffallend große Kette trug. Die Kette bestand aus einem weißen
Pferd, vermutlich ein Schimmel. Über dem Pferd befanden sich die Initialen
O.S., Bond bedankte sich erneut für die freundliche Hilfe und fuhr davon. Nach
wenigen Minute gelangte er zur Villa Salingers. Die Reifen seines Astons
knirschten, als er über die weißen Kieselsteine fuhr. In der Mitte des riesigen
Gartens, den die Kieselsteinwege zu beiden Seiten umrahmten, stieg eine große
Wassersäule aus dem Springbrunnen hervor. Bond parkte seinen Aston Martin und
betrachtete die Villa. Der Eingang wurde durch sechs römische Säulen verziert.
Das Dach wurde durch einen weißen Schimmel verziert, darüber Salingers
Initialen. Bond dachte kurz nach: Konnte es Zufall sein, dass er durch einen
Mann, ebenfalls mit dem Wappen Salingers bekleidet, extra angehalten und zur
Villa gelotst wurde; konnte es Zufall sein, dass die immer noch schlummernde
Elena so lange auf der Toilette war. Bond zog jede Möglichkeit in Erwägung und
kam zu dem Schluss, dass Elena womöglich eine Nachricht abgeschickt hatte. Er
war in eine Falle getappt. Bond wollte gerade zu seiner Walther greifen, als
ihm von hinten eine Waffe in den Rücken gepresst wurde.



"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:27

(K) Bonds ursprünglicher Plan, die Villa Salingers kurz zu
inspizieren, und danach mit Elena zurück ins Hotel zu fahren, um sie dann
auszuquetschen, scheint dahin.

Er wollte anhand der Inspizierung von Salingers Villa nachher Elenas Aussagen
auf Richtigkeit überprüfen.

Schon jetzt wird ihm aber seine Unvorsichtigkeit bewusst.

Dieser und 1000 andere Gedanken gehen ihm durch den Kopf, während er versucht
sich umzudrehen, um seinem Peiniger ins Gesicht zu sehen.

Eine kräftige Hand greift ihm aber sofort auf den Kopf, um die ursprüngliche
Haltung wieder herbeizuführen, so dass es Bond nicht möglich ist, zu sehen, was
hinter seinem Rücken passiert.



Auf einmal ertönt Elenas Stimme.



Elena: "Bond, für wie blöd halten Sie mich eigentlich? Ich lasse Sie mit
meinem Kaffee alleine und trinke ihn dann noch aus? Pah..."



Bond: "Ich verstehe nicht!"



Elena: "Das tun Sie sehr wohl! Ich war nicht auf der Toilette. Ich habe
sie 3 Minuten lang beobachtet, bevor ich von meinem angeblichen
Toilettenaufsuchen wieder zurückgekommen bin. In dieser zeit habe ich mich auch
mit unseren Leuten in Verbindung gesetzt, dass sie uns beide im Aston Martin
beschatten sollen. Sie hätten also keine Chance gehabt, egal, was Sie gemacht
hätten. Ich habe vom Toiletteneingang aus auch sehr wohl gesehen, dass sie mir
Tabletten in den Kaffee getan haben. Den Kaffee habe ich in den Blumentopf
geleert, der neben unserem Tisch stand, während sie den Ober hergerufen haben
und ihn nach der Rechnung gebeten haben. Tut mir leider Mr. Bond, aber die
Runde geht wohl an mich!"



Elena fordert nun Pavel, den stämmigen Mann, der Bond mit der Waffe bedroht,
auf, ihn in die Villa zu bringen.

Bond bemerkt jetzt, dass es derselbe Mann ist, der ihm eben den Weg gezeigt
hat.



Das große goldene Tor des Vorhofes zur Villa öffnet sich. Bond geht mit Pavels
Waffe im Rücken hindurch. Zur selben Zeit fährt Elena mit Bonds Aston Martin
auch hindurch und das kräftige Tor verschließt sich wieder hinter den Dreien.



Von jenseits der 6 pompösen Säulen kommt eine Person herunter. Bond kann Sie
zuerst nicht richtig erkennen.

Dann hört er eine Stimme: "Hallo Bond! Ich sagte ihnen doch, dass unser
Treffen für Sie nicht mit endlosem Glück verbunden ist!"



Es ist Otto Salinger.






(C) Salinger grinst. „Nun sehen wir ja, dass sich die vorsichtige
Spielweise rentiert hat. Sie waren unvorsichtig Mr. Bond und haben diesmal zu
hoch gepokert.“ Bond erwidert nichts. Auf eine Handbewegung von Salinger hin,
fährt ein Jeep vor. Ein Mann steigt aus. „Mr. Bond sie sind am Ende. Auch am
Ende ihrer Suche. Darf ich sie mit Major Molotow bekannt machen?“






Molotow blickt verächtlich zu
Bond. „Es wird nur ein kurzes Vergnügen sein, fürchte ich.“






Salinger wendet sich Molotow zu.
„Sie werden ihn zum Gestüt fahren und dort beseitigen. Ach ja und offiziell
waren sie nie hier!“ „Es wird ein einmaliges Schauspiel werden.“ Molotow lacht
dreckig.






Molotow, Pavel und Bond steigen in
den Jeep und fahren los. Salinger, der sich das Vergnügen nun doch nicht
entgehen lassen will, steigt zu Elena in den Aston Martin und fährt mit ihr
hinterher.






***





Am Gestüt angekommen geht Elena
sofort in die Ställe, während Bond von Pavel und Molotow gefesselt und mit
einem Strick, der Bond etwas an Reichweite lässt, an eine Trainingshürde auf
der Übungswiese gebunden wird. Molotow und Pavel gehen zurück zu den Stallungen
und zum Aston Martin, in dem immer noch Salinger sitzt. Bonds Körper spannt
sich in fieberhafter Erregung an, während er überlegt, was wohl nun kommt und
wie er sich befreien könnte.






Bond schaut zu den Ställen hinüber
und findet seine Überlegungen aufs Grauenvollste bestätigt. Eine Herde weißer
Schimmel stürmt aus den Ställen auf ihn zu, auf dem größtem sitzt Elena ohne
Sattel und treibt die anderen an. Bond soll tot getrampelt werden!






Die Pferde nähern sich, Bond weicht
aus, so gut er kann. Was für ein irrsinniges Glück, kein einziges Pferd hat ihn
berührt. Doch schon sammelt Elena die Schimmel wieder zum nächsten Ansturm.
Bond brauchte dringend einen Fluchtplan, früher oder später würde er von den
Hufen erwischt werden. Er sieht wie sich die Herde wieder beschleunigt. „Lass
jetzt auch die Hunde los“, weist Molotow Pavel an.






Die Herde bricht wieder über Bond
herein, er versucht auszuweichen, ein stechender Schmerz! Bond wurde von einem
Huf am Arm gestreift, Blut sickert über den zerfetzten Ärmel. Auf einmal ein
Ruck, der Strick löste sich, ein Pferd war in vollem Galopp dagegen gerannt und
hatte es dadurch in der Mitte zerrissenen. Elena fluchte als sie die Schimmel
wieder zusammentrieb. Aber Bond blieb keine Zeit zum Ausruhen, die Hunde hatten
ihn zähnefletschend erreicht. Der größte kam direkt auf ihn zu, Bond hob die
gefesselten Arme zur Abwehr. Das Gebiss des Hundes streifte seine Hand und
ritzte die Haut auf. Der Hund biss zu, doch Bond reagierte blitzschnell und der
Hund erwischte nur die Fesseln. Bond war wieder gänzlich frei! Schnell griff er
zu seiner Armbanduhr und aktivierte den Laser. Der Hund heulte auf und fuhr
getroffen zurück. Das Rudel war irritiert und wich ebenfalls nach hinten.
Blitzschnell richtete Bond sich auf und versuchte zum Aston Martin zu flüchten,
während Elena mit den Pferden wieder näher kam.



Salinger startete nun den Motor
und war drauf und dran Bond voll zu überfahren. Bond passte den richtigen
Augenblick ab, sprang vorne auf die Motorhaube, schlug Salinger durch das
geöffnete Fahrertürfenster bewusstlos und kletterte in den Wagen, während er
gleichzeitig Salinger auf den Beifahrersitz schob.



Der Aston Martin raste über das
Feld, vorbei an der wutschnaubenden Elena, die sofort die Verfolgung aufnahm.
Molotow, der in den Jeep gestiegen war, verfolgte Bond nun ebenfalls.



Bond blickte sich um, zur Rechten
sah er einen See, auf den er nun zusteuerte. Bond schloss das Fenster der
Fahrertür. Vielleicht gelang es ihm, seine Verfolger zu täuschen. Es musste ihm
einfach gelingen! Er beschleunigte, segelte mit dem Aston mit einem großen Satz
über das Ufer und klatschte mitten im See auf der Wasseroberfläche auf. Als der
Wagen nun langsam anfing zu sinken, aktivierte Bond das Tauchsystems des Aston
Martins. Der See war zum Glück zum Tauchen tief genug, doch Bond musste
aufpassen, dass er nicht zu tief ging, denn der Grund des Sees war sehr
schlammig. Als Bond den Wagen in guter Position hatte, lehnte er sich erst
einmal zurück und verband seine Wunden.



Molotow und Elena waren am Ufer
gestoppt und blickten nun auf den See. Als der Aston vollständig untergegangen
war meinte Elena: „Das war aber eine schwere Geburt.“ „Es war wohl eher das
Gegenteil einer Geburt, aber immerhin sind wir ihn jetzt los.“ Molotow und
Elena wandten sich ab.






Bond wartete einige Zeit und
tauchte erst wieder auf, als er sich wirklich sicher fühlte. Nun schwamm der
Aston wie ein gewöhnliches Motorboot auf dem Wasser. Bond öffnete die
Beifahrertür und warf den immer noch bewusstlosen Salinger hinaus, nachdem er
ihm noch einen Schlüsselbund abgenommen hat. „Ich sagte doch, ich beende ihre
Glückssträhne.“



Bond steuerte zu einer passenden
Stelle am Ufer, aktivierte wieder die Räder, als er festen Untergrund spürte
und fuhr auf einer Landstraße davon.






Während er immer tiefer zum Grund
das Sees sank erwachte Salinger und begann zu strampeln und versuchte an Höhe
zu gewinnen, doch es war zu spät, die Algen hatten schon seine Beine
umschlungen und er wurde immer tiefer in den Schlamm des Sees gezogen.






***





(Z) Inzwischen fuhr James Bond mit seinem nun etwas
verschmutzten Aston Martin Vanquish die Gassen, vorbei an der Burg Hradschin,
entlang und suchte eine Telefonzelle auf, um mit M in Kontakt zu treten. Als
Bond in eine nahe gelegene Telefonzelle ging, drehte er sich noch einmal um und
drückte einige Knöpfe an seinem Schlüsselbund. Er hörte ein leichtes Knacken,
die Blinker leuchteten dreimal auf, das Auto war verschlossen.



„Nach den letzten Stunden hier in Prag kann man nicht vorsichtig genug sein“,
bewertete Bond die Lage.



Bond wählte eine Nummer und eine Stimme begrüßte ihn:



„Universal Exports, was kann ich für sie tun?“



„Ich würde gerne den Chef sprechen, leider ist mein Auto kaputt, deshalb rufe
ich aus der Telefonzelle mit der Standortnummer 007 an.“



Die Stimme verstand den Code, und leitete Bond direkt in M’s Büro weiter.



„Wenn sie einen Pannendienst brauchen sind sie bei mir an der falschen
Adresse“, begrüßte M Bond in ihrer bekannt kühlen Art.



„Sie müssen wissen, was sich vor einigen Minuten hier ereignet hat“, entgegnete
Bond.



Bond fuhr fort und erläuterte M den Sachverhalt.






***





(C) Währenddessen wartete Ivana unruhig in der Hotellobby auf
Bond und steckte sich die zweite Zigarette an. Als sie Bond durch die Drehtür
kommen sah, ging sie erleichtert auf ihn zu. „James, du bist spät. Ich habe
jetzt alle Informationen über Salinger, die wir in den Akten haben.“
„Entschuldige meine Verspätung, Ivana. Es dauert halt etwas, wenn man für seine
Gegner sterben will.“ „Ich verstehe nicht.“ „Ich erkläre es dir oben. Die Akten
werden wir wohl nicht mehr brauchen. Salinger ist bei dem Versuch mich zu töten
baden gegangen. Wir werden seine Villa diese Nacht durchsuchen. Salinger hat
mir großzügigerweise seine Schlüssel vermacht, bevor er von uns ging.“ Bond und
Ivana gehen durch die Halle zum Aufzug.






***




Abends in Asgard, dem
Hauptquartier von C.O.U.N.T., Stockholm.



In einer großen, dunklen, hohen
Halle mit schwarzen, goldverzierten Säulen und Fellen an den Wänden sitzen an
einem langen soliden Eichentisch die Führungsmitglieder von C.O.U.N.T.. Auf
einem großem Monitor an der hinteren Wand sieht man von hinten einen Sessel, in
dem ein grauhaariger Mann an einem Schaltpult sitzt. Vor ihm sind ebenfalls
Monitore, die zur Zeit die Konferenzhalle zeigen. Die Tür der Halle öffnet
sich, Elena und Major Molotow treten ein und setzen sich. Die Stimme des
grauhaarigen Mannes ertönt in der Halle. „Nun, da wir endlich vollzählig sind,
können wir über unser aktuelles Großprojekt sprechen. Thor, sie haben als
Projektleiter nun das Wort. Was gibt es Neues aus Prag zu berichten?“






Molotow aktiviert per Knopfdruck
das Mikrofon, das vor ihm, wie auch vor allen anderen, steht. „Ich fange mal
mit der schlechten Nachricht an. Salinger ist tot und Countek Inc. muss neu
organisiert werden. Als gute Nachricht habe ich zu melden, dass Salingers Tod
auch gleichzeitig Bonds Tod war. Er wird uns nicht mehr belästigen.“






„Das freut mich zu hören. Dann
steht der Durchführung dieses Projektes ja nichts mehr im Wege. Count Enterprises
hat die Nornen bereits jetzt schon geliefert. Sie befinden sich zur Zeit in
Midgard. Von dort werden sie auch agieren, Thor. Wir sind also unserem Zeitplan
weit voraus. Sie werden morgen früh zusammen mit der Walküre und unseren
Elitekämpfern Hugin und Munin nach Midgard aufbrechen. Balder, Dr. Martin
Aston, ist schon dort und wird das Unternehmen technisch und wissenschaftlich
überwachen.“






„Sehr wohl, Odin.“ Molotow
schaltet sein Mikrofon wieder ab.






„Wenden wir uns wieder anderen
Dingen zu. Ich erteile Freyja das Wort. Wie steht es um unsere Doppelagenten
beim CIA?“






***





Derweil haben Bond und Ivana im
nächtlichen Prag Salingers Villa erreicht.



(Z) James Bond und Ivana Kantec hockten, in schwarzen
Ganzkörperanzügen gekleidet, hinter einer Hecke, die sich an den Garten, der
direkt hinter der Villa Salinger lag, anschloss. Bond spähte über das
Grundstück, welches von Statuen nur so protzte, konnte jedoch niemanden
erkenne. Vielleicht waren aber doch die ein oder anderen Schläger hier
geblieben, sodass er Ivana ein Zeichen gab, sich bis zur nächsten Statue
vorzuschleichen, hinter der sie erneut Deckung suchten. Nach wenigen Minuten
erreichten sie die Rückwand der Villa Salinger und prompt hörte Bond Stimmen.
Er schob sich vorsichtig an der Hinterseite der Villa entlang zur Ecke und
lugte an dieser vorsichtig vorbei. Er konnte zwei Männer sehen, jeweils mit
einer Magnum bewaffnet, erkennen.



„Elena, schnell, komm her“, befahl er



Elena schlich sich leise an Bond heran. Bond zog sich eine Baseball-Kappe mit
russischer Aufschrift an und schritt um die Ecke, während Elena an einem
Gitter, welches an der Villa angelehnt war, versuchte einen nahegelegenen
Baldachin zu erreichen. Dies gelang ihr auch. Der Baldachin wurde nicht
bewacht, sodass sie in die Hocke ging, um die Aktion Bonds mitverfolgen zu
können.



Bond, der sich als Handlanger ausgab sprach die beiden Wächter an: „Ich habe
gerade auf diesem Gelände gerade zwei Eindringlinge ausgemacht.“



Bond zeigte mit seinem Finger in die Landschaft und versuchte den Wächtern
ihnen sein weiteres Vorgehen zu erklären. Doch das war nur eine Täuschung. Mit
einem gewagten und präzisen Sprung landete Ivana hinter den Wächtern, die
zunächst völlig verwirrt waren. Bond versetzte dem einen Wächter einen
gezielten Magenschlag, sodass dieser gekrümmt zu Boden fiel. Ivana schlug dem
zweiten Wächter mit der Faust ins Gesicht. Er sackte zu Boden, sodass der Kampf
nach wenigen Sekunden zu Gunsten Bonds und Ivanas Gunsten beendet war.



„So, dass hätten wir“, flüsterte Bond zu Ivana.



„Wir sollten jetzt endlich in Salingers Büro eindringen“, fuhr Ivana fort.



Nach wenigen Minuten erreichten Bond und Ivana das Büro.



„Warum konnten wir so ungehindert in das Büro eindringen ?“, fragte Bond Ivana



„Vielleicht ist es ja eine Falle“, versuchte Ivana eine Antwort auf Bonds Frage
zu finden.



Bond sah sich in Salingers Büro, dass von Bildern sämtlicher Künstler nur so
wimmelte, um.

Im hinteren Viertel befand sich ein Schreibtisch mit Sicht auf das
Rasengrundstück der Villa. Das edle Kirschholz, dass gerade frisch gebohnert
worden sein musste, schimmerte im Mondlicht, das in das Büro fiel. In diesem
Moment gab Ivana Bond ein Zeichen. Bond drehte sich um und wurde von Ivana auf
eine Kamera hingewiesen, die in der hintersten Ecke des Büros hing. Bond
reagierte sofort und schlich sich unter die Kamera, um das Verbindungskabel zu
kappen.

Aber es war schon zu spät. Bond vernahm Stimmen, die immer näher zu kommen
schienen. Ivana versteckte sich neben dem Kamin, der noch ein wenig Wärme Preis
gab, sodass man sie nicht sehen konnte. Aber Bond?



Eine stämmige Gestalt betrat den Raum. Sie hielt eine Browning in der Hand und
eine Taschenlampe. Die Gestalt leuchtete durch den Raum, konnte aber niemanden
ausmachen. Doch als sie gerade wieder die Tür verlassen wollte, vernahm sie ein
Geräusch neben dem Kamin, dem Versteck Ivanas. Ivana fiel ihre Waffe aus dem
Halfter, sodass sie polternd auf den marmornen Boden fiel. Ivana streckte ihren
Körper halb aus dem Versteck, als die Gestalt die Waffe auf sie richtete. Das
hätte ihr Ende sein müssen.



Doch in diesem Moment schwang sich Bond aus seinem Versteck in den hölzernen
Querverstrebungen der Decke und landete mit seiner Walther im Anschlag direkt
hinter der Gestalt.



Es war Pavel.



(A) "So sieht man sich wieder, Pavel"

Bond drückte ihm den kalten Stahl in den Rücken, während Ivana ihre Waffe
aufhob. "Sagen Sie ihren Freunden da draußen, dass alles in Ordnung
ist". Er presste die Walther an Pavels Schläfe.



"Mr. Bond. Sie leben also noch?" Pavel war erstaunt die stimme des
Mannes zu hören, der noch vor ein paar Stunden mit seinem Aston Martin im See
untergegangen war.



"Die Fragen stelle ich, Pavel!" Bond nahm Pavel die Browning aus den
hochgenommenen Händen. "Geben Sie endlich Entwarnung oder Sie riskieren
ein Loch in ihrem Schädel...und das wäre jammerschade, denn ich habe noch ein
paar Fragen an Sie! Setzen Sie sich doch!"

Bond drückte ihn auf einen alten Eichenstuhl, der in der Nähe des Kamins stand.




Ivana war inzwischen mit einem Schloss am Schreibtisch beschäftigt. Zuvor hatte
sie das Kamerakabel gekappt. Pavel leistete inzwischen widerwillig der
Aufforderung von Bond Folge und benachrichtigte die Wachzentrale durch ein
Mikrofon in seinem Kragen "Hier ist Pavel! Falscher Alarm. Im
Arbeitszimmer ist alles OK!"



Bond riss ihm das Mikrofon aus dem Kragen, damit er keine weiteren Nachrichten
senden konnte. "Schön Pavel, ich hätte nie gedacht, dass Sie so kooperativ
sein können. Also ich frage Sie nur einmal..."



Bond wurde von Ivana unterbrochen. Sie hatte inzwischen das Schreibtischfach
geöffnet, aber es war bis auf ein paar Kugelschreiber und Autoschlüssel für
etwa 10 vermutlich geschmuggelte Audi A6 leer. Also sah sie sich genauer um und
fand ein Bild, das Stockholm im Frühling zeigte und einen verdächtig dicken
Rahmen hatte. Dahinter befand sich, wie so oft in Nobelvillen, ein Safe.



Bond kam zu ihr herüber und betrachtete den Safe. "Keine Sorge, Ivana, das
haben wir gleich." Bond holte ein Gerät von Q aus seiner Tasche. Es hatte
ihm schon damals bei der Sache mit Drax gute Dienste geleistet.





Allerdings war er so mit dem Safe
beschäftigt, dass er nicht auf Pavel achtete, der immer noch auf seinem
Eichenstuhl saß. Auch Ivana bemerkte nicht, wie er langsam zu seinem Knöchel
griff und eine zweite, kleinere Pistole hervorzog.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:28

(K) Pavel will die Pistole ganz langsam am Körper entlang neben
der Hüfte positionieren, um so mit möglichst wenig Bewegungen und somit
möglichst geringer Gefahr, bemerkt zu werden, Bond und Ivana erschießen.

Bond will sich just in diesem Moment umdrehen, da er sein Werkzeug beiseite
legen möchte, weil er den Tresor inzwischen geöffnet hat.

Er bemerkt jetzt, wie Pavels rechte Hand an dessen Oberschenkel entlang
gleitet. Bond nimmt sofort Ivana bei der Hand, greift in den Tresor, entnimmt
diesem ein Couvert und reißt Ivana dann zur Seite.

Pavels Schuss trifft einen halben Meter über dem Tresor in die Holzwand.

Pavel rennt kurz danach durch die Türe, die ins Innere des Hauses führt davon,
da er Bonds Antwort erwartet.

Bond flüchtet aber mit dem Couvert in der einen Hand und Ivana in der anderen
nun durch einen Hinterausgang.

Sie laufen über einen prächtigen Garten, der schön gemäht ist und seltenste
Pflanzen enthält. Bond interessiert sich recht wenig dafür, dass Salingers
bengalische Zierrosen zertrampelt werden, während die beiden in Richtung der
Hecke flüchten, von der sie ins Gelände eingedrungen waren.

Hinter der Hecke und einem Eichenhain steht mit einigen Zweigen notdürftig
bedeckt Little Nelly 2.

Bond und Ivana sind 2 Stunden zuvor mit Little Nelly 2 durch die Luft gekommen,
da sie gedacht hatten, dass die Straßen zu Salingers Villa nach dessen Tod von
seinen Mitarbeitern nun besonders gut bewacht werden würden.



Bond war daher mit seinem Aston Martin in ein Waldstück am Rande von Prag gefahren
und hat dort an einer Lichtung Little Nelly 2 zusammengebaut. Man hatte bei
Little Nelly im Gegensatz zur ersten Ausfertigung an einen 2. Sitzplatz
gedacht, der sich direkt hinter dem des Fahrers befindet.



Bond befreit sein Flugobjekt nun von den Zweigen und hilft Ivana auf den Platz
hinter ihm. Er steigt sofort auf den Fahrerplatz und setzt die Maschine in
Bewegung.



Pavel läuft zur selben Zeit durch das Haus und trommelt alle Mann zusammen. Sie
laufen nun alle gemeinsam zu Salingers Büro und sehen, dass die Hintertür
geöffnet ist, Sie laufen hinaus und überqueren den Rasen. Es fällt ihnen nicht
schwer zu erahnen, wo Bond und Ivana hingelaufen sind, da sie das zertretene
Blumenbeet sehen.

Im selben Augenblick hören die Verfolger von jenseits der Hecke, die das Haus
umgibt, ein lautes Geräusch. Es erhebt sich ein Lichtschein über die Eichen,
die hinter der Hecke stehen.

Pavel erkennt, dass es ein kleines Flugobjekt sein muss. Er erblickt Bond.
Sofort erteilt er seinen 3 Kollegen den Befehl, umzukehren, um über die Veranda
zum Hubschrauberlandeplatz zu gelangen.

Dort angekommen springen die 4 Männer sofort in einen schwarzen Hubschrauber
neueren Baujahres.

Bond ist mit Ivana in Little Nelly 2 gerade im Aufstieg und beobachtet die
Szene, während er versucht, seine Nelly so zu wenden, dass er in Richtung des
Waldstücks fliegen kann, in dem er seinen Aston Martin geparkt hat.

Der mit allen Extras ausgestattete Hubschrauber Salingers steigt enorm schnell
in die Höhe. Er schlägt sofort die Richtung von Bonds Nelly ein und nimmt die
Verfolgung auf. Bond bemerkt im Rückspiegel, dass sich der schwarze
Hubschrauber sehr schnell nähert. Pavel sitzt am Steuer und bedient die
Maschinengewehre, die an den Kufen des Hubschraubers angebracht sind.

Bonds Fluggeschick ist es zu verdanken, dass die vielen Attacken von Salingers
Elitehubschrauber noch nicht gefruchtet haben.

Pavel ist die Freude richtig anzumerken, die er empfindet, während er mit
seinem High-Tech-Hubschrauber der kleinen Nelly Bonds hinterher jagt. Mit einem
kaltblütigen Grinsen setz er seinen Hubschrauber über Little Nelly und gibt
seinen 3 Gehilfen den Auftrag, ein festes dickes Netz, das sich im Laderaum des
schwarzen Hubschraubers befindet, auf die Nelly abzuwerfen, um deren Propeller
zum Stillstand zu bringen. Die 3 Killer werfen das Netz ab und dieses
verheddert sich in den Rotorblättern von Bonds Little Nelly. Sofort übernimmt
Ivana die Initiative und löst ihren Sicherheitsgurt auf dem Beifahrersitz. Ohne
zu überlegen, klettert sie auf ihren Sitz, während sie sich mit einer Hand an
Bonds Sitz festhält und mit der anderen versucht, das Netz zu lösen, bevor es
die Rotorblätter zum Stillstand bringt.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, da Ivana aufpassen muss, dass sie nicht von
den Rotorblättern berührt wird. Außerdem ist der Gegenwind unheimlich stark, da
er Ivana ungebremst entgegenströmt und sie leicht ins Ungleichgewicht bringen
könnte.

Pavels schwarzer Hubschrauber platziert sich nun neben Little Nelly. Einer der
3 Killer, die sich im hinteren Teil des Hubschraubers befinden, setzt sich nun
an die MG, die an der Eingangstür befestigt ist. die Tür steht auf, so dass
alle 3 sehen können, wie Ivana versucht, das Netz zu lösen. Der Bursche an der
MG nimmt genau Maß und trifft Ivana an dem Arm, mit dem sie sich an Bonds Sitz
festhält. Sie verliert das Gleichgewicht und stürzt auf die Seite. Bond
versucht, sich schnell umzudrehen, um Ivana zu helfen, schafft es aber nicht,
ihre Hand zu greifen. Sie rutscht immer mehr auf die Seite und kann sich nur
noch an dem Netz festhalten, das sie mit der anderen Hand von den Rotorblättern
zu lösen versucht hat.

Das Netz, das von Ivana zuvor schon sehr gut von den Propellern getrennt worden
war, hängt aufgrund dessen nur noch an einem sehr dünnen Seil. Die Rotorblätter
können sich zwar nun wieder gut drehen, jedoch ist Ivanas Halt dadurch viel
schlechter.

Pavels schwarzer Hubschrauber hat sich derweil Little Nelly gut genähert. Der
Mann an der MG feuert nun einen zweiten Schuss ab und trifft Ivana im Rücken.
Sie verliert nun endgültig den Halt und rutscht ab. Mit letzter Kraft packt sie
das Netz und verliert dann das Bewusstsein. Das Netz fest in der hand fällt sie
nun von Little Nelly hinunter und rettet somit das Leben von 007, während sie
ihr eigenes verliert.

Bond, der dem ganzen untätig zusehen musste, da er seinen Fahrerplatz nicht
verlassen konnte, entschließt sich nun mit dem Wut der Verzweiflung und dem
Schrecken von Ivanas Tod in Gedanken vom Gejagten zum Jäger zu werden.

Er manövriert mit einer geschickten Bremsung seine wendige Nelly hinter den
größeren und daher schwerfälligeren Hubschrauber Pavels. Dieser verliert
dadurch den Überblick und schaut in alle Spiegel, um Bond zu orten, kann ihn
aber nirgends erkennen. Er gibt seinen Leuten an, zu den Rückfenstern zu gehen,
um dort zu schauen, ob sich Bond hinter sie geschlichen hätte. Und wenn es so
wäre, so sollten sie ihn endgültig abknallen. Pavels verächtliches Lachen für
Ivanas Tod und für Bonds Versuche, seinem Superhubschrauber zu entkommen,
grenzt schon an Perversion.

Die 3 Helfer Pavels wollen sich nun an der offenen Türe vorbei, von der aus
Ivana mit der MG ermordet wurde, zu den Rückfenstern begeben. In diesem Moment
fliegt Bonds Little Nelly zur Höhe dieser geöffneten Türe. Pavel hatte zuvor
seinen Hubschrauber verlangsamt, da er Bond verloren hatte. Nur deshalb ist es
Bond möglich, am Hinterteil Pavels Hubschraubers vorbeizufliegen, um zur
offenen Türe zu gelangen.

Die 3 Männer blicken nun wie verdutzt in Richtung Bond. Der vorderste von ihnen
will seine Pistole zücken und der zweite versucht, die MG zu erreichen, mit der
Ivana erschossen wurde, um damit auch Bond zu eliminieren.

Bond wendet Little Nelly nun zur Seite und drückt auf einen Knopf seiner
Verteidigungsarmatur. Die MG, die sich unterhalb von Bonds Fahrersitz befindet,
geht los und tötet alle 3 Mann.

"So, jetzt nur noch Du und ich!" dachte Bond und meinte Pavel.

Pavel, der das Unglück seiner 3 Kameraden mitbekommen hat, beschleunigt nun
wieder sehr stark und hängt Bonds Nelly ab.

Mit einem gekonnten Wendemanöver dreht Pavel seine Maschine um 180°, nachdem er
gute 200 Meter Vorsprung rausgeholt hatte.



Die 2 Gegner stehen sich nun Angesicht in Angesicht gegenüber.



Pavel, der mit seinem Hubschrauber noch ein wenig rückwärts fliegt, da der
Schwung aufgrund der hohen Geschwindigkeit so groß war, versucht nun die
Angriffsmaschinerie seines Hubschraubers wieder in Gang zu setzen.

Diesen Moment, als Pavel seine Armaturen in Bewegung setzen möchte, nutzt Bond,
um mit einem kleinen Knopf das Sprühen einer schwarzen Farbe auszulösen. Da
Pavels Hubschrauber wegen des 180°-Wendemanövers enorm an Geschwindigkeit
verloren hatte, reicht der Strahl der schwarzen Farbe bis zu der Scheibe des
schwarzen Hubschraubers.

Pavel blickt nun wieder von den Armaturen hoch und kann nichts mehr durch seine
nunmehr schwarze undurchsichtige Scheibe hindurch erkennen.

Bond kann daher unbeobachtet zur Seite von Pavels Hubschrauber fliegen. Mit den
starken Saugnäpfen, die an Little Nelly 2 installiert wurden, heftet er sein
Flugobjekt an den schwarzen Hubschrauber Pavels.

Dieser ist so sehr damit beschäftigt, seinen großen Hubschrauber trotz der
geschwärzten Scheiben unter Kontrolle zu bekommen, dass er nicht bemerkt, dass
Bond durch die geöffnete Türe, vorbei an der MG, in den Hubschrauber dringt.

Bond geht schnurstracks zur Fahrerkabine und hält Pavel seine Walther PPK an
den Hinterkopf. "Schöne Grüße von Ivana" murmelnd drückt er ab.

Pavel sackt mit einem perversen Lächeln zusammen als ob er selber diesen Tod
als gerecht empfinden würde, wenn er auf die lange Liste seiner Morde
zurückblickt.

Bond hat für den toten Pavel keinen Sinn und begibt sich wieder schnell nach
hinten.

Er verschwindet wie er hereingekommen war und steigt wieder in seine Nelly.

Durch die starke Geschwindigkeit, die der nun fallende schwarze Hubschrauber
hat, haben sich aber die Saugnäpfe von Bonds Nelly so sehr an den Hubschrauber
angepresst, dass sie sich nicht mehr lösen lassen.

Bevor es zu spät ist, packt Bond seinen Notfallschirm, legt ihn sich um und
springt ab. Hätte er noch 3 Sekunden länger versucht, Nelly loszueisen, wäre
der Weg zum Boden zu kurz gewesen, um den Fallschirm noch benutzen zu können.

Dem Tode gerade noch rechtzeitig entkommen, löst Bond den Fallschirm und
springt sicher zu Boden. Salingers Hubschrauber samt der 4 Leichen Bord und die
angeloggte Little Nelly an seiner Seite rast derweil immer mehr zu Boden und
explodiert beim Aufprall in Salingers Villa.

"Durch die vielen Richtungswechsel in der Luft hatte sich der Standpunkt
unseres Gefechtes wohl kaum verändert" denkt sich Bond gefühlskalt,
während alles, was einst Salingers Glanz darstellte, in die Luft fliegt.



"Hoffentlich erfährt Q nicht so schnell, dass Little Nelly 2 Little Nelly
1 schon jetzt im Nelly-Himmel besucht", schmunzelt Bond, um im selben
Augenblick aber wieder an die tote Ivana zu denken, die ihm das Leben gerettet
hatte.

Rein dienstlich kommen ihm Ivanas Tod und die Zerstörung von Little Nelly 2
sehr entgegen, da es so aussehen würde, als ob Little Nelly 2 von Ivana geflogen
worden wäre. Man würde schließlich ihre Leiche finden und die Trümmer der
Nelly. Niemand würde darauf kommen, dass er, Bond, noch leben könnte.

Und alle, die es besser wissen, sind ja selber tot.



Bond steuert nun seinen Fallschirm in Richtung der Waldlichtung, wo sein Aston
Martin auf ihn wartet.

er landet dort sicher und steigt dann in sein Fahrzeug ein und fährt los in
Richtung Hilton-Hotel, um sich von den Strapazen zu erholen.

Als erstes will er das Couvert öffnen, das er aus Salingers Safe stehlen
konnte.



***



3 Stunden später in Asgard:



Odin beendet das Gespräch mit Midgard wutentbrannt und lässt sofort Molotow zu
sich bestellen.

Molotow betritt den leeren Raum, in dem sich nur ein Monitor befindet.



Der Bildschirm geht an und Molotow kann den Mann nur bis zu Halse sehen, der zu
ihm spricht.



Odin:

"Thor, es gab Schwierigkeiten in Prag! Man scheint beim MI6 schnell Ersatz
für den verstorbenen Mr. Bond gefunden zu haben. Eine Agentin wurde beim
Eindringen in Salingers Villa ertappt. Es kam zu einem Hubschrauber-Duell
zwischen ihr und Pavel mit seinen Männern.

Pavel und seine Bande sind tot und Salingers Villa ist vernichtet. Die Agentin
zum Glück auch. Wir müssen die "Operation Ragnarök" nun daher doch
beschleunigen. Wir ziehen daher alle Aktivitäten von Prag nach Midgard ab, um
weiteren Zwischenfällen vorzubeugen.

Sie werden sich in Midgard mit Hugin und Munin in Verbindung setzen, so dass
wir gegen alle weiteren möglichen Eindringlinge stets gewappnet sein werden.

Außerdem werden sie mit unserem Wissenschaftler Dr. Aston enger
zusammenarbeiten, so dass die "Operation Ragnarök" schnell
vorankommt. Die Walküre werden Sie auch dort antreffen. Vorher werden Sie noch
in unserer Technologie-Abteilung vorbeischauen und ihnen dort das neue Fahrzeug
"Sleipnir" erklären lassen. Es verfügt über jede Menge Extras und
wird Ihnen binnen 24 Stunden nach Midgard nachgeliefert. Ende der
Durchsage!"



Molotow macht sich sofort an die Arbeit.






***





In seiner Suite im Hilton angekommen öffnet Bond
sofort neugierig den Umschlag, den er aus Salingers Tresor hat mitgehen lassen
können, bevor dessen Villa zerstört wurde.

Bond nimmt ein Messer zur Hand und schneidet die zugeklebte Öffnung des
Umschlags auf.

Er holt ein Dokument hervor und geht damit zum Schreibtisch, um es unter der
hellen Lampe genau unter die Lupe nehmen zu können.



Es ist ein Brief:



Sehr geehrter Major Molotow,



anbei erhalten Sie Ihr Flugticket für Toronto, Kanada.

Alle Unkosten übernimmt unsere Firma Count Enterprises in London.

Sollten Sie noch Fragen haben, so wenden Sie sich bitte an Graf Burgstädter in
London. Seine Nummer haben Sie ja bereits erhalten.

In Toronto werden wir Sie am Flughafen abholen lassen.

Alles weitere erfahren Sie vor Ort.



Mit freundlichen Grüßen,



Clarissa Field




Bond durchsucht danach sofort den Umschlag, kann aber keine Flugtickets finden.

"Dann muss die Übergabe des Tickets von Salinger an Molotow schon vor
Salingers Tod stattgefunden haben und Molotow ist bereits in Toronto",
denkt sich Bond.

Plötzlich, als er das Blatt, das er in der Hand hält schräg zu seiner
Schreibtischlampe hält, erkennt er, dass auf dem Blatt Druckspuren zu sehen
sind. Das Blatt musste also als Unterlage gedient haben.

"Die Druckspur ist zwar nicht groß und erst recht nicht tief und mit dem
bloßen Auge nicht zu verwerten, aber vielleicht könnte ja Q was damit
anfangen", resümiert Bond seine heiße Spur, die ihm noch gar nicht so heiß
zu sein scheint.

Todmüde legt er sich ins Bett und schläft ein.



Am nächsten Morgen nach ausgiebigem Frühstück, fährt Bond zum Prager Flughafen
und besteigt die erste Maschine Richtung London. Seinen Aston Martin lässt er
direkt zur Sektion C, der kanadischen Dienststelle des MI6 fliegen.



***




In Qs Labor im untersten Geschoss
des MI6-Komplexes in London haben sich Verteidigungsminister Gray, M und Bond
versammelt.



Gray: "007, Sie meinen wirklich, dass es sich bei diesem Fall nicht nur um
das Verschwinden eines Agenten handelt. Was sollte es sonst mit Molotows
Verschwinden auf sich haben?"



Bond: "Die Organisation von Salinger ist einfach zu gut gewesen, um nur
ein Überlaufen von Molotow zu wem auch immer gewesen zu sein. Ich habe vor 15
Minuten Moneypenny den Auftrag gegeben, über die in dem Schreiben erwähnte
Londoner Firma Count Enterprises Nachforschungen anzustellen."



Gray: "Und was haben diese ergeben?"



In diesem Augenblick kommt Moneypenny den Fahrstuhl heraus.



Moneypenny: "James.., äh Mr. Bond, wir konnten nichts Negatives über diese
Firma herauskriegen. sie scheint astrein zu sein. Und dieser Graf Burgstädter
scheint ein seriöser deutscher Geschäftsmann zu sein, der seit 15 Jahren in
London wohnt. Das letzte halbe Jahr war er in Toronto, Kanada, bevor er vor 2
Wochen wieder zurückkam."



Bond: "Danke Miss Moneypenny!

Schon wieder Toronto. Da scheint mächtig was im Gange zu sein. Diese Spur
erscheint mir wichtiger und vor allem auch aktueller zu sein als die von Count
Enterprises. Ich bitte Sie daher, mich in Toronto einzusetzen. Meinen Wagen
habe ich schon dorthin verschicken lassen."



M: "007, darüber reden wir später. Kommen Sie in mein Büro, nachdem Sie
die Sache mit dem Blatt aus Salingers Tresor mit Q besprochen haben."



M, Moneypenny und der Verteidigungsminister verlassen das kalte und laute Labor
per Fahrstuhl.



Von einem Nebenraum kommt nun Q auf Bond zu.



Q etwas mürrisch: "Bond, ich weiß nicht, warum ich dies alles für Sie tue.
Sie machen mir doch sowieso wieder alles kaputt!"



"Sie machen es nicht für mich, sondern für die Königin" kontert Bond
scharfsinnig.



Q: "Seien Sie froh, dass die nichts davon weiß, wie Sie mit unseren
Geräten umgehen!

Aber jetzt zu dem Blatt aus dem Tresor: Sie hatten recht, Bond. Das Blatt muss
tatsächlich als Unterlage gedient haben. Wir haben es mittels unserer
Farb-Bilanthyl-Methode belichtet und auf unser Zwei-Drittel-Polix-Format
vergrößert und dann mit..."



Bond fällt ihm ins Wort, "...Q! Keine unnötigen Ausschmückungen! Was haben
Sie rausgekriegt?"



Q grantelt zurück: "Na schön, dann eben die uninteressante nüchterne
Information. Es stand drauf: Dr. Aston, Toronto, radiologisches Labor."



Bond geht Richtung Fahrstuhl, ruft "Danke, Q!" und fährt dann hoch.



Q ruft ihm nach: "Jaja, Undank ist der Welten Lohn. Viel Glück 007!"



Kurze Zeit später klopft es an Ms Büro. Bond betritt den Raum.



M: "007, Sie werden in 2 Stunden von Heathrow nach Toronto fliegen. Sie
setzen sich dort mit Truppenkapitän Pritchert in Verbindung. Das ist unser Mann
in Toronto. Sie kennen ihn ja. Ähm,...was hat sich nun eigentlich mit dem Blatt
herausgestellt?"



Bond: "Es war ein Vermerk drauf, der auf Dr. Aston hindeutet, einen
weltbekannten Strahlungsforscher. Der hat ein großes Labor in Toronto und bekam
vor einigen Jahren den Nobelpreis für seine Forschungen mit radioaktiver
Strahlung."



M: "Wenn der natürlich beteiligt sein sollte, wird es gefährlich. Viel
Glück, Bond!"



Bond: "Danke, Sir!"



Bond verlässt Ms Büro und bekommt von Moneypenny das Flugticket ausgehändigt.



Moneypenny: "Och, James! Zuerst Prag und jetzt Toronto. Und ich sitze hier
im verregneten London..."



Bond: "Money, keine Stadt der Welt könnte so toll sein, um gegen ein
London mit Dir anzukommen. Möge es hier noch so viel regnen."



Moneypenny: "Du Schmeichler. Viel Glück in Kanada!"



***



Nach langem Flug landet Bond in Toronto. Er ist froh, da zu sein und hat für
heute genug vom Fliegen.

Am Flughafen wird er von Truppenkapitän Pritchert empfangen.

Die beiden haben sich vor 2 Jahren bei einem Empfang der Commonwealth-Agenten
bei der Königin kennen gelernt.



Pritchert ist geborener Brite, lebt aber schon seit 28 Jahren in Kanada. Er ist
zwar vom Status her Agent, ist aber gleichzeitig auch Chef der in Kanada
agierenden MI6-Stelle "Sektion C" mit einem wechselnden Stamm an
Mitarbeitern.

Er ist ein mittelgroßer, dunkelhaariger Mann mit einem Ansatz eines
Wohlstandsbauches, der ihn aber nicht unattraktiv macht. Er ist immerhin auch
schon 59 Jahre alt. Unter seinen braunen Augen und seiner etwas platten Nase,
hat Pritchert eine Schnauzer. Er ist stets gut gekleidet. Bond hatte sich mit
ihm beim Besuch bei der Queen so gut verstanden, da sie den gleichen Humor
haben.



Bond: "Hallo Derek, wie geht es Ihnen?"



Derek Pritchert: "Hallo James. Mir geht es wunderbar. Es freut mich, Sie
mal in Kanada empfangen zu würden. M hat mich heute morgen kurz informiert. Ich
habe daher schon Nachforschungen in Richtung Dr. Astons Laboratorium
unternommen. Am Besten, wir statten dem Institut heute Nacht mal einen Besuch
ab. Da ist es weniger gut bewacht. Ich bringe Sie aber jetzt erst mal in Ihr
Hotel. Sie wollen sicher eine Runde schlafen, bevor es losgeht.

Sie haben schließlich einen harten Tag hinter sich."






***
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:28

(C) Einige Stunden später an einem Waldstück nahe Toronto. Dr.
Astons Laboratorium liegt wie ein schwarzer Betonklotz bedrohlich im Dunkel der
Nacht. Bonds Aston Martin fährt vor und hält in sicherem Abstand. Bond und
Pritchert steigen aus. Pritchert greift nach seinem Gewehr, Bond holt seine
Walther hervor. „Am Besten bleiben sie am Wagen, Derek.“






Bond huscht wie ein Schatten zu
einer kleinen Hecke, die das Gelände umgibt. Er hält kurz inne und sieht, dass
ein paar Zentimeter über der Hecke ein Draht gespannt ist. Bond überspringt den
Draht und geht vorsichtig weiter.



Auf einmal grelles Licht, die
Flutlichter sind angeschaltet worden. Bond weicht hinter einen Baum zurück und
blickt zum Gebäude. Eine Tür öffnet sich, eine Person in Schutzkleidung läuft
hinaus. Bond greift zu seinem Walkie-Talkie. „Derek, lassen sie den Wagen an!“



Zwei bewaffnete Männer kommen aus
der Tür gestürmt, anscheinend verfolgen sie die Person in Schutzkleidung, eine
Maschinenpistole wird abgefeuert, die Salve verfehlt. Bond springt aus seinem
Versteck und schießt, die beiden Verfolger brechen tot zusammen. Inzwischen hat
die gejagte Person Bond erreicht. Bond greift sie, zieht sie zu sich, dabei
öffnet sich die Kapuze das Schutzanzuges. Langes schwarzes Haar kommt ihm
entgegen, die gejagte Person ist eine Frau. „Schnell, kommen sie mit zu meinem
Wagen.“



Weitere Bewaffnete kommen aus dem
Gebäude, während Bond und die Frau zum Aston Martin rennen, der startbereit da
steht. Bond öffnet die Tür und drängt die Frau auf die Rückbank. „Es sind alles
Verbrecher! Sie... Sie planen Vernichtung...“, die Frau wird bewusstlos. Bonds
blickt fällt auf eine Plakette an ihren Anzug: Dr. Sarah Love, Abteilung
Strahlentechnik, Aston-Institut, Toronto.



Währenddessen sind die Einschläge
der Maschinenpistolen näher gekommen und schlagen schon kurz vor dem Wagen ein.
„Schnell, James!“ Bond setzt sich auf den Beifahrersitz und schlägt die Tür zu.
Pritchert tritt auf das Gaspedal und der Aston braust davon.



Doch schon haben zwei Wagen mit
dem Emblem des Aston-Instituts die Verfolgung aufgenommen...






(K) Bond blickt sich um, während Pritchert durch das Waldstück
zu entkommen versucht.

Er erkennt die schlafende Miss Love und richtet dann seinen Blick nach oben und
erkennt durch die Heckscheibe die beiden Verfolgerautos.

Es handelt sich dabei zum einen um einen schwarzen Buick älteren Baujahres, in
dem 2 Männer sitzen und um einen gelben Lamborghini Diablo auf der anderen
Seite.

Der Lamborghini überholt nun den Buick mit einer Leichtigkeit und setzt sich
direkt hinter den Aston Martin Bonds.

Bond kann nun erkennen, wer der Fahrer ist. Es ist Major Molotow persönlich.

Pritchert rast das Waldstück entlang. Der Buick, der sich hinter den beiden
Sportwagen befindet biegt plötzlich rechts in einen kleinen Seitenpfad ab. Der
Lamborghini bleibt an den Rücklichtern des Aston Martins geheftet und die
beiden Fahrzeuge machen eine Rechtskurve.

Auf einmal kommt aus dem Dickicht zu Bonds Rechten der Buick auf die Straße
geprescht und stellt sich etwa 100 Meter vor dem Aston Martin als Barriere auf.
Bond fackelt nicht lange..."Darf ich mal?!" sagend drückt er einen
Knopf, der sich unterhalb des Lenkrads befindet. Im Selben Augenblick donnert
aus dem Kühlergrill eine Rakete heraus und sprengt den Buick samt der beiden
Insassen in die Luft.

Der Aston Martin rauscht über das brennende Wrack des Buicks und der Diablo
Molotows direkt hinterher. Der Diablo beginnt nun mit versteckten
Maschinengewehren , die unter den Lampen angebracht sind, auf den Aston Martin
zu schießen.

Bond versucht nun die Gunst des Nebels, den der brennende Buick ausgelöst hat,
zu nutzen. Er macht das Handschuhfach auf und in Sekundenschnelle richtet sich
vor ihm seine Verteidigungsarmatur auf. Sie ist auf einem drehbaren Untersatz
angebracht und könnte auch zum Fahrer hinübergeschoben werden. Dies ist
wichtig, falls man alleine unterwegs ist. Bond behält die Tastatur aber
selbstverständlich bei sich.

Hier findet er all die schönen Spielereien, die Q in mühevoller Kleinstarbeit
für ihn bei jedem Auftrag aufs Neue anfertigt und immer wieder verbessert,
obwohl er genau weiß, dass Bonds Verschleiß an der "Front" ungemein
hoch ist. Nur die Raketen sind als Schnellfeuerwaffe unter dem Lenkrad
auszulösen.

Obwohl Bond diese neue Verteidigungsausrüstung noch nicht kennt, greift er
zielsicher zu.

"Na was haben wir denn da? Mal schauen wie unserem Herrn Molotow dies
schmeckt..." Bond drückt den 3. Knopf von rechts in der obersten Reihe.

Dadurch wird eine Mine ausgelöst, die der Aston Martin unter seinem Kofferraum
ablöst und die binnen einer Sekunde scharf ist. Bond dreht sich erwartungsvoll
um, kann aber seinen Augen nicht trauen, da der Diablo mit einem leichten
Sprung aus dem Nichts heraus über die Mine springt und sich wieder hinter die
drei Flüchtenden im Aston Martin setzt.

Der Lamborghini holt nun mit seiner größeren Geschwindigkeit auf und setzt sich
auf einem breiteren Straßenstück links neben den Aston Martin. Die Schüsse
hören nun auf.

Pritchert blickt zu seinem Verfolger hinüber und sieht, wie sich knapp über dem
Boden vom Lamborghini ausgehend eine Eisenstange auf den Aston Martin zu
bewegt. Die Eisenstange hat den Aston Martin nun erreicht und versucht diesen
nun von der Fahrbahn abzubringen. Pritchert versucht gegenzulenken, schafft
dies aber nicht so richtig.

Bond lässt in diesem Moment per Knopfdruck das Fahrerfenster herunter und
schießt an Pritchert vorbei mit seiner Walther PPK auf den Lamborghini. Die
Schüsse prallen aber am hervorragend ausgerüsteten Italo-Sportwagen ab. Hinter
der Scheibe erkennt Bond das überhebliche Grinsen Molotows, den er schon beim
KGB aufgrund seiner Unberechenbarkeit hasste.

Pritchert versucht immer noch den Aston Martin auf der Straße zu halten. Dies
wird aber immer schwerer, da der Lamborghini eine unheimliche Kraft zu haben
scheint.

Nun versucht Bond zu helfen, doch den beiden gelingt es nicht mehr, die
Fahrtrichtung beizubehalten und sie driften auf eine holprige Lichtung hinaus,
überschlagen sich einmal leicht und bleiben vor einem Baum stehen. Sie sind
gesund, aber das Fahrzeug ist hinüber.

Sie sehen, wie der Lamborghini anhält, die Eisenstange wieder einfährt und sich
die Tür öffnet. Da der Aston Martin so daliegt, dass er dem parkenden
Lamborghini die Fahrerseite zugerichtet hat, sagt Bond zu Pritchert:
"Stellen Sie sich tot. Ich versuche, Molotow von außen zu erschießen. Ich
hoffe, er sieht nicht, dass ich den Wagen verlasse." Er blickt auf den
Rücksitz und sieht erleichtert, dass die schlafende Miss Love genauso unverletzt
ist wie Truppenkapitän Pritchert.

Er öffnet nun vorsichtig seine Beifahrertüre und verlässt den Wagen. Die Türe
lehnt er nur an.

Bond versteckt sich nun hinter dem Baum, vor dem der Aston Martin steht und
erkennt, dass Molotow eine Granate herausgeholt hat und geradeswegs auf den
kaputten Aston Martin zugeht. Molotow erkennt den reglosen Pritchert und ruft
zum Wagen: "Na, Mr. Bond, Ihre Gehilfen sind wohl nicht gut genug. Auch
wenn es in Prag nicht geklappt hat, gleich sind Sie endgültig tot."



Molotow bleibt nun mit einem
Sicherheitsabstand von etwa 15 Metern vor dem Aston Martin stehen. Er fühlt
sich sehr sicher, da er den bewusstlosen Pritchert sieht und Bonds
Beifahrerseite auf der anderen Seite liegt. Dass die Beifahrerseite inzwischen
aber schon unbesetzt ist, kann er nicht erkennen. Molotow ist gerade im
Begriff, den Stift aus der Handgranate zu ziehen, um sie in Richtung Aston
Martin zu werfen.

In diesem Moment trifft den Ex-KGB-Major ein Schuss im ausgestreckten Arm. Bond
hat geschossen. Molotow lässt daraufhin schmerverzerrt die Granate fallen und
geht zu Boden. Plötzlich geht die Granate in die Luft und sprengt Molotow in
mehrere Teile.

Nun tritt Bond hinter dem Baum hervor und geht auf den Unglücksort hinzu.
"Na, geehrter Major, man soll halt den Tag nicht vor dem Abend loben, das
Fell des Bären nicht verkaufen, bevor man ihn erlegt hat, und den Stift nicht
aus der Granate ziehen, bevor man sie abwirft oder so ähnlich."

Bond bückt sich zum Boden und hebt den Schlüssel Molotows auf, der neben dessen
Arm auf der Wiese liegt. Die immer noch funktionierenden Scheinwerfer des Aston
Martins hatten der Lichtung etwas Helligkeit verschafft. An den aussteigenden
und beeindruckten Pritchert richtet Bond nun sein Wort. Er zeigt auf den Aston
Martin. "Wie zerronnen, so gewonnen", schmunzelt er, während sein
Zeigefinger vom nun fahruntüchtigen Aston Martin zum Lamborghini auf die Straße
hoch wechselt. "Vielleicht kann ich damit Q für den verlorenen Aston
Martin besänftigen", legt Bond nach.

Er holt nun die immer noch bewusstlose Miss Love aus dem Aston Martin und löst
kurz danach den Selbstzerstörungsmechanismus aus, der den Aston Martin in 10
Sekunden vollkommen zerstören wird. Pritchert und Bond, der Sarah auf dem Arm
trägt, nehmen Sicherheitsabstand, werfen dem britischen Fahrzeug einen letzten
sehnsuchtsvollen Blick nach und gehen nun zum Lamborghini hoch. Bond setzt
Sarah auf die kleine Rückbank, Pritchert setzt sich auf den Beifahrersitz und
Bond fährt weg. Als Pritchert sich auf dem Beifahrersitz anschnallen möchte, beugt
er sich nach vorne und sieht eine kleine Schachtel auf dem Boden. Er nimmt sie
zur Hand und öffnet sie. Darin befindet sich eine kleine Maschine.

Er zeigt sie Bond, doch dieser kann auch nichts damit anfangen.

"Es scheint aber etwas Wichtiges zu sein, da auf der Schachtel neben dem
Aston-Emblem Top secret steht", meint Pritchert.

"Vielleicht kann uns die bezaubernde Miss Love nähere Auskunft geben, wenn
sie aufwacht. Ich nehme die Schachtel und auch Miss Love mit auf mein
Hotelzimmer", so Bond.

"Das habe ich nicht anders erwartet" antwortet Pritchert lachend.



***



Bond und Pritchert hatten sich verabschiedet, nachdem Bond seinen kanadischen
Kollegen zuhause rausgelassen hat. Er fährt direkt zu seinem Hotel, nimmt die
Schachtel und Miss Love auf den Arm. Dem verdutzten Pförtner bringt er ein
"Sie ist mir wohl verfallen" entgegen.



Bond legt Sarah nun auf das Bett und die Schachtel daneben. Er macht einen
Lappen nass und wischt ihr damit über die Stirn.

Nach zwei Minuten wacht sie auf. "Wo bin ich?"



"Sie sind gut aufgehoben in meinem Hotel in Toronto."



"Sie haben mir das Leben gerettet, Mr..."



"Bond! Für Sie James!"



"Ich heiße Sarah."



"Sarah, können Sie mir sagen, warum Sie verfolgt wurden und was es mit
dieser Maschine in der Schachtel neben Ihnen auf sich hat?"



Sarah Love öffnet die Schachtel und begutachtet die Maschine mit einem
zustimmenden Nicken. "Das ist eine lange Geschichte. Ich bin seit 3 Jahren
wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschung bei Dr. Aston. Es war
eigentlich alles ganz gut, bis vor einem halben Jahr ein neuer Auftrag von
einer Londoner Firma mit einem deutschen Grafen als Vorstand hereinkam."



"Was war der Auftrag?"



"Das weiß ich nicht. Wir haben aber ab diesem Zeitpunkt alle anderen
radiologischen Forschungsprojekte aufgegeben und uns darauf konzentriert, wie
man radioaktive Strahlung über Mobiltelefone und die dazugehörenden
Empfangsantennen verbreiten könnte. Ich habe mich anfänglich dagegen gewehrt,
dann aber doch mitgemacht, da es angeblich der Forschung dienen sollte. Jetzt
wurde es mir aber zu heiß, da wir nun tatsächlich technisch in der Lage sind,
die ganze Welt radioaktiv zu verseuchen. Ich habe gedroht, damit an die
Öffentlichkeit zu gehen, wenn man nicht aufhören würde zu forschen. daraufhin
wollte man mich töten."



"Und was hat Molotow damit zu tun?"



"Molotow hat sehr großen Einfluss in Osteuropa und kennt wichtige Leute.
Er wurde mir gestern als Beauftragter unseres Auftraggebers vorgestellt. Er war
sehr daran interessiert, wie alles vonstatten geht. mehr weiß ich leider
nicht."



"Und was ist mit dieser Maschine in der Schachtel?"



"Das ist der Kontrollator für die Einsätze der Verstrahlung. Damit kann
man bestimmen, wo und wie die Verstrahlung über die Handymasten eingesetzt
werden soll. Die Schachtel mit dem Kontrollator sollte verschickt werden. Aber
ich weiß nicht, wohin. Ich sollte die Schachtel in einem Schließfach am
Flughafen hinterlegen. Von dort sollte es dann durch einen Mittelsmann
weitergeleitet werden. Aber wie gesagt, ich weiß nicht genau, wohin. Nachdem
ich mich geweigert hatte, dies zu tun und damit gedroht hatte, an die
Öffentlichkeit zu gehen, wollte man mich umbringen. Molotow wollte danach die
Schachtel selber zum Flughafen in das Schließfach bringen. Es sollte das
Schließfach Nummer 666 sein. Einer der beiden Schlüssel dafür müsste eigentlich
noch an Molotows Schlüsselbund hängen. Morgen früh um 10 Uhr soll das
Schließfach dann von dem Mittelsmann geöffnet werden, der dann den weiteren
Transport des Geräts übernimmt. Der hat den anderen Schlüssel für das
Schließfach. Es soll aber nicht nach London gebracht werden, so viel ich weiß.
Mir ist da irgendwas von Skandinavien im Kopf. Das ist aber alles, was ich
weiß."



"Danke für die Auskunft, Sarah. Jetzt legen Sie sich erst mal schlafen.
Morgen ist ein harter Tag."



Nachdem Sarah kurze Zeit später wieder einschläft, nimmt sich Bond die
Schachtel und bringt an der darin liegenden Maschine den kleinen Ortungssender
an, den ihm Q gegeben hat und mit dem er über seine Armbanduhr den Platz würde
orten können, zudem die Schachtel würde transportiert werden.

Bond legt sich daraufhin auch schlafen, da es schon nach 2 Uhr nachts war und
er morgen vor 10 Uhr schließlich schon die Maschine mit dem Ortungssender ins
Schließfach an den Flughafen bringen musste, um so den weiteren Weg des Geräts
verfolgen zu können.



Bond schläft ebenfalls sofort ein.






***





(C) Midgard, gelegen an der Mündung des Flusses Nelson in die
Hudson Bay.



Elena sitzt in einem modernen Büro
an einem Schreibtisch, auf der die Miniatur eines Bären steht. Die Augen des
Bären leuchten auf, Elena drückt auf einen Knopf, das Maul des Bären öffnet
sich. „Hier spricht Balder.“ Elena wirkt genervt, denn sie wurde bei ihrer
Arbeit unterbrochen. „Was gibt es Dr. Aston?“






„Es gab einen Zwischenfall. Eine
Technikerin ist aus dem Institut geflohen, anscheinend hatte sie Hilfe von
außen. Es wurde von einem hochgerüsteten Aston Martin berichtet. Thor ist tot
und Sleipnir wurde zusammen mit dem Kontrollator entwendet.“






„Wie viel weiß diese Technikerin
über den Kontrollator?“






„Quasi alles. Sie kennt auch die
Schließfachnummer.“






Elena überlegt. „Ein
hochgerüsteter Aston Martin, sagten sie? Anscheinend ist uns der britische
Geheimdienst immer noch auf der Fährte. Wirklich anhänglich. Zwei tote Agenten
(sie denkt an Bond und Ivana) reichen denen wohl nicht. Sie werden bestimmt
versuchen uns eine Falle zu stellen. Sie werden den Kontrollator präparieren
und in das Schließfach legen. Dr. Aston, schnappen sie sich Hugin und Munin und
überwachen sie das Schließfach. Überwältigen sie die gegnerischen Agenten und
bringen sie sie und den Kontrollator hier her.“






„Wird erledigt, Walküre.“





Elena drückt auf einen Knopf, der
Bär schließt sein Maul wieder.






***





Die Flughafenuhr zeigt 9 Uhr. Noch
ist alles ruhig am Schließfach 666.



Dr. Aston steht mit Hugin und
Munin an der Eingangstür des Flughafens, als sie von weitem einen gelben
Lamborghini kommen sehen. „Das ist Sleipnir. Es geht los. Ihr beiden übernehmt
gleich den Wagen, ich gehe zum Schließfach.“ Dr. Aston verschwindet in der
Flughafenhalle.






Pritchert parkt den Wagen vor dem
Flughafeneingang. Bond und Sarah steigen aus. „Sie warten hier, es wird nicht
lange dauern.“ Sie gehen zielstrebig zum Schließfach und legen das Päckchen mit
dem Kontrollator hinein. „Nun heißt es abwarten, Sarah.“ Sie gehen zum Auto
zurück. Pritchert sitzt immer noch auf dem Fahrersitz, beide Hände am Steuer.
Bond öffnet die Beifahrertür. „Da wären wir wieder.“ Als er auf eine
spitzfindige Antwort von Pritchert wartet, a la „Na, wie war der Quickie?“,
fällt ihm Pritcherts glasiger Blick auf. Bond greift ihm an die Schulter.
„Derek?“ Pritcherts Kopf fällt nach vorne, er ist tot. Hugin erhebt sich von
der Rückbank und presst Bond einen Revolver an den Kopf. „Keine Bewegung, Mr.
Bond!“ Sarah schreit auf und sieht sich nach Hilfe um. Hinter ihr steht Dr.
Aston in der einen Hand das Päckchen und in der anderen, unter einem Mantel
versteckt, ebenfalls ein Revolver. „So sieht man sich wieder, meine ‚Liebe’.“
Aston grinst hämisch.



Ein kleiner Lastwagen fährt vor,
Munin sitzt am Steuer. Aston wendet sich Bond zu. „Darf ich sie nun bitten,
umzusteigen.“ Bond und Sarah steigen nun gezwungenermaßen mit Hugin auf die
Ladefläche des LKWs. Bevor Dr. Aston ebenfalls aufsteigt, setzt er noch den
Selbstzerstörungsmechanismus von Sleipnir in Gang. Der LKW fährt los. „Wir
wollen doch keine Leiche hinterlassen“, erklärt sich Dr. Aston Bond. Eine
Explosion ertönt. „Sie Schwein!“ Bond versucht sich loszureißen, doch Hugin hat
ihn fest im Griff. Dr. Aston holt eine kleine Pistole aus seiner Tasche und
feuert auf Sarah und Bond. Bond wird es schwarz vor Augen.






***





Asgard.


Odin sitzt im Schatten vor einem
Monitor. Der Monitor leuchtet auf, Elena erscheint. „Nun, was gibt es Neues aus
Midgard?“






„Gutes sowie Schlechtes. Eine
Wissenschaftlerin ist aus Dr. Astons Institut geflohen und James Bond in die
Arme gelaufen. Er lebt und scheint uns in Prag getäuscht zu haben. Thor hat die
Verfolgung aufgenommen und wurde getötet. Der Kontrollator ist in Bonds Hände
gekommen. Es gelang uns aber, Bond zu überwältigen. Er, die Wissenschaftlerin
und der Kontrollator befinden sich jetzt hier in Midgard.“


"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:29

„Molotow hat es also nun
tatsächlich geschafft und ist umgebracht worden. Er war sowieso nicht mehr als
unsere Marionette. Sein Fehler war, dass er ihnen vor einem Jahr von seinem
Plan mit der Strahlung erzählt hat, ohne zu wissen, dass sie zu der Zeit schon
Mitglied von C.O.U.N.T. waren. So konnten wir schon mit den Vorbereitungen in
Toronto beginnen. Dann wandte sich Molotow an Count Enterprises um seinen Plan
in die Tat umzusetzen, auch ohne zu wissen, dass Count Enterprises längst von
uns übernommen wurde. Es war schon ein genialer Coup von mir. Ich suchte Hilfe
bei Count Enterprises für einen meinen Pläne, schuf mir mit der Zeit ein kriminelles
Netzwerk und konnte immer mehr die Macht an mich reißen, so dass das ehemalig
eigenständige Unternehmen Count Enterprises nun nur noch eine Abteilung von
C.O.U.N.T. ist. Die Gründung der Deckfirmen nach dem Muster von Count
Enterprises, ich muss sagen, der deutsche Graf ist wirklich ein genialer Kopf,
war der letzte Schritt. Aber zurück zu Molotow, als er dann sah, dass sein Plan
praktisch in wenigen Tagen ausführungsbereit sein würde und sie ihm
offenbarten, dass sie auch eine C.O.U.N.T.-Agentin sind, wechselte er mit
Freuden dann selber zu C.O.U.N.T., was ihn um fast alle Einnahmen, die uns sein
Plan bringen wird, gebracht hat.“ Odin kicherte in sich hinein. „Nun gut. Was
macht Bond jetzt?“






„Er dürfte so langsam von seiner
Betäubung mit einem dicken Brummschädel aufwachen.“






„Ein dicker Brummschädel? Der
Ärmste. Sie sollten ihn schnellstmöglich von seinem Leiden erlösen. Und sobald
Operation Ragnarök durchführungsbereit ist, melden sie sich wieder, damit ich
die Verhandlungen mit den Regierungen der Weltmächte führen kann. Asgard Ende.“
Der Bildschirm wird wieder schwarz.






***





(K) Midgard, eine ehemalige Holzverarbeitungsfabrik:

Bond liegt auf dem Boden eines großen Raumes gefesselt auf dem Rücken. Neben
ihm liegen noch Holzspäne, denen Bond ein hohes Alter zuschreibt, da die
Holzbearbeitungs-Maschinen, die er um sich herum erblicken kann, eines höheren
Alters und schon lange außer Betrieb sein mussten. Er hat beide Beine
voneinander gespreizt an den Boden gefesselt und beide Arme jenseits des Kopfes
zusammengebunden ebenfalls an den Boden gefesselt. Über ihm hängt von der Decke
herunter ein Seil, das eines kleines Sägeblatt am unteren Ende trägt. Die Säge
liegt auf Bonds Brustkorb.



Bond kann erkennen, dass das Seil,
an dem das tellergroße Sägeblatt hängt, nicht ganz straff ist, so dass es
gespannt bis etwa 1 cm über dem Boden reichen würde, wenn Bond nicht da wäre.

Ein schmächtiger Mann geht auf ihn zu. Es ist ein Mitarbeiter von Dr. Aston.



"So, Mr. Bond, da Sie es nicht schätzen auf normale Art und Weise zu
sterben, werden Sie uns nun die Ehre erweisen und hier an der Stätte des
größten Plans der Welt sterben."



Der schmächtige Mann im weißen Kittel geht nun von der Stelle neben dem am
Boden liegenden Bond weg und geht zur Seite. Er nimmt das Seil mit dem
Sägeblatt mit, lässt aber das andere Ende des Seiles oben an der Decke über
Bond in etwa 5 Metern Höhe befestigt. Bond ist erst seit wenigen Minuten wieder
bei Bewusstsein und schaut dem Mann verschwommen nach.

Der Mann gibt dem Seil nun einen Stoß, so dass es in einem Radius von etwa 5
Metern um Bond kreist. Bond kann hören, dass sein Peiniger einen kleinen Motor
am Sägeblatt angeworfen hat, so dass sich dieses nun mit unfassbarer
Geschwindigkeit um die eigene Achse dreht.



"Mr. Bond, Sie werden Zeuge sein, wie gut unsere Sägen funktionieren. in
Kanada braucht man scharfe Klingen, hehe!"



Der Radius des schwingenden Seils um Bond wird immer kleiner.

Bond hat die Lage erkannt und blickt nun auf das Seil, das um ihn kreist und
dessen Winkel zur Lotrechten über ihm keine 30° mehr beträgt.





Bond kann aber gerade noch mit seiner rechten Hand die Tasten der Uhr greifen,
die um seine linke Hand angebracht ist. Er versucht, die Hände in dem
Spielraum, den ihm seine Fesseln lassen, so zu drehen, dass er mit einem
gezielten Laserstrahl das Seil durchtrennen kann. Bond drückt nun ab und
durchtrennt das Seil, das mit dem Schwung, den es aufgrund des Pendelns
draufhatte, knapp am Kopf des Mannes in dem weißen Kittel vorbei gegen die Wand
fliegt, flach abprallt und von dort aus dem verdutzt dreinschauenden Mann
direkt frontal in den Brustkorb trifft. Der Mann zuckt sofort in sich zusammen,
während das Sägeblatt in seinem Brustkorb steckt.



Bond kann derweil seine Fesseln mit seiner Uhr befreien und rennt zur Türe.
"Ich bin beeindruckt, das Sägeblatt scheint tatsächlich scharf zu sein.
Ja, ein Ingenieur hat es schwör", ruft er dem inzwischen reglos am Boden
liegenden Mann zu.



Bond schließt die Türe hinter sich und wirft einen vorsichtigen Blick um die
Ecke. Er erkennt, dass er sich in einer alten Holzfabrik an einem Fluss
befindet. Es handelt sich dabei um eine von drei Fabrikhallen, denen gegenüber
ein modernes Gebäude steht. Außer diesen vier Bauwerken kann Bond nur Wald
erkennen und den Fluss hinter sich hören.

In Gedanken, wo er Sarah finden könnte, hört er plötzlich Schritte in der
Fabrikhalle, in der er eben noch gefesselt war und dem Tode gerade noch mal von
der Schippe gesprungen ist. Er blickt durch den Türspalt und erkennt, wie zwei
große Männer vom anderen Ende der Halle herüber gerannt kommen. Es sind Hugin
und Munin.



Bond ist sich bewusst, dass sie den toten Mann mit der Säge gefunden hatten und
nun seinen, Bonds Kopf endgültig wollten.

Bond rennt los Richtung Fluss, wo er nun mehrere Schnellboote erblicken kann.
Hugin und Munin haben ihn inzwischen geortet und die Tür der Halle erreicht.
Sie erkennen, wie Bond gerade in eines der Motorboote steigt. Hugin zückt seine
Pistole und nimmt Maß...






(A) Ein Schuss zeriss die beinahe friedliche Abendstimmung.
Hugin hatte gefeuert. Erschrocken dreht sich Bond um und sieht die beiden
Gestalten nahe der Halle. Er erkennt auch den Rauch der aus Hugins Pistolenlauf
in die kalte kanadische Luft aufsteigt. Was er auf die große Entfernung nicht
sieht ist Hugins enttäuschtes Gesicht: Er hat Bond nur knapp verfehlt.



Während Bond sich noch vom ersten Schreck erholt, rennen Munin und Hugin zum
Bootssteg hinunter. Hugin kocht vor Wut, die Sonne hatte ihm beim Schuss leicht
geblendet und in der Eile hatte er wohl zu weit nach links gezielt.
Unverzeihlich!

Bond legt ab und startet so schnell er kann den Motor. Mit lautem Geheul
springt er an und schon nimmt sein Boot Fahrt auf und jagt flussabwärts. Hugin
und Mugin sind mittlerweile ans Ufer gelangt und nehmen sich ebenfalls jeweils
eines der Boote.



Bond hatte das erstbeste Fluchtfahrzeug gewählt. Hätte er mehr Zeit gehabt,
wäre ihm aufgefallen, dass am Steg zwei unterschiedliche Typen von Motorbooten
festgemacht waren: kleinere für etwa 4 Personen, bessere Fischerboote und vermutlich
für Kurierfahrten und den Personentransport gedacht und etwas größere Boote mit
augenscheinlich mehr Leistung für höhere Geschwindigkeiten, aber aufgrund der
größeren Masse nicht so wendig. Bond hatte eines der kleineren genommen, es lag
einfach nahe am Ufer. Hugin und Munin hingegen hatten sich für die große
Version entschieden, wohl auch um ihren Rückstand auf Bond schnell wieder
aufzuholen. Sie kannten ja die Leistung der beiden Bootstypen.

Bond sieht sich um. Hugin und Munin sind noch etwa 300 Meter entfernt, aber
kommen schnell näher. Was hätte er jetzt für eines von Qs Bootskreationen
gegeben. Er musste schmunzeln, als er an Qs Gesichtsausdruck dachte, wie er
sein Boot in der Seilkonstruktion des Millenium Dome baumeln sah. Er, Bond,
hatte es unabsichtlich dorthin manövriert nach dieser halsbrecherischen
Verfolgungsjagd auf der Themse...






Schüsse reißen Bond aus seinen
Erinnerungen zurück in die Realität. Munin feuert mit einem Maschinengewehr auf
Bond. Er duckt sich gerade rechtzeitig um den Kugeln zu entgehen, die über ihm
in die Frontscheibe seines Bootes einschlagen. Wie er auf dem Boden kauert
sieht er in kleines Fach unter dem Steuer. Er macht es auf und findet ein
Maschinengewehr. Besser als nichts! Zwischen den Sitzen hindurch feuert er auf
Hugin und Munin, trifft jedoch aufgrund des Wellengangs nur die Schnellboote
seiner Verfolger.



Der Fluss vom Sägewerk mündet nun in einen Kanal. Als Bond sein Boot auf neuen
Kurs bringt sieht er vor sich einen großen Frachter. Umdrehen? Unmöglich mit Hugin
und Munin im Nacken. Überholen? Eigentlich zu riskant, Bond schätzt das es auf
beiden Seiten noch etwa 10m Platz zwischen der Bordwand des Frachters und dem
Ufer sind. Sein Boot war etwa 5m breit. Fehler wären bei diesem Abstand und
dieser Geschwindigkeit fatal. Warum eigentlich nicht? Immer noch besser als
diesen Verrückten mit Schusswaffen in die Hände zu fallen. Bond gibt Vollgas
und versucht auf der linken Seite am Frachter vorbei zu kommen. Munin folgt ihm
Hugin probiert es auf der rechten Seite. Auf der Brücke des Frachters sieht der
Kapitän, ein Francokanadier in mittleren Jahren, mit Schrecken die drei Boote
von hinten auf sein Schiff zurasen. Er bemerkt, dass er leicht auf die rechte
Seite (also die, auf der Hugin fährt) getrieben wird und korrigiert mit einem
Stoßgebet den Kurs ganz leicht nach Links. Aber er dreht etwas zu sehr am
Steuer und der Abstand zwischen Bonds Boot und der Bordwand des Frachters wird
immer geringer. Bond holt das letzte aus seinem Boot raus: Noch 50m , noch 30m.
Der Frachter kommt immer näher. Noch 10m. Mit etwa 1m Abstand zwischen der
Bordwand und seinem Boot schießt Bond aus dem engen Korridor heraus. Für Munin
wird es hingegen verhängnisvoll das breitere Boot gewählt zu haben. Daran
ändern auch erneute Korrekturversuche des Kapitäns nichts.



"Der sitzt ganz schön in der
Klemme." Bond lenkt in einen weiteren Nebenfluss zum Kanal ein. Hugin
befindet sich immer noch auf der anderen Seite des Frachters. Er hat angesichts
der Beinahe-Kollission mit dem Frachter die Geschwindigkeit stark
zurückgenommen und war so länger als Bond in der Fahrrinne zwischen Frachter
und Ufer. Als auch er endlich am Frachter vorbei ist, hat er Bond aus den Augen
verloren. Der Frachter hat Bonds Flucht in den Seitenfluss optimal verdeckt.
Fluchend nimmt er ein Funkgerät von der Armatur des Bootes und versucht Munin
zu erreichen.






(K) Munin nimmt sein Handy aus den nassen Taschen und nimmt ab.
Er gibt Hugin zu verstehen, dass sein Boot vom Frachter an die Wand gedrückt
wurde und inzwischen am Boden des Flusses in die ewigen Jagdgründe übergegangen
sei. Hugin fährt daraufhin zum Ufer und lädt Munin ein. Sie warten bis der
Frachter an ihnen vorbei gefahren ist und kehren dann mit Hugins Boot nach
Midgard zurück. Mit der Gewissheit, Sarah noch in ihrer Gewalt zu haben, kehren
sie zurück, da sie sich sicher sind, dass Bond keine Frau im Stich lassen würde
und deshalb wiederkommen müsse. Außerdem hätte Bonds Boot höchstens Sprit für
10 Kilometer, aber bis zur nächsten Ortschaft am Fluss wären es 25 Kilometer.
Und die liegt im Süden, während Bond in den unwirschen Norden unterwegs ist.
Ein lautes und unheimliches Lachen der beiden Männer lässt die weiten einsamen
Nadelwälder ergrauen, während es immer dunkler wird.



Bond hat derweil sein Boot am Ufer abgestellt und ist zu Fuß durch die Wälder
unterwegs. Er hat sich nicht weit von Midgard entfernt, da er weiß, dass er
hier in Kanada nicht hinter jedem Baum auf eine Ortschaft antreffen würde. Und
schließlich wollte er nach Midgard zurück, um Sarah zu befreien, und um
rauszukriegen, was Dr. Aston und seine Leute vorhatten.

Nach einem halbstündigen Marsch den Fluss entlang gelangt Bond schließlich
wieder an die Gebäude von Midgard, die mit einem 2 Meter hohen Zaun umgeben
sind. Die einzige Möglichkeit, in den Komplex zu gelangen ohne den Zaun
zerstören zu müssen, ist durch den Fluss zu schwimmen. Angesichts der Grade um
den Gefrierpunkt zückt Bond dann aber doch lieber seine Uhr und durchtrennt den
Zaun mit dem Laserstrahl und gelangt so wieder hinter die Halle, in der er vor
Kurzem noch gefangengehalten wurde. Durch ein Fenster erkennt er noch Licht und
sieht hinein. Der leblose Körper des Mannes, der ihn mit dem Pendel töten
wollte, war schon entfernt worden. Bond kann aber die beiden Männer erkennen,
die ihn eben mit dem Boot verfolgt hatten. Durch deren Kopfnicken in die selbe
Richtung entnimmt Bond, dass sie jemandem zuhörten. Bond kann aber weder hören,
was gesprochen wird, noch, wer zu ihnen spricht.

Bond öffnet nun von außen das Fenster, durch das er blickt, einen Spalt weit.
Es war glücklicherweise nur angelehnt. Er kann trotz des kalten und starken
Windes, der um ihn herumpeitscht, jetzt verstehen, was die drei miteinander
reden. Er hört, dass es Elena ist, die zu Hugin und Munin spricht.



Elena: "Ihr Idioten! Wie konntet Ihr nur Bond entkommen lassen? Warum
konntet Ihr Bond nicht einfach abknallen, so wie Ihr es ja mit General Puschkin
auch gekonnt habt?"



Munin: "Einen Bond tötet man nicht so einfach. Man will es auskosten, da
er schon so viele von unseren Leuten auf dem Gewissen hat!"



Elena: "Blödsinn! Jetzt seht Ihr ja, wie gut Eure Idee war. Naja, jetzt
müssen wir halt aufpassen, dass uns Bond nicht noch mal entwischt, sobald er
hier auftaucht. Und das wird er! Erstens will er das Mädchen und zweitens will
er unseren Plan verhindern."



Hugin: "Und wie gehen wir jetzt weiter vor?"



Elena: "Dr. Aston hat mit 2 Technikern Midgard vor 1 Stunde verlassen.
Nachdem wir mitgekriegt haben, dass Bond fliehen konnte, mussten wir hier die
Zelte abbrechen. Alle weiteren Vorgänge werden nun von Asgard aus getätigt. Das
Mädchen hat Dr. Aston auch dabei. Sie sind inzwischen schon fast in Toronto und
werden dann umgehend nach Stockholm fliegen. Auf dem Walhalla-Berg in der Nähe
Stockholms haben wir unser Hauptquartier aufgebaut, da es der höchste Berg
dieser Gegend ist und man von dort aus die Verstrahlung der Erde auch relativ
günstig steuern kann. Den Steuerungskontrollator, den Molotow an

Bond verloren hatte, hat Dr. Aston auch dabei. Wir drei werden morgen Mittag
von hier aufbrechen und bis dahin aufpassen, dass Bond uns nicht durch die
Lappen geht. Wir müssen solange warten, da wir auf das Signal aus Stockholm
warten müssen, dass Dr. Aston und seine Leute mit dem Mädchen und v.a. dem
Steuerungskasten gut angekommen sind. Dann können wir nämlich Midgard abbrennen
und somit auch die technischen Anlagen, um somit alle Spuren zu beseitigen.
Wenn Dr. Aston nicht ankommt, weil ihn zum Beispiel der Geheimdienst schnappt,
dann könnten wir hier immer noch die Steuerung am Großrechner vornehmen.
Deshalb müssen wir bis morgen warten. Der Plan steht nämlich punktgenau:
Übermorgen um 12 Uhr mittags werden wir anfangen, die Welt zu verstrahlen, dass
dieser miese und dekadente Planet endlich sein Ende findet."



Bond hört am Fenster alles mit.

Plötzlich kommt von hinten eine starke Windböe und reißt das Fenster, hinter
dem Bond lauscht, komplett auf. Ein lauter Schlag ertönt und Hugin, Munin und
Elena Graboff drehen sich sofort in Richtung Fenster. Sie erkennen Bond, der
sofort verschwindet und somit dem Schuss aus Hugins Waffe gerade noch entkommt.

Elena läuft weg und geht schnurstracks zum Bürogebäude, während Hugin und Munin
den Seitenausgang der Halle nehmen, um Bonds Verfolgung ein zweites mal
innerhalb weniger Stunden aufzunehmen. Hugin verlässt das Gebäude als erster
und geht am Gebäude vorbei in Richtung Fluss zu der Stelle hin, wo Bond am
Fenster stand. Munin läuft um die andere Seite des Gebäudes herum auch zum
Fluss, um Bond somit einzukesseln. Auf einmal trifft Hugin der Schlag einer
geworfenen Dachplatte am Hinterkopf. Hugin bricht sofort bewusstlos zusammen
und fällt hinterrücks in den eiskalten Fluss, der ihn sofort mitreißt und ihm
keine Überlebenschance lassen wird. Bond steht auf dem Dach und murmelt:
"Es wäre schön, wenn alle, die mit dem Strom schwimmen, so schnell
untergehen würden wie Du, Du Mistkerl."





Bond dreht sich um und sieht am anderen Ende des Daches Munin heraufklettern,
der die Aktion gesehen hatte. Die beiden Kontrahenten bewegen sich nun
aufeinander zu und treffen sich in der Mitte des flachen Daches des
einstöckigen Hallengebäudes. "Mr. Bond, jetzt sind sie dran! Hugin und ich
waren wie Brüder", sagt der verbissene Hugin zu Bond.






"Mir kommen die Tränen."





Bond bekommt einen schweren Hieb
in die Magengegend.








(Z) James Bond sank zu Boden, während Munin gerade dabei war,
ein Messer aus einem Halfter, welcher an der Hose Munins befestigt war,
herauszuziehen. Er wollte zum finalen Stoß ansetzen, doch in diesem Moment fuhr
ihm der am Boden liegende Bond in die Beine, sodass auch Munin zu Boden fiel.
Munin war durch den Aufprall für einige Sekunden bewusstlos geworden, was Bond
dazu nutzte, sich wieder aufzurappeln und neue Energie zu sammeln. Als beide
Kontrahenten wieder einigermaßen bei Kräften waren, sah Bond Munins Messer auf
dem Boden liegen. Er versuchte, es unbemerkt an sich zu nehmen, indem er seinen
rechten Fuß vor das Messer setzte und es vorsichtig zu sich schob.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Samstag, 25. Mai 2013, 23:30

“Für wen arbeiten sie?“ fragte
Bond Munin.



„Was soll das? Sie werden so oder so gleich ihre Frau besuchen“, entgegnete
Munin ruppig. Bond trauerte, als er an seine Frau dachte, die er vor einigen
Jahren verloren hatte. „Wenn hier einer stirbt, dann sind sie das !“



Bond hob blitzschnell das Messer, welches sich nun direkt vor seinem Fuß befand
auf, und stach damit auf Munin ein. Doch dieser wich sofort zurück, sodass
beide nur ein leises Pfeifen ausmachen konnten. Bond drängte Munin zur Kante
des Daches, immer noch das Messer auf Munin gerichtet. Mit einem Mal traf er
Munin in der linken Schulter. Dieser fasste auf die Wunde, aus der sich sofort
Blut ergo?. Es wurde Munin schwindelig vor Augen und Bond bemerkte, dass Munin
gleich das Gleichgewicht verlieren würde. Bond lugte ein wenig über die Kante
des Daches hinaus auf den Hof und erkannte in unmittelbarer Nähe zu der Mauer,
die das Dach, auf welchem sie kämpften, stützte, einige Bauplatten, aus denen
spitze Eisenstangen herausragten. Munin versuchte verzweifelt Halt an Bonds
Anzug zu finden, doch Bond machte keine Anstalten Munin zu helfen.



„Zum letzten Mal: Wer ist ihr Auftraggeber?“



Doch Munin, aus dessen Mund nun schon Blut tropfte, antwortete nicht, sondern
spuckte Bond mitten ins Gesicht, worauf dieser auch die letzten Hilfeaktionen
Munins, Halt zu finden, zunichte machte, indem er ihn einfach von der Kante
schubste. Ein lautes Schreien hallte durch den Wald, bis Bond einen dumpfen
Aufprall vernahm. Er beugte sich über die Kante und sah Munin aufgespießt in
den Gitterstäben liegen.





„ So ein Spießer“, dachte sich Bond, während er ein Taschentuch aus seiner
Hosentasche kramte, um sich die blutige Spucke aus dem Gesicht zu wischen.



Bond stieg die Leiter hinab und
ging hinüber zu den Bauplatten, um die Leiche Munins genauer zu untersuchen.
Munins Körper zuckte noch leicht, als Bond Munins Anzug zur Seite stülpte, um
die Innentasche freizulegen.



„Hm, ein Mikrochip, was dieser Mistkerl damit denn nur wollte?“



Bond nahm noch ein wenig Bargeld aus Munins Tasche und rückte ihm seine
Krawatte zurecht. „Ehre wem Ehre gebührt !“, dachte sich Bond, der der Leiche
Munins noch einen letzten verächtlichen Blick zuwarf .



„Vielleicht kann ja Q etwas mit dem Mikrochip anfangen.“, überlegte Bond, als
er durch den dunklen Wald gehend das Weite suchte.






***





(A) Bond hatte es irgendwie durch den Wald bis
zur nächsten Strasse geschafft und war von dort aus per Anhalter - eine
reizende Kanadierin Mitte 20 hatte ihn mitgenommen - zurück nach Toronto
gefahren. Dort telefonierte er nach London, dass er Q bräuchte und zahlte
seiner Chauffeurin das Benzin als Dankeschön fürs Mitnehmen. Bond hatte vor,
sich einen möglichst unauffälligen Wagen zu leihen (letztendlich verfiel er
seiner Vorliebe für schnelle Autos und wählte eine Corvette) und fuhr damit
nach Montreal, wo sich das Hauptquartier des MI-6 für Ost-Kanada befand. Dort
angekommen begab er sich sofort in die Forschungsabteilung.



"Da sind Sie ja endlich, 007." Bond hörte die ihm wohlbekannte Stimme
und drehte sich um.



"Q, Sie sind schon hier !? Damit hätte ich nicht gerechnet. Welche ihrer
Erfindungen hat sie in 4 Stunden über den Atlantik gebracht. Sie müssen ja noch
unter dem Jetlag leiden!"



Q wirkte mürrisch wie immer: "Auf ihr Mitleid bin ich nicht angewiesen,
007. Mir wäre es tausendmal lieber, Sie würden ab und zu ein paar meiner
mühevoll entwickelten Erfindungen zurückbringen. Wo ist eigentlich ihr
Aston-Martin hingekommen oder warum fahren Sie mit einer Corvette durch die
Gegend"



"Das mit dem Aston war ein Unfall. Aber meine Uhr habe ich ausnahmsweise
noch." Mit einem triumphalen Grinsen hielt er Q die Omega vor die Nase.



Q nickte abfällig. "Das ist mehr als Sie sonst zurückbringen. Und wegen
des Jetlags: Im Gegensatz zu ihnen gelingt es mir nicht, meinen Urlaubsort vor
M geheim zu halten. Nicht mal, wenn ich mich an einen einsamen kanadischen See
zum Fischen zurückziehe, habe ich Ruhe vor diesem Geheimdienst. Gestern habe
ich übrigens an sie denken müssen, 007"



"Wieso?"



"Die Trümmer eines Schnellbootes trieben an mir vorbei. Sie waren wohl
nicht zufällig in der Nähe?"



"Wie kommen sie denn darauf?"



"Ich habe eine Walther PPK aus dem See geangelt."



Q warf Bond die von Algen behangene Pistole mit einem vorwurfsvollem Blick vor
die Füße. "Wie schön, dass sie was gefangen haben Q. Sie scheinen sich gut
erholt zu haben." Bond wechselte das Thema. "Ach ja, könnten sie den
für mich überprüfen?" Er hielt Q den Mikrochip hin.



"Ja, ja, kommen Sie mit."



Sie gingen in einen abgedunkelten Raum mit drei Stühlen und einem Projektor.
Bond setzte sich während Q den Chip umständlich in ein Lesegerät einpasste und
Bond die technischen Einzelheiten des Apparates zumurmelte. Endlich war Q
soweit und schaltete den Projektor an: eine Landkarte erschien!



"Das haben wir gleich" sagte Q zuversichtlich während Bond den
Karten-Ausschnitt genauer betrachtete. "Der Computer vergleicht jetzt
diesen Ausschnitt mit sämtlichen ihm bekannten Karten. Und..."



"Q, was sind das für rote Kreise in der Mitte. Alle konzentrisch."



"Sieht fast aus wie Funkwellen, das Zentrum befindet sich auf einem Berg.
Hier, sehen Sie?" Q zeigte auf die Höhenlinien rund um den Mittelpunkt der
Kreise.





In diesem Moment hörte der Computer auf zu arbeiten. Am
unteren Rand des Bildschirms blinkten die Koordinaten auf: 13,1° Ost - 61,5°
Nord, Schweden.





(K) Bond: "Danke Q, Sie haben mir sehr geholfen. Jetzt ist
klar, wo ich ansetzen muss!"



Bond lässt die Karte über den HP-Drucker ausdrucken, der neben ihm steht.

Er schaut sich die Karte genau an und erkennt, dass der Walhalla-Berg, von dem
Elena gesprochen hatte, auch darauf ist.



Bond: "Q, bringen Sie mich bitte sofort zum Flughafen und geben danach
meinen Leihwagen zurück. Ich brauche dringend eine Maschine nach
Stockholm."



Die beiden verlassen den MI6-Stützpunkt und fahren mit Bonds Leihwagen zum
Flughafen von Montreal.



Bond verabschiedet sich von Q: "Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß beim
Angeln, Q! Aber jede Wette, dass ich in Schweden einen größeren Fisch an der
Angel haben werde."



Q entgegnet mürrisch: "Wenn Sie mir die Uhr bei Ihrem Einsatz auch noch
kaputt machen, werden Sie der nächste sein, der an einem Haken hängt!" Q
setzt nun aber doch ein leichtes Lächeln auf, das sein angestrengtes und
tüchtiges Gesicht ein wenig aufhellt und fügt seinem Satz nach: "Viel
Glück, 007! Passen Sie auf sich auf!"



***



Stockholm, Schweden.

Bond kommt nach langem Flug endlich in Stockholm an. Während des Fluges hatte
er viel geschlafen und in der Zeit, in der er wach war, Kontakt mit der Station
S aufgenommen, so dass deren Mann am Flughafen sein sollte, um Bond abzuholen.



Am Flughafen angekommen, geht Bond
sofort zum ausgemachten Treffpunkt. Dort erkennt er dann einen Mann, mit dem er
schon mal zusammengearbeitet hatte.



Bond: "Hallo Messler, na, was machen Sie denn in Schweden? Bei meinem
letzten Einsatz hatten wir doch in der Schweiz miteinander zu tun."



Messler: "Hallo 007, schön, Sie mal wieder zu sehen. Ich bin vor
anderthalb Jahren hierher verlegt worden, da in diesem Zeitraum sehr viele
geheimdienstliche Spuren nach Schweden führten. Ich habe dann in einem
Schnellkurs schwedisch gelernt und fühle mich hier sehr wohl."



"Das kann ich mir sehr gut vorstellen", antwortet Bond überzeugt, als
die beiden an drei langhaarigen Blondinen vorbeilaufen.



Bond: "Aber jetzt zur Sache: Konnten Sie die von mir genannten
Fabrikhäuser im kanadischen Wald finden."



Messler: "Ja, ich habe alles an die Sektion C nach Kanada weitergegeben,
aber das Gelände war bereits komplett abgebrannt. Da muss ein riesiges Feuer
gewesen sein. Es war einem Unwetter zu verdanken, dass es nicht zu einem
größeren Waldbrand gekommen war."



Bond: "Aha, abgebrannt..! Dann muss Elena auch hier sein. Dann sind ja
alle beieinander."



Messler: "Ich verstehe nicht ganz!"



Bond: "Ach nichts, ich glaube aber dass sich der Kreis langsam schließt.
Wo ist mein Hotel?"



Messler: "Sie haben unserer Station durchgegeben, Sie wollten ein Zimmer
in Nähe des Walhalla-Berges. Ich habe für Sie daher die Präsidentensuite im
Interconti gebucht."



Bond: "Wunderbar!"



Die beiden fahren mit Messlers Dienstfahrzeug, einem unauffällig grauen, aber
großen und modernen Volvo in Richtung Norden.






***





(A) Im Hotel angekommen begleitete Messler Bond aufs Zimmer.
Ein freundlicher Page, Bond schätzte ihn auf Anfang 20, half ihnen das Gepäck
nach oben zu tragen. Vollkommen außer Atem (die Präsidentensuite lag im
obersten Stockwerk) aber dennoch mit einem Lächeln stellte er die Koffer ab.
Bond gab ihm das obligatorische Trinkgeld und sah sich um. Der Name
Präsidentensuite hielt was er versprach. Die Lage war ideal für Bond. Von hier
oben konnte man genau auf den Walhallaberg sehen, der um diese Zeit noch in
leichtem Nebel lag. Perfekt!

Das Interconti lag mehr am Stadtrand und so behinderten keine anderen Häuser
die Sicht - es war mit Abstand das höchste Gebäude in der Gegend. Messler hatte
inzwischen die Suite, gemäß den MI-6 Vorschriften nach Wanzen durchsucht. Bond
beobachtete ihn, wie er in jeder Ecke stehen blieb und umständlich mit dem
Abhördetektor, einer Entwicklung der Abteilung Q, hantierte. "Was
gefunden, Messler?"



Messler kam unter dem Bett hervorgekrochen. "Bis jetzt nicht! Der Lattenrost
ist jedenfalls sauber!"



"Ich glaube kaum, dass man hier Wanzen versteckt hat."



"Sicher ist sicher!"



"Wie Sie meinen, Messler." Mit einem Lächeln kramte Bond ein Fernglas
aus einem seiner Koffer. Messler hatte sich wirklich nicht verändert. Er war
noch genauso pflichtbewusst und bemüht wie damals in der Schweiz. Bond ging auf
die geräumige Dachterrasse mit direktem Blick auf den Walhalla Berg. Aber
selbst durchs Fernglas konnte er im dichten Nebel den Berg nur schemenhaft
erkennen, von irgendwelchen verdächtigen Hinweisen ganz zu schweigen. Nur einen
über 3 Meter hohen Zaun, der den Berg weitläufig eingrenzte, konnte er
erkennen; und einige Wachen innerhalb des Zauns. Dort durchzukommen dürfte
schwierig sein. Er ließ seinen Blick etwas weiter schweifen. Auf der Strasse
unter ihm standen die großem Limousinen vor dem Interconti. Er erkannte
Messlers Volvo - und musste wieder lächeln, Messler hatte den Zündschlüssel
stecken lassen! "Seine Zerstreutheit hat er auch noch nicht
abgelegt", murmelte Bond.

Er betrachtete das Gebäude gegenüber. Ein ganz normales, relativ modernes
Geschäftsgebäude mit Arztpraxen in den oberen Stockwerken und einer
Immobiliengesellschaft im Erdgeschoss namens "Countek Immobilien".
Aus dem Hauptportal eben dieser Gesellschaft kamen gerade zwei Männer. Sie
trugen schlecht sitzende Anzüge und wirkten auch sonst nicht wie
Immobilienmakler. Irgendwie kamen sie Bond verdächtig vor, er wusste nur nicht
warum.



"Schon was entdeckt, James?" Messler war auf die Terrasse gekommen



"Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich bin mir noch nicht sicher! Was
sagen Sie dazu, Messler?"



Bond zeigte auf die beiden Männer und reichte Messler das Fernglas. Der warf
einen Blick auf die beiden Gestalten, die gerade von
"Countek-Immobilien" in Richtung S-Bahn Station gingen. Messler hatte
wirklich genau das richtige Hotel gewählt, denn von der Dachterrasse des
Interconti konnte man sie genau beobachten. Er zoomte auf die Gesichter der
zwei, seine Augen weiteten sich "Eklund!" entfuhr es ihm.



"Was meinen Sie, Messler!"



Er gab Bond das Fernglas zurück. "Der Linke! Lars Eklund. Er ist Geologe
und Ingenieur. ein brillanter Kopf. Baut normalerweise Tunnel. Bis vor zwei
Monaten hat er an einem Rettungsschacht für eine staatliche Erzmine bei Kiruna
gearbeitet. Dann verschwand er plötzlich. Genau zum falschen Zeitpunkt: Unsere
Abteilung hätte ihm gerne einige Fragen bezüglich einer großzügigen Spende
gestellt. Er erhielt einen sechsstelligen Geldbetrag, von dem keiner weiß,
woher er kam. Als Absender war ein Nummernkonto in der Schweiz angegeben. Und
nun ja, sie wissen ja wie das ist, das Bankgeheimnis ist uns Schweizern
heilig!"



"Ich verstehe. Und dieser Eklund baut normalerweise Tunnel?"



"Ja, er ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet. Tunnel, Bergwerke,
künstliche Höhlen, Sprengungen was Sie wollen"



Bond stützte seine Ellbogen auf dem Geländer der Dachterrasse auf und
betrachtete Eklund noch mal durchs Fernglas. Und plötzlich wusste er, was ihm
verdächtig vorkam; wonach er die ganze Zeit gesucht hatte. Bei näheren Hinsehen
konnte man schwarzen Staub in Eklunds Nacken erkennen. So, als käme er direkt
von der Baustelle für einen Tunnel, als wären die Anzüge nur zur Tarnung hastig
übergezogen worden.






Bond lächelte zufrieden.
"Messler!"



"Ja?"



"Ich glaube wir müssen mehr im Dreck wühlen, als uns lieb ist, um diese
Sache aufzudecken!"






***




(C) In der schützenden Dunkelheit der Nacht näherten sich Bond
und Messler dem Portal von Countek Immobilien. Alles war ruhig. Während Messler
sich am Türschloss zu schaffen machte, sah Bond sich um. Er erblickte einen
patrouillierenden Wächter, der ihn aber noch nicht bemerkt hatte. Schnell
schlich er sich hin, setzte ihn lautlos K.O. und durchsuchte ihn. Dann ging er
zurück zum immer noch erfolglosen Messler. „Vielleicht sollten wir einfach die
Schlüssel nehmen, die ich dem freundlichen Herren dort hinten abgenommen habe.“






Kurze Zeit später standen sie in
der Eingangshalle des Bürogebäudes. Den bewusstlosen Wächter schlossen sie in
einer kleinen Putzkammer neben der Rezeption ein. Dann schauten sie auf die
große metallene Informationstafel an der gegenüberliegenden Wand, in welchem
Stockwerk Countek seine Büros hatte und fuhren mit dem Aufzug ins erste
Obergeschoss. Sie durchsuchten die Aktenschränke der Büros nach etwas, dass sie
weiterbringen könnte. „Was suchen wir eigentlich genau, Bond?“






„Hinweise auf den unterirdischen
Tunnel oder zumindest auf Verbindungen zu dem großen Plan und die Stützpunkte.“






„Hm, dann habe ich hier glaube ich
etwas. Ein Bericht über den Verkauf des Walhalla-Berges. Die Stadt verkaufte
unter der Prämisse, dort eine Nobelkulturanlage mit Gastronomiebetrieb und
Hotel zu errichten. Countek fungierte als Mittelsmann. Käufer war ein Deutscher
namens Otto Salinger. Er bekam den Zuschlag nachdem sich Torbjörn Lindström,
ein Stadtratsmitglied für ihn stark gemacht hatte. Hier ist auch ein Bild von
den beiden.“






„Interessant, Messler. Da haben
wir unsere Verbindung. Leider ist Salinger tot. Sonst noch etwas dabei?“






„Ein paar Zeitungsausschnitte. Als
Salinger kurz nach dem Kauf Geschäftsführer von Countek Inc. in Prag wurde, gab
es einen kleinen Skandal. Man warf Countek vor, dass Salinger nur ein Strohmann
gewesen sei. Dann noch ein neuerer Ausschnitt, in dem gemutmaßt wird, dass die
Stadt gegen Salinger und Countek klagen wird, da immer noch nicht mit dem
Bauvorhaben angefangen wurde. Countek selbst hat aber schon einen
Hubschrauberlandeplatz und ein eigenes Gebäude dort errichtet, um vor Ort zu
planen, wie es hieß. Lindström, der nun stellvertretender Bürgermeister ist,
besuchte Countek vor Ort und konnte den Stadtrat beruhigen.“






„Das muss dann wohl auf der
entgegengesetzten Seite des Berges liegen. Pst, ich glaube da kommt jemand.“






Plötzlich öffnete sich die Tür zum
Flur. Schnell legten sie die Akten zurück und suchten Deckung. Das Licht wurde
angemacht. Es war Elena mit einem älteren Mann. „Noch ein paar wichtige Akten
mitnehmen, dann können wir durch den Tunnel nach Asgard, Graf Burgstädter.“ Sie
gingen in den Nebenraum zu einem versteckten Safe. Bond wandte sich Messler zu.
„Ich habe einen Plan, Messler. Aber Elena kennt mich, deshalb müssten sie ihn
ausführen. Trauen sie sich das zu?“ Messler nickte. „Gut, hier ist ein Abhör-
und Ortungssender von Q. Gehen sie schnell ins Erdgeschoss und ziehen sich die
Jacke des Wächters über, dann spielen sie einem von ihnen den Sender zu.
Beeilen sie sich.“ Messler nahm den Sender und schlich sich heraus. Die Minuten
vergingen, schließlich verließen Elena und der Graf den Raum mit dem Safe und
gingen Richtung Ausgang. Von Messler war noch nichts zu sehen. Elena griff nach
einem Schlüssel des Schlüsselbretts neben der Tür. Sollte Messler von dem
Wächter überwältigt worden sein? Bond begann, sich Vorwürfe zu machen. Ivana
war für ihn gestorben, Pritchert musste sein Leben lassen, Sarah war immer noch
gefangen, wenn er Messler nun auch verlor! Elena schaltete das Licht aus und
griff zur Tür, als sich diese auf einmal öffnete und Elena von einer
Taschenlampe geblendet wurde. „Na! Was soll denn das?“ „Oh, Verzeihung, Miss.
Ich hörte Geräusche hier und bin nur meiner Pflicht nachgekommen.“ Es war
Messler. „Ist ja schon gut, aber sie sehen ja, das wir keine Einbrecher sind.“
„Wen haben sie denn da bei sich, Miss?“ „Das ist der Präsident von Count
Enterprises, der Mutterfirma, wenn man so will.“ „Kann er sich ausweisen?“
„Aber natürlich, kann ich das, bitte schön.“ Messler überprüfte den Ausweis des
Grafen. „Dann ist ja alles in Ordnung. Hätte ja sein können, dass sie ein
Gangster sind, der die Miss unter Druck setzt. Verzeihen sie die
Unannehmlichkeit.“ Messler entfernte sich. Elena schloss die Tür hinter sich
und dem Grafen, Bond atmete auf. Er schaltete den Empfänger an seiner
Armbanduhr ein und hörte Schritte und eine Aufzugtür.



Die Bürotür öffnete sich und
Messler trat strahlend ein. „Operation geglückt.“






„Gut gemacht, Messler. Es war aber
ganz schön gewagt von ihnen.“






„Ich weiß, Bond. Da sie mir aber
mal gesagt haben, dass diese Elena ein hohes Tier beim Gegner ist, habe ich
halt so getan, als wüsste ich wer sie ist und habe sie einfach mit Miss
angesprochen. Anscheinend war es richtig. Auch, dass ich den Grafen überprüft
habe. Er hat jetzt den Sender.“






„Goldrichtig. Nun schauen wir mal,
welchen Schlüssel Elena mitgenommen hat.“






Sie gingen zum Schlüsselbrett, der
Schlüssel zum Archiv fehlte. „Also dort ist der Tunnel.“






Bond und Messler machten sich auf
in den Keller. Die Archivtür stand noch offen. Es waren mehrere Räume, alle
voll mit Regalen und alten Akten. Messler schaute sich um. „Und das im
Digitalzeitalter. Wo ist jetzt der Tunnel?“ „Schauen wir mal.“ Bond blickt auf
seine Uhr. Die Ortungsleuchte zeigte auf eine Wand mit nur einem Regal. „Dort
hinter muss er liegen.“ Sie durchsuchten das Regal und fanden einen kleinen
Knopf, als Bond ihn drückte fuhr das Regal in den Boden und gab eine Öffnung
preis. „Na bitte.“






Bond wandte sich Messler zu. „Ich
schaue mir das mal etwas genauer an, sie warten hier, Messler.“






Bond schlich leise in den Tunnel.
Er hörte nichts bis auf die Schritte von Elena und dem Grafen. Kurze Zeit
später hielten sie an. Er hörte Elena sprechen. „Jetzt können sie sprengen,
Eklund.“ Bond erstarrte.






***
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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8

Samstag, 25. Mai 2013, 23:30

Zur gleichen Zeit landete ein
Hubschrauber auf dem Walhallaberg. Ein Mann und eine Frau stiegen aus und
gingen zum Wachtposten. „Ich bin Torbjörn Lindström und das ist Clarissa
Field.“ Der Wächter ließ sie durch.






***





Messler schrak auf, als er die
Explosion hörte und die Staubwolke sah, die aus der Höhle kam. „Bond!“ Er
wartete etwas ab, bis sich die Rauchschwaden verzogen hatten und ging dann in
die Höhle. Bond kam ihm ziemlich verdreckt und mit ein paar leichten Schrammen
entgegen. Er hustete. „Ein Glück, dass sie noch leben, Bond.“ „Es war
haarscharf.“ Messler grinste. „Sie sagten ja, wir würden im Dreck wühlen, aber
das war jetzt etwas übertrieben, Bond.“ Eine Stimme ertönte, Messler fuhr
herum, doch dann fiel es ihm ein. „Das ist ja nur ihr Abhörgerät.“ Sie
lauschten.






Eine unbekannte, verzerrt
klingende Stimme fing an. Sie schien über einen Lautsprecher mit dem Grafen zu
sprechen. „Nun sind wir ja alle vollzählig.“






„Ist denn ihre Maskerade noch
notwendig, Odin? Wir kennen doch alle ihre Identität.“






„Sie schon, aber die geringeren
Mitglieder nicht und bei einem Fehlschlag des Planes ist es besser, dass es
auch so bleibt.“






„Ich verstehe. Sie sind wirklich
genauso vorsichtig, wie ich es immer war. Wie ist denn die Situation?“






„Dr. Aston hat den Mechanismus
gebracht. Dr. Love ist sicher verwahrt.“ Bond fiel ein Stein vom Herzen, als er
hörte, dass Sarah noch lebt. „Wir sind jetzt vollkommen abgeschottet und nur
noch über Hubschrauber erreichbar. Das heißt der Countdown kann beginnen. Da
die Regierungen nicht mit sich handeln ließen, werden wir in vier Stunden das
Leben in allen Hauptstädten der Welt vernichten. Das sollte die Regierungen
dann überzeugt haben und sie werden unsere finanziellen Forderungen doppelt und
dreifach erfüllen. Ich lasse jetzt den Countdown beginnen.“ Ein Rauschen
ertönte. Offenbar störten die ganzen elektronischen Apparate im Walhallaberg
die Frequenz.






Bond und Messler sahen sich an.
Sie hatten nur noch knappe vier Stunden Zeit, um die Vernichtung aufzuhalten!






(Z) „Kommen Sie Messler, hier drinnen gibt es für uns erst
einmal nichts mehr zu tun. Wir müssen einen anderen Weg finden.“



„Aber Sie wissen doch sicherlich, dass das Gebiet um den Hubschrauberlandeplatz
sehr gut bewacht ist“, wies Messler Bond auf die gefährliche Situation hin.



„Das ist mir schon klar.“ Bond schaute
sich ein wenig in dem Archiv um, dessen Wände aufgrund der Explosion jetzt
schon ziemlich verdreckt waren.



Messler blieb vor einer Karte des
Walhalla-Berges stehen und rief Bond. „Schauen Sie sich das mal an, das könnte
uns weiterhelfen.“



“Gute Arbeit, Messler“. Bond lobte ihn, wischte ein wenig Staub von der Karte
und studierte sie.



„Messler, wir brauchen eine Kneifzange und einmal eine Kletterausrüstung.
Schauen Sie doch mal bitte, ob sie hier so etwas auftreiben können.“



Messler nickte und nach knapp fünf Minuten stand Messler mit einer Kneifzange
und einer Kletterausrüstung vor Bond. „Das habe ich in einem Wartungsraum
gefunden, reicht das?“



„Vollkommen, danke“, erwiderte Bond.



***



Bond und Messler hockten zusammengekrümmt vor dem Zaun, der das Gebiet um den
Walhalla-Berg abriegelte. „Wie gut das wir über das Dach des Immobilienbüros
hierher kamen“, dachte Bond. Bond gab Messler einen Befehl mit den Händen,
sodass Messler anfing, den Zaun mit der Kneifzange zu bearbeiten. Zuvor hatte
Messler im Wartungsraum die Elektrizität des Zaunes außer Betrieb gesetzt. Es
klackte dreimal und schon hatten die beiden ungehinderten Zugang zum Berg. „Ich
habe Höhenangst. Ich warte dann lieber in 5 Stunden im Interconti auf sie. Ach,
sagen wir sechs“, unterbreitete Messler, dem vom Anblick des Berges schlottrig
wurde, Bond den Vorschlag.



„In Ordnung“, entgegnete Bond



„Seien Sie vorsichtig“. Messler warf Bond einen letzten Blick zu und stapfte
zurück zum Immobiliengeschäft, welches er später sicher verlassen sollte.



James Bond legte seine Bergsteigermontur an und begann den Berg zu erklimmen.
Er arbeitete sich Meter für Meter heran, immer in Deckung bleibend. Denn man
wusste ja nicht, ob und wo sich auf dem Berg Handlangern herumtreiben würden,
die nur darauf warten, ein verdächtiges Geräusch zu hören, um diesem
nachzugehen.



Bond erreichte nach einigen kraftzehrenden Minuten ein kleines Plateau, auf dem
höchstens zwei Menschen Platz fänden. Bond überprüfte seine Ausrüstung und
damit auch seine Walther P99. Er legte seine Kletterausrüstung kurz zu Boden
und zog die P99 aus dem Halfter, um sie besser kontrollieren zu können.
Plötzlich stürzte sich ein Bussard aus einer Felsspalte kommend auf Bond, der
von dem scharfen Maul des Tieres eine Fleischwunde in der rechten Hand
davontrug, sodass er seine Walther fallen lassen musste. Sie fiel weit, weit
herunter, sodass Bond sich sicher sein konnte jetzt entdeckt zu sein. Er lugte

Vorsichtig nach oben und sah einen gut trainierten Mann, der sich auf das
Plateau abzuseilen versuchte. Bond versuchte sich so nah wie möglich an den
Felsen zu pressen, doch vergeblich: Der gut trainierte Mann landete auf dem
Plateau und verpasste Bond fast einen Tritt in die Magengrube, doch Bond wehrte
mit seinem Arm ab.






Bond scherte sich nicht viel um
den Mann, sondern verpasste ihm einem Kinnhaken, der ihn kurz zu Boden sacken
ließ. Bond hechtete zur Kante des Plateaus und sprang auf das Seil des
Handlangers, der gerade dabei war, die Situation zu realisieren. Der
Angestellte Odins nahm sofort die Verfolgung Bonds auf, der sich Stück für
Stück das Seil nach oben schob. Doch Bond fehlte die Kraft, um seinen Vorsprung
auszubauen und schon bald griff der Handlanger an den Fuß Bonds.

Der Handlanger griff nach einem Messer aus seinem Halfter und ging damit auf
Bond los . Der Handlanger war etwas zu übermütig. Jedenfalls schlug er mit dem
Messer nach Bond, der sich gerade noch ein weiteres gutes Stück nach oben
ziehen konnte, sodass der Handlanger sein eigenes Stück vom Seil abschnitt. Mit
einem lauten Schreien stürzte der Handlanger den Berg herunter, wobei er
mehrere male mit dem Kopf an die Felswand schlug. Nach einigen Sekunden
vermachte Bond nur einen dumpfen Knall.

Bond zog sich am Seil und damit auch an der Felswand weiter herauf. „Ein Glück,
dass dieser Knallkopf da unten das Seil gut sicherte“, dachte Bond als er den
Sicherheitshaken sah, der in der Nähe der Kante befestigt war.



Bis zum rettenden Ufer waren es
jetzt nur noch wenige Meter, sodass Bond die Kante ergriff und sich hochzog. Er
suchte hinter einigen Fässern die mit Rohopium gefüllt waren Schutz und blickte
auf seine Uhr: Nur noch 2 ½ Stunden bis zur Katastrophe.






(K) Bond entledigte sich seiner Kletterausrüstung und ging zu
der Mauer des großen Gebäudes, das in der Mitte des Bergplateaus stand. Er war
jetzt an der höchsten Stelle des Walhallamassivs angekommen und dachte, dass es
angesichts der kalten Temperaturen und des unsympathischen Windes hier oben
bestimmt seinen Grund haben musste, warum man den Berg ausgerechnet nach dem
Himmel für gestorbene Krieger benennen musste.



Ein Bewegung von rechts des Gebäudes weckte Bond aus seinem Sekundentraum. Er
versteckte sich hinter der Mauer und blickte mit dem Rücken zur Wand, den Kopf
seitlich drehend um die Ecke. Dr. Aston und Elena standen zwischen dem Eingang
zum Gebäude und einer gegenüberliegenden kleinen Hütte. Dies waren die beiden
einzigen Gebäude hier oben. Bond konnte nicht verstehen, was die beiden
miteinander sprachen, da der Wind mit einer enormen Geschwindigkeit tobte. Dr.
Aston zückte etwas aus seiner Tasche. Bond erkannte das kleine Gerät, das sich
in der Schachtel befand, die ihm in Kanada abgenommen wurde, als Pritchert
ermordet wurde. Dr. Aston ging nun wieder ins Gebäude und Elena ging in
Richtung der Ecke, wo sich Bond versteckte.



"Dolph?" "Dolph?"

Bond wusste, dass die Ruhe hier nicht lange anhalten konnte. Dolph musste der
Wachmann sein, der eben das Zeitliche gesegnet hatte. Elena schien ihn zu
suchen.

Bond entschloss sich, selbst zu handeln und sich nicht seinem Schicksal zu
übergeben. Er nahm einen Stein, der vor ihm auf dem Boden lag, und warf damit
eine Scheibe an der kleinen Hütte ein, die gegenüber des großen Gebäudes stand.
Elena drehte sich darauf hin aufgrund des Geräusches um und ging misstrauisch
in die Hütte rein, um zu überprüfen, was denn los sei. Bond rannte ihr mit
einem Kletterhaken in der Hand nach, um sie zu erschlagen. Doch als er die
kleine Hütte betrat, war von Elena weit und breit keine Spur mehr. Bond stand
nun mit dem Kletterhaken in der Hand in der Mitte des Raumes und sah vor sich
nur ein paar alte Kisten, die schon seit Ewigkeiten nicht mehr geöffnet sein
konnten.

Plötzlich ging in Bonds Rücken die Türe der Hütte von innen zu und ehe Bond
reagieren konnte, hatte er ein Seil um den Hals und spürte, dass die Schlinge
immer mehr zugedrückt wurde. Bond spürte, dass er an dem Seil hängend in die Luft
gezogen wurde. Elena hatte das Seil über einen an einem Deckenbalken
befestigten Flaschenzug geworfen gehabt und dann die Schlinge um Bonds Hals
gelegt. Sie zog nun immer mehr an dem Seil, wodurch Bond nun schon einen halben
Meter über dem Boden schwebte.

In Elenas Augen sah man das Blitzen einer Killerin, die Freude daran hat, wenn
sie ihr Opfer noch etwas quälen kann, bevor sie ihm den endgültigen Todesstoß
versetzen würde.

"Mr. Bond, Sie unterschätzen mich zum zweiten Male. Dafür werden Sie
büßen!"

Bond sah die erregte Elena und spürte, wie seine Hände, die versuchten die
Schlinge zu lösen, immer schwächer wurden. Mit letzter Kraft entschloss er
sich, an dem Seil zu schwingen.

Er bewegte seine kraftloser werdenden Beine nach vorne und hinten, so dass sein
Schwung immer größer wurde. Beim dritten Rückwärtsschwingen konnte er sich mit
den Beinen an einer Holzkiste abstoßen und hatte somit genügend Schwung, um
beim Vorwärtsschwingen mit ausgestreckten Beinen Elena an der Schulter zu
treffen und umzustoßen. Diese ließ durch den Schlag das Seil los und Bond flog
mit dem Rücken auf den Boden.

Kaum hatte er sich von der Schlinge um seinen Hals befreit und kurz Luft
geholt, stand auch schon Elena wieder vor ihm und sprang ihm auf den Bauch. Mit
ihren Unterschenkeln drückte sie Bonds Arme nach unten, um ihn so
bewegungsunfähig zu machen. Dann löste sie ihren Schal, der ihren Hals
umschlang und legte ihn Bond um den seinen. Sie machte eine Schlaufe und begann
zuzudrücken. Bond merkte, wie ihm langsam schwindlig wurde. Er nahm alle Kraft
seiner beiden Arme zusammen und schob Elena näher zu seinem Kopf hoch, so dass
er seinen rechten Arm unterhalb Elenas linkem Schenkel wieder etwas freier
bewegen konnte.

Das Seil, an dem Bond eben noch in der Luft hing, baumelte derweil knapp über
dem Boden hin und her und war immer noch über den Flaschenzug an dem
Deckenbalken gelegt. Bond ergriff in blitzschneller Reaktion das Seil an dem
Ende mit der Schlaufe und legte die Schlaufe mit letzter Energie über Elenas
Kopf. Elena war für einen Bruchteil einer Sekunde irritiert und griff nach
ihrem Hals, um das Seil wieder wegzumachen.

Diesen kurzen Moment nutzte Bond aus, um Elena eine Kopfnuss zu geben. In
Bruchteilen einer Sekunde befreite sich Bond von der leicht benommenen Elena und
schaffte es, aufzustehen. Sofort griff Bond nach dem anderen Ende des über den
Balken gespannten Seiles und zog daran.

Jetzt war Bond es, der die Macht genoss. Er zog weiter daran bis Elena
aufstehen musste und schließlich kurze Zeit später in der Luft hing und wie er,
einige Minute zuvor, versuchte, die Schlinge zu lösen. Bond kannte jetzt keine
Gnade mehr und band das Seil mit Elena in der Luft hängend und nach Luft
ringend an einem anderen Balken fest. Elenas Beine hingen nun etwa 20 cm über
dem Boden. Als er bemerkte, wie Elenas Kraft nachließ und ihre Finger von der
Schlinge ließen, ihr Kopf sich senkte und die Fußspitzen nach unten zeigten,
fuhr Bond sich kurz durchs Haar, um die in die Stirn fallenden Haare wieder
zurechtzurücken und murmelte: "Lassen Sie sich nicht so hängen,
Madame!"

Dann verließ er die kleine Hütte in Richtung Eingang des großen Gebäudes.

Er hatte noch 90 Minuten Zeit.






(C) Bond tastete sich langsam und vorsichtig vor. Alles war
ruhig, zu ruhig, wie Bond fand. Es war kein Wächter und auch niemand sonst zu
sehen, so dass Bond ohne große Probleme in das Gebäude hineingelangte.



Es war ein modernes und sehr
zweckmäßiges Gebäude mit dem Firmenschild „Countek Immobilien – Countek Bau“.
Bond trat ein, aus einem Nebenraum hörte er ein Geräusch. Langsam und lautlos
bewegte er sich zur Tür, die einen Spalt offen stand. Es war ein Raum mit
einigen Aktenschränken und einem großen Tisch auf dem eine Karte lag. Darüber
gebeugt Graf Burgstädter. Bond kam blitzschnell ins Zimmer und setzte den Grafen
mit einem gezielten Schlag bewusstlos. Dann betrachtete er den Raum und die
Karte auf dem Tisch eingehender. Man merkte, dass es nur zur Tarnung aufgebaut
war. Die Aktenschränke enthielten alle möglichen Pläne für das zu bauende
Kulturzentrum, das nun schon viele Monate auf Realisierung wartete. Die Karte
auf dem Tisch war ergiebiger. Es war der Plan des Gebäudes, den Bond nun
eingehend studierte. An sich gab es nichts auffälliges, bis auf einer Tür an
einer Wand im Flur des Erdgeschosses, die anscheinend nirgendwo hinführte. Bond
begab sich zu der Stelle, zog dort einen schweren Brokatvorhang zur Seite und
offenbarte so eine alte schwere Eichentür. Er horchte angespannt und als er
nichts hörte öffnete er die unverschlossene Tür und ging angespannt die steinerne
Treppe hinunter, die sich dort hinter befand. Bond fühlte sich wie ins
Mittelalter zurückversetzt oder wie in einer alten Wikingerzitadelle. Es hätte
ihn nicht gewundert, wenn sich am Fuße der Treppe eine Folterkammer befinden
würde, in der sich gerade ein Inquisitor mit einem Ketzer beschäftigt. Doch am
Ende der Treppe befanden sich nur drei Gänge.



Auf einmal ging helles Licht an
und eine Stimme begann zu sprechen: „Hier spricht Odin, der Präsident von
C.O.U.N.T., willkommen in Asgard, Mr. Bond. Hier entscheidet sich das
Schicksal. Die Nornen laufen auf Hochtouren und der Countdown lässt ihnen wenig
Zeit, 007. Ich habe sie seit ihrer Ankunft hier oben durch Kameras beobachtet.
Es war gar nicht nett von ihnen, dass sie versucht haben die Walküre zurück
nach Walhalla zu schicken. Sie ist eigentlich dazu gedacht, große Krieger wie
sie dorthin zu geleiten. Aber egal. Sie sehen drei Gänge vor sich. Sie stehen
für die drei Ziele. Mein Ziel ist die Zerstörung und ihre Ziele sind, mich
aufzuhalten und die Rettung von Dr. Love. Drei Ziele, drei Gänge und immer
weniger Zeit. Aber ich kann sie beruhigen, Mr. Bond. Am Ende jeden Ganges wird
sie eine, wie ich hoffe, tödliche Überraschung erwarten. Ich kann es mir
schließlich nicht leisten durch ihre Taten meine Glaubwürdigkeit und meinen
Gewinn zu verlieren.“






Es wurde wieder still und dunkel.
Bond stand wie angewurzelt da und lauschte der charismatischen Stimme. Doch
jetzt wurde ihm bewusst, dass sie ihn eigentlich nur hinhalten sollte und er
wichtige Zeit dadurch verloren hatte. Er blickte in die drei Gänge. Kahle
Steinwände, nur ab und zu mit Bären- und anderen Fellen geschmückt, ohne ein
Ende in Sicht. Bond sah auf seine Uhr, er hatte noch 70 Minuten Zeit.






(A) Er hatte keine Zeit mehr zu verlieren. Ohne einen besonderen
Grund entschied sich Bond für den mittleren Gang. Vorsichtig tastete er sich an
den kahlen Steinwänden und Fellen entlang. Ab und zu wurde der Gang, der sich
jetzt immer weiter nach unten, in das Innere des Berges wand, spärlich von
Fackeln erhellt. Bond nahm die Walther aus dem Halfter, sicher ist sicher.







Plötzlich hörte er hinter sich ein Rattern. Bond drehte sich um und konnte im
Halbdunkel gerade noch ein Eisengitter erkennen, dass etwa 10m hinter ihm von
der Decke rasselte und ihm den Rückweg versperrte. Der Schreck über den
unerwarteten Lärm saß ihm noch in den Knochen als die Fackeln plötzlich
auhörten zu brennen. Er hörte Odins Lachen:





"Das Eisengitter ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sie stehen doch noch zu
ihrer Entscheidung für die 'goldene Mitte', oder Mr Bond."



Die Fackeln entzündeten sich wieder und Bond betrachtete das Gitter. Es wirkte
sehr massiv, wie alles hier unten.



"Ich kann sie jedoch trösten, Mr Bond. Ihre Entscheidung war nicht so
schlecht wie sie denken - für mich jedenfalls nicht!"
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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9

Samstag, 25. Mai 2013, 23:31

Was meinte Odin nur damit
"...für mich jedenfalls nicht". War es nicht egal, welcher der von
Odin angekündigten tödlichen Gefahren er begegnen würde. Bond schlich weiter -
schon hinter der nächsten Ecke kam er hinter die Bedeutung von Odins letzter
Bemerkung.



Der Gang stieg wieder nach oben an und führte in eine kleine Halle. Bond konnte
nicht glauben, was er da sah: Er befand sich wieder am Ausgangspunkt, an der
Stelle von denen die drei Gänge weggingen. Er selbst kam gerade aus dem rechten
der also nichts anderes war als das Ende des mittleren Gangs - und umgekehrt.
Die ganze Zeit war er nur im Kreis gelaufen.



Innerlich zeriß es Bond fasst vor Wut. Er hatte sich von Odin vorführen lassen.
Zum zweiten Mal! Das hatte er also gemeint mit "Ihre Entscheidung war
nicht so schlecht - für mich jedenfalls nicht!". Der mittlere und der
rechte Gang bringen einen nicht zu einer tödlichen Gefahr, sie kosten nur Zeit
- wertvolle Zeit!







Er hatte genug von Odins Spielereien und ging wieder den Hauptgang zurück zum
Raum mit der Karte und dem vermutlich immer noch bewußlosen Burgstädter. Aber
statt dem Brockatvorhang sah er Odins nächste Überraschung: eine Steinwand!
Bond suchte nach einem Geheim-Schalter oder etwas ähnlichem um die Wand zu
bewegen, wurde jedoch nicht fündig. Er sah ein, dass er nur noch eine Wahl
hatte, den linken Gang. Mißmutig ging er zur Halle mit den Abzweigungen der
Gänge zurück.



Wieviel Zeit ihn diese Aktionen wohl gekostet hatte? Bond schaute auf seine
Omega: Noch 50 Minuten. Ganze 20 Minuten hatte ihn die Finte mit dem mittleren
Gang und die Sackgasse beim Brockatvorhang (oder vielmehr bei der Steinwand) in
Burgstädters Raum gekostet! Und wofür? Nichts hatte er erreicht, außer das Odin
Bond genau da hatte, wo er ihn haben wollte: Er war unter Zeitdruck, hatte
keinen brauchbaren Plan oder eine Vorstellung, was er zu erwarten hatte und nur
noch eine Möglichkeit: Den linken Gang!






(O) Bond versuchte, die verlorene Zeit duch Laufen in dem nur
spärlich beleuchteten Gang wieder auszugleichen. Nachdem er dreißig Meter
gerannt war, ließ ihn irgendwas innehalten. Er stoppte und dachte noch einmal
darüber nach, was ihm seltsam erschien. Er dachte immer wieder an die wenigen
verbleibenden Minuten und konnte sich daher kaum konzentrieren. Bond war
anscheinend einmal im Kreis gelaufen und dann versperrte eine massive
Steinmauer seinen Rückweg, aus dem er gekommen war.



Auf einmal fiel ihm die Kälte und der muffige Geruch auf, den es oben nicht
gegeben hatte. War er wirklich wieder so weit aus dem Gang aufgestiegen wie er
hinabgegangen war? Es musste sich um einen Trick handeln! Es gab zwei
identische Kammern; die Zweite musste knapp unterhalb der ersten liegen - so
konnte es keinen Rückweg durch den Brokatvorhang geben, da sich Bond nun unter
dem Fußboden des richtigen Ausgangs befand. Hier unten gab es im Gegensatz zu
oben so gut wie keine frische Luft, daher der Geruch. Odin wollte Bond also
noch mehr Zeit abringen, indem er ihn in diesem Labyrinth im Bergmassiv
aussetzte. Odin rechnete damit, dass Bond den linken Gang nehmen würde, da der
rechte und der mittlere angeblich den Kreis bildeten, den Bond schon
einmal gelaufen war. Bond musste also zwangsweise den linken Gang wählen, da er
sonst den vermeintlichen Kreis erneut durchlaufen würde, der ja eigentlich
keiner war.



Mit einem Ruck wandte Bond sich um und rannte die dreißig Meter so schnell er
konnte in die kleine untere Kammer zurück. Odin reagierte nicht schnell genug
auf Bonds Aktion, denn erst kurz hinter dem Agenten fiel ein weiteres schweres
Eisentor zu Boden, dass Bond gezwungen hätte, den linken falschen Gang weiter
entlangzugehen. Die Lautsprecher bleiben stumm - diesmal gab es keinen
spöttischen Kommentar von Odin. Der mittlere Gang führte zurück zur ersten
Kammer, war aber auch durch ein Tor blockiert. Mit einem hoffnungsvollen
Lächeln verschwand Bond schließlich in dem rechten Gang.






(K) Bond war sich jetzt sicher, sein Peiniger hatte ihn
verloren und konnte nun nicht mehr wissen, wo er, Bond, sich jetzt aufhalten
würde.

Er mußte nun etwas machen. Es konnte so nicht weitergehen. Er würde zuviel Zeit
verlieren.

Bond rannte den Gang entlang und achtete ganz genau auf jede Kleinigkeit, die
ihm der Weg bot. Alles könnte wichtig sein. Auf ein Mal erkannte er, dass sich
die Farbe der Wand an der Seite nach innen, sprich zum mittleren Gang hin ganz
leicht vom steinigen grau in ein blau-grau veränderte. Er ging die Stelle
weiter und sah, dass nach 4 Metern das übliche Steingrau wieder begann.

Bond blieb nun vor diesem Wandabschnitt stehen.

Plötzlich vernahm er ein ganz leises Geräusch. Er legte sein Ohr an die Wand
des Ganges. Er vernahm einen technisch klingenden Ton, der sich anhörte wie ein
Fahrstuhl. Bond fiel jetzt auf, dass die Stelle, an die er sein Ohr gehalten
hatte, viel zu warm für Stein war. Dieser hätte hier unten schließlich sehr
abkühlen müssen. Bond klopfte gegen die Wand und vernahm ein hohles Geräusch
und spürte, dass die Wand an dieser Stelle aus Plastik und nicht aus Stein sein
müßte.

Er legte danach seine linke Hand an die Wand und drückte löste mit der rechten
den Lasermechanismus an seiner Uhr aus.

Er schnitt damit ein tellergroßes Loch in die Plastikwand und begutachtete das
Stück Plastik, das er jetzt in seiner Hand hielt. Die Wand war an dieser Stelle
scheinbar nur 10 cm dick. Bond trat nun mit seinem Fuß gegen diese blaugraue
Stelle und machte das Loch größer.

Er sah nun durch das Loch und erkannte einen Schacht, der von oben nach unten
führte. Bond konnte die beiden Enden aber nicht erkennen. Als er noch einmal hochschaute
sah er ein Licht. Es mußte der Fahrstuhl sein, der gerade auf dem Weg nach
unten war.

Bond wich nun wieder etwas zurück und wartete bis der Fahrstuhl an ihm vorbei
nach unten fuhr. Blitzschnell reagierte Bond und sprang auf das Dach des
Fahrstuhls. Das war seine einzige Chance gewesen. Bond spürte, wie es immer
kälter wurde. Er mußte jetzt au dem Weg in das Innerste des Berges sein.

Plötzlich hielt der Fahrstuhl an. Bond konnte nicht sehen, wer ausgestiegen
war, aber als er sich sicher war, dass sich niemand mehr darin befinden würde,
nahm er die Notausstiegsklappe am Dach des Fahrstuhls hoch und stieg hinunter.
Er sah auf die Tastatur des Fahrstuhls und konnte erkennen, dass er im
zweitunterstren Stock von 7 Stöcken sein mußte. Da er an 2 vorbeigefahren war,
als er auf dem Dach des Fahrstuhls war, rechnete er zusammen und kam zu dem
Ergebnis, dass er zwischen der 4. und der 5. Etage auf den Fahrstuhl gesprungen
sein muss.

Bond verließ nun den Fahrstuhl und betrat einen hellerleuchteten Gang mit mehreren
Räumen.

Die Türe am letzten Raum des Ganges war auf und er konnte Stimmen aus diesem
entnehmen. Eine davon war Sarahs Stimme.

Bond ging vorsichtig auf die Türe zu blickte hinein. Er konnte Eklund erkennen
der sich über die auf einen Stuhl gefesselte Sarah beugte. Eklund hatte ein
feuchtes Taschentuch in der Hand und bewegte dieses in Richtung Sarahs Mund.

Bond konnte eine kleine Flasche Mit Gift auf dem Boden neben Eklund ekennen.
Bond rannte in den Raum, ergriff die Flasche und schlug sie Eklund über den
Kopf, welcher daraufhin regungslos umfiel.

Bond befreite daraufhin Sarah von ihren Fesseln.



"James, ich hatte schon gedacht, Du würdest nie mehr kommen!"

"Ich mußte nur meine Bergwanderung noch zu Ende bringen."



Bond legte den bewußtlosen Eklund auf den Rücken und legte ihm das mit Gift
durchtränkte Tuch über dessen Gesicht.



"Ich glaube nicht, dass der nochmal aufwacht." kommentierte Bond.



Bond und Sarah beiden verließen schnell den Raum und rannten Richtung
Fahrstuhl.

Als Bond gerade seine Hand zu der Taste für den obersten Stock bewegen wollte,
schnellte Sarahs Hand blitzschnell zu der Taste für den untersten.



"James, im untersten Stock ist Dr. Astons Labor. Nur von dort kann er die
Katastrophe auslösen."



"Gut, Sarah, die anderen Schurken schnappen wir später. Wir haben auch nur
noch 12 Minuten Zeit."



1 Minute später hielt der Fahrstuhl an und Bond betrat den untersten Stock. Sie
mußten jetzt weit innen im Berg sein.

Die beiden gingen jetzt zügig zu einer gläsernen Türe.

Bond öffnete sie vorsichtig und erkannte Dr. Aston.






(C) Dr. Aston
saß an einem Computerterminal und bemerkte Bond und Dr. Love erst, als es zu
spät war. Ein harter gezielter Schlag von Bond setzte ihn außer Gefecht. Dann
wandte Bond sich an Sarah. „Weißt du, was er hier gerade gemacht hat? Kannst du
die Katastrophe aufhalten?“





Sarah schob den zusammengesackten vom Bürostuhl herunter,
setzte sich und begann Eingaben zu machen. „Er hat die Sender für die Strahlung
justiert und den Countdown überwacht.“





„Kannst du irgendetwas machen?“





„Ich versuche, das Hauptaggregat lahm zu legen. Aber ich
muss vorher irgendwie den Code überbrücken.“





Bond sah sich um. Diese unterirdische Höhle war voll mit
elektrischen Maschinen und Anlagen. Plötzlich ertönte eine Stimme hinter ihm.
Bond fuhr herum. „Ich lasse mich nie hängen, 007.“ Es war Elena, die gerade aus
einer Geheimtür gekommen war, sie lebte.





Auch Sarah sah sich um. „James?
Wer ist die Frau?“






„Eine ganz ungezogene Walküre, die
einfach nicht nach Walhalla will! Kümmere du dich um die Technik. Ich übernehme
diese Killerin.“ Bond spannte seine Muskeln an, er war bereit bis zum Tode für
seine Mission zu kämpfen. Sarah wandte sich wieder dem Monitor zu und machte
Eingaben.






„Wir sind bereits in Walhalla,
Bond. Und sie wissen ja, Walküren erscheinen dort nie allein.“






„Ich weiß. Sie geleiten die
Krieger dorthin. Aber wie sie schon sagten, wir sind bereits in Walhalla. Mir
kann also nicht mehr viel Schlimmes geschehen.“






„Das werden wir ja sehen!“ Wie ein
wild gewordenes Raubtier sprang Elena auf Bond zu, ein mörderisches Gerangel in
Gang setzend. Bond versuchte sich Elenas Kraft zu widersetzen, doch er
scheiterte und wurde zurück geworfen, direkt an die Wand einer großen
Maschinen. Funken sprühten auf. „James, pass auf die Geräte auf. Wenn sie
beschädigt werden, kann tödliche Strahlung entweichen!“






„Das ist genau das, was ich
beabsichtige, du dummes Gör!“ Ein Fausthieb Elenas traf Sarah. Die Wucht riss
sie vom Stuhl. Benommen landete sie auf dem Boden.






Nun war Bond in der Offensive. Mit
gezielten Hieben drängte er Elena an die Höhlenwand. Dann legte er die Hände um
ihren Hals. „Du hattest wohl noch nicht genug davon?“






Doch Bond bemerkte die Gefahr in
seinem Rücken nicht. Dr. Aston war wieder zu sich gekommen und holte einen
Revolver aus seiner Tasche. „Hände hoch, Mr. Bond!“






Bonds Griff lockerte sich, langsam
drehte er seinen Kopf zu Dr. Aston, als Sarah gerade ein Stromkabel aus einer
Maschine riss und zu Dr. Aston kroch. „In Liebe von Dr. Love!“ Sie berührte mit
dem ausgefransten Ende Dr. Aston. Ein gellender Schrei, Funken sprühten, Dr.
Aston sackte leblos in sich zusammen.






Elena nutzte Bonds Verwirrung, um
ihn zurückzuschlagen und wieder etwas Raum zwischen sich und ihn zu bekommen.
Dann stürzte sie sich wieder auf ihn. Sarah war in der Zwischenzeit wieder am
Computerterminal und vollendete ihre Eingaben. „James, ich habe die Maschine
unschädlich gemacht!“ Bond und Elena hielten kurz inne.






Odins Stimme ertönte. Sie wirkte
in dem Gewölbe bedrohlich wie nie zuvor. „Sie haben es also geschafft, Mr.
Bond. Mein Countdown war wohl etwas zu lang. Ob sie die Selbstzerstörung
Asgards auch überleben werden, wage ich zu bezweifeln. Der Countdown ist
wesentlich kürzer! Ich bin geschlagen, aber noch lange nicht besiegt.“






Bond sah zu Sarah, während er
gleichzeitig versuchte Elena abzuwehren. „Flieh, Sarah! Flieh!“ „Was ist mit
dir James?“ „Flieh!“ Sarah rannte in den Geheimgang, durch den Elena vor kurzem
gekommen war, als auch schon die ersten Explosionen ertönten.






(K) Das Krachen aus dem Gang wurde immer lauter. Bond versuchte
nun aus der Umklammerung Elenas zu entkommen, indem er sie an die Wand zu
drücken versuchte. Plötzlich rannte Sarah wieder in den Raum. "Der Ausgang
ist uns versperrt, da der Gang in sich zusammen gefallen ist! James...!"



Bond krächzte nun zu Elena, während die seinen Hals immer mehr zudrückte.
"Was wollen Sie mich jetzt noch töten? Der große Chef will unser aller
Tod!"





"Darauf kommt es jetzt nicht mehr an. Ich habe alles verloren, was ich
besitze. Und sie haben es mir genommen! Dafür werden Sie jetzt sterben!"



Sarah kam nun zu den Kämpfenden und versuchte, Elena von Bond herunterzuziehen.
Elena nahm ihre linke Hand und schlug sie Sarah ins Gesicht, die daraufhin
rückwärts auf den Boden fiel. Bond konnte diesen Bruchteil einer Sekunde
nutzen, um Elenas rechte Hand von seinem Hals wegzuschlagen, so dass Elena mit
ihrem Oberkörper auf den von Bond aufschlug. Bond nahm nun seine beiden Hände
hinter dem Rücken von Elena zusammen, so dass seine Arme ihren Körper
umschlungen. Er drückte jetzt seine beiden Ellbogen zusammen, um Elena so die
Luft zu nehmen. Elena versuchte nun mit ihren Fingernägeln Bonds Rücken zu
zerkratzen. Bond schrie vor Schmerz auf und ließ Elena wieder los.

Jetzt standen die beiden Kontrahenten auf und blickten sich wie zwei lauernde,
aber vorsichtige Raubtiere an. Die Arme wie sich schützende Boxer, die aber
jeden Moment zum entscheidenden Schlag ausholen könnten, nach vorne gestreckt,
bewegten sie sich nun im Kreis. Eine knisternde Spannung lag in der Luft, wer denn
nun zum Punch ausholen würde.



Sarah kam nun langsam wieder zu sich und rappelte sich neben dem Technikerpult
auf, während Bond und Elena in lauernder Distanz um sich kreisten und sich auf
die dem Eingang gegenüberliegende Wand mit einem Luftschacht zu bewegten, der
von einem eng gemusterten Stahlgitter geschlossen wurde.

Sarah kam eine Idee. Sie sah vor sich den Schalter für diesen Luftschacht, der
die Luftzufuhr ins Innere des Berges regeln sollte, so dass man in den weiten
Schächten mit Luft versorgt werden konnte. Der Schalter, dessen Skala von -10
bis +10 ging, stand auf 1, was einen schwachen, aber spürbaren Frischluftzug im
Raum erzeugte. "James!"





Bond blickte zu Sarah, die auf Elena und dann auf den Luftschacht deutete.
Während dieses kurzen Momentes von Bonds Wegsehen, schlug Elena in Bonds Magen
und Bond sackte in sich zusammen. Triumphierend und in der Meinung, Bonds
Unachtsamkeit ausgenutzt zu haben, grinste Elena und wollte mit einem Schlag
mit dem Fuß auf Bonds Kopf den Kampf endgültig für sich entscheiden. Doch Bond
wich blitzschnell zur Seite und schubste die mit dem rechten Fuß ausholende
Elena vor den Luftschacht. Sarah, die die Situation verfolgt hatte, griff
sofort zu dem Hebel für die Steuerung des Luftschachts und stellte ihn auf -10.
Das hatte zur Folge, dass Elena von dem Schacht so stark angezogen wurde, dass
sie nicht mehr wegkam. Elena versuchte, sich dem Luftsog zu entziehen, schaffte
es aber nicht und hing wie angeklebt an dem Stahlgitter. Bond stand nun wieder
auf und ging zu Sarah. "Wir verstehen uns ja blind, Sarah!"





"Aber nur fast blind", antwortete Sarah lächelnd und griff wieder zum
Steuerungshebel. Sie zog den Hebel ohne mit der Wimper zu zucken von -10 auf
+10, woraufhin Elena nicht mehr von der Luft angezogen wurde, sondern mit einer
Wucht vom Schacht weggeschleudert wurde. Sie flog 3 Meter durch die Luft und
traf mit ihrem Körper direkt auf den Steuerungshebel, der ihr Herz durchbohrte
und auf dem Rücken wieder herauskam. der Steuerungshebel wurde dadurch auf 0
gestellt, wodurch der wahnsinnig starke Luftzug, der jetzt den Raum durchblies
auf einen Schlag abstarb. Bond und Sarah standen jetzt vor dem toten Körper
Elenas, als ein plötzliches Grollen aus den Tiefen der Gänge die beiden wieder
weckte. "Komm Sarah, wir haben nicht viel Zeit, bevor hier der ganze Berg
in sich zusammenstürzt."

Bond nahm Sarah am Arm und ging mit ihr zum Schacht. Er zückte seine Uhr und
trennte mit dem von Q installierten Laserstrahl das Stahlgitter ab. Mit Hilfe
einer Räuberleiter half er Sarah in den Schacht. Hinter ihm begann die Decke
einzustürzen und begrub den Körper Elenas unter sich. Bond hechtete im letzten
Augenblick in den Schacht, bevor ein großer Stein aus der herabstürzenden Decke
den Eingang zu diesem für immer verschloss. Es war nun stockfinster in dem
Schacht und Sarah und Bond bewegten sich auf dem Bauch robbend langsam nach
vorne. "Sarah, ist es möglich, dass dieser Einsturz des Berges dazu führen
kann, dass die Strahlungskatastrophe doch noch ausgelöst wird?"





"Nein, ich habe alles zerstört. Der Mechanismus wurde von mir irreparabel
kaputt gemacht!"






Bond und Sarah krochen nun an 2
mächtigen Rädern vorbei, die vorhin vorwärts und rückwärts auf Hochtouren
gelaufen sein mussten, so dass der Luftsog und der Luftdruck so stark sein
konnten, dass sie Elena kampfunfähig gemacht hatten. Bond erinnerte sich an
seine Flucht aus seiner Zelle in Crab Key vor einigen Jahren, als er schon
einmal durch einen ähnlichen Schacht gekrochen war. Bond und Sarah nahmen nun
eine kleine Kurve und plötzlich sahen sie ein Licht am Ende des Tunnels, das
mit jedem Meter, den sie vorankamen, größer wurde.






(C) Ein kleines Gitter trennte sie noch von der Freiheit, doch
das wurde von Bond schnell aus den Angeln geschlagen. Bond und Sarah kletterten
hinaus. Erschöpft, aber dennoch zufrieden ließen sie sich auf den felsigen
Boden fallen und genossen die frische, belebende Morgenluft. „Was ist nur
passiert, James?“






„Wir haben eine Katastrophe
verhindert und mit letzter Kraft unsere Leben gerettet.“






„Ich kann das alles noch gar nicht
fassen.“ Ein langes Schweigen folgte. Minutenlang lagen sie still neben
einander. Dann stand Bond langsam auf und sah sich um. Sie waren auf der Seite
der Seite des Berges, die der Stadt zugewandt war, allerdings lag noch ein Stück
Waldgebiet dazwischen. Jedenfalls waren sie jetzt wieder ebenerdig, so dass sie
nicht mehr klettern mussten. Sarah stand nun neben ihm. „Mir ist kalt, James.“
Bond nahm sie in seinen Arm und drückte sie sanft an sich. Auf einmal hörte er
ein Rascheln im Gebüsch, er fuhr herum. Messler kam hinter einem Busch hervor.
Er hatte eine Art tragbaren Geigerzahlen umgebunden. Es war ein Ortungsgerät.
Messler sah Sarah und Bond und lächelte. „Störe ich?“






„Und wie. Auf ihr Wort kann man
sich auch nicht verlassen, Messler.“






„Warum?“





„Na, sie sagten doch sie würden im
Hotel warten.“











"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

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10

Samstag, 25. Mai 2013, 23:31

Messler zuckte die Achseln. „Ich
kann ja auch wieder gehen. Dann müssen sie eben sehen wie sie durch diesen Wald
kommen ohne sich zu verirren und per Anhalter zum Hotel fahren. Wenn ihnen das
lieber ist, Bond. Ich wurde durch die Rauchschwaden und die Explosionen
angelockt. Der Berg bebte ja richtig. Denken sie ich kann da so einfach im
Hotel bleiben?“






„Ist ja schon gut. Wie haben sie
uns überhaupt so schnell gefunden?“






Messler hielt das Gerät hoch.
„Durch diesen Empfänger, abgestimmt auf die Signale ihrer Armbanduhr. Hat sie Q
nicht über den Sender darin informiert? Der MI6 kann es sich halt nicht leisten
seine 00-Agenten zu verlieren.“ Ein lautes Geräusch ließ die drei aufblicken.
Ein Hubschrauber erhob sich auf der anderen Seite der Berges und flog davon.
Für einen Augenblick konnte man die Schrift darauf erkennen: Count Enterprises.
Messler sprach als Erster wieder. „Was bedeutet das, Bond?“






„Ich fürchte weiteren Ärger in
noch nicht absehbarer Zeit.“ Er machte eine kurze Pause. „Und jetzt
verschwinden wir hier. Sonst erfriert uns Sarah ja noch.“






„In ca. 10 Minuten sind wir am
Wagen, dort habe ich eine Decke drin.“






Bond und Sarah folgten Messler in
das schummerige Dunkel des Waldes hinein.






***





(K) In M's Büro in London hatten sich am Abend nun M, Q, der
Verteidigungsminister Frederic Grey und General Gogol versammelt.



M: "Gibt es immer noch kein Lebenszeichen von 007? Ich mache mir langsam
Sorgen."



Q: "Sie kennen ihn doch. Unkraut vergeht nicht!"



Plötzlich kam Moneypenny in den Raum gerannt. "Wir haben eben Nachricht
von Messler bekommen. Bond geht es gut. Er hat den Fall gelöst und ist wohl
auf. Er hatte Hilfe von einer Wissenschaftlerin, die sich mit Strahlungstechnik
auskennt. Die beiden müssten sich jetzt aber erstmal von den ganzen Strapazen
erholen. Messler hat ihm aber ein Telefon gegeben. Ich habe die Nummer für
dringende Notfälle."



M: "Na Gott sei dank! Stellen Sie bitte sofort eine Verbindung zu Bond
her!"



***



Eine verträumte verschneite Hütte in den Wäldern um Stockholm. Das Knistern der
Flammen im Kamin verschaffte eine gemütliche Atmosphäre. Auf dem Boden war das
Fell eines Bären als Teppich ausgebreitet. Sarah lag darauf und Bond beugte
sich über sie. Über ihren Körpern war eine Decke, die sie wärmte. Neben ihnen
standen 2 Sektgläser. "Also ich muss schon sagen, Sarah: Du bist eine
ausgezeichnete Technikerin!"





"James, Deine Technik ist aber auch nicht von schlechten Eltern."



Bond wollte sich gerade über die unbekleidete Sarah beugen, um sie auf den Mund
zu küssen, als plötzlich ein lautes Klingeln die Romantik unterbrach.
"Dieses Telefon von diesem Messler läutet. Soll ich überhaupt
rangehen?"





"Ja, James. Vielleicht ist es Dein Büro!"



Bond nahm ab und giftete ein genervtes und gespanntes "Hallo" in den
Hörer.



"Hallo 007, hier ist M. Wir wollen Ihnen unseren Glückwunsch aussprechen.
Wie geht es Ihnen?"



Sarah war derweil unter die Decke gekrochen und machte sich an Bond zu
schaffen. Das machte es ihm nicht einfacher, konzentriert zu bleiben. Bond
antwortete M mit leichtem Stottern. "Die Dinge stehen bestens hier!"



M: "Wunderbar! General Gogol ist hier. Er möchte Ihnen auch noch ein paar
Worte sagen!"



Bond antwortete mit einem stöhnenden Unterton: "Jaa, Jaaha, Jahaha.."



M übergab das Telefon an Gogol. Frederic Grey, der das auf Lautsprecher
gestellte Telefonat auch mithören konnte, flüsterte zu M: "Das muss ja ein
harter Einsatz gewesen sein, den Bond erbracht hat!"






Q und Moneypenny schauten sich
daraufhin mit einem wissenden Zwinkern in den Augen an.



Gogol: "Hallo James! Wir wollen Ihnen den Gorbatschow-Orden für
außergewöhnliche Verdienste verleihen. Ich habe mit Verteidigungsminister Grey
und M schon ausgemacht, dass Anastasius Molotow auf natürliche Art und Weise
verstorben sein muss. Sie wissen, was ich meine, denke ich...?"



Bond hauchte in den Hörer: "Jaa, jaa.."



Gogol: "Sehr schön! Einen Orden gibt es natürlich auch für Ihre Partnerin,
die Wissenschaftlerin, die Ihnen geholfen hat. Wie ist denn ihr Name?"



"Ihr Name ist Love und das machen wir jetzt auch! Gute Nacht, die
Herren!" Bond legte auf.



Gogol gab daraufhin mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen den Hörer zu
Moneypenny zurück. Frederic Grey schaute mit großen Augen und
zusammengepressten Lippen zu M. "Manche Dinge ändern sich wohl nie!"





ENDE



FIN



THE END










BUT



JAMES BOND WILL RETURN

IN

THE BLACK TRAP
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Count Villain« (16. Juli 2013, 19:09)