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Maibaum

00-Agent

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21

Montag, 22. Juli 2013, 10:21

Und natürlich kann man auch sagen daß das alles prätentiöser Unsinn ist.
Dann sollte man sich aber lieber Pipi-Kaka Komödien von Adam Sandler o.ä. halten, wenn einem SOWAS schon zu prätentiös, oder zu psychologisiert ist. Ich meine wir sprechen hier letztendlich immer noch von Actionfilmen. Schaden kann es da nie, wenn man sich bei den Charakteren nicht auf Cliches verlässt, oder die Hauptfigur nicht zu einer Schablone verkommen lässt, die in jedem Film nur seine üblichen Sprüche und Markenzeichen abspulen muss.



Sicher, aber für manche liegt genau darin der Spaß der Filme. Man kann den Spaß in Genre Filmen in der geschickten Variation des Bekannten sehen, oder auch in dem bewußten Brechen von Genre Regeln, bzw einem spielerischen Umgang mit diesen. Ich genieße beides, je nachdem wie es gemacht ist.

Django

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22

Montag, 22. Juli 2013, 11:02


Ich finde, dass in Synchros solche Akzente gar nichts zu suchen haben, da sie ohnehin immer nur an Franzosen oder Russen vergeben werden, während andere Nationalitäten muttersprachlich ausgesprochen werden. Aber das nur am Rande...

OT-Modus an
Grundsätzlich stimme ich Dir da zu. Allerdings schätze ich die Akzente in den OVs schon sehr. Emilio Largo etwa kommt mit seinem Italo-Akzent einfach ganz anders rüber als in der Synchro.
OT-Modus aus

Maibaum

00-Agent

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23

Freitag, 13. September 2013, 21:24

Zufällig bin ich in der weiten Welt des Netzes über dieses Video Review gestolpert, das auf unterhaltsame Art QOS fast identisch beschreibt wie ich es tun würde:

http://www.youtube.com/watch?v=_a52NVv888k

Der Typ hat auch alle anderen Bonds auf ähnliche Art besucht.

Dr. moVe

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24

Freitag, 13. September 2013, 23:05

@Maibaum

Lustig, das Review habe ich auch vor einer Woche erst entdeckt.
Allerdings verspürte ich keinen Impuls es direkt weiterzuverlinken, da ich nach 5 Jahren zunehmend die Lust daran verloren habe,
die meiner Ansicht nach enormen Qualitäten des angeblich 'ach so fürchterlich mißlungenen ' QoS immer wieder auf's neue unterstreichen zu müssen.

Alle Fans und Gelegenheitskonsumenten die dieses Werk auf ihrer Abschußliste haben, werden durch dessen Liebhaber sowieso nie überzeugt werden können.
Vermutlich wird er als der 'love it-or hate it'-Bondfilm schlechthin in die Franchisegeschichte eingehen.
Ich bin jedenfalls froh ein großer QoS-Fan zu sein - denn umso mehr Freude macht einem die aktuelle Bond-Ära,
denn sie beinhaltet bisher keinen schwachen Film - und falls doch, dann ist es gewiss nicht der grandiose QoS... :D

Spree

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25

Freitag, 13. September 2013, 23:39

denn sie beinhaltet bisher keinen schwachen Film - und falls doch, dann ist es gewiss nicht der grandiose QoS... :D

m.E. eher der hochgejubelte SF! 8)

I never left!

Kronsteen

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26

Samstag, 14. September 2013, 00:09

rspürte ich keinen Impuls es direkt weiterzuverlinken, da ich nach 5 Jahren zunehmend die Lust daran verloren habe, die meiner Ansicht nach enormen Qualitäten des angeblich 'ach so fürchterlich mißlungenen ' QoS immer wieder auf's neue unterstreiche

Aber gerade das macht ein Diskussionsforum doch auch aus. ;)
Ich bin sicher eher einer der QOS-Kritiker, lese aber immer wieder gerne auch Huldigungen über Filme, die nicht zu meinen Favoriten gehören. Ähnlich wie ich auch immer für "meine" Filme werbe.
Und dass sich müßige Diskussionen lohnen können, haben wir ja erst neulich bei der Eier-Diskussion im OP-Thread gelesen, wo ich doch tatsächlich inzwischen danke Maibaums Unnachgiebigkeit zu einer zufriedenstellenden Lösung gekommen bin. :)


denn sie beinhaltet bisher keinen schwachen Film - und falls doch, dann ist es gewiss nicht der grandiose QoS... :D

m.E. eher der hochgejubelte SF! 8)


Auch der wird sinken, wenn er nicht mehr "der neue" ist. Bei mir ist er zumindest schon ordentlich gesunken.
Und mich freut es auch, dass in der Bondesliga FRWL und OHMSS auf den letzten Drücker noch an SF vorbeigeflogen sind. SF auf Platz 4 ALLER Bonds - das wäre meiner Meinung nach zu hoch gegriffen.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Spree

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27

Samstag, 14. September 2013, 10:17

Auch der wird sinken, wenn er nicht mehr "der neue" ist. Bei mir ist er zumindest schon ordentlich gesunken.
Und mich freut es auch, dass in der Bondesliga FRWL und OHMSS auf den letzten Drücke noch an SF vorbeigeflogen sind. SF auf Platz 4 ALLER Bonds - das wäre meiner Meinung nach zu hoch gegriffen.

Bei mir war von Anfang an eher im Mittelfeld. Nur QOS hatte bisher die Qualität, dass mein Eindruck vom ersten Sehen im Kino (schrecklich) nicht Bestand hatte.
Und ich finde es auch gut, dass SF in der Bondesliga hinter 2 Klassiker zurückfällt, und das, obwohl FRWL und OHMSS nicht zu meinen Favoriten gehören.

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Maibaum

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28

Samstag, 14. September 2013, 13:15

Hmm, ja, das SF Review dieses Fans ist auch eher abwertend. Ein OK Bond für ihn mit vielen, vielen Schwächen. Für mich ist SF bislang auch "nur" ein Mittelfeld Bond.

29

Montag, 16. September 2013, 11:58

James Bond Rewatched

# 22: Ein Quantum Trost [2008]

OT: Quantum of Solace; GB 2008; 106 Min.; R: Marc Forster; D: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Olga Kurylenko, Judi Dench, Gemma Arterton, Giancarlo Giannini, Jeffrey Wright, Jesper Christensen, Anatole Taubman

Noch während man den Vorgängerfilm drehte, bereitete Eon bereits das nächste James Bond-Abenteuer vor, dass die Geschichte rund um Vesper Lynd und die geheimnisvolle Organisation fortsetzen sollte. Doch die Produktion sollte sich als schwieriger als bei Craigs Erstling herausstellen. Man verpflichtete den Wunschregisseur Marc Forster, allerdings machte der Streik der amerikanischen Autorengewerkschaft den Produzenten einen Strich durch die Rechnung. Man war nun einem starken Druck ausgesetzt, um den Starttermin im November 2008 halten zu können. Der Streifen, der dann schlussendlich entstand, spaltete Kritik und Zuschauer in einem Maße, das man bisher noch bei keinem Serienbeitrag in dieser Vehemenz erlebt hatte.

Erneut verpflichtete Eon eine hochklassige Besetzung. Auch in seiner zweiten Mission zeigt Daniel Craig vollen Einsatz. Er darf mit mehr Coolness aufwarten, kann aber zugleich in weniger emotionalen Szenen als im Vorgänger glänzen. An seiner Seite sehen wir Olga Kurylenko, die als resolute Camille ihren eigenen Kopf hat und ihre eigene Vendetta verfolgt. Die Ukrainerin schafft den schwierigen Spagat zwischen unerbittlichem Rachedurst und zarter Verletzlichkeit. Neben ihr bleibt für die britische Jungschauspielerin Gemma Arterton nur wenig Platz sich zu profilieren, da der Part der Fields doch recht klein ausfällt. Dennoch besticht Arterton mit einem Mix aus jugendlichem Charme und mutigem Engagement. Auf der Gegenseite sehen wir mit Dominic Greene einen ruchlosen Geschäftsmann, der mit seinem Saubermannlächeln und seiner wohltätigen Fassade die Abgründe seiner eiskalten Seele verbirgt. Mathieu Amalric gibt dem gierigen Machtmenschen ein glaubhaftes Gesicht, kann sich aber aufgrund der limitierten Screentime nicht völlig entfalten. Als seine Handlanger präsentieren Anatole Taubman und Carl von Malaise vollkommen gegensätzliche Typen, die allerdings aufgrund íhrer schmalen Leinwandzeit nur wenig Erinnerungswert besitzen. Joaquín Cosío dagegen macht seine Sache als Zweitschurke General Medrano ordentlich und erneut kann Jesper Christensen als zwielichtiger Mr. White punkten. Eine wunderbare Abschiedsvorstellung bietet Giancarlo Giannini, dessen tragischer Mathis das Herz des Films darstellt. Jeffrey Wright darf noch cooler, aber zugleich auch herzlicher agieren, während David Harbour als dessen Vorgesetzter einen wenig vorausschauenden Schreibtischtäter zum Besten gibt. In weiteren Nebenrollen können Rory Kinnear, Tim Pigott-Smith, Simon Kassianides und Stana Katić überzeugen, während Judi Dench wie immer mit ihrer überlegenen Klasse auftrumpfen kann.

Marc Forster versieht "Quantum of Solace" gekonnt mit einer eigenen Handschrift. Somit ist dieser der bisher einzige Serienbeitrag, dem im visuellen Bereich eine wirklich künstlerische Vision zugrunde liegt. Die atemlose Action wird von Forster mit einer so artistischen Perfektion zelebriert, dass man sich wundert wie er da noch so gekonnt arrangierte Momente höchster Intensität einflechten kann. Ein wahre Meisterleistung, die der Deutsch-Schweizer noch durch den effektvollen Einsatz von verschiedenen Schnitttechniken untermauert. Fairerweise muss man aber auch anmerken, dass einige Minuten mehr der beabsichtigten dynamischen Wirkung des Werks keinesfalls geschadet hätten. Dass das Drehbuch mit der heißen Nadel gestrickt wurde, ist wohl kein Geheimnis. Dafür sind der Plot und die Dialoge allerdings schon sehr ansprechend geraten. Auch die Beziehungen der Charaktere untereinander sind stimmig ausgearbeitet. Kritisch muss man dagegen bemängeln, dass der Schurke und sein Plan sich dem emotionalen Trauma Bonds unterordnen müssen und dass Bond nie ernsthaft in Gefahr oder gar Gefangenschaft gerät. Dadurch hätte man mehr Spannungsmomente erzeugen können. Insgesamt fällt das Skript jedoch ordentlich bis gut aus.

Der Soundtrack aus der Feder von David Arnold fällt nicht ganz so gelungen wie beim vorherigen Film aus. Trotzdem gefällt die Mischung aus rasanten und nachdenklichen Kompositionen. Jack Whites und Alicia Keys` Titelsong dagegen ist insgesamt zu beliebig und zu gewollt, um unter den besten zu rangieren, passt aber relativ gut zur Stimmung des Streifens. Das Gastspiel von MK 12 im Segment Titeldesign fällt gelungen aus, ohne jedoch an die großen Arbeiten Maurice Binders oder Daniel Kleinmans heranzureichen. Die Dekors von Dennis Gassner wissen zu gefallen. Die Londoner Büroräume, die bolivianischen Hotelsuiten oder die hochmodernen Schurkenunterschlüpfe glänzen allesamt mit Stil und Glamour. Mit Großbritannien, Österreich, Italien, Venezuela, Panama, Mexiko und Chile sind die Drehorte so zahlreich wie noch nie und das spürt man auch. Kein anderer Bondfilm ist so sehr vor Ort und vermittelt so stark die authentische Präsens karibischer Häfen, italienischer Hinterhöfe oder südamerikanischer Straßenzüge. Roberto Schaefers Cinematographie ist herausragend. Die Kamera zeigt erdige, warme, aber auch kraftvolle Farben und zeigt sich in den Action-Momenten von so schwindelerregender Virtuosität, dass man ihr den ersten Platz einräumen möchte.

Gesamtwirkung: Rasant, sprunghaft, visionär. Das sind die Schlagworte, mit denen man Daniel Craigs zweite Mission treffend umschreiben kann. So ist "Quantum of Solace" der erste Bondfilm, der zwar inhaltlich eine waschechte Fortsetzung darstellt, visuell jedoch völlig neue Wege geht und sich von der Serienästhetik beinahe vollkommen löst. Marc Forster bringt ein völlig neues Sehgefühl in die Reihe. Neben der gehetzten Action können insbesondere die Darsteller und das Kamerateam den Streifen veredeln. Auch die anderen handwerklichen Sektionen leisten sehr gute Arbeit. Leichte Schwächen bietet das Werk dagegen in der Drehbuchausgestaltung und in der Spielzeit, die etwas zulasten von Nebenfiguren und Storytelling geht. So bleibt am Ende das Fazit: Niemals zuvor ist Bond so sehr aus seinem Standardkorsett ausgebrochen und hat sich so sehr von seiner gewachsenen Tradition entfernt, zugleich war er aber auch niemals so innovativ und aufregend.

Meine Wertung: 4,5 von 5 Punkten
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Mister Bond

Felix Leiter

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30

Sonntag, 22. September 2013, 21:55

Von den Bondfilmen ab GE, hat mich QoS zusammen mit DAD tatsächlich am unbefriedigsten im Kino zurückgelassen. Handwerklich nicht so stupide, aber...ach, es wurde ja zu oft wiederholt.
Der Zuspruch den QoS allerdings bekommt, empfinde ich in der Tat nirgendwo größer als hier.
Für mich persönlich ist der Film mittlerweile fast ganz unten (sorry an die Fans).

Django

Der Andere

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31

Montag, 4. November 2013, 09:21

Habe mir wieder mal QOS reingezogen und muss sagen, der Film gefällt mir immer besser. Er macht da weiter, wo das grossartige CR aufgehört hat, ohne dieses einfach zu kopieren. Als Nachfolger von CR hatte es QOS natürlich schwer und ich finde, QOS kommt trotz aller Qualitäten nicht ganz an CR heran. Dies liegt wohl vor allem daran, dass QOS die direkte Fortsetzung von CR ist und daher gewissen "Einschränkungen" und "Vorgaben" unterlegen war. Trotzdem ist QOS ein guter Film, der seinen Vorgänger in diversen Punkten sogar noch übertreffen kann. Auch halte ich QOS für den "klassischeren" Bond-Film als noch CR. So gibt es in QOS etwa ein klassisches Finale, während Le Chiffre in CR schon früh und auch nicht durch Bond selber aus dem Verkehr gezogen wird. So oder so bin ich der Meinung, dass CR und QOS - trotz stilistischer Unterschiede - stets im Doppelpack angesehen werden sollten.

QOS bietet eine Schnelligkeit, eine geballte Ladung Nonstop-Power wie sonst kaum ein anderer Bond-Film. QOS wirkt aus einem Guss und "Längen" sucht man hier definitiv vergebens. Dies wurde allerdings mit einer sehr kurzen Spielzeit "erkauft" (siehe unten).

Auch mag ich Greene als Bösewicht und Elvis finde ich unterhaltsam. Ein weiterer Pluspunkt von QOS ist die glaubwürdige Story mit einem (leider) allzu realen Hintergrund. Dazu gehören auch die unschönen Machenschaften der CIA.

Bond hat in QOS die Sache - trotz gelegentlicher Rückschläge - stets in Griff und zudem gibt es hier doch zumindest so etwas Ähnliches wie ein Happy End (Bond konnte die Vesper-Sache für sich "bereinigen"). Dies gibt QOS insgesamt eine positivere Grundstimmung gibt als dies bei CR oder auch bei SF der Fall ist.

Natürlich hat QOS auch seine Schwachstellen. Vor allem ist der Film für mich zu kurz und das Ende bleibt zu "offen" (Von daher hoffe ich doch sehr, dass die Quantum-Geschichte bald fortgesetzt wird.). Auch hätte ich mir gewünscht, dass gewisse Charaktere noch etwas vertiefter dargestellt worden wären. Zudem finde ich den Titelsong von QOS ziemlich schwach.

Aber insgesamt gilt: Daumen hoch für QOS! :thumbup:

Spree

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32

Montag, 4. November 2013, 13:16

Kann mich Django nur anschließen, wobei ich noch die herausragende Kameraarbeit von Roberto Schaefer lobend erwähnen will. Der Film ist diesbezüglich eine wahre Augenweide.

I never left!

33

Montag, 4. November 2013, 14:02

Und auch ich hänge mich dran...QOS ist nicht der beste Bondfilm in meinen Augen, aber auch weit davon entfernt so schlecht zu sein, wie er oft dargestellt wird.
Ich verorte ihn immer im gehobenen Mittelfeld bei Filmen wie LTK oder FYEO, die es nie bei mir an die Spitze schaffen werden aber das Zeug dazu hätten, wenn es eben nicht so viele noch bessere gäbe!
"That's one hell of a Pilot!"

AnatolGogol

Supernase

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34

Freitag, 13. Dezember 2013, 08:49

Mit QOS wurde ich nie richtig warm, bei Erstsichtung war ich völlig enttäuscht von dem was da geboten wurde, entsprach das alles doch überhaupt nicht dem was ich von einem Bondfilm erwartete. Gerade auch im direkten Vergleich zum Vorgänger CR, der trotz aller Neuerungen doch im Kern immer noch einen recht traditionellen Ansatz gewählt hatte, war QOS in vielen Dingen völlig anders und in Summe für mich einfach eine große Enttäuschung. Die Schnitttechnik war mir zu hektisch und effekthascherisch, die Inszenierung zu betont auf künstlerisch gemacht, die Handlung und Dialoge zu dünn und zu kurz kommend, viele Figuren austauschbar, die Action inflationär und unübersichtlich, der schnelle Locationwechsel nervtötend und stimmungskillend. Kurz: der Film rangierte so für mich sogar noch hinter der Jubiläumsgroteske DAD auf dem letzten Platz, weil ich einfach so gar keinen Spass an dem Film hatte. Das änderte sich auch bei Zweitsichtung um kein Deut, innerlich hatte ich mit dem Film bereits abgeschlossen und angesichts der frustrierenden ersten beiden Sichtungen wollte ich ihn eigentlich gar nicht mehr anschauen. Nicht zuletzt durch die unermüdliche „Lobbyarbeit“ unseres geschätzten Mitforisten Maibaum wurde mein Interesse an dem Film dann doch noch einmal geweckt und ich gab dem Film noch eine weitere Chance. Die Drittsichtung lief dann erfreulicherweise auch bedeutend besser, viele der ungewohnten und zuvor stark nervenden Aspekte des Films machten nun im Gesamtkontext endlich auch Sinn und auch das Verhältnis Story/Action kam mir nun deutlich ausgewogener vor als zuvor. Dennoch hatte ich nach wie vor meine Problem hinsichtlich des Schnitts der Actionszenen, die auf mich immer noch sehr anstrengend wirkten.

Vor kurzem nun die vierte Sichtung - dieses mal mit richtig Vorfreude, der von mir von Anfang an geschätzte CR empfand ich fast schon als „notwendiges Übel“, um alle Anschlüsse an QOS aufzufrischen – und was soll ich sagen: ich war fast schon begeistert ob dessen was ich dieses mal zu sehen bekam. War das noch der gleiche Film, den ich vor gar nicht so langer Zeit als nervend, stimmungslos, schlecht balanciert und anstrengend empfand? Ich traute meiner Wahrnehmung kaum wie gut der Film auf einmal funktionierte, wie grandios die Darsteller auftrumpften – allen voran Mathieu Amalric, der jede seiner Szenen zu einem schauspielerischen Fest macht. Oder wie elegant ich die Inszenierung empfand, wie perfekt durchgetaktet die Verweise zB in der Siena- oder der Tosca-Szene als Spiegel zu den parallelen Handlungs-Szenen sind. Selbst das hektische Schnittstakkato fügte sich wunderbar ein (wenngleich ich allerdings immer noch Probleme damit habe der PTS wirklich folgen zu können), begeistert war ich vor allem von der Gerüstszene, in der das kleinteilige Schnittspektakel als Ganzes einen erstaunlich flüssigen Rhythmus schuf.

SF wird gemeinhin immer als der übermäßig bildgewaltige Bondfilm gefeiert, aber ehrlich gesagt empfand ich QOS bei der jüngsten Sichtung in dieser Disziplin um einiges beeindruckender, optisch wurden viele der Szenen und Locations einfach nur traumhaft eingefangen und gerade diese visuelle Eleganz ist es dann auch, die dem Film seinen Stil und einen Großteil seiner Stimmung verleiht. Das steht dann schon in deutlichem Kontrast zu den vielen klassischen Bondfilmen, in welchem Stimmung und Stil mehr darüber erzeugt wurde was gezeigt wurde als wie es gezeigt wurde. QOS ist nicht nur in dieser Beziehung ein viel technischerer Film, wodurch der Zugang zu den Qualitäten des Films schwieriger fällt als in den in dieser Hinsicht eher leicht zugänglichen Klassikern der Serie. Unterm Strich gab es nur ganz wenige Sachen, die ich mir auch dieses mal noch anders gewünscht hätte, allen voran das wie ich finde schreckliche Titellied, das weder anschlusstechnisch an die vorangehende PTS eine gute Figur abgibt noch stilistisch oder von der Stimmung her zum Thema des Filmes passt. Die Elvis-Figur empfinde ich nach wie vor als verschenkt. Ich finde es noch nicht mal als problematisch, dass sie als Pausenclown dient, man hätte die Beziehung zwischen Greene und Elvis aber einfach besser ausleuchten sollen. Und ein bisschen mehr Würde hätte der Figur auch nicht geschadet, die einzige Szene in der er dramaturgisch halbwegs ernsthaft und auf Augenhöhe mit dem Rest der Besetzung agieren darf ist die im Flugzeug, als er Leiter das Handy mit Bonds Bild gibt (übrigens ist Wrights Reaktion darauf grandios gespielt, diese Mischung aus Pokerface und Desinteresse) – aber auch in dieser Szene wird er durch sein „how much longer“ letztlich ebenfalls wieder zum humoristischen Abschuss freigegeben, schade.

Aber ernsthaft beschädigen kann das den Film nicht.. QOS hat mich dieses mal nicht nur völlig überrascht, er hat auch in meiner Bondrangliste einen Riesensprung ins obere Drittel hingelegt – wer hätte das gedacht. Dass mir der Film zuvor gar nicht oder später dann nicht so gut gefallen hat würde ich vor allem an zwei Dingen festmachen. Zum einen der bereits angesprochene deutlich schwierigere Zugang aufgrund des ungemein höheren technischen und künstlerischen Anspruchs des Films. Der vielleicht entscheidendere Faktor war aber wohl meine Erwartungshaltung, geprägt durch jahrzehntelange Bewunderung der klassischen Filme. Es ist schon verblüffend wie unsere Wahrnehmung einem einen Streich spielt, wenn man nicht das zu sehen bekommt was man gewohnt ist oder was man erwartet. Ich habe jedenfalls meinen Frieden mit dem Film gemacht, mehr noch ich bin zum Fan des Films geworden. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass bei weiteren Sichtungen mir der Film dann sogar noch besser gefallen wird, ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf die nächste Sichtung!
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Django

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35

Freitag, 13. Dezember 2013, 08:54

Schöne geschrieben, AnatolGogol und ich kann Dir in den allermeisten Punkten nur zustimmen :prost:

Maibaum

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36

Freitag, 13. Dezember 2013, 11:00

Anatol, es freut mich ganz besonders daß gerade du jetzt auch den Zugang zu QoS gefunden mit dem man ihn genießen kann, oder sogar davon begeistert sein kann. Cool ...

Spree

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37

Freitag, 13. Dezember 2013, 11:04

Willkommen im Club, General Gogol! Fast allen deinen Punkten (auch deiner aktuellen Kritik am Song und Elvis) kann ich mich anschließen.
QOS ist wie ein guter schwerer Wein, er braucht Zeit zum Reifen, nach dem Dekantieren zum Atmen und im Mund zum sich Verbreiten. Dann kann er ein Fest sein!

I never left!

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Freitag, 13. Dezember 2013, 11:20

Willkommen im Club, General Gogol! Fast allen deinen Punkten (auch deiner aktuellen Kritik am Song und Elvis) kann ich mich anschließen.
QOS ist wie ein guter schwerer Wein, er braucht Zeit zum Reifen, nach dem Dekantieren zum Atmen und im Mund zum sich Verbreiten. Dann kann er ein Fest sein!
Nun denn - dieses Geschmacks-Erlebnis dürfte ich demzufolge noch vor mir haben. Spätestens im Rahmen des James -Bond-Marathons im nächsten Jahr.
God save the Queen!

Maibaum

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39

Freitag, 13. Dezember 2013, 11:23

Der Song ist zwar nicht großartig, aber er passt schon zum Film. Auch weil er Rock und nicht Pop ist.
Ich würde ihn den meisten anderen Bond Songs vorziehen.

Für mich hätte der wilde White Stripes Über-Klassiker Seven Nation Army da auch perfekt gepasst.

Bei Elvis wird glaube ich immer noch zuviel erwartet. Er ist eine überwiegend passive totale Nebenfigur (kein Henchman), und vor allem dazu da ein paar Zwischenschnitte zu beleben. Was er macht ist ein wenig zuschauen was die anderen machen. Und er ist finde ich perfekt über die Bilder charakterisiert. Er trägt Koffer, hat ein Toupet und tut sich Zucker in den Kaffee. Und wird, da er nichts selbstständig macht, zum Schluß von Greene in Position gebracht (und geopfert) um seinen Rückzug zu decken. Daß er trotzdem die schwächste Figur des Filmes ist würde ich allerdings nie bestreiten.

Django

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40

Freitag, 13. Dezember 2013, 11:40

Genau. Auch finde Elvis gut, so wie er ist. Mit dem Titelsong kann ich hingegen nichts anfangen...