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ollistone

Consigliere

  • »ollistone« ist männlich
  • »ollistone« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 2. Juni 2013, 13:26

DER FILM: In tödlicher Mission



Hier geht's zur Diskussion auf Razyboard.

Zitat von »Kronsteen«

Der "Back to earth"-Bond nach dem "Überflieger" Moonraker.
Für viele der beste Moore-Bond oder gar der beste Bond überhaupt.
Auf gehts...

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (3. Juni 2013, 11:12)


Andy007

Agent

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2

Sonntag, 2. Juni 2013, 13:31

Obwohl ich den gerade erst gesehen habe, bin ich letzte Nacht bei der ZDF-Übertragung hängen geblieben.

Klasse Film, meine Kritik steht noch im alten Forum.

Volante

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3

Sonntag, 2. Juni 2013, 19:16

Doch ich frage mich, warum gerade Cortina (Kaff) und Sprungtürme gab es auch in Innsbruck usw...
M: Wie konnte sich Bond nur so dumm anstellen? Ich gebe ihm den Doppelnullstatus, und er feiert es, indem er eine Botschaft zusammenschießt. Er muss gestört sein. Wenn früher ein Agent etwas so Peinliches gemacht hat, hatte er den Anstand überzulaufen. Herrgott, wie mir der kalte Krieg fehlt! (CR '06)



Andy007

Agent

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4

Sonntag, 2. Juni 2013, 19:55

Was von einem anderen User im alten Forum erwähnt wurde und mir auch aufgefallen ist:

- In Cortina ist es Winter, obwohl zur gleichen Zeit in Spanien und Griechenland offensichtlich Sommer ist. Dabei ist es in Cortina im Sommer auch warm.

Ebenfalls ist mir aufgefallen:

- Bei dem Dinner bestellen Bond und Kristatos unterschiedliche Weine, aber auf dem Tisch steht danach nur eine Weinflasche.
- Ich weiß bis heute nicht, warum Melina beim ersten Tauchausflug mit Bond die Sauerstoffflasche am Meeresgrund lässt. Jetzt sagt nicht, weil es die spätere Szene erfordert. :rolleyes:
- Dass ein Auto während eines Aufbruchs explodiert ist zwar in der Szene lustig, aber das unlogischste Gadget der Bond-Geschichte. Das würde dann vermutlich auch bei einem
Verkehrsunfall passieren und Bond unmittelbar gefährden. :vogel:

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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5

Sonntag, 2. Juni 2013, 20:04


- Ich weiß bis heute nicht, warum Melina beim ersten Tauchausflug mit Bond die Sauerstoffflasche am Meeresgrund lässt. Jetzt sagt nicht, weil es die spätere Szene erfordert. :rolleyes:


Das denke ich mir auch jedes Mal. Immerhin ist es kein Logikloch, sondern eben nur extrem unwahrscheinlich. :D



- Dass ein Auto während eines Aufbruchs explodiert ist zwar in der Szene lustig, aber das unlogischste Gadget der Bond-Geschichte. Das würde dann vermutlich auch bei einem
Verkehrsunfall passieren und Bond unmittelbar gefährden. :vogel:


Bond schaltet doch den "Burglar"-Modus ein, weshalb das Auto dann explodiert, oder?
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

6

Sonntag, 2. Juni 2013, 20:05

Seit wann verwenden Taucher in dieser geringen Tiefe Sauerstoffflaschen??? :dance:

BTW: Bei einem Verkehrsunfall passiert mal gerade garnix, wenn der Zünder nicht scharf ist! Haben die Mythbusters schon ausprobiert mit einem Kofferraum voller Sprengstoff!

Ich muss zaugeben, dass der Film beim gestrigen schauen doch arg verloren hat...vielleicht bin ich von den DC Bonds zu verwöhnt oder habe Ihn generell zu analytisch gesehen...aber er dürfte in meiner nächsten Bestenliste doch deutlich abfallen! Sieht schlecht aus für Moore im Moment bei mir!
"That's one hell of a Pilot!"

Andy007

Agent

  • »Andy007« ist männlich

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7

Sonntag, 2. Juni 2013, 20:09

- Dass ein Auto während eines Aufbruchs explodiert ist zwar in der Szene lustig, aber das unlogischste Gadget der Bond-Geschichte. Das würde dann vermutlich auch bei einem
Verkehrsunfall passieren und Bond unmittelbar gefährden. :vogel:


Bond schaltet doch den "Burglar"-Modus ein, weshalb das Auto dann explodiert, oder?

Das kann natürlich sein. Aber selbst wenn dieser Modus erst mit Abschließen des Fahrzeugs aktiviert wird, ist es noch eine Gefährdung für die Allgemeinheit. Stell dir vor, ein betrunkener Radfahrer fährt dem Lotus dann in die Seite... Ich weiß, ich bin etwas kleinlich heute. ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Andy007« (2. Juni 2013, 20:12)


Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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8

Sonntag, 2. Juni 2013, 20:12

- Dass ein Auto während eines Aufbruchs explodiert ist zwar in der Szene lustig, aber das unlogischste Gadget der Bond-Geschichte. Das würde dann vermutlich auch bei einem
Verkehrsunfall passieren und Bond unmittelbar gefährden. :vogel:


Bond schaltet doch den "Burglar"-Modus ein, weshalb das Auto dann explodiert, oder?


Das kann natürlich sein. Aber selbst wenn dieser Modus erst mit Abschließen des Fahrzeugs aktiviert wird, ist es noch eine Gefährdung für die Allgemeinheit. Stell dir vor, ein betrunkener Radfahrer fährt dem Lotus dann in die Seite... Ich weiß, ich bin etwas kleinlich heute. ;)


Bond hat sich um die Allgemeinheit immer recht wenig geschert. ;) Er hatte aber immer Glück, dass wenig passiert ist. Wobei es beim einen oder anderen von Bond kontruierten Unglück durchaus auch unschuldige Opfer gegeben haben dürfte (z.B. Vortitelsequenz OP).

Andy, kleinlich sein muss ab und zu sein!! ;)
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Andy007

Agent

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9

Sonntag, 2. Juni 2013, 20:20

- Dass ein Auto während eines Aufbruchs explodiert ist zwar in der Szene lustig, aber das unlogischste Gadget der Bond-Geschichte. Das würde dann vermutlich auch bei einem
Verkehrsunfall passieren und Bond unmittelbar gefährden. :vogel:


Bond schaltet doch den "Burglar"-Modus ein, weshalb das Auto dann explodiert, oder?


Das kann natürlich sein. Aber selbst wenn dieser Modus erst mit Abschließen des Fahrzeugs aktiviert wird, ist es noch eine Gefährdung für die Allgemeinheit. Stell dir vor, ein betrunkener Radfahrer fährt dem Lotus dann in die Seite... Ich weiß, ich bin etwas kleinlich heute. ;)


Bond hat sich um die Allgemeinheit immer recht wenig geschert. ;) Er hatte aber immer Glück, dass wenig passiert ist. Wobei es beim einen oder anderen von Bond kontruierten Unglück durchaus auch unschuldige Opfer gegeben haben dürfte (z.B. Vortitelsequenz OP).

Andy, kleinlich sein muss ab und zu sein!! ;)
Da hast du Recht! Allein in FYEO: Mit einem Auto über Olivenhaine voller Bauern oder auf Skis einer Apres-Ski-Gesellschaft über den Tisch zu jagen, hätte für den einen oder anderen ebenfalls verheerende Folgen haben können. :skull:

Bei OP sehe ich es etwas anders, da handelt es sich überwiegend zum Soldaten bzw. Armeeangehörige. Ist zwar auch nicht schön, aber als Soldat muss man halt immer mit einem feindlichen Angriff und dem Tod rechnen.

Bei Bond wurde eigentlich immer darauf geachtet, dass keine unschuldigen Zivilisten ums Leben kommen.

Django

Der Andere

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10

Montag, 3. Juni 2013, 08:25

Doch ich frage mich, warum gerade Cortina (Kaff) und Sprungtürme gab es auch in Innsbruck usw...

Und wo ist das Problem? Innsbruck ist etwa 10x grösser als Cortina und hat daher eine ganz andere "Wirkung", die wohl eher nicht zum Film gepasst hätte. Ein "Kaff" ist Cortina zudem auch nicht - es hat zwar nicht gerade viele Einwohner, war aber in den 50ern Olympia-Austragungsort und hatte offenbar einen so guten Ruf, dass Ford sogar ein Auto nach ihm benannte.
ZUuem: Österreich - wenn auch nicht Innsbruck - hatte dafür in TLD seinen "grossen Auftritt" :friends:

Andy007

Agent

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11

Montag, 10. Juni 2013, 21:54

War diese Szene, als Bond vom Felsen getreten wird und dann nach dem freien Fall vom Seil gestoppt wird eigentlich ein echter Stunt oder wurde da getrickst?

Ich meine, normalerweise dürfte man so etwas doch nicht ohne ernsthafte Verletzungen überstehen, oder?

Mister Bond

Felix Leiter

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12

Montag, 10. Juni 2013, 22:34

Natürlich war es ein Stunt. Das zeichnet ja gerade die Actionfilme der 80er-Jahre aus!
Rick Sylvester, welcher auch dne Skistunt in TSWLM übernahm, war der werte Herr.
Und natürlich war man mit dem Seil so abgesichert, dass es einem nicht in zwei Hälften zerreißt.

13

Montag, 10. Juni 2013, 22:40

Wobei der Stunt tatsächlich so ziemlich die Grenze des körperlich Machbaren darstellt. Mehr wäre ohne "Bungee"-artiges Seil nicht drin gewesen.
"That's one hell of a Pilot!"

DrShatterhand

Ministerium für kulturelle und intellektuelle Tiefschläge

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14

Mittwoch, 12. Juni 2013, 16:31

Hier ist meine Komplettansicht zu dem Film, die gebe ich jetzt mal in die Runde.

For Your Eyes Only“ kommt viel bodenständiger, nüchterner und rauher daher als „Moonraker“ und präsentiert sich bzw. James Bond wieder näher an der Romanfigur bzw. an den frühen Filmen. Dafür hat der Film zurecht Lob geerntet, und ich begrüße Bonds Rückkehr zu seinen Wurzeln sehr. Ohne Risiko war das Manöver nicht, schließlich war man 1969 mit einem ähnlichen Zug bei OHMSS baden gegangen.

Will man den Unterschied im Ton zwischen FYEO und MR an einer Szene festmachen, so ist meines Erachtens die Szene die beste, in der Bond Emile Leopold Loque in dessen Benz eine Klippe hinunterstürzt. So eine Szene hätte man Roger Moores Bond eher nicht zugetraut, und auch Moore selbst hatte große Schwierigkeiten mit dieser Szene, wovon er in seiner Autobiographie berichtet. Er diskutierte die Szene ausgiebig mit Regisseur John Glen, der aber auf dieser Szene und ihrer Durchführung beharrte. Moore lenkte schließlich ein, aber es gelang ihm, der Szene etwas Brutalität zu nehmen. Dennoch kommt sie für einen Moore-Bond sehr hart daher, und Moore war selbst überrascht, welch positives Echo sie bei den Kritikern hervorrief.

Der Vorspann ist etwas für Zwischen-den-Zeilen-Leser, was ihn sehr interessant macht. Bond steht an Tracys Grab und legt Blumen nieder. Diese Szene wurde vor dem Hintergrund entwickelt, daß Bond eventuell nicht mehr von Roger Moore dargestellt wurde. Nach TSWLM schloss Moore nur noch Einzelverträge ab, was dazu führte, daß vor jedem Film ein neuer Darsteller einkalkuliert wurde. Die Szene am Grabstein hätte dann natürlich die Kontinuität gewahrt. Das zweite interessante Element ist der Bösewicht, dessen Bond sich am Ende des Vorspanns entledigt. Ein Mann in einem grauen Anzug, mit Glatze und einer weißen Katze auf dem Arm … an wen erinnert mich das nur? Jegliche Ähnlichkeit mit Ernst Stavro Blofeld ist aber sicher nur Zufall! Wenn ich mich richtig erinnere, trat zu dieser Zeit wieder Kevin McClory auf den Plan, der erneut versuchte, eine „Thunderball“-Verfilmung anzuschieben. Daß er dazu einen Blofeld brauchte, war klar. Cubby Broccoli und seine Mannschaft taten mit Hilfe des Vorspanns das ihrige, um deutlich zu machen, daß es von nun an keinen Blofeld mehr gibt. Eine Verbindung von McClorys Filmprojekt (das wohl unter dem Namen „Warhead“ kursierte) zum Bondkanon war somit für sie ausgeschlossen.

Die Titelsequenz des Films ist ebenfalls sehr bemerkenswert, denn sie ist bis dato die einzige, in der die Sängerin des Titelliedes zu sehen ist, nämlich Sheena Easton. Sie schmückt die Sequenz, und ihr Lied ist ein Klassiker der Serie, das inzwischen auch zu Coverversion-Ehren gekommen ist. Die österreichische Heavy-Metal-Band Edenbridge hat im Jahre 2008 eine Coverversion des Liedes veröffentlicht.

Auch der Plot des Films zeichnet sich durch eine gewisse Nüchternheit aus. Bond muss das ATAC-Gerät sicherstellen, das nach der Explosion einer Mine an Bord eines getarnten britischen Militärschiffs nicht zerstört werden konnte. Es beginnt ein Wettlauf mit General Gogol, der das Gerät für die UdSSR in seine Hände kriegen möchte. Es gelingt Bond nicht, das Gerät wieder „heimzuholen“, und er muss sich damit begnügen, es den Berg hinunterzuwerfen und es so zu zerstören. Zumindest muss so auch Gogol unverrichteter Dinge kehrtmachen. Angesichts dessen, daß Bond zuvor mit Hugo Drax und Stromberg zwei Bösewichter aus dem Weg geräumt hat, die ihre eigene Weltherrschaft errichten wollten, erscheint die Jagd nach einem handkoffergroßen elektronischen Gerät nicht wie etwas, was einen vom Hocker reißt, aber es gelingt, diesen Plot interessant und spannend zu halten.

Das interessante beim Bösewicht des Films ist, daß man lange unsicher ist, wer denn nun Bonds wirklicher Gegner ist. Zunächst deutet alles auf Colombo hin, bevor sich Kristatos als Bonds Feind entpuppt. Kristatos hat – passend zum Ton des Films – keinerlei Pläne, die Weltherrschaft zu übernehmen, sondern will lediglich das ATAC-Gerät an die Sovjets übergeben, um dann nach Kuba zu gehen (zum Entsetzen seiner Eiskunstläuferin und ihrer Trainerin). Colombo schlägt sich auf Bonds Seite und hilft ihm, den Verlust des ATAC-Geräts an die UdSSR zu verhindern.

Die Einführung des Duos Kristatos/Colombo verleiht FYEO eine Dynamik, die besonders Chaim Topol, dem Darsteller Colombos, zu verdanken ist. Mit seiner Darstellung erinnert er wirklich an Kerim Bey und (mich jedenfalls) an Marc Ange Draco.

Loque und Kriegler nehmen natürlich eine untergeordnete Stellung ein; beide machen nicht viele Worte, und beide haben meines Erachtens nicht den Wiedererkennungswert eines Red Grant oder eines Jaws. Beide sind aber an bemerkenswerten Szenen beteiligt: Loque an der von mir zu Beginn genannten Szene und Kriegler an der Sequenz, als er Bond während eines laufenden Biathlonwettbewerbs erschießen will. Diese Sequenz finde ich bemerkenswert, weil sie nicht komplett durchdacht erscheint. Kriegler ist ein disziplinierter Sportler, der bei den folgenden olympischen Spielen Gold anstrebt. Er wird also in den Wettbewerben als Favorit an den Start gehen, so auch hier. Um Bond unbemerkt beseitigen zu können, muss er die Strecke verlassen und genügend Zeit haben. Das geht nur, wenn er einen so großen Vorsprung herausläuft, dass der kurze Ausflug zwischendurch niemandem auffällt. Wenn ein Favorit allerdings nicht wie erwartet an verschiedenen Streckenpunkten erscheint, fällt dies jedoch wirklich auf und ruft Fragen hervor. Auf der anderen Seite waren Sportler zu jener Zeit noch nicht pausenlos von Kameras verfolgt, und es gab Streckenabschnitte, die nicht eingesehen wurden. Da war der überraschte Fernsehkommentar „Wo ist Behle?“ noch problemlos möglich. Man hätte also durch die Hintertür Kriegler eine Erklärung für sein Zurückfallen zuschanzen können.

Melina Havelock führt die Reihe der Bondgirls fort, die sich von Beginn an eigenständig und unabhängig von Bond zeigen. Sie lässt sich nicht von ihrem Rachefeldzug nach dem Mord an ihren Eltern abbringen, und es kostet Bond einige Mühe, sie davon zu überzeugen, nicht so kurzsichtig zu agieren. Carole Bouquet hat diese Figur gut interpretiert, die den Wechsel im Ton des Films ebenfalls mitmacht. Während hinter Anya Amasova und Holly Goodhead das KGB bzw. die CIA standen, agiert Melina auf eigene Faust.

FYEO ist der erste Bond ohne Bernard Lee als M. Obwohl er wohl versuchte, seine Szenen zu drehen, musste er einsehen, daß es nicht ging. Seine Krebserkrankung war zu weit fortgeschritten, und er starb bald darauf. Es war ein Zeichen des Respekts gegenüber Bernard Lee, daß er nicht einfach durch jemand anderen ersetzt wurde, sondern daß die Rolle des „M“ unbesetzt blieb und „M“ auf Urlaub war. Dieses Vorgehen stand den Machern des Films gut zu Gesicht.

Alles in allem ist „For Your Eyes Only“ ein erfrischender Schritt zurück zu Bonds Wurzeln und in Richtung mehr Realismus und Härte. Im Gegensatz zu OHMSS kam dieser Schritt diesmal bei Kritkern und Publikum an, und John Glen konnte sich einen erfolgreichen Regieeinstand ans Revers heften.
The needs of the many outweigh the needs of the few or the one.
I have been and always shall be your friend.
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james

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15

Donnerstag, 13. Juni 2013, 08:23

Die Einführung des Duos Kristatos/Colombo verleiht FYEO eine Dynamik, die besonders Chaim Topol, dem Darsteller Colombos, zu verdanken ist. Mit seiner Darstellung erinnert er wirklich an Kerim Bey und (mich jedenfalls) an Marc Ange Draco.
Geht mir genauso. Die Szene auf Columbos Boot ("morgen sind wir die besten Freunde") und das erste Treffen zwischen Kerim und Bond ("er ist auch mein Sohn") ähneln sich schon sehr. Generell ist die Handlung vergleichbar mit FRWL.
Es geht beide Male um ein Dechiffriergerät, das sie Russen haben wollen.
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Dalton ist Bond

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16

Donnerstag, 8. August 2013, 14:44

Hallo liebe Forenmitglieder. Ich habe mal wieder eine Frage zu Bond. Und zwar geht es um das Thema RACHE!

In "FYEO" sagt Bond zu Melina das Rache eine ganz schlechte Sache ist, und das wenn man Rache üben will, am besten zwei Gräber schaufelt.

Aber schon drei Filme später geht Bond auf einen der blutigsten Rachefeldzüge des ganzen Bond-Geschichte. Wieso besinnt sich Bond nicht selbst an seinen vernünftigen Spruch? Wenn er Melina belehrt, dann muss er sich auch selber daran halten. Oder hält er sich für eine Ausnahme der alles erlaubt ist?

Und in "Ein Quantum Trost" tut er es wieder. Was denkt ihr darüber.
"Ich helfe Menschen, die Probleme haben." - "Ein Problemlöser." - "Ich würde sagen, mehr ein Problembeseitiger." 8)

Pille

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17

Donnerstag, 8. August 2013, 14:56

Das alte chinesische Sprichwort *g* Im Prinzip spielt Bond weder den Moralapostel noch hält er sich für die große Ausnahme. Er ist eben einfach bereit, zwei Gräber zu schaufeln. Wenn er mit in die Kiste springt, hat er eben Pech gehabt. Normalerweise könnte man dann auch das Prinzip ansetzen, daß man gut reden hat, wenn man selbst nicht drinsteckt, aber bereits in DAF arbeitet er sich knallhart zu Blofeld durch, um Tracy zu rächen. Demnach weiß er, wovon er redet. Ich schätze mal, er wollte Melina einfach vor Dummheiten bewahren. Er hatte sowas schon hinter sich, aber im Gegensatz zu Melina hat er auch jede Menge Erfahrung, was gefährliche Situationen angeht.
Keine Mätzchen mehr, jetzt wird gespielt!


Don-Corleone

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18

Donnerstag, 8. August 2013, 14:56

Ich würde mal sagen, auch wenn ich es mir bei der Antwort vielleicht zu einfach mache, das der Moore-Bond und der Dalton Bond nur sehr schwer miteinander vergleichbar sind. Man hat 1987 mit der Einführung von Dalton, eigentlich auch einen "neuen" oder "anderen" Charakter geschaffen. Ich kann mir Roger Moore in LTK überhaupt nicht vorstellen, genauso wenig wie Dalton z.B. in den Gilbert Filmen von Moore.

Was QOS betrifft, ich finde nicht das in QOS Bonds Hauptmotiv Rache ist (das von Camille schon), seine große Liebe Vesper hat sich umgebracht und er steht vor der große Frage nach dem "Warum", wer steckt dahinter ? Hat Vesper ihn - obwohl sie in belogen hat - wirklich gerettet wie von M vermutet ? Er hat ja nichtmal ein konkretes Ziel. Er sucht in QOS wie ein Getriebener nach Antworten, nach einem "Quantum Trost". In LTK dagegen geht es nur darum Feilx und Della zu rächen und sein Ziel ist Sanchez.
Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

Dalton ist Bond

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19

Donnerstag, 8. August 2013, 15:02

Ich würde mal sagen, auch wenn ich es mir bei der Antwort vielleicht zu einfach mache, das der Moore-Bond und der Dalton Bond nur sehr schwer miteinander vergleichbar sind. Man hat 1987 mit der Einführung von Dalton, eigentlich auch einen "neuen" oder "anderen" Charakter geschaffen. Ich kann mir Roger Moore in LTK überhaupt nicht vorstellen, genauso wenig wie Dalton z.B. in den Gilbert Filmen von Moore.

Was QOS betrifft, ich finde nicht das in QOS Bonds Hauptmotiv Rache ist (das von Camille schon), seine große Liebe Vesper hat sich umgebracht und er steht vor der große Frage nach dem "Warum", wer steckt dahinter ? Hat Vesper ihn - obwohl sie in belogen hat - wirklich gerettet wie von M vermutet ? Er hat ja nichtmal ein konkretes Ziel. Er sucht in QOS wie ein Getriebener nach Antworten, nach einem "Quantum Trost". In LTK dagegen geht es nur darum Feilx und Della zu rächen und sein Ziel ist Sanchez.
Nein, du machst es dir nicht zu leicht. Ich denke das wäre wirklich eine mögliche Erklärung. Man wollte ja eigentlich sogar ein komplettes Reboot mit Dalton machen, was dann aber nicht ganz klappte.

Ich sah QOS bislang immer als Rache-Bond. Er will dort die Organisation die für den Tod von Vesper (zumindest indirekt) verantwortlich ist bestrafen. Mit allen möglichen Mitteln. Am Ende erreicht er in QOS aber eigentlich nicht viel wie ich finde.
"Ich helfe Menschen, die Probleme haben." - "Ein Problemlöser." - "Ich würde sagen, mehr ein Problembeseitiger." 8)

Spree

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20

Donnerstag, 8. August 2013, 15:06

Schön zusammengefasst, Don. Vollste Zustimmung.
Den platten amerikanischen "Rambo"-Racheplot von LTK mit dem subtilen Umgang mit dem Thema in QOS in einen Satz zu stopfen ist - mit Verlaub - schon arg kurzsichtig. Dann hat man QOS einfach auch nicht verstanden (vielleicht daher die Ablehnung mancher User).

I never left!