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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich
  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 27. Mai 2013, 17:52

DER VILLAIN: Ernst Stavro Blofeld

Hier darf über den wohl größten - zumindest aber legendärsten (mit Goldfinger zusammen) - Schurken der Bondgeschichte diskutiert werden.



Es geht hier nicht nur um einen bestimmten Blofeld-Darsteller, sondern filmübergreifend um Blofeld allgemein, d.h. die Figur, die in

- FRWL
- TB
- YOLT
- OHMSS
- DAF
(- FYEO)
- NSNA


auftritt.

Wer ist Euer Lieblingsblofeld? Und wer geht gar nicht? Soll Blofeld nochmals zurückkommen? Oder ist er seit 1981 tot?

Hier die alte Diskussion um Blofeld im archivierten razyboard.

Da die letzten Beiträge von dort bereits mehrere Jahre zurückliegen, soll stattdessen der wikipedia-Eintrag als Appetithappen für weitere Diskussionen dienen:

Zitat von »wikipedia«

Unter den Bösewichten sticht Ernst Stavro Blofeld hervor, da er in mehreren Filmen auftritt. Er ist in drei Filmen (Man lebt nur zweimal, Im Geheimdienst Ihrer Majestät, Diamantenfieber) der Hauptgegenspieler Bonds. In den anderen Filmen hält er sich entweder als graue Eminenz im Hintergrund (Liebesgrüße aus Moskau, Feuerball) oder taucht nur im opening gambit auf, um sich an Bond zu rächen (In tödlicher Mission) (er wird nicht namentlich genannt, aber erkennbar durch seine Glatze). Es ist unklar geblieben, ob er wirklich getötet wurde.

Blofeld wurde als Leiter und „Nummer 1“ der Terror-Organisation „SPECTRE“ (Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Extortion – im Deutschen das Phantom. Das Wort spectre ist ein normales englisches Wort; es erscheint beispielsweise im Anfangssatz des Kommunistischen Manifests: A spectre is haunting Europe ... – Ein Gespenst geht um in Europa ...) zum Super-Bösewicht und absoluten Erzfeind von Bond. Blofelds Markenzeichen sind eine weiße Perserkatze und sein goldener Ring mit dem Oktopus. Während sein Gesicht in Liebesgrüße aus Moskau und Feuerball verborgen blieb, wurde das Geheimnis seiner Identität in späteren Filmen gelüftet. In der Buch-Serie tritt er zum ersten mal im Roman Feuerball in Erscheinung.

Die Figur wurde aus der Not heraus geboren, bei den Filmen von den Romanen in einem Punkt abweichen zu müssen: dort waren die Russen und ihr Geheimdienst KGB stets die bösen Gegenspieler. Für die Filme beschloss man, dass es besser sei, einen fiktiven Gegenspieler zu haben, da man angesichts der Konfrontation zwischen Ost und West in den 60ern, 70ern und zu Beginn der 80er nicht noch einen Ansatzpunkt für diplomatische Verwicklungen bieten wollte. Daher tritt Blofeld in den Romanen auch erst später in Erscheinung, während in den Filmen angedeutet wird, dass er schon seit James Bond jagt Dr. No die Fäden im Hintergrund zieht. Die Synchronisation ist hier uneinheitlich, zum einen behauptet Dr. No nur in der deutschen Fassung selbst, den Vorsitz von SPECTRE zu haben, außerdem wird die Organisation in diesem Film als „GOFTAR“ = „Geheimorganisation für Terror, Spionage, Angriff und Rache“ bezeichnet, in Liebesgrüße aus Moskau und Feuerball als „Phantom“, ohne dass dabei erklärt wird, dass der Name eigentlich auch eine Abkürzung ist; ab Man lebt nur zweimal wird die englische Bezeichnung „SPECTRE“ übernommen.

Blofeld-Darsteller

Liebesgrüße aus Moskau: Anthony Dawson (ungenannt)
Feuerball: Anthony Dawson (ungenannt)
Man lebt nur zweimal: Donald Pleasence
Im Geheimdienst Ihrer Majestät: Telly Savalas
Diamantenfieber: Charles Gray
In tödlicher Mission: John Hollis (ungenannt)
Sag niemals nie: Max von Sydow

Anthony Dawson, der, ohne in den Credits erwähnt zu werden, zweimal den Blofeld spielte und dabei nur im Ansatz zu sehen ist, war im ersten Bond-Film „James Bond jagt Dr. No“ (1962) als verräterischer Professor Dent aufgetreten.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Havanna

MI6 Staff

  • »Havanna« ist männlich

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2

Montag, 5. Januar 2015, 14:30

Ich hole diesen Thread zu Bonds Erzfeind mal aus der Versenkung, da ich ähnlich wie bei Felix Leiter auch hier eine grundlegende Frage zu den Schauspielern habe.

Analog zu Felix Leiter wird auch Blofeld in jedem Film von einem anderen Schauspieler dargestellt. Wie lassen sich diese Wechsel erklären? War man mit der Performance von Pleasence in YOLT unzufrieden? Wollte man mit Savalas ein bekannteres Gesicht verpflichten? Konnte/wollte man die Schauspieler in den jeweils nächsten Filmen nicht halten?
Oder handelt es sich auch hierum Absicht, um Blofelds "Chamäleonhaftigkeit" zu erklären (siehe Blofelds Veränderungen von Romanauftritt zu Romanauftritt und die Erwähnung plastischer Chirurgie in der PTS von DAF)? Dann hätte ich ein Problem damit, dass sich von YOLT über OHMSS bis zu DAF nicht nur Blofelds Gesicht, sondern auch seine Größe und Statur massiv ändert, was nur schwer mit Chirurgie zu erklären ist.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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3

Montag, 5. Januar 2015, 15:31

Ich hole diesen Thread zu Bonds Erzfeind mal aus der Versenkung, da ich ähnlich wie bei Felix Leiter auch hier eine grundlegende Frage zu den Schauspielern habe.

Analog zu Felix Leiter wird auch Blofeld in jedem Film von einem anderen Schauspieler dargestellt. Wie lassen sich diese Wechsel erklären? War man mit der Performance von Pleasence in YOLT unzufrieden? Wollte man mit Savalas ein bekannteres Gesicht verpflichten? Konnte/wollte man die Schauspieler in den jeweils nächsten Filmen nicht halten?
Oder handelt es sich auch hierum Absicht, um Blofelds "Chamäleonhaftigkeit" zu erklären (siehe Blofelds Veränderungen von Romanauftritt zu Romanauftritt und die Erwähnung plastischer Chirurgie in der PTS von DAF)? Dann hätte ich ein Problem damit, dass sich von YOLT über OHMSS bis zu DAF nicht nur Blofelds Gesicht, sondern auch seine Größe und Statur massiv ändert, was nur schwer mit Chirurgie zu erklären ist.

Erstmal ein positiver Zwischenvermerk: Super dass du dich diesen Fragen hingibst und auch mal ein paar ältere Themen ausgräbst :)

Nun zu Blofeld..., auch hier wurde "bedenklich" oft der Darsteller gewechselt, nie jedoch kehrte einer zurück. Nach YOLT war es naheliegend, denn zumindest rückblickend betrachtet wird Pleasence von vielen Menschen als Fehlbesetzung bezeichnet. Dies liegt wohl daran, dass man in den Vorjahren nie direkt sah, "wer er ist", dieser furchteinflößende Schreibtischtäter mit dem weißen Lebewesen bei sich. Menschen malten sich aus, wie eines solchen Teufels Visage wohl aussehen könnte, letzten Endes tat einem Pleasence aber eher fast ein wenig leid, da man ihn in der Rolle als einen kaputten Mann darstellte, zwar den Wahnsinn ausstrahlend, aber eigentlich etwas "jämmerlich". Selbiges gilt z.B. auch für den "Zweitvillain" aus Die Welt ist nicht genug (Electra zähle ich da als "Hauptvillain"), denn durch das diesem Gegenspieler widerfahrene Schicksal ist es mal wieder ein typischer in die Opferrolle gedrängter Täter. Savalas war bekannt, aber ob das nun das tragende Argument war, weiß ich nicht. Wirkliche Berühmtheit erlangte er eher als Kojak und dies erst in den 70er Jahren. Er ist m.M.n. auch kein idealer Blofeld, ebenso wenig wie Charles Grey, da er (ebenfalls in einem Connery-Bondfilm) bereits einen "Guten" spielte - Japan, YOLT. Aus dieser Perspektive heraus sei gesagt, dass ich somit noch gar keinen Blofeld begrüßen konnte, immer was zu motzen :D

Womöglich hätte man dem frühen Mysterium weiter Folge leisten sollen und ihn nach wie vor als den gesichtslosen Schwerverbrecher erscheinen lassen können, das würde die Leute eventuell eher zu fesseln vermögen und den Spannungsbogen am Maximum halten. Umso gespannter bin ich auf den möglichen Einsatz von Christoph Waltz, der genau genommen nicht zum ersten Mal im filmischen Bonduniversum auftaucht, war er doch bereits 1989 in "Golden Eye, der Mann der Bond war, the secret life of Ian Fleming" zu sehen.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."
Bond '89 - Robert Davi

Django

Der Andere

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4

Montag, 5. Januar 2015, 15:38

Ich denke, man nahm enfach, wer gerade verfügbar war... Der Wiedererkennungswert spielte keine Rolle. Man darf nicht vergessen, dass man damals einen Bond-Film eigentlich nur im Kino schauen konnte (VHS gab's ja noch nicht). Und wer erinnerte sich schon daran, wie genau Blofeld nun zwei Jahre zuvor ausgesehen hat? Vermutlich haben viele Zuschauer damals gar nicht bemerkt, dass der Gegenspieler von Bond immer denselben Namen hatte (und daher wohl auch irgendwie immer dieselbe Person sein sollte). Das zeigt auch, dass der Charakter des Blofeld - mit Ausnahme vielleicht des OHMSS-Blofeld - stets eher schwach angelegt war (im Gegensatz etwa zu Goldfinger, Scaramanga oder Stromberg) und die Kontinuität als völlig unwichtig erachtet wurde. Nach TB hätte Blofeld eigentlich am Ende jedes Films den Filmtod sterben können... Stromberg war ja zuerst auch als Blodfeld geplant.

Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

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5

Montag, 5. Januar 2015, 17:36

Dazu kommt, dass Blofeld m.W. ja erst in YOLT namentlich genannt wird, vorher gab es in FRWL und TB ja nur "Nummer 1".

I never left!

Mister Bond

Felix Leiter

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6

Montag, 5. Januar 2015, 17:46

Hier könnte ich meine Antwort aus dem "Felix Leiter"-Thread 1:1 übernehmen ;)

Andererseits finde ich es bei Blofeld schon blöd, außer dem "gesichtslosen" aus FRWL und TB, welcher ja von Anthony Dawson verkörpert wurde, immer einen anderen zu nehmen.
Und dann noch mal mit Haare und mal ohne. In TB sieht man zum Beispiel durchaus, dass Blofeld Haare auf dem Kopf hat. Weshalb man ihn in YOLT eine Glatze und sogar Narbe verpassen musste, liegt wohl daran, dass man zu jener Zeit befand, dass er so am bedrohlichsten aussieht.
Dann hätten Sie aber bei Savalas eine Narbe hinzufügen sollen und dann wieder Gray, der ja nochmal anders ist.
Fakt ist, dass die "Popikone" Blofeld, welche den meisten bewusst in Erinnerung ist, zumindest eine Glatze trägt.
Der erste verkörperte Blofeld aber hat keine Glatze (SPECTRE-Konferenz in TB, da sieht man es druchaus).

Maibaum

00-Agent

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7

Dienstag, 6. Januar 2015, 10:01

Ich denke, man nahm enfach, wer gerade verfügbar war... Der Wiedererkennungswert spielte keine Rolle. Man darf nicht vergessen, dass man damals einen Bond-Film eigentlich nur im Kino schauen konnte (VHS gab's ja noch nicht). Und wer erinnerte sich schon daran, wie genau Blofeld nun zwei Jahre zuvor ausgesehen hat? Vermutlich haben viele Zuschauer damals gar nicht bemerkt, dass der Gegenspieler von Bond immer denselben Namen hatte (und daher wohl auch irgendwie immer dieselbe Person sein sollte). Das zeigt auch, dass der Charakter des Blofeld - mit Ausnahme vielleicht des OHMSS-Blofeld - stets eher schwach angelegt war (im Gegensatz etwa zu Goldfinger, Scaramanga oder Stromberg) und die Kontinuität als völlig unwichtig erachtet wurde. Nach TB hätte Blofeld eigentlich am Ende jedes Films den Filmtod sterben können... Stromberg war ja zuerst auch als Blodfeld geplant.


Das denke ich nicht. Ein nicht geringer Teil des Bond Publikums war sicherlich gut mit den Vorgängern vertraut. Und damals liefen die Filme zwar nur im Kino, waren dafür aber dort permanent zu sehen. Und auch wenn viele Gelegenheitszuschauer sich eventuell nicht an den Namen erinnerten, an den Schurken mit der Katze im Arm bestimmt. Und dann fallen so offensichtliche Darstellerwechsel schon auf.

Auch bei Felix Leiter hat man sich da wenig Mühe gegeben. Die Darsteller sind viel zu unterschiedlich.

Mister Bond

Felix Leiter

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8

Dienstag, 6. Januar 2015, 23:48

Bei Blofeld stört es mich dennoch mehr als bei Leiter. Blofeld, damals Bonds Nemesis, in YOLT endlich enttarnt und dann dieser Schauspielerwechsel. Einmal mit Narbe und Glatze, dann Glatze aber keine Narbe, dann keine Narbe und Haare.
Na ja, die Filme liebe ich trotzdem.

ollistone

Consigliere

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9

Dienstag, 10. November 2015, 14:49

Zu Franz Oberhauser aka Blofeld ein eigener Thread, oder tut's dieser hier?
Als ich zur Schule ging, fragten sie mich, was ich werden will, wenn ich erwachsen bin. Ich schrieb: "Glücklich." Sie sagten mir, ich hätte die Aufgabe nicht verstanden. Ich sagte ihnen, sie hätten das Leben nicht verstanden.

John Lennon

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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10

Dienstag, 10. November 2015, 20:21

Einen Oberhauser-Thread gibt's schon lange. ;)
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

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11

Dienstag, 15. Dezember 2015, 19:24

Einen Oberhauser-Thread gibt's schon lange. ;)

Ich werde mich beharrlich weigern, Franz Oberhauser mit Blofeld zu identifizieren... Aber ich finde o.a. Thread nicht!

Wie dem auch sei:

Ich habe zu STAR TREK gerade einen Ausspruch von Pille gelesen, der 100%-ig auch auf diesen Oberhauser passt:
(...) Einmal, weil erst ein Riesentheater um den Bösewicht gemacht wurde und es dann doch bloß Khan war, wie schon so ziemlich jeder im Voraus vermutet hatte. (...)
Ich habe nichts hinzuzufügen.
God save the Queen!

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Dienstag, 15. Dezember 2015, 20:10

"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Feirefiz

The Other Fellow

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Dienstag, 6. September 2016, 20:47

Christoph Waltz ist mit seiner Darstellung nicht zufrieden, offenbar mangelte es ihm an Inspiration.

Ersterem kann ich beipfichten, Letzteres ist angesichts des Drehbuchs wenig verwunderlich.
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Scarpine

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Mittwoch, 7. September 2016, 10:52

Ich denke auch, dass das Problem eher das schwache Drehbuch war. Christoph Waltz wird in Spectre kaum der Raum geboten, seine Figur wirklich zu entfalten. Er hat nur wenige Szenen und die Dialoge und Aktionen sind jetzt auch nicht so toll geraten wie bei anderen Bond-Schurken. Sein Vorgänger Javier Bardem hatte da beispielsweise schon mehr Glück, was dazu führt, dass Silva in der Endabrechnung wesentlich erinnerungswürdiger wirkt als Blofeld. Letzterer ist aber auch dahingehend etwas glücklos, als dass er innerhalb seiner kurzen Screentime kaum wirklich böse oder überlegen wirkt und zu allem Überfluss auch noch beständig von Bond vorgeführt wird.

Ob sich dieser Umstand mit einer potenziellen Rückkehr von Oberhauser/Blofeld ändern wird, bleibt abzuwarten. Interessanterweise war Waltz ja nur zweite Wahl, weil Mendes ursprünglich Gary Oldman als Blofeld verpflichten wollte, welcher jedoch aufgrund des zeitlichen Umfangs der Dreharbeiten absagte. Ich persönlich hätte mir auch sehr gut Tobias Moretti in der Rolle des Oberhauser/Blofeld vorstellen können.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Feirefiz

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Mittwoch, 7. September 2016, 19:33

In der Tat wirkt Oberhauser nie bedrohlich, schlimmer noch: Sein permanentes uriges Gerede scheint den Figuren ja selbst in Momenten höchster Gefahr eher auf die Nerven zu gehen, statt sie zu verunsichern – gipfelnd in Bonds Bitte, doch nun endlich mit der Folter zu beginnen, damit er sich das Gelaber nicht weiter anhören müsse – ein Gag, den die Autoren übrigens aus der Clive-Owen-Gewaltgroteske „Shoot ‘Em Up“ geklaut haben, wo das wesentlich lustiger ist. Für einen mauen und dazu geklauten Gag wird der Villain also – weder zum ersten noch zum letzten Mal in diesem Film – der Lächerlichkeit preisgegeben.

Dass dieser Villain auch noch Blofeld sein soll, ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Zwar kann man einwenden, dass Blofelds wechselhafte Auftritte bei EON immer parodistischer wurden – DAF, FYEO –, aber bei DAF fügte sich das ins Gesamtkonzept des Films, und in FYEO handelte es sich um einen besseren Cameo-Auftritt, der wohl vor allem ein Stinkefinger in Richtung des entstehenden Konkurrenten NSNA war, wie hier mal jemand überzeugend gemutmaßt hat.

Dazu kommt noch, dass Oberhauser bei seinen persönlichen Auftritten nichts gelingt, dass er sich mit selbst für Bondschurken-Verhältnisse extrem inkompetentem Personal umgibt – wie kann man sich über Stamper mokieren, aber Hinx für einen guten Henchman halten? –, sein großer Villain-Coup Behauptung bleibt und er bzgl. Bond völlig planlos agiert (warum versucht er zunächst ständig, Bond zu töten, wenn er ihn doch vor allem leiden lassen will)?

Und zu unguter Letzt strahlt die Organisation Spectre ebenfalls keinerlei Bedrohung aus, auch ihr weltumspannendes Netz glaubt man nicht, wenngleich man sich Quantum halbherzig unter den Nagel reißt. Das hätte man wie in den 60ern schon etwas konsequenter aufbauen müssen, statt im Nachhinein gänzlich eigenständige Filme umdeuten zu wollen.

Deshalb bin ich schon fast so weit, Craig nicht nachzuweinen, sollte er gehen, auch wenn ich ihn nach wie vor gerne in der Rolle sehe und auch in SP gut finde. Aber ohne ihn, der ja inhaltlich inzwischen ein nicht sehr überzeugendes Mitspracherecht zu haben scheint, wäre die Chance zu einem Neustart – ob mit oder ohne Blofeld – fraglos größer.

Ein Bond-Villain, der mich einen geschätzten 007 klaglos ziehen lassen würde – in gewisser Weise ist Oberhauser doch der erfolgreichste Villain, den die Reihe je hervorgebracht hat …
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Scarpine

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Samstag, 10. September 2016, 16:07

Dazu kommt noch, dass Oberhauser bei seinen persönlichen Auftritten nichts gelingt, dass er sich mit selbst für Bondschurken-Verhältnisse extrem inkompetentem Personal umgibt – wie kann man sich über Stamper mokieren, aber Hinx für einen guten Henchman halten?

Die Beliebtheit von Hinx ist mir auch ein Rätsel. Vermutlich sind manche Fans einfach nur froh nach Ewigkeiten mal wieder einen halbwegs "echten" Handlanger geboten zu bekommen. Ich finde ihn, trotz Statur und Tötungsmethoden, wenig eindrucksvoll. Abgesehen von der Spectre-Versammlung kriegt Hinx doch wirklich nichts auf die Reihe und wird am Ende mal eben so abserviert. Ich finde auch die Kampfsequenz im Zug gar nicht so toll. Da haben wir in der Reihe schon wesentlich Besseres gesehen; auch in Craigs Ära. Hinzu kommt, dass die Figur darstellerisch völlig nichtig ist. Nichts gegen Dave Bautista, aber als Schauspielerei kann man das eigentlich nicht bezeichnen (war für die Rolle aber wohl auch nicht erforderlich).

Was nun Oberhauser angeht, hat er noch ein zusätzliches Problem. Blofeld war früher immerhin stets so unantastbar, dass er entweder im Hintergrund blieb, fliehen konnte oder (vermeintlich) starb. Wirkliche Sicherheit gab es über seinen Verbleib nie und dass machte die Figur auch immer mysteriös. In Spectre wird er aber weder getötet, noch kann er entkommen. Stattdessen stürzt er mit seinem Hubschrauber ab und wird am Ende einfach nur verhaftet. Der einzige andere Hauptschurke, dem ähnliches passierte, war Koskov. Auch er blieb am Ende des Films verletzt am Boden zurück, um dann relativ unspektakulär abgeführt zu werden. Aus diesem Grund sind Koskov & Oberhauser aus meiner Sicht auch eher wenig erinnerungswürdige Schurken der Serie.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 11. Dezember 2016, 12:41

Zu Hinx:
Natürlich waren die meisten froh, dass es endlich wieder einen richtigen Henchman gab und keinen beschränkten Elvis (wozu war der überhaupt da?).
Ich finde Hinx nämlich auch gut, wenn auch nicht wirklich gut. An Grant, Odd-Job, Fiona Volpe, Tee-Hee, Beißer, Loque, Gobinda, Necros oder Onatopp kommt der natürlich lange nicht heran.
Aber warum sich jetzt Feirefiz und Scarpine darüber mokieren, dass Hinx nichts hinbekommt? Haben das die früheren Henchman denn wirklich so viel besser gemacht? Größtenteils nicht. Sie dienten immer der Kultgebung, um den Filmen etwas Würze zu geben, weil sie sich im Gegensatz zum Oberschurken Bond immer direkt stellen.

Recht gebe ich, dass man aus Waltz' Blofeld nicht das ganze Potenzial schöpfen konnte. Aber die Einführung in Rom ist grandios. Für mich mit Blofelds Einführung im Pariser Quartier in TB mit Abstand die beste. Die Dunkelheit, man sieht zuerst nur die Silhouette, Blofeld redet ein Minimum, alle Anwesenden erstarren fast vor Respekt.
Richtung Finale aber haben die Drehbuchschreiber Blofeld tatsächlich zuviel Geschwafel in den Mund gelegt und das Erhaschen von Blofeld diente auch nicht dazu Angst vor Blofeld zu haben. Dann hätte ich für das Finale doch lieber wieder Hinx genommen, der sich im Auftrag von Blofeld den perfiden Plan vornimmt und dann im finalen Kampf gegen Bond stirbt und Blofeld komplett entkommen lassen.

Und warum soll Spectre nicht bedrohlich daherkommen? Sie haben sich Quantum angeeignet? Quantum war immer Spectre. Der Name hat sich nur geändert und die Methoden (wie Mr. White ja sagt).

Ps.: Hier, ich gehöre zu denen, die die Zugklopperei absolut geil finden. Ist zwar nichts neues, denn Zugaction gab es gerade bei Bond häufig. Lustigerweise finde ich alle Begegnungen von Bond und Schurken im Zug spannend, unterhaltsam oder gar kultig.
Egal ob gegen Grant, Tee-Hee, Beißer oder eben Hinx. Oder gar außerhalb wie in OP und Skyfall.
Bessere Mann gegen Mann Kämpfe finde ich im Craig-Universum auch nicht wirklich. Die Action gegen Mollaka in Casino Royale ist nicht wirklich Mann gegen Mann, weil Mollaka ja hauptsächlich flüchtet. Die kurzen Faustkämpfe in QoS lassen jegliche Spannung vermissen, einzig Bond gegen Patrice in Skyfall war reizvoll, aber das der Optik (Highlight in SF) wegen.

Scarpine

Verschlagener Korse

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Sonntag, 11. Dezember 2016, 14:52

Zu Hinx:
Aber warum sich jetzt Feirefiz und Scarpine darüber mokieren, dass Hinx nichts hinbekommt? Haben das die früheren Henchman denn wirklich so viel besser gemacht? Größtenteils nicht.

Ich habe gleich mehrere Probleme mit Hinx. Bezogen auf deinen Punkt muss ich sagen, dass frühere Henchmen ihre Faszination häufig daraus gezogen haben, dass sie einen Kontaktmann, Verbündeten, ein Bondgirl oder einen anderen Doppel-Null-Agenten umbrachten und/oder eine besondere Tötungsmethode besaßen. Letzteres ist zwar bei Hinx der Fall, kommt aber nur ein einziges Mal (beim Töten des Konkurrenten) vor; danach spielt das keine Rolle mehr. Auch Hinx` Rekrutierung finde ich dämlich. Da hat Bond also Sciarra umgebracht und sein designierter Nachfolger und scheinbar erprobtes Mitglied des Syndikats wird gleich von einem mehr oder minder daher gelaufenen Schläger vor den Augen seiner Kollegen platt gemacht? Das macht die Organisation und ihre Strukturen irgendwie fast schon eher lächerlich als bedrohlich. Anstatt nur Versager hinzurichten (wie früher), werden stattdessen irgendwelche Killer eingeladen, die sich vor den Augen des feinen Vorstandes gegenseitig abmurksen. Na sehr toll. Und danach wird Hinx von Bond eigentlich die ganze Zeit über vorgeführt, ohne dass er sonst viel erreicht. Mr. White bringt sich ja auch selber um. Und die Zugsequenz finde ich wenig spektakulär und überhaupt einen faden Aufguss von den Zugszenen aus From Russia With Love, Live And Let Die, The Spy Who Loved Me & Casino Royale; da ist fast null Eigenständiges vorhanden, sondern alles irgendwie nur Zitat wie fast den ganzen Film über. Und zuletzt hatte ich schon angedeutet, dass Bautistas Darstellung jenseits seiner Statur völlig nichtig ist. Ein zurückhaltender, stummer Killer (hatten wir übrigens auch schon im Vorgänger) ist ja schön und gut, aber Bautista gibt der Rolle ja wirklich gar nichts. :sleeping:

Und warum soll Spectre nicht bedrohlich daherkommen? Sie haben sich Quantum angeeignet? Quantum war immer Spectre. Der Name hat sich nur geändert und die Methoden (wie Mr. White ja sagt).

Ja, aber das Problem ist irgendwie, dass es zu wenig ist, sich nur auf den Vorgängerfilmen auszuruhen. Ich muss aus der Perspektive dieses Films allein verstehen können, wieso diese Organisation so gefährlich ist und das leistet Spectre einfach nicht. Da treffen sich also ein paar Mafiosi und graue Herren im Schloss und einer springt wegen interner Konkurrenz über die Klinge. Aha. Währenddessen infiltriert Bond den Haufen mühelos und kann auch ohne großen Aufwand fliehen. Ich finde auch die Wirkung dieser klassisch-ehrwürdigen Versammlung und deren Inszenierung durch Mendes nicht so toll; dass Oberhauser Bonds Stiefbruder ist, macht schon hier viel kaputt. Hätte er nur etwas in der Art von "Wie schön, dass wir uns endlich einmal persönlich gegenüber stehen, Mister Bond!" gesagt, wäre das viel besser gewesen. Dieses gelangweilt schelmische "Willkommen, James. Was hat denn so lange gedauert?" von Waltz zieht das ganze Szenario dann völlig runter. Auch hier bekommt die Organisation durch die Mängel der Blofeld-Figur ein massives Problem: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Leute wie der knallharte alte Hase Mr. White oder der psychopathische Raoul Silva unter diesem netten Wiener in Mao-Anzug und Filzpantoffeln gedient haben; um es mal etwas sehr überspitzt auszudrücken. Aber auch sonst sieht man nicht viel von Spectre oder dessen "Krakenarmen" (nette Metapher nebenbei): Hinx bekommt den ganzen Film über keinen rechten Zugriff auf Bond und Madeleine, C ist nur ein blasser, verblendeter Bürokrat und der Rest dient als Kanonenfutter, wenn sich Bond den Weg aus der Basis freischießt. In diesem Punkt ist der Film einfach besonders schwach aufgestellt.

Bessere Mann gegen Mann Kämpfe finde ich im Craig-Universum auch nicht wirklich.

Die Kämpfe zwischen Bond und Obanno in Casino Royale, Bond und Slate in Quantum Of Solace und Bond und Patrice in Skyfall finde ich persönlich packender und auch intensiver inszeniert. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
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Havanna

MI6 Staff

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Sonntag, 11. Dezember 2016, 19:01

Ich finde Blofelds Einführung in Rom auch sehr gelungen. Die ganze Atmosphäre hat mich persönlich gepackt und beim "Willkommen James" hatte ich einen richtigen Stich in der Magengegend, auch wenn ich die Szene natürlich aus dem/den Trailer(n) kannte. Ich bin selten bei Filmen in Bondszenen emotional so mitgegangen. Natürlich ist das ein persönliches Empfinden, aber so ganz versagt haben die Filmemacher dann ja aber scheinbar doch nicht. Über das Killer-Casting kann man sicher auch geteilter Meinung sein, aber für mich verdeutlicht das sehr schön die Effektivität und das Elitäre von Spectre (dass nur der Beste gut genug ist) und im Umgang mit dem Getöteten auch die Kaltblütigkeit und die Bedeutungslosigkeit des Einzelnen hinter der Organisation und deren Zielen.
Was mich stört, ist, dass man abseits dieser tollen Szene nicht viel davon merkt, weil Blofeld, Spectre und Hinx nicht mehr allzu viel gelingt. Den Fehler sehe ich dabei gar nicht mal so sehr im Film selbst, da Villain und Henchman natürlich gegen Bond verlieren müssen, sondern in den Filmen davor, in denen eine andere Organisation aufgebaut wurde, oder im Nachhinein Villains wie Silva in Spectre gepresst wurden, die da gefühlt einfach nicht hinpassen (auch wenn ich mir gerade zu Silva eine Theorie zurechtgelegt habe, mit der ich gut leben kann). Deshalb hat(te) Quantum bisher immer ein gefühlt höheres Bedrohungspotential als Spectre. Spectre als Überorganisation über Quantum, White und Silva wirkt einfach zu künstlich und nachträglich hineingepresst. Ich bin mir sicher, dass viel weniger Leute mit Spectre als Film und Organisation hätten, wenn es seit CR als Bedrohung aufgebaut worden wäre (auch statt Quantum), aber so war es halt nunmal nicht.
Ändert aber nichts daran, dass ich SP immer noch sehr gerne schaue, auch wenn er tatsächlich seit meiner ersten Sichtung etwas verloren hat.