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ollistone

Consigliere

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1

Freitag, 7. Juni 2013, 10:34

DER FILM: SkyFall

Hier die alten Beiträge.



Zitat von »ollistone«


SkyFalls Vorzüge:

- exquisite Regie und Kameraarbeit, intensive Schauspielkunst

- ein spätestens ab Shanghai ununterbrochen hochgehaltener Spannungsbogen - einer der spannendsten Bonds überhaupt

- gleichzeitig Rückkehr des Humors: habe selten bei einem Bond so viel gelacht

- die gelungene Wiedereinführung von Q und Moneypenny: so macht das Sinn. Die Abstinenz in CR und QOS ist entschuldigt. Bevor man einen Joh Cleese dahinstellt, überlegt man sich das lieber dreimal, wie die Rolle zukünftig gestaltet wird und wer sie verkörpert


Kritikpunkte:

- Maintitles und Score

- ob die Story (analog zu GE) neben dem Rache-Element noch eine Parallelstory vertragen hätte, wird die Zeit erweisen, ich persönlich meine nein, kann aber Kritik verstehen, auch daran, dass Silva als das perfekte Böse nur von (kleingeistiger) privater Rache getrieben ist

- Bond wirkt in allem, was er tut, maximal fit, was nicht zu seinen Testergebnissen passt, nach denen er eigentlich ein Wrack sein müsste, das ein Ziel nicht aus zwei Metern Entfernung trifft

- das Fehlen eines echten Bond-Girls



Zitat von »Kronsteen«


The Making of SkyFall





Quelle



Zitat von »MilesM«


Zitat von »ollistone«



Kritikpunkte:

- Bond wirkt in allem, was er tut, maximal fit, was nicht zu seinen Testergebnissen passt, nach denen er eigentlich ein Wrack sein müsste, das ein Ziel nicht aus zwei Metern Entfernung trifft



Nee, finde ich nicht, ad hoc fallen mir zwei Szenen ein: Zum einen die Aufzug-"Fahrt", wo er doch arg ins Schwitzen kommt (und wohl froh ist, dass er nicht ins Penthouse muss) sowie die Wilhelm Tell-Szene, wo seine Hand nicht so ruhig ist. Auch sollte man womöglich bedenken, dass ihn bei den Schieß-Tests noch die Splitter in der Schulter behindert haben, die später ja dann raus sind. Und immerhin trainiert er ja auch wieder (auch wenn das die obligatorische oben ohne-Szene für Barbara war).



Zitat von »Maibaum«


Bei der Tell Szene zielt er ja wohl absichtlich daneben. Ein paar Sekunden später zeigt er ja wie topfit er ist und vor allem wie gut er trifft.

Bei der Aufzugszene darf er aber auch in fittem Zustand ein wenig ins Schwitzen kommen. Sonst wäre es vielleicht auch zu unspektakulär.

Also ich habe es ihm auch nie abgenommen daß er nicht fit ist bei den Tests. Das sind so Sachen wo SF sich selber im Weg steht.
Jedenfalls hatte ich nie die geringsten Zweifel daß er auch in SF jederzeit alles schaffen wird was er schaffen will.



Zitat von »Kronsteen«


Muss Maibaum hier beipflichten.

Die Aufzugsszene habe ich so verstanden, dass er wegen seiner Schussverletzung in der Schulter ins Schwitzen gerät. Schließlich ist es der rechte Arm der nachgibt, sprich die verletzte Seite.

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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2

Samstag, 15. Juni 2013, 10:44

Hab mir gestern Abend mal wieder "Skyfall" angeschaut. Eine ausführliche Rezension folgt spätestens, wenn der Film im Rahmen der Filmwochen dran ist. Aber einen Gedanken, der sich beim Schauen aufgedrängt hat, und den auch schon andere User in ähnlicher Form erwähnt haben, möchte ich dennoch schon heute kurz aufgreifen.

Bisher hat Bond für mich immer in "Goldfinger" die schwächste Leistung gebracht, da er für mich fast die ganze Zeit in Gefangenschaft war. Aber dennoch ist Bond irgendwie immer auf der Höhe des Geschehens und letzten Endes Herr der Lage, da er Goldfingers Plan durchkreuzt und (via Pussy) eine Menge Menschen rettet.
Meinetwegen könnte man auch Bonds Leistung in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" tadeln, da er zwar Blofelds Plan vereiteln kann, dieser aber zum einen entkommen kann und zum anderen über Irma Bunt sogar Bonds Liebesglück zerstören kann.
Aber beide Leistungen Bonds sind im Gesamten gut.

In "Skyfall" hingegen könnte Bond mit einer "befriedigenden" Zensur durchaus noch gut bedient sein. In der Vortitelsequenz ist er zwar mit all seinen körperlichen und intuitiven Fähigkeiten fast schon der alte, aber er schafft es nicht, Patrice zu besiegen. Sogar das Glück verlässt ihn, weshalb ER und nicht Patrice von Eves Schuss getroffen wird.
Der reumütige Rückkehrer zum MI6 wird dann mit der gewohnt kühlen Sachlichkeit (Judi Denchs) M empfangen und fällt durch die Prüfung durch. Nur das Vertrauen, das (Judi Denchs) M nun erstmals gegenüber ihrem besten Mann erkennen lässt, rettet ihn vor der Suspendierung.
Bond kommt nun über die Schauplätze Shanghai und Macao Silva auf die Spur. Spätestens in dem Moment, wenn die Hubschrauber des MI6 über Silvas Insel einfliegen wähnt man sich des alten Bonds sicher, der die ganzen Zweifler lügen gestraft hat.
Doch auch nun ist Bond wider Erwarten noch nicht auf der Höhe. Er und sogar Q schätzen Silva falsch ein, so dass dessen Plan aufgeht und dieser entkommen kann. Ähnlich wie in der Vortitelsequenz mit Patrice schafft es Bond nicht, Silva zu schnappen (obwohl man ihm keinen mangelnden Einsatz vorwerfen kann). Ganz anders als z.B. die Entschlossenheit, mit der (Craig-)Bond in der Votitelsequenz von "Casino Royale" Molakka geschnappt hat.
Immerhin schafft es Bond, Silvas Mordplan gegenüber M im Gerichtssaal zu vereiteln. Man wird aber dennoch das Gefühl nicht los, dass Silva dies locker hätte schaffen können, wenn er sich denn nur sicher gewesen wäre, ob er M denn überhaupt töten wollte (er scheint nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie zu können).
Nichtsdestotrotz ist der gemeine Zuschauer nun geneigt, nun endlich "seinen Bond" wieder zu haben. Bond holt seinen Aston Martin und fährt in "die Vergangenheit", wo M und er "im Vorteil" sind.
Kann Bond nun seine bisher dürftige Leistung (im Vergleich zu früheren Leistungen) wettmachen?
Es schaut ganz so aus!?
Mitnichten!
Nach langem Kampf verliert er seinen Aston Martin und das Haus seiner Kindheit (was sicher noch zu verschmerzen gewesen wäre). Er verliert aber auch das, worum es eigentlich ging: Das Leben Ms.
Dass Silva selber stirbt ist dabei unerheblich, da dieser ohne M scheinbar keinen Sinn mehr zu leben gehabt hätte ("Bringen Sie uns beide um! Mit einer Kugel!").
Noch nicht einmal das ursprüngliche Minimalziel, die "Rückeroberung" der Festplatte erreicht Bond. Diese spielt ab der Mitte des Filme keine Rolle mehr, so dass theoretisch ein Helfer Silvas (oder vielleicht sogar die "Quantum"-Organisation) noch was damit anfangen könnte.
Im Nachhinein betrachtet muss man - um es mal etwas überspitzt zu formulieren - den Tests des MI6 in "New Digs" fast rechtgeben: Bond hat nicht bestanden.
Und M hat - um es noch überspitzter zu formulieren - ihr eigenes Grab geschaufelt, indem sie sich über die Testergebnisse hinweggesetzt hat.
Etwas provokativ, das gebe ich zu. Aber in letzter Konsrquenz durchaus ein diskutierbarer Ansatz, den man nicht ganz von der Hand weisen kann.

Ich bin nun mal gespannt, wie die Entwicklung (Craig-)Bonds weitergeht. Hat er sich nach 3 Filmen nun so gefunden, dass er einen Auftrag in gewohnter Manier durchführen kann? Einen klassischen Auftrag mit Briefing und ohne persönliche Geschichte? Trotz allen Lobs für "Skyfall", den ich trotz der oben erwähnten Kritik (die sich auf Bonds Leistung IM Film und nicht die Leistung DES Films bezieht) für großrtig halte, würde ich es mir wünschen!
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

3

Samstag, 15. Juni 2013, 11:15

Da liegt der Knackpunkt:

Hat er wirklich in der Türkei versagt? Oder war die Aktion nur ein Misserfolg weil M ihm nicht vertraut hat und schlicht machen ließ? Dass er Patrice relativ problemlos besiegen konnte, hat er in China gezeigt.
Es war ME eher M´s Verschulden, dass die Festplatte verloren ging und Bond nach dem Treffer und dem Sturz erst einmal in ein Loch fiel. Und wir wissen ja dank Fleming was Bond macht, wenn er in ein Loch fällt: Er besäuft sich und lässt seine Fitness schleifen! ;)

MFG,
Chris
"That's one hell of a Pilot!"

Mister Bond

Felix Leiter

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4

Samstag, 15. Juni 2013, 14:56

Eben. Hätte M Bond zu Beginn vertraut, so hätte er Patrice verdroschen, die Festplatte und der Film wäre zu Ende :)

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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5

Samstag, 15. Juni 2013, 22:46

In "Skyfall" hingegen könnte Bond mit einer "befriedigenden" Zensur durchaus noch gut bedient sein. In der Vortitelsequenz ist er zwar mit all seinen körperlichen und intuitiven Fähigkeiten fast schon der alte, aber er schafft es nicht, Patrice zu besiegen. Sogar das Glück verlässt ihn, weshalb ER und nicht Patrice von Eves Schuss getroffen wird.


Manchmal frage ich mich auch, ob Bond sich nicht irgendwie ducken oder kleiner machen können. Immerhin hatte er gegenüber Patrice den Riesenvorteil, dass er Ms Befehle über Funk mitanhörte. Aber vielleicht wäre die Kugel aus der Entfernung auch durch Patrice durchgegangen und hätte Bond trotzdem getroffen.

Ich bin nun mal gespannt, wie die Entwicklung (Craig-)Bonds weitergeht. Hat er sich nach 3 Filmen nun so gefunden, dass er einen Auftrag in gewohnter Manier durchführen kann? Einen klassischen Auftrag mit Briefing und ohne persönliche Geschichte?


Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir mit Craig einen Bondfilm nach klassischen Schema kriegen werden. Für Craig und Regisseure wie Mendes oder Nolan ist ein Bond, der nur ein äußeres Dilemma (Stichwort: "Weltrettung") hat, nicht interessant. Da er mit QOS die Vespergeschichte abgehakt hat, musste man ihn anschießen und ein Problem mit M geben, um wieder die große Heldenreise zu zelebrieren. Und ich würde jede Wette eingehen, dass es in dieser Form weitergehen wird. Craig wird immer der 'Blut, Schweiß und Tränen'-Bond bleiben. Ich wage zu behaupten, dass TLD der letzte klassische Auftrag für Bond war, und es für immer bleiben wird.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Martin« (15. Juni 2013, 23:34)


JamesBond

The Man before the GunBarrel

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6

Samstag, 15. Juni 2013, 23:26


Immerhin schafft es Bond, Silvas Mordplan gegenüber M im Gerichtssaal zu vereiteln. Man wird aber dennoch das Gefühl nicht los, dass Silva dies locker hätte schaffen können, wenn er sich denn nur sicher gewesen wäre, ob er M denn überhaupt töten wollte (er scheint nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie zu können).
!


Ich frage mich, wieso es Silva überhaupt so kompliziert macht. Bond konnte ja selbst schon einige male in Ms Haus (CR, SF) eindringen. Wieso dann nicht auch Silva? Da wäre er ja sogar mit ihr ungestört und könnte sie erledigen + seine Rache zur aussprache bringen.

Aber dann wäre es ähnlich wie bei Mister Bonds Meinung. Das der Film viel zu schnell aus gegangen wäre. ;)

Ahab

MI6 Staff

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7

Sonntag, 16. Juni 2013, 13:39

Der Umstand, dass M quasi auf gepackten Koffern saß und egal wie der Auftrag ausgegangen wäre nicht wieder in ihren Job zurückgekehrt wäre, spielt in meiner Interpretation allerdings auch eine Rolle. Im Moment als M und Bond aufbrechen und Mallory zu Q kommt und den neuen Plan 'absegnet' is er eigentlich der neue Chef und irgendwie ist allen klar, dass die Alte nie wieder zurückkommt. Dem MI6 kann es ja eigentlich nur Recht sein, wenn sie nicht überlebt. Eine Pension weniger zu zahlen und eine mögliche Informationsquelle für evtl. Gegner weniger. Genau so kühl und rational wie sie bisweilen als Chef war, wird auch mit ihr umgegangen. Im Grunde ist wichtig, dass Silva zur Strecke gebracht wird, egal wie. Und dahin gehend wird der Job erledigt.
Und das ist auch irgendwo der logische Abschluss für das Kapitel der von Dench dargestellten M. Das Verhältnis zu Bond war oftmals geprägt von gegenseitigen Zweifeln und Misstrauen. In den besten Fällen war es sachlich. M (Dench) war nie ein großer Fan von Bonds Methoden jedoch dultete sie sie, zu Gunsten so mancher Mission.

Beim neuen M kann ich mir dagegen sehr gut vorstellen, dass das Verhältnis zu Bond ein anderes wird. Durchaus kumpelhafter, wenn man so will. Vom Alter her fast gleich, und vielleicht auch in der Auffassung einen Job zu erledigen, was jetzt natürlich rein spekulativ ist. Allerdings ist der aktive Dienst bei Mallory noch nicht so lange her, was durchaus zu Szenen wie '...Sie wissen doch wie das da draußen läuft...' führen könnte. So ein Seilschaftsding welches vielleicht sogar Anflüge von altmodischem Chauvinismus behinhalten könnte, der vielleicht kurz aufblitzt wenn die beiden mal mit dem Rücken zur Wand stehen. Wobei das dann für die Craig-Ära schon durchaus eine Revolution darstellen würde. Wie auch immer, ich glaube, dass gerade der Wechsel des Vorgesetzten auch eine gewisse Kursänderung bei der gesamten Ausrichtung der Filme (selbst mit Craig) bedeuten könnte.

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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8

Sonntag, 16. Juni 2013, 22:08

@Ahab
Der einzige, der scheinbar nicht so sachlich mit M umgeht, ist komischerweise Bond selber. Wirklich erstaunlich, wo seine unbedingte Loyalität herkommt.
Ich bin nun auch mal auf Mallory gespannt. Da diese Rolle ja nicht mit irgendjemandem besetzt wurde, sondern mit dem gestandenen Star Ralph Fiennes, ist anzunehmen, dass die Rolle des Chefs nie wieder so klein werden wird wie sie bis LTK war. Muss ja auch nicht sein, auch wenn ich keinen Hauptdarsteller M brauche, wie es in TWINE und v.a. SF der Fall war. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Mallory deutlich körperlich aktiver wird als seine Vorgänger. Zu oft wurde seine Einsatzfähigkeit an der Front thematisiert.

@ Gonzo und Mister Bond
Man könnte es ja fasr so sehen, dass M für ihr Misstrauen im Nachhinein bestraft wird.

@ Kevin
Für mich steht noch nicht mal fest, ob Silva M überhaupt umbringen will. Zu oft hat er die Möglichkeit dazu und schafft es irgendwie nicht. Eine Hassliebe. Wie oben schon geschrieben: Er kann nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie. Daher wäre es kein Ziel von ihm gewesen, sie einfach nur zu hause zu beseitigen.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Django

Der Andere

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9

Montag, 17. Juni 2013, 09:49

Kronsteen, ich bin da völlig gleicher Meinung. Auch wenn Bond - zum Glück - nicht in allen Filmen die Welt rettete, so hat er es doch stets geschafft, die Welt wenigstens ein bisschen "gerechter" zu machen und einige Menschenleben zu retten. Selbst in FYEO oder in LTK (wo er ja schliesslich so nebenbei einen Drogenbaron aus dem Verkehr zieht). Nicht so in SF. Was wäre passiert, wenn Bond in der Türkei tatsächlich ins Gras gebissen hätte bzw. nicht mehr von dort zurückgekehrt wäre? Silva hätte dem MI6 die Hölle heiss gemacht, aus sadistischen Rachegelüsten heraus diverse Agenten hochgehen lassen und schliesslich - irgendwie - M und sich selber getötet. Ende. Also hat Bond gar nichts ändern können - ohne sein Zutun wäre die Story auf so ziemlich dasselbe hinaus gelaufen. Von daher gefiel mir der QoS-Bond viel besser: Zwar immer zweifelnd und nach Rache aus - jedoch hat er die Situation immer unter Kontrolle und reüssiert schlussendlich (Hauptgegner kaltgestellt und weiteren Schaden abgewendet).

Feirefiz

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Samstag, 22. Juni 2013, 20:58

Ist Bond in SF wirklich erstmals gescheitert? Objektiv, also vom Ergebnis her lässt sich dagegen schwer argumentieren, aber aus Silvas Sicht wohl doch: Silvas Ziel ist es, M tot zu sehen (wenn er sie selbst töten würde) oder doch zu wissen (wenn M in der Kapellenszene den Abzug drückte). Silva weiß nicht, wie schwer M wirklich verletzt ist, Bond tötet ihn, bevor M stirbt. Silvas letzter Gedanke könnte also sein: "Vielleicht überlebt Mutter ja doch." (Sonst hätte er ja eigentlich ihr Ableben einfach abwarten können; Bond - als den Letzten, der ihn aufhalten könnte - glaubt er ja tot.) Insofern könnte Bond Silva zumindest das "subjektive Siegesgefühl" entrissen haben.
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Maibaum

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11

Samstag, 22. Juni 2013, 21:18

Jedenfalls wenn man SF logisch betrachten will (sollte man aber besser nicht tun den da ist ja gar keine Logik drin), dann hat Bond mit seiner schwachsinnigen Falle Ms Tod leichtfertig verschuldet.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Maibaum« (22. Juni 2013, 21:18)


Martin

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12

Samstag, 22. Juni 2013, 21:40

Was wäre passiert, wenn Bond in der Türkei tatsächlich ins Gras gebissen hätte bzw. nicht mehr von dort zurückgekehrt wäre? Silva hätte dem MI6 die Hölle heiss gemacht, aus sadistischen Rachegelüsten heraus diverse Agenten hochgehen lassen und schliesslich - irgendwie - M und sich selber getötet. Ende.


Naja, ich würde sagen, dass Silva ohne Bond noch viel mehr Agenten hätte hochgehen lassen. So waren es im Film ja nur 1 oder 2. Silvas Ziel war ja auch, M als Chefin noch möglichst schlecht aussehen zu lassen und zu demütigen. Wenn M in London verblieben wäre, wäre das Enttarnen wohl auch weitergegangen. Wenig sinnvoll ist da natürlich Silvas Plan, M im Gerichtssaal zu erschießen. Genau dadurch wäre sie ja eher zur Märtyrerin geworden. Vielleicht hat Silva sie auch deshalb nicht getötet. Vielleicht hat er insgesamt damit gerechnet, viel später entdeckt und gefangen zu werden. We'll never know...

Feirefiz

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13

Samstag, 22. Juni 2013, 21:45

Jedenfalls wenn man SF logisch betrachten will (sollte man aber besser nicht tun den da ist ja gar keine Logik drin), dann hat Bond mit seiner schwachsinnigen Falle Ms Tod leichtfertig verschuldet.
Das meinte ich ja mit "objektiv gescheitert". Aber subjektiv hat er Silva immerhin um den Triumph bzw. die Genugtuung oder auch nur um die Gewissheit gebracht.
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14

Samstag, 27. Juli 2013, 21:21

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Auflistung von Referenzen in "Skyfall" zu älteren Franchisebeiträgen in englischer Sprache

Dr. No
(1962)
Q gives Bond a (modified) Walther PPK as a replacement for his standard-issue sidearm. The bottle of alcohol that Silva offers Bond on his island says, in big letters, "1962" on its label, referencing the franchise's 50th anniversary. Silva pours a shot each for both Bond and himself, simulating a sort of "toast" to celebrate.

From Russia with love
(1963)
Skyfall Lodge's priest hole is reminiscent of the secret tunnels for the allied intelligent agents. Silva makes Bond uncomfortable with homoerotic flirtations like Rosa Klebb did with Tatiana, albeit more explicit.

Goldfinger (1964)
The Aston Martin from Goldfinger returns.

Thunderball (1965)
Bond picks up clues about Sévérine based on tattoos, the same way as Count Lippe.

You only live twice (1967)
Bond is presumed dead during the title sequence. An obituary for Bond is seen being written by M.

On her majesty's secret service (1969)
Bond is wearing special Tom Ford cuff-links which feature his family crest and motto.

Diamonds are forever (1971)
Bond hitches a ride on a lift from the outside.

Live and let die (1973)
In the casino in Macau, Bond uses a large reptile to step out of the pit, referencing Live and Let Die when Bond escaped from the pond by stepping on the backs of alligators.

The man with the golden gun (1974)
Bond finds himself in a hall of mirrors during the title sequence. Silva lives on his own island as a virtual recluse.

The spy who loved me (1977)
Silva wears a prosthetic jaw, which when removed, reveals a hideous set of teeth.

Apocalypse Now (1979)
Silva's arrival at Skyfall in a helicopter with music blasting from the speakers.

Moonraker (1979)
Bond falls down a huge waterfall, like Jaws to his presumed death.

For your eyes only (1981)
Bond hands Tanner the shrapnel from Patrice's shots in a baggie and says "For her eyes only," in regard to giving the results to M. A main villain is killed by a well-thrown knife to the back.

Octopussy (1983)
When Bond and Q are talking in the art gallery, Q says: "Were you expecting an exploding ball point pen? We don't do that anymore". An exploding ball point pen was one of the gadgets "old" Q ('Desmond Lewellyn') introduced to Bond ('Roger Moore') in Octopussy.

A view to a kill (1985)
At Skyfall Lodge, Bond arms himself with a double-barrelled shotgun that happens to be a family heirloom.

The living daylights (1987)
Part of Silva's modus operandi is disclosing and assassinating MI6 operatives (a la "Death to Spies").

License to kill (1989)
The palm-print signature Walther PPK that Q issues to Bond is a throwback to the Signature Rifle Bond uses in Licence to Kill.

The silence of the lambs (1991)
The villain is kept by the MI6 in a plexiglas cell built in the center of a large room and wears a white uniform. When Silva is walking towards Bond at their first meeting and giving his 'rat' speech, he makes a similar movement with his mouth to Lecter, after his 'nice chianti' dialogue.

Tomorrow never dies (1997)
Silva is a brilliant cyber-terrorist who's computer-hacking skills are capable of causing worldwide pandemonium in the vein of Elliott Carver.

The world is not enough (1999)
MI6 is attacked and Bond's cuff-links translate to "The World Is Insufficient."

Die another day (2002)
Bond is intimidated by a scorpion (albeit of a different species than in the former film) during a bar game.

Casino Royale (2006)
Bond tells Eve not to put her hand up to her ear which is a reference to when an agent places his hand on his earpiece at the beginning of Casino Royale thereby exposing himself as a spy.

Quantum of solace (2008)
Eve first appears when she stops her car next to Bond and tells him to get in, just like Camille does in Quantum

"Tinker Tailor Soldier Spy (2011)
M has a Royal Doulton Bulldog figurine like the ones on Control's desk.


***

Spree

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15

Sonntag, 28. Juli 2013, 06:19

GE soll der einzige Film ohne Referenz sein? Aber der explodierende Kugelschreiber ist doch aus GE und nicht aus OP. Ist m.E. ein Fehler. 8|
Und einige finde ich recht an den Haaren herbeigezogen (sieht man die Manschettenknöpfe eigtl. bzw ist das verbrieft? Die zu TLD und TND finde ich sehr schwach).
Trotzdem danke für die Liste.

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Martin

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16

Sonntag, 28. Juli 2013, 15:22

Gerade GE hat ja eine schöne Referenz mit der zerstörten Statue. Auch Silvas Belustigung über Abteilung Q und Bond im allgemeinen erinnert mich immer sehr an GE. Bei FYEO würde ich vielleicht noch Bonds Bemerkung "That's putting it mildly" hinzufügen. Ansonsten aber interessante Aufstellung!

Count Villain

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17

Sonntag, 28. Juli 2013, 17:27

Und vor allem: Bond tritt gegen einen Ex-Agenten ihrer Majestät an!
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Count Villain« (28. Juli 2013, 17:27)


Feirefiz

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Sonntag, 28. Juli 2013, 17:30

Und in beiden Fällen wird Bonds Kindheit und der frühe Tod seiner Eltern thematisiert.
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Donnerstag, 8. August 2013, 20:27

Meines Erachtens ist die wichtigste "Botschaft" von SF, dass sowohl Bond als auch Silva mit den gleichen Voraussetzungen beginnen:
a) Beide sind Waisen - d. h. völlig ohne Wurzeln. Sie kompensieren das, indem sie ihren ganzen Lebenssinn in den MI6, personifiziert durch M, hineinlegen. Ganz ohne Bindung, ganz ohne Sinn ist Leben eben nicht möglich.
b) Beiden wird dieser Sinn genommen, die "Nibelungentreue" wird an einem bestimmten Punkt nicht erwidert.

Nun aber die Verarbeitung dieser Krise:
Bond säuft, nimmt Tabletten, läßt sich gehen, ist desorientiert und ziellos.
Silva ist auf Rache und Selbstmord aus. Völlig zerbrochen und sinnentleert.
Bond ist dann in der Lage zu vergeben: "Ich war nie weg."
Silva nicht.

Wenn man so will, kann man hier echte Lebenshilfe ernten. Wie gehe ich mit der ganz großen Krise um? Welcher Weg ist besser?

Ich möchte mir an dieser Stelle gestatten, darauf hinzuweisen, dass ein ähnliches Typenpaar an klassischer Stelle anzutreffen ist:
In dem Spielfilm "Moby Dick" (1956):
Im Laufe der Handlung begegnen uns zwei Kapitäne, die beide vom selben Wal verstümmelt wurden.
Kapitän Ahab von der "Pequod" und Kapitän Boomer von der "Samuel Enderby".
Ahab sinnt auf Rache und setzt sein Leben und das seiner Mannschaft und sein Schiff aufs Spiel.
Boomer dagegen hätte den Wal "am liebsten umarmt und geküsst" für das schöne Stück Walknochen an Stelle seines Arms. "Wer noch alle Gliedmaßen hat, weiß gar nicht, was er versäumt."
Letzterer hat die Krise gemeistert, wahrscheinlich musste ja auch er daran arbeiten. Er konnte dem Wal "vergeben", Ahab hat das nicht geschafft.

Vergebung ermöglicht "Heilung"!
Das, meine ich, macht die Größe von Skyfall aus.
God save the Queen!

Maibaum

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20

Donnerstag, 8. August 2013, 22:59

Die Beziehung Bond / Silva ist aber für mich nur unzureichend entwickelt. Hier will SF intelligent sein, bleibt aber alles schuldig was ihn intelligent machen könnte. Das da nicht viel ist zwischen Bond und Silva, bzw. so getan wird als sei da was, das ist eines der vielen Probleme von SF. Und deswegen ist SF am Ende nur ein OK Bond für mich.

Die erste Szene zwischen Bond und Silva verlangt nach einem anderen Film als das was dann danach noch so kommt.