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Count Villain

Schurkengraf

  • »Count Villain« ist männlich

Beiträge: 608

Registrierungsdatum: 25. Mai 2013

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41

Sonntag, 8. November 2015, 14:57

Zumal - so suggeriert uns ja jetzt SPECTRE - die Stories der ersten drei Craig-Bonds zusammenhängen sollen. Was hat Bond zwischen QOS und SF getrieben?


Dieses gefühlte Problem hatte ich in meinem etwas längerem Review auch angeschnitten. Von mir aus darf allerdings auch gerne etwas Zeit zwischen QOS und SF vergangen sein, aber das Problem ist eher, dass wir als Zuschauer keinen Anteil daran hatten. Das ist es eigentlich, was einen etwas unbefriedigt zurück lässt.
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

Beiträge: 1 601

Registrierungsdatum: 18. Februar 2014

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42

Sonntag, 8. November 2015, 15:27

Womöglich wird die Phase zwischen QoS und SF eines Tages in einem Buch behandelt - wäre wünschenswert.

Das kann Craig dann nach seiner Amtszeit schreiben, wenn er Zeit und Lust hat :)
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

  • »ProfessorDent« ist männlich

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43

Sonntag, 8. November 2015, 15:56

...und das ist genau das was bei Opa Roger versäumt wurde, die Bondgirls oder seine körperliche Verfassung an die wahren Gegebenheiten anzupassen!

44

Sonntag, 8. November 2015, 18:53

Ich denke auch, dass Bond zwischen QOS und SF viele anstrengende Aufträge hatte und daher in SF zu Beginn so verbraucht wirkt. Immerhin arbeitet er für eine Abteilung die laut Fleming die geringste Lebenserwartung im ganzen MI6 hat und seine Agenten durchkaut und ausspuckt.
In Skyfall wäre das mit einer kurzen Sequenz im Ms Büro zu erklären möglich gewesen. Es stört mich nicht sonderlich, da ich als leidenschaftlicher Bondfan so etwas weiß, dem Durchschnittszuschauer hätte es aber zum Verständnis geholfen.
"That's one hell of a Pilot!"

Batman

MI6 Staff

  • »Batman« ist männlich

Beiträge: 307

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45

Dienstag, 10. November 2015, 17:18

Sollte die Frage nicht eher sein wieviel Zeit zwischen der Pre-Title und seiner Rückkehr zum MI6 vergangen ist? Ich bin mir gerade nicht sicher, ob das im Film erwähnt wird. Aber ich hatte immer den Eindruck er wäre körperlich so am Ende, weil er monatelang nur irgendwo am Strand gesoffen hat.

46

Dienstag, 10. November 2015, 17:22

Ganz so viel Zeit wird es nicht gewesen sein, da Silva bestimmt nicht ewig gebraucht hat um die Festplatte zu entschlüsseln.
Allerdings gebe ich dir recht: Ich der Pretitle wirkte er fit und agil, danach ausgebrannt...2 Schusswunden und ein paar Wochen rumhuren und saufen und wir würden alle 10 Jahre älter aussehen!
"That's one hell of a Pilot!"

Martin

Brosnans Last Line of Defense

  • »Martin« ist männlich

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47

Dienstag, 10. November 2015, 21:20

Die Änderungen bei jedem neuen Darsteller vor Craig würde ich eher als Retcon denn als Reboot bezeichnen. Reboot ist ja Neustart ohne allen Ballast, das hat man nur bei Craig gemacht. Davor war es eher "retroactive continuity" (klingt irgendwie nach Doc Brown...). In Daltons oder Brosnans Universum ist Bond jünger und sieht anders aus, ist aber immer noch mit Leiter befreundet und hat vor langer Zeit Tracy verloren.

Womöglich wird die Phase zwischen QoS und SF eines Tages in einem Buch behandelt - wäre wünschenswert.

Das kann Craig dann nach seiner Amtszeit schreiben, wenn er Zeit und Lust hat :)


Anbieten würde sich auch eine in dieser Zeit angesiedelte Vortitelsequenz, wie in GE.

...und das ist genau das was bei Opa Roger versäumt wurde, die Bondgirls oder seine körperliche Verfassung an die wahren Gegebenheiten anzupassen!


Finde ich gerade nicht. Bei FYEO hört man ihn deutlich jappsen, als er die Treppe hoch rennt. In OP bandelt er mit einer reiferen Frau an, und sein Verhältnis zu Melina und Stacey hat auch etwas von einem Mentor. Bibi weist er sogar völlig ab. Roger war ab FYEO ein bisschen in der Falle. Sprang er nicht mit jedem Häschen ins Bett, machte man sich über sein Alter lustig. Liebte er dagegen deutlich jüngere Frauen, war er der unglaubwürdige 'dirty old man'. Wenn man einen über 50jährigen an reale Gegebenheiten hätte anpassen wollen, hätte man ihn in einem Bürojob oder in Rente zeigen müssen. Das gilt dann aber auch für Connery in NSNA.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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48

Dienstag, 10. November 2015, 22:19

Die Phase zwischen QoS und SF wird man auch in einer PTS nicht mehr so leicht mit Craig spielen können, denn dafür ist einfach schon fast zu viel Zeit vergangen. Aber:
Sag niemals nie.
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Bond '89 - Robert Davi

  • »AViewToAKill« ist männlich

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49

Mittwoch, 27. Januar 2016, 22:40

Guten Abend allerseits,

lese jetzt schon länger sehr gerne mit und wollte mich jetzt mal zu Wort melden. Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, so stellt sich mir nun eine Frage. Dass CR einen Reboot darstellt, ist selbstverständlich, die Aussage, dass dieser somit alle vorherigen Teile (storytechnisch) vergessen macht/machen soll, das habe ich nie so gesehen. So seltsam das auch manchmal anmuten mag, aber für finden die Craig Filme halt allesamt chronologisch gesehen einfach vor DN statt, so sehe ich den Blofeld aus YOLT, OHMSS usw. und verbinde diesen dann mit SP, das ist natürlich teilweise recht "komisch", aber zumindest in meinem "Bond-Universum" sehe ich dies so. Daher war mir auch klar, dass Craig Blofeld in SP nicht töten könnte, das theoretisch niemals könnte, sofern er sich immer noch hinter DN ansiedelt.

Meine Frage daher: Haben Produzenten, Regisseure, Darsteller etc. denn jemals davon gesprochen, dass alles vor CR in Craig "Universum" nicht existent ist oder steht es jedem frei zu, wie er den Reboot empfindet? Ich für meinen Teil habe überhaupt kein Problem damit, DN nach Craigs Filmen anzusiedeln und finde diese Variante auch "versöhnlicher".

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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50

Mittwoch, 27. Januar 2016, 23:19

Das ist eine gute Sichtweise! Ich verspürte nach Skyfall den Wunsch, mir zu Hause gleich Dr. No anzusehen. Es hätte gepasst. Und auch die "Geburt" Blofelds in Spectre bekommt durch diese chronologische Ansiedelung Sinn. Wie sie dann abläuft, sehe ich zwar kritisch, dennoch empfinde ich eine zeitliche Verortung vor Dr. No auch als sinnvoll.
God save the Queen!

  • »AViewToAKill« ist männlich

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51

Donnerstag, 28. Januar 2016, 00:24

Das freut mich, dass das auch noch andere so sehen! :) Daher denke ich auch nicht, dass das von öffentlicher Seite jemals "bestimmt" wurde, wie man die Filme nun zu sehen hat und ob man sie miteinander verbinden darf. Ich hatte in übrigens nach Spectre total Lust auf YOLT, alleine schon, weil ich das kleine (wenn auch überspitzte) Detail mit der Narbe irgendwie cool fand. Komischerweise ist es bei mir, und anscheinend auch vielen anderen Bond Fans so, dass man zwar durchaus immer das realistische in einem Bond Film erkennen will, aber es trotzdem als selbstverständlich hinnimmt, dass regelmäßig Darsteller jeglicher Art wechseln. Daher hatte ich auch kein Problem damit, dass Judi Dench ab CR trotzdem noch M gespielt hat (wie im Eingangspost bemängelt), da alle Rollen mMn nicht abhängig von den Darstellern sind und die Filmreihe unter anderem auch gerade von den verschiedenen Interpretationen der Charaktere lebt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AViewToAKill« (28. Januar 2016, 02:50)


  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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52

Donnerstag, 28. Januar 2016, 08:40

Willkommen im Forum. Und als Einstieg obendrein gleich ein Blick, der regelrecht auf die "Bond-Zeitphilosophie" geworfen wird, Hut ab ;)

Ich für meine Person, kann eine zeitliche Einordnung nicht direkt vornehmen. Nicht dass die Logik gänzlich fehlen würde, aber in gewisser Weise scheint das ein Netz der Widersprüche zu sein, denn so gut wie jede These ließe sich mit einem logischen, aber aus einer unlogischen Situation eines anderen Bondfilms resultierenden Gegenargument ad absurdum führen. Es ist eben Bonds Welt, in welcher es für mich manchmal gar nicht die größte Rolle spielt, ob wir uns im Jahre 1962 oder im gegenwärtigen zeitlichen Rahmen bewegen. Da gibt es derart viele mögliche Deutungen, dass man leicht den Überblick verliert.
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Bond '89 - Robert Davi

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich

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53

Donnerstag, 28. Januar 2016, 08:47

Auch von mir ein herzliches Willkommen, AViewToAKill!

Ich bin in dem Punkt aber tatsächlich komplett anderer Meinung.
CASINO ROYALE schlägt die Brücke zur vorherigen Bondserie nur in Form einiges Reminiszenzen (allen voran natürlich der Aston Martin DB5).
Inhaltlich hingegen setzt er alles auf Null underzählt die Geschichte von vorne - neu und anders.
Den Bond in CR bringe persönlich überhaupt nicht in einer zeitliche Einordnung bzgl. der früheren Filme.
Es gibt keinen Bondfilm, der so früh ansetzt, sprich Bonds Anfangszeit beim MI6 erzählt. Aber dies bedeutet nicht, dass die anderen Bondfilme chronologisch danach kommen.
Dies ist für mich auch die Definition eines Reboots.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Maibaum

00-Agent

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54

Donnerstag, 28. Januar 2016, 10:58

Guten Abend allerseits,

lese jetzt schon länger sehr gerne mit und wollte mich jetzt mal zu Wort melden. Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, so stellt sich mir nun eine Frage. Dass CR einen Reboot darstellt, ist selbstverständlich, die Aussage, dass dieser somit alle vorherigen Teile (storytechnisch) vergessen macht/machen soll, das habe ich nie so gesehen. So seltsam das auch manchmal anmuten mag, aber für finden die Craig Filme halt allesamt chronologisch gesehen einfach vor DN statt, so sehe ich den Blofeld aus YOLT, OHMSS usw. und verbinde diesen dann mit SP, das ist natürlich teilweise recht "komisch", aber zumindest in meinem "Bond-Universum" sehe ich dies so. Daher war mir auch klar, dass Craig Blofeld in SP nicht töten könnte, das theoretisch niemals könnte, sofern er sich immer noch hinter DN ansiedelt.

Meine Frage daher: Haben Produzenten, Regisseure, Darsteller etc. denn jemals davon gesprochen, dass alles vor CR in Craig "Universum" nicht existent ist oder steht es jedem frei zu, wie er den Reboot empfindet? Ich für meinen Teil habe überhaupt kein Problem damit, DN nach Craigs Filmen anzusiedeln und finde diese Variante auch "versöhnlicher".


Mal abgesehen davon daß die Craiger offensichtlich in der Gegenwart spielen, und nicht in den 50ern, wenn YOLT tatsächlich nach SP spielen sollte, dann hätten sich Blofeld und Bond ja schon kennen müssen, aber in YOLT treffen sie sich ja das erste Mal.

Letztendlich gibt es da keine wirklich logische Sicht auf die Kontinuität. Einerseits ist CR eine Art Reboot, der erste ofensichtliche, andererseits ist Denchs M dieselbe wie bei Brosnan, und die GF Anspielungen in SF deuten auch auf eine Kontinuität hin.
Insgesamt macht das nur wenig Sinn sich da groß mit zu beschäftigen, und dieses Einbinden der 3 vorherigen Bonds in SP war schon eine etwas schwachsinnige Idee, und schon SF machte wenig Sinn als der Film der direkt auf CR und QoS folgt.

  • »AViewToAKill« ist männlich

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55

Donnerstag, 28. Januar 2016, 12:47

Vielen Dank erstmal für die vielen netten Wilkommensgrüße! :)

Ich finde eure Argumente auch absolut schlüssig und kann sie nachvollziehen und glücklicherweise kann ich "mein" versöhnliches Bild trotzdem irgendwie beibehalten. Bin ich ansonsten auch eher Verfechter von nicht unbedingt realistischen, aber mindestens vorstellbaren Szenarien, so verstehe ich selbst nicht so ganz, wieso ich so fest an meinem Blick festhalte, aber er ist für mich dahingehend versöhnlich, dass ich so die Bond Filme irgendwie wie aus "einem Guss" sehe, was eines dann für mich besonders reizvoll macht: Ich kann mir beispielsweise YOLT einerseits ohne Gedanken einfach völlig frei anschauen und manchmal, wenn mir danach ist, ein bisschen versuchen, ihn mit den neuen Filmen in Verbindung zu bringen und das klappt bei mir, trotz aller Ungereimtheiten, dann doch recht gut.

Ein möglicher Grund, warum ich an dieser Meinung festhalte, ist, dass CR mein erster Kino-Bond war (damals war ich erst 10!) und ich damals nicht einmal alle anderen Bond Filme kannte und die somit für mich in dem Sinne auch "neu" waren. Dadurch erscheint mir alles noch viel zusammengehöriger. Mir war zwar damals dann irgendwie klar, "oh, irgendwie wird er dort erst 007", aber schon seitdem denke ich mir dann, alles ab DN folgt halt darauf, ungeachtet der vielen Ungereimtheiten. Wie es schon jemand gesagt hat, bei Bond ist es prinzipiell egal, ob wir uns in den 50ern oder im "Jetzt" bewegen, im Bond-Universum nimmt man halt vieles so hin, wie es ist/sein soll.

Ein weiterer Punkt ist für mich auch, dass eben niemandem vorgeschrieben wird, wie man die Chronologie nun sehen soll (das war ja sozusagen meine Eingangsfrage), sondern die, denen es gefällt (wie mir) das halt tun und andere wiederum nicht. Das finde ich auf jeden Fall besser, als die aufgezwungene Zusammengehörigkeit der Craig Filme. Es ist für mich zwar akzeptabel, aber eben nicht optimal, dass auch noch SF in Spectre "reingepresst" wurde, hier hätte man es gerne wie in den 60ern machen können, dass man SF als GF der Moderne ( :D) in Form einer Unterbrechung der Chronologie oder Thematik einsetzt. So habe ich das Problem, was ihr dann vielleicht mit der ganzen Reihe in Sachen Chronologie habt, dann im kleinen sozusagen auch. Nur, dass uns das bei der ganzen Reihe sozusagen nicht vorgeschrieben, sondern selbst überlassen wird und bei SP eben nicht.

Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

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56

Donnerstag, 28. Januar 2016, 13:46

Es gibt keinen Bondfilm, der so früh ansetzt, sprich Bonds Anfangszeit beim MI6 erzählt. Aber dies bedeutet nicht, dass die anderen Bondfilme chronologisch danach kommen.
Dies ist für mich auch die Definition eines Reboots.

Genau.

Zitat

Letztendlich gibt es da keine wirklich logische Sicht auf die Kontinuität. Einerseits ist CR eine Art Reboot, der erste ofensichtliche, andererseits ist Denchs M dieselbe wie bei Brosnan, und die GF Anspielungen in SF deuten auch auf eine Kontinuität hin.

Ebenfalls genau.

Und auch ich finde diese Diskussion um Chronologie und was weiss ich bei Bond-Filmen - sorry AViewToAKill - völlig absurd :wacko: .

Feirefiz

The Other Fellow

  • »Feirefiz« ist männlich

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57

Donnerstag, 28. Januar 2016, 20:29

Ein paar Gedanken zur Frage des Sinns und Unsinns der Chronologie:

Erst einmal: Jeder hat das Recht, eine wie auch immer geartete Chronologie der Bond-Filme herzustellen, und rein inhaltlich kann man die Craigs grundsätzlich problemlos vor DN ansiedeln, aber natürlich bleibt diese Eigen-Chronologie nur „gefühlt“ und hält keiner auch noch so oberflächlichen sachlichen Prüfung stand, wie die schon angesprochene Ansiedlung der Craigs in der Gegenwart sofort vor Augen führt.

Tatsächlich funktioniert ja nicht einmal die Chronologie der Filme nach ihrem Entstehungsdatum, siehe das ebenfalls genannte doppelte Kennenlernen Bond-Blofeld in YOLT/OHMSS, den Anschluss OHMSS/DAF und natürlich spätestens ab Dalton schlicht die Zeit, die seit DN vergangen ist, und die seitdem unerklärte und nicht thematisierte regelmäßige Verjüngung der Figur. Connery, Lazenby und Moore konnte man noch als ein und dieselbe Person ansehen – bei allen Unterschieden in der Darstellung und trotz der Alleinstellung eigentlich jedes Filmes jenseits einiger grober Verbindungslinien (zunächst natürlich Bonds Jagd auf Spectre), vereinzelter Anspielungen und dem sichtbaren Altern des jeweiligen Darstellers.

Trotzdem funktioniert die Bond-Reihe nicht nur als Abfolge von Einzelfilmen, sondern auch als Ganzes, ob als lineare Zeitreise von 1962 bis heute und darüber hinaus, aber auch ganz nach Lust und Laune - eben nach "Gefühl".

Es stellt sich also etwa seit TLD die Frage, wie wir den Agenten in z. B. TLD oder DAD – beides ihrerseits Jubiläumsfilme mit reichlich Anspielungen – „gefühlt“ als die gleiche Figur verstehen wie etwa in DN oder TMWTGG, wieso der Bond in TB und der Bond und in SF doch irgendwie ein und derselbe ist, so sehr beide Inkarnationen sich unterscheiden und so viele Jahre auch zwischen ihnen liegen – und weshalb wir den Werdegang des jungen Agenten in CR und QOS als die ersten Stationen desselben Agenten sehen können, den wir schon Jahrzehnte vorher als etablierte Größe des MI6 erlebt haben.

Die Antwort drauf liegt wohl an den Eckpunkten, die die Filmfigur James Bond ausmachen – in den bekannten Merkmalen wie in ihren Leerstellen, ist doch die Biographie des Film-Bond wesentlich vager als die des Roman-Bond. So lassen sich auch die stark variierenden Interpretationen des jeweiligen Darstellers „gefühlsmäßig“ problemlos vereinigen, und so kommt es andererseits auch, dass Gelegenheits-Gucker zu dem Schluss kommen: „James Bond? Immer der gleiche Schmus.“ Und nicht zufällig, sondern programmatisch begrüßt Moneypenny den ersten Neu-Bond George Lazenby genau mit diesem Satz! – „Seht her, er ist neu – und doch ganz der alte James, den Ihr kennt!“

Was macht Bond also – neben seinem Elan, seinem Womanizertum, seinen Manieren, seiner Coolness, Arroganz und Schlitzohrigkeit – zu Bond? Nicht zuletzt sein Einzelgängertum = seine Bindungslosigkeit = seine Unabhängigkeit. Jenseits seiner unbedingten Loyalität zum MI6 (schon im ersten Film möchte Dr. No ihn eigentlich anwerben) hat Bond keine Familie, keine feste Partnerin (Sylvia verschwand als Nebenfigur (= die dauergehörnte Geliebte) nach zwei Filmen, ihre Funktion hätte sich sonst zu sehr mit Moneypenny überschnitten) und pflegt außer mit Leiter keine dauerhaften Freundschaften – und auch diese Freundschaft wurde nie wirklich konsequent ausgestaltet, siehe schon die dauernden Umbesetzungen und den mal vertrauten, dann wieder eher kollegialen Umgang der beiden. Bonds einzige konstante Bezugspersonen entstammen seinem beruflichen Umfeld, ersetzen ihm die Familie – was spätestens bei Craig (insbesondere in SF) offen thematisiert wird, aber schon bei Fleming in Bonds Liebe zur schroffen Vaterfigur M anzutreffen ist.

Mit fortschreitender Dauer des Franchise setzte sich diese Ungebundenheit Bonds fort – mit dem Erfolg Moores löste sich Bond von Connerys Gesicht, mit dem institutionalisierten Darstellerwechseln seither sogar von Zeit und Alter. Der Ur-Bond Connery-Lazenby-Moore ging mit NSNA ausdrücklich und mit AVTAK endgültig in Rente; aber das war nicht das Ende des geschüttelten Martini-Trinkers.

Bei Connery wird die private Bindungsverweigerung Bonds nicht erklärt – einerseits war dies in der Kriegs- und ersten Nachkriegsgeneration vielleicht nicht nötig, andererseits entsprach es auch nicht damaligen Sehgewohnheiten im Genrekino und hätte die Lockerheit der Filme zu sehr belastet; bei Fleming kann man dieses Einzelgängertum leicht mit Bonds Waisenkindheit erklären – das griffen GE und seit SF auch die Craigs dann verspätet explizit auf.

Bonds Wesen ist bei aller Siegertypmentalität geprägt vom Verlust. Das intensiviert sich beim Film-Bond in OHMSS mit seiner Heirat und Tracys Tod. Trotz der damaligen Ablehnung des Films tritt hierhin ein wesentliches Charakteristikum Bonds erstmals offen und in seiner düsteren Ausprägung zutage – und das scheint auch der Grund zu sein, warum die explizitesten Vorgängeranspielungen in der Ära Moore ausgerechnet auf den lange geschmähten OHMSS und Tracys Tod bezugnehmen: ausgerechnet in Moores wohl wichtigsten Filmen: a) in TSWLM, der das Franchise vor dem kommerziellen Abwärtstrend rettete und zur alten (Über-)Größe zurückführte, b) in FYEO, der die Reihe nach dem abgehobenen MR erdete und so den Weg bereitete nicht nur für die kurze Dalton-Ära, sondern letztlich auch für Craig. Nachdem sich Moore in seinen ersten beiden Filmen darstellerisch durchaus noch erkennbar an Connery orientierte, wird 007 in seinen beiden innovativsten Bond-Filmen mit dem Verlust konfrontiert, der ihn auch zu dem macht, der er ist: der Lebemann – dieser Hedonismus als Kompensation wird gerade bei Brosnan explizit thematisiert: GE, TWINE – und loyale Einzelgänger.

So ist es sinnvoll, dass Bond in LTK an seine gewesene Frau erinnert wird und sofort „dichtmacht“, dann aber beim Angriff auf einen Mann, der sich seine Loyalität erworben hat, rot sieht, wie er später, in Craigs Gestalt, auch für M alles wagen wird. Und so ist es ebenfalls nur konsequent, dass wir bei Brosnans Debüt erstmals im Film vom frühen Tod seiner Eltern hören (dafür kommt bei Brosnan der Verlust der großen Liebe etwas kurz, ein blasser Abglanz davon findet sich bei Paris in TND). Bei Craig begegnen wir all dem wieder, mit solcher Wucht wie nie, was angesichts der „psychologischen“ Ausrichtung des Reboots und des Wandels der Bond-Figur von der Type zum Charakter nur konsequent ist. Craig-Bond verliert seine große Liebe gleich im ersten Film – und diese Liebe muss eben nicht Tracy heißen, so wie auch der Dalton-Bond nicht 1969 vor den Traualtar getreten ist: Wichtig ist der Verlust an sich, nicht die genauen Umstände! (Ähnliches gilt übrigens auch für Leiter: Wichtig ist nicht die genaue Gestalt dieser Freundschaft, sondern DASS es sie gibt.) Ab dem dritten Craig-Film bekommen wir dann auch noch den biographischen Hintergrund, die Kindheitsgeschichte (diese Reihenfolge spiegelt wiederum diejenige des Dalton/Brosnan-Bond, der ja gerne als eine Einheit betrachtet wird – wie der Bond der drei Vorgänger). Gleichzeitig rückt der personell erweiterte Familienausgleich MI6 immer stärker in den Vordergrund.

So unterschiedlich Bonds Auslegung durch seine Darsteller (auch mitunter durch ein und denselben Darsteller) auch war, ist und bleiben wird, gibt es doch auch jenseits äußerlicher Formeln genug, was die Figur immer wiedererkennbar macht. Deshalb rückt die Chronologie über inhaltliche und zeitliche Brüche hinweg ins Belieben des Einzelnen, ist jeder Film mit jedem verbunden, sodass man z. B. den alternden Moore in AVTAK anfeuern kann, dann seinen Jungspund-Nach-Nach-Nachfolger in CR und direkt im Anschluss den coolsten Mann der Swinging Sixties in GF – und doch immer denselben vor sich hat: „Sein Name ist Bond, James Bond.“
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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58

Donnerstag, 28. Januar 2016, 22:51

Wow! Wortgewaltige Ausführungen prachtvoller Formulierungskunst. Als Fan komplizierter Sätze war es mir ein besonderes Vergnügen, diesen obendrein auch noch inhaltlich hochinteressanten Text zu lesen.

Eines würde mich aber dann doch interessieren:
Inwiefern entspricht der TB-Bond jenem aus SF? Für mich ist der TB-Bond eine Art Fantasiefigur, eine übermenschliche, jedoch dennoch menschliche Gestalt annehmende, personifizierte Hochleistungsmaschine der Kompensationskunst. SF-Bond ist für mich eher der gebrochene Mann, welcher aber weise genug ist, um - volkstümlich formuliert - die 'Eier' zu haben letzteres gar zu zeigen, wenn auch nicht sofort.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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59

Freitag, 29. Januar 2016, 09:14

Zur gestrigen Abendstund überwältigte mich die Müdigkeit, offenbar habe ich mich in deinem Text infolgedessen im TB/SF-Zusammenhang verlesen. Du sagst ja eigentlich sinngemäß auch, dass TB-Bond und SF-Bond eigentlich nicht so direkt in Zusammenhang stehen, bzw. anders und unterschiedlich sind. Entschuldige, da habe ich nicht genau genug mitgedacht.
SF-Bond geht offener und ehrlicher mit sich selbst um, TB-Bond lässt niemanden an sich herantreten und somit fälschlicherweise auch nicht sich selbst, sicher auch sehr zum bedauerlichen Leidwesen all jener, die sich eventuell eine feste Bindung zu ihm vorstellen könnten, also womöglich die Dame vor der er sich als 'eine Art Feuerwehrmann' bezeichnet.
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Bond '89 - Robert Davi

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60

Freitag, 29. Januar 2016, 12:20

Kurz und knapp kann ich auch nur sagen: Hochachtung vor diesem lesenswerten, informativen und pointierten Text. Ich denke, der lässt bezüglich dieses Themas auch keine Fragen mehr aufkommen und "beantwortet" die Frage - unabhängig von der eigenen Meinung zu diesem Thema - wohl bestmöglich! :thumbsup: