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  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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41

Sonntag, 20. Dezember 2015, 11:55

Ich spinne mal weiter: Muss ein Bond-Villain zwangsläufig auf die reale Welt übertragbar sein?

Nicht zwangsläufig, aber so eine von Natur aus diabolisch seiende Figur ist doch eigentlich unspannender als jemand, der durch das Leben schreiten wollte, jedoch unbestreitbare Rückschläge erlitt und einer Folgeentwicklung unterliegt, die den Zuschauer direkt in die Welt der Protagonisten geleitet und auch auf emotionaler Ebene berührt. "Böse weil böse" wirkt etwas klischeehaft und unglaubwürdig, aber "böse weil böse behandelt worden" ist zumindest in Ansätzen logisch (ja ja, ich weiß dass du die Logik innerhalb des Bonduniversums nicht begrüßt. ;) )

Der Sinn des Kinos ist in meinen Augen der, dass das Verblüffende glaubwürdig gemacht wird - und das geht eben nur, wenn es zwar verblüffend ist, aber irgendwo eben doch glaubwürdig...
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Bond '89 - Robert Davi

Maibaum

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42

Sonntag, 20. Dezember 2015, 14:02

Ich spinne mal weiter: Muss ein Bond-Villain zwangsläufig auf die reale Welt übertragbar sein?

Nicht zwangsläufig, aber so eine von Natur aus diabolisch seiende Figur ist doch eigentlich unspannender als jemand, der durch das Leben schreiten wollte, jedoch unbestreitbare Rückschläge erlitt und einer Folgeentwicklung unterliegt, die den Zuschauer direkt in die Welt der Protagonisten geleitet und auch auf emotionaler Ebene berührt. "Böse weil böse" wirkt etwas klischeehaft und unglaubwürdig, aber "böse weil böse behandelt worden" ist zumindest in Ansätzen logisch (ja ja, ich weiß dass du die Logik innerhalb des Bonduniversums nicht begrüßt. ;) )



Ja sicher, aber dann muß man auch was bieten, und diese Kuckuck Geschichte empfinde ich als billig, dann eben lieber einen Bösen der ohne jegliche Begründung böse ist. Einer der eindrucksvollsten Schurken überhaupt ist ja Bardems Anton Chigurh aus No Country for Old Men, da gibt es auch Null Informationen zu seinem Charakter. Selbst seine Herkunft ist ein Rätsel, aber er ist total faszinierend und extrem überzeugend ohne die geringste Erklärung. Er sit nur das was man von ihm auf der Leinwand sieht, das was er tut. In dem Roman gibt es glaube ich noch weniger Information. Nichts darüber wie er aussehen könnte, nicht man sein Alter.

Und Kindheitstraumata zu bemühen ist schon lange keine gute Idee mehr. Wie man so etwas richtig macht zeigt mir auch wieder QoS mit Camille's Feuer Trauma, das auf sehr aufregende Weise in die Filmhandlung integriert ist und sehr geschickt mit Bonds Verlust verknüpft und abgeschlossen wird.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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43

Sonntag, 20. Dezember 2015, 17:55

Damit wir uns recht verstehen:
Wir bauen hier ja gar nicht erst eine Meinungsverschiedenheit auf, denn ich bin ganz deiner Ansicht, dass Spectre mit den Hintergründen Blofelds entsetzlich plump umgeht.
Was ich meine ist lediglich, dass es irgendeinen Grund für das Verhalten des Gegenspielers geben muss. Diesen dem Publikum nicht mitzuteilen und somit vorzuenthalten, ist natürlich interessant, da man somit herrlich spekulieren und deuten kann, gar eine Interpretationsfreiheit genießt. Aber einen Grund gibt es deswegen dennoch - er muss dann halt vom Zuschauer selbst erdacht werden, somit ist das dann fast schon ein interaktiver Film, da die Denkweise des Zuschauers ins Gesamtgeschehen eingeschleust wird.
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Martin

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44

Sonntag, 20. Dezember 2015, 22:52

Und Kindheitstraumata zu bemühen ist schon lange keine gute Idee mehr. Wie man so etwas richtig macht zeigt mir auch wieder QoS mit Camille's Feuer Trauma, das auf sehr aufregende Weise in die Filmhandlung integriert ist und sehr geschickt mit Bonds Verlust verknüpft und abgeschlossen wird.


Camilles Trauma und ihre völlige Fixierung auf Rache machen die Figur aber auch sehr eindimensional und spröde. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Menschen aufgrund von Kindheitserlebnissen wirklich ihr ganzes Leben auf Rache ausrichten und nicht irgendwann im Laufe der Jahre einfach mal damit klarkommen und ein normales Leben wollen. Da macht mir ein Charakter wie Oberhauser, der mit seiner Geschichte auch ironisch umgehen kann, dann doch mehr Spaß.

Maibaum

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45

Montag, 21. Dezember 2015, 10:23

Daß es ihr ganzes bisheriges Leben bestimmt hat wird ja zumindest nicht gesagt, aber hier im Film steuert sie auf selbstzerstörerische Art auf ihr Ziel zu. Das hat seinen Reiz.
Und dann ist es trotz seines realistischen Anstrichs immer noch ein im Grunde irrealer Film, eben ein Bond, da schadet es nicht wenn manche Motive etwas übertrieben sind. Bigger than life.

Das Problem an Oberhauser ist daß seine Rolle halbherzig bleibt, und von wirklicher Selbstironie sehe ich da nicht viel.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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46

Montag, 21. Dezember 2015, 10:47

So übertrieben finde ich dieses Motiv gar nicht - also die komplett auf Rache ausgerichtete Lebensart. Es ist freilich furchtbar, aber der Mensch ist nun einmal komplex und geht von Individuum zu Individuum unterschiedlich damit um, da gibt es unter Umständen auch Extrembeispiele.
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Kronsteen

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47

Montag, 21. Dezember 2015, 12:26

Ich finde immer wieder eigenartig, dass das Rachemotiv gemeinhin als besonders komplex gilt. Meiner Meinung nach ist dies so ziemlich das primitivste Handlungsmotiv überhaupt.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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48

Montag, 21. Dezember 2015, 12:40

Ich finde immer wieder eigenartig, dass das Rachemotiv gemeinhin als besonders komplex gilt. Meiner Meinung nach ist dies so ziemlich das primitivste Handlungsmotiv überhaupt.

Damit meinte ich nicht, dass das Motiv als Solches komplex ist, sondern dass der Mensch komplex genug ist, um überhaupt erst ein solch unvertretbares Motiv zu haben.
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Maibaum

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49

Montag, 21. Dezember 2015, 13:43

Das Rachemotiv an sich ist sicher nicht komplex. Aber man kann das ja auf sehr unterschiedliche Art nutzen.

Martin

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50

Montag, 21. Dezember 2015, 23:13

Daß es ihr ganzes bisheriges Leben bestimmt hat wird ja zumindest nicht gesagt, aber hier im Film steuert sie auf selbstzerstörerische Art auf ihr Ziel zu. Das hat seinen Reiz.
Und dann ist es trotz seines realistischen Anstrichs immer noch ein im Grunde irrealer Film, eben ein Bond, da schadet es nicht wenn manche Motive etwas übertrieben sind. Bigger than life.

Das Problem an Oberhauser ist daß seine Rolle halbherzig bleibt, und von wirklicher Selbstironie sehe ich da nicht viel.


Liegt vielleicht auch einfach an den Schauspielern und am subjektiven Sympathiebonus. Olga Kurylenko mag ich als Schauspielerin nicht allzu sehr. Auch in Oblivion und November Man fand ich sie irgendwie nervig und deplatziert. In QOS ist sie einer der größten Minuspunkte für mich, in der deutschen Version noch gesteigert durch die blöde Stimme, während Waltz einer der größten Pluspunkte an Spectre ist. Christoph Waltz würde ich mir auch noch ansehen, wenn er das Telefonbuch vorliest, wie man so schön sagt.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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51

Dienstag, 22. Dezember 2015, 00:07

Christoph Waltz würde ich mir auch noch ansehen, wenn er das Telefonbuch vorliest, wie man so schön sagt.
Und Olga würde ich mir auch noch gern ansehen, wenn sie überhaupt nichts vorträgt ;)
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Martin

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Dienstag, 22. Dezember 2015, 05:10

Bestimmt wegen ihrer großen Schauspielkunst, oder? ;)

Maibaum

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53

Dienstag, 22. Dezember 2015, 10:14

Eine große Schauspielerin ist Kurylenko nicht, aber in QoS ist sie toll, das passt.

Almaric dagegen ist ein toller Schauspieler, und ihn zuzusehen ist der reine Genuß. Da kommt Waltz in SP nicht mit, aber das liegt nicht an Waltz, der immerhin schon bewiesen hat wie stark er sein kann.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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54

Dienstag, 22. Dezember 2015, 11:04

Bestimmt wegen ihrer großen Schauspielkunst, oder? ;)

Das wird's vermutlich sein ;)

Wobei ich tatsächlich sagen würde, dass sie eine Darstellerin ist die äußerlich UND schauspielerisch etwas hervorzubringen vermag. Dieses Argument funktioniert aber nur dann, wenn man sie nicht ausschließlich auf ihren Bondauftritt beschränkt.
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55

Donnerstag, 24. Dezember 2015, 11:28

In der Folter-Szene, in der Franz erläutert, welches Ziel er bei Bond verfolgt, erklärt er, dass der Sitz der Seele das Gehirn sei. Folgerichtig glaubt er, Bonds Substanz/ Seele dort zu treffen/ dort verletzen zu können.
Eine andere, dieser Meinung widersprechende Ansicht ist, dass die Seele eines Menschen nicht vernichtet werden kann, weil sie eben nicht ein äußeres Anhängsel (eine Akzidenz) ist sondern sein Wesen (seine Substanz) ausmacht.
Der Film Spectre entscheidet sich im Fortlauf der Handlung für die zweite Auslegung, indem er Blofelds Aktion als wirkungslos darstellt! Was also zunächst als inkonsequent erscheint, könnte auch ein Hinweis auf einen großen Fehlschluß Blofelds sein, der als Atheist von der Seele eine rein biologische Sichtweise haben muss.
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Kronsteen

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Donnerstag, 24. Dezember 2015, 11:39

Vielleicht hat er Bonds Seele ja doch verändert? Immerhin lässt Bond ihn als Schurken überleben und läuft stattdessen händchenhaltend mit dem Bondgirl davon. 2 eher untypische Aktionen Bonds.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Spree

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Donnerstag, 24. Dezember 2015, 14:46

Na siehste, das ist doch ein interessantes Diskussionsthema.
Fröhliche Weihnachten.

I never left!

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58

Donnerstag, 24. Dezember 2015, 17:36

Na siehste, das ist doch ein interessantes Diskussionsthema.
Fröhliche Weihnachten.
Eben! Auch ich wünsche allen Forums-Mitgliedern und -Freunden Frohe Weihnachten. Ich bin immer gern "mit Euch zusammen"!
God save the Queen!

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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59

Samstag, 26. Dezember 2015, 06:14

Vielleicht hat er Bonds Seele ja doch verändert? Immerhin lässt Bond ihn als Schurken überleben und läuft stattdessen händchenhaltend mit dem Bondgirl davon. 2 eher untypische Aktionen Bonds.
Sollte das nachhaltig wirken, dann könnte das nächste Drehbuch von Rosamunde Pilcher geschrieben werden!
God save the Queen!

Zardoz

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60

Samstag, 26. Dezember 2015, 10:39

Vielleicht hat er Bonds Seele ja doch verändert? Immerhin lässt Bond ihn als Schurken überleben und läuft stattdessen händchenhaltend mit dem Bondgirl davon. 2 eher untypische Aktionen Bonds.

Sollte das nachhaltig wirken, dann könnte das nächste Drehbuch von Rosamunde Pilcher geschrieben werden!

:D

Und, wo ich gerade schon dabei bin: Euch allen eine schöne Weihnachtszeit.
"Fuck you, I'm going to Hollywood!"

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