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Mister Bond

Felix Leiter

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21

Mittwoch, 7. August 2013, 21:31

Aber ich habe ja auch extra eine Filmauswahl als Gegenbeispiel genannt, damit man sieht, dass auch 1,85:1 "big" aussehen kann.
TB wirkt für mich eher in der noch etwas glamoröseren Inszenierung etwas "bigger" als GF. Das Selbe gilt auch für TSWLM und MR.
Da sind es schlicht Sets, Action, Kameraführung, welche die Filme größer wirken lassen als LALD & TMWTGG.
Gerade wenn man im Kino sitzt, ist es ziemlich Schnurzegal ob 1,85:1 oder 2,35:1.

22

Donnerstag, 8. August 2013, 01:24

.

Kurzer Hinweis:

Der Hauptverantwortliche für das Production Design bei "The man with the golden gun" (1974) war Peter Murton.


***

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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23

Donnerstag, 8. August 2013, 06:11

Es stellt m. E. keinen Widerspruch dar, dass Scaramanga persönlich nichts gegen 007 hat, ihn dann aber töten will. Es ist die sportliche Herausforderung.
Was mich in diesem Zusammenhang nur stört, ist das Drehbuch, das Bond hier geradezu unsportlich erscheinen läßt:
Die Freude Scaramangas, Bond wieder zu sehen ist echt. Bond erwidert das nicht. Wieso nicht? Er hat doch auch kaum soziale Kontakte!

Und moralisch gesehen IST Sacaramanga nicht mal ein Bösewicht: er tut das selbe wie 007, nur wird er von einem anderen bezahlt. Die beiden sind Kollegen, haben kultivierten Geschmack an Wein, Weib und Lebensart... . Das hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden können, wie Bogie gesagt hätte. Nun gut, sowas muss ja nicht, aber Bond wirkt hier neben Scaramanga einfach unsymphatisch in seiner Ablehnung.
God save the Queen!

Dalton ist Bond

Agent ohne Rückendeckung

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24

Donnerstag, 8. August 2013, 07:26

Scaramanga ist der einzige Schurke neben Alec Trevelyan der mir am Ende irgendwie leid tut. Wenn es einen Bond-Schurken gibt den ich im jeweiligen Film deutlich sympatischer finde als den Helden, dann ist es Francisco Scaramanga.
Meine Mutter ist auch ein Bond-Fan. (Nur so am Rande) Und Scaramanga bringt sie immer zum schmelzen :D


Ich fände es sogar besser wenn das Duell zwischen Bond und Scarmanga mit einem unentschieden geendet hätte. Ich finde Mr. Fogg hat stellenweise schon recht. Die beiden sind sich sehr ähnlich. Also Bond und Scara. Sie sind beide Killer. Nur eben aus anderen Motiven. Bond hat nicht weniger kaltblütig gemordet. Scara ist ein echter Gentleman und liebt genau wie 007 das gute Essen, Weine und schöne Frauen.


Die beiden sind wie Spiegelbilder voneinander. Im Grunde zeigt Scaramanga einem, wie Bond hätte sein können, wenn er dem MI6 den Rücken gekehrt, und sich selbstständig gemacht hätte.


Kurzum. Ich mag Scaramanga. So gesehen ist er mein persönlicher Lieblingsschurke. Und das nicht, weil er sonderlich gefährlich ist. Nein. Scara ist ja sogar eher ein mäßig gefährlicher Gegner. Es ist einfach die wunderbar charismatische Art von ihm die ich so mag. Das ist der wahre Mr. Kiss Kiss Bang Bang!
"Ich helfe Menschen, die Probleme haben." - "Ein Problemlöser." - "Ich würde sagen, mehr ein Problembeseitiger." 8)

Scarpine

Verschlagener Korse

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25

Donnerstag, 8. August 2013, 09:08

.

Kurzer Hinweis:

Der Hauptverantwortliche für das Production Design bei "The man with the golden gun" (1974) war Peter Murton.


***


Ei, was ein böser Schnitzer meinerseits. Vielen Dank, für den Hinweis, photographer. Ich werde es im Text korrigieren. Das kommt davon, wenn man meint, dass der hauptverantwortliche Production Designer im Sinne der Bond-Familie gleich wiederverflichtet wird, wenn Ken Adam nicht zur Verfügung steht, und man zu faul ist in den Kredits nachzuschauen. :blush:
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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26

Donnerstag, 8. August 2013, 09:14

Es stellt m. E. keinen Widerspruch dar, dass Scaramanga persönlich nichts gegen 007 hat, ihn dann aber töten will. Es ist die sportliche Herausforderung.
Was mich in diesem Zusammenhang nur stört, ist das Drehbuch, das Bond hier geradezu unsportlich erscheinen läßt:
Die Freude Scaramangas, Bond wieder zu sehen ist echt. Bond erwidert das nicht. Wieso nicht? Er hat doch auch kaum soziale Kontakte!


Vermutlich weil er diese nicht will. ;)
Nee, im Ernst: Mich stört in diesem Zusammenhang, dass Scaramanga erst kein Interesse an Bond hat (in der Kampfsportarena) und dann aber plötzlich so tut, als wäre es schon immer sein Ziel gewesen, als Meisterwerk Bond zu töten (deshalb ja auch die Figur im "Fun House"). :ka:

Und moralisch gesehen IST Sacaramanga nicht mal ein Bösewicht: er tut das selbe wie 007, nur wird er von einem anderen bezahlt. Die beiden sind Kollegen, haben kultivierten Geschmack an Wein, Weib und Lebensart... . Das hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden können, wie Bogie gesagt hätte. Nun gut, sowas muss ja nicht, aber Bond wirkt hier neben Scaramanga einfach unsymphatisch in seiner Ablehnung.

Ich mag Scaramanga auch. Mit ihm würde ich mal ein Bierchen trinken. Ähnlich wie mit Sanchez. Für mich die beiden sympathischsten Villains, wenn man so möchte. Und gerade bei den beiden wirkt Bond etwas verbissen.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (8. August 2013, 09:49)


  • »Mr. Fogg« ist männlich

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27

Donnerstag, 8. August 2013, 09:35

In diesem Zusammenhang: Jemand hat (auf YouTube zu sehen) ein nettes Video zusammengeschnitten: "Bond - Lunching with Scaramanga".
Ein Essen, wie es hätte sein können. Ganz lustig.
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Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

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28

Donnerstag, 8. August 2013, 09:45

Posten! :pop:

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Maibaum

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29

Donnerstag, 8. August 2013, 10:41


Ähnlich wie mit Sanchez. Für mich die beiden sympathischsten Villains, wenn man so möchte. Und gerade bei den beiden wirkt Bond etwas verbissen.


Nachdem was Sanchez Leiter und seiner Frau angetan hat hat er wohl jede Menge Grund verbissen zu sein. Ich finde eher umgekehrt das LTK seine Rache Prämisse zwischendurch viel zu sehr vergisst, und die Auseinandersetzung Bond/Sanchez sich meist kaum von jedem anderen Bond Film unterscheidet.

Bei Scaramanga dagegen fällt das klar unter verschenktes Potential. aus der Figur und aus der Beziehung zu Bond hätte TMWTGG sehr, sehr viel mehr machen müssen. Das Christopher Lee trotzdem überzeugt belegt wie gut das hätte werden können, fast schon müssen. Aber TMWTGG ist ja auch im Ganzen ein Film der seltsam ideenlos wirkt. Selbst die Action ist verblüffend schlaff. Was um so erstaunlicher ist wenn man ihn mit Vorgänger und Nachfolger vergleicht.

Mister Bond

Felix Leiter

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30

Donnerstag, 8. August 2013, 12:58

Natürlich wirkt Bond verbissen. Soll er mit Scaramanga und Sanchez echt auf Freundschaft trinken? Bond erledigt erstmal seinen Job.
Außerdem möchte er in TMWTGG erstmal Goodnight retten. Deshalb, und wegen der Solex, reist er ja zu Scaramanga und nicht wegen irgend etwas persönliches.
Und Sanchez hat Leiter und seine Frau auf dem Gewissen....klar, Bond sollte mit ihm auf Freundschaft trinken :whistling:

Klar verstehe ich, dass man die beiden mag, aber das liegt eher daran, dass beide gut spielen. Scaramanga liegt bei mir auf Platz 4 der Bestenliste!
Aber sympathischer als Bond? Niemals, denn beide, Scaramanga und Sanchez töten aus "primitiveren" Gründen und Scaramanga macht es sogar Spaß (O-Ton im Film).

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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31

Donnerstag, 8. August 2013, 13:36

Klar verstehe ich, dass man die beiden mag, aber das liegt eher daran, dass beide gut spielen. Scaramanga liegt bei mir auf Platz 4 der Bestenliste!
Aber sympathischer als Bond? Niemals, denn beide, Scaramanga und Sanchez töten aus "primitiveren" Gründen und Scaramanga macht es sogar Spaß (O-Ton im Film).
Dass es Bond völlig unangenehm ist, zu töten, wage ich zu bezweifeln. Und ob Scaramangas Gründe "primitiver"sind? Gut, ich würde auch sagen, wenn schon töten, dann nur für ihre Majestät, aber das ist leider ein Argument, das man jedem staatlich beauftragten Killer zugestehen müsste - und dann wird es kompliziert: Wenn die Regierung wechselt, ist man dann noch legitimiert? Siehe Nürnberger Prozesse.
Aber wie drückte es Roger Moore in "Die Wildgänse kommen" so treffend aus: "Moraldiskussion unter Söldnern - wer hätte das gedacht?!"
God save the Queen!

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32

Montag, 14. Oktober 2013, 20:15

Es stellt m. E. keinen Widerspruch dar, dass Scaramanga persönlich nichts gegen 007 hat, ihn dann aber töten will. Es ist die sportliche Herausforderung.
Was mich in diesem Zusammenhang nur stört, ist das Drehbuch, das Bond hier geradezu unsportlich erscheinen läßt:
Die Freude Scaramangas, Bond wieder zu sehen ist echt. Bond erwidert das nicht. Wieso nicht? Er hat doch auch kaum soziale Kontakte!

Und moralisch gesehen IST Sacaramanga nicht mal ein Bösewicht: er tut das selbe wie 007, nur wird er von einem anderen bezahlt. Die beiden sind Kollegen, haben kultivierten Geschmack an Wein, Weib und Lebensart... . Das hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden können, wie Bogie gesagt hätte. Nun gut, sowas muss ja nicht, aber Bond wirkt hier neben Scaramanga einfach unsymphatisch in seiner Ablehnung.
Guter Punkt. Ein wie ich finde besonders seltsamer Dialog bietet sich am Ende auf der Insel als Bond auf einmal Scaramanga besserwisserisch über die genaue Funktionsweise des Solex aufklärt, wo doch gerade Bond sonst der ist, der sich für solche technischen Feinheiten nicht die Bohne interessiert und bei Qs Monologen regelmäßig seine Augen und Ohren woanders hat. Da scheinen die Charaktere Bond - FS auf einmal vertauscht.

TMWTGG ist in seiner Gesamtwirkung ein recht seltsamer Film......verliert sich irgendwo im Niemandsland aus Agentenfilm mit für Moores Interpretation ungewohnter Gewalt (Hotelszene mit Andrea) und klamaukigem Abenteuerstreifen mit nicht immer geglückten Pointen. Einige Szenen wie der Looping oder Scaramangas fliegendes Auto waren wohl als Höhepunkt gedacht, verlieren sich aber in der konfusen und großenteils uninteressanten Story.

Letztlich ein Tiefpunkt der klassischen Bondserie, lediglich DAF ist noch schwächer, aber allein das Duell reißts dann zugunsten von TWTGG raus, denn so eine athmosphärisch dichte Szene gibts in DAF weit und breit nicht.

Mister Bond

Felix Leiter

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33

Montag, 14. Oktober 2013, 23:46

Sehe ich auch so. Wegen des Schlussduells mit den beiden Charismaten und dem tollen Soundtrack Barrys dazu, hebt sich dieser Film für mich auch über DAF, welche ich von der oft zitierten klassischen Ära wohl am schwächsten finde.

Ps.: Wo kämen wir denn hin, wenn Bond Scaramanga als Freund akzeptieren würde? Dann gäbe es statt Duell wohl ein fröhliches unterm Tisch saufen?
Ne, werter Mr. Fogg, ist schon richtig so, diese Ablehnung von Bond. Sonst wäre er auch kein "Profi".

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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34

Dienstag, 15. Oktober 2013, 05:28

Ps.: Wo kämen wir denn hin, wenn Bond Scaramanga als Freund akzeptieren würde? Dann gäbe es statt Duell wohl ein fröhliches unterm Tisch saufen?
Ne, werter Mr. Fogg, ist schon richtig so, diese Ablehnung von Bond. Sonst wäre er auch kein "Profi".
"Als Freund akzeptieren" wäre eine ganz andere Kategorie. Ich hätte mir eher eine, wenn Du so willst, gespiegelte Höflichkeit als Antwort gewünscht. Die Interaktion zwischen Bond und seinen Gegnern wird doch normalerweise nach dieser Regel gespielt. Man denke an die zuvorkommende Höflichkeit eines Dr. No, an Largo, an Dr. Kananga oder an Kamal Khan. Es überraschte Bond, als er von Goldfinger nicht in einem Gästezimmer des Gestüts, sondern in einem Kellerverlies eingesperrt wurde, denn so etwas "gehört sich einfach nicht". Die Freude, jemanden kennen zu lernen, die daraus resultierende Gastfreundschaft mit Bewirtung, in Scaramangas Fall sogar die Annahme kulinarischer Tipps - all das steht nicht im Widerspruch zu der Absicht, Bond zu töten. Daher könnte Bond sich, als Mann von Welt, der er ja auch ist, entsprechend benehmen. Eigentlich ist dieser Themenkreis eine ganz wunderbar anschauliche Illustration der "Trennung von Sach- und Beziehungsebene": Dass die Kontrahenten inhaltlich nicht übereinstimmen, muss nicht dazu führen, dass sie sich benehmen wie die pöbelnden Mitglieder rivalisierender Jugend-Gangs.
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Mister Bond

Felix Leiter

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35

Dienstag, 15. Oktober 2013, 12:12

Dass die Kontrahenten inhaltlich nicht übereinstimmen, muss nicht dazu führen, dass sie sich benehmen wie die pöbelnden Mitglieder rivalisierender Jugend-Gangs.

Stelle ich mir gerade vor :D Ein bisschen weit hergeholt, nicht wahr?

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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36

Dienstag, 15. Oktober 2013, 15:35

"Als Freund akzeptieren" wäre eine ganz andere Kategorie. Ich hätte mir eher eine, wenn Du so willst, gespiegelte Höflichkeit als Antwort gewünscht. Die Interaktion zwischen Bond und seinen Gegnern wird doch normalerweise nach dieser Regel gespielt. Man denke an die zuvorkommende Höflichkeit eines Dr. No, an Largo, an Dr. Kananga oder an Kamal Khan. Es überraschte Bond, als er von Goldfinger nicht in einem Gästezimmer des Gestüts, sondern in einem Kellerverlies eingesperrt wurde, denn so etwas "gehört sich einfach nicht". Die Freude, jemanden kennen zu lernen, die daraus resultierende Gastfreundschaft mit Bewirtung, in Scaramangas Fall sogar die Annahme kulinarischer Tipps - all das steht nicht im Widerspruch zu der Absicht, Bond zu töten. Daher könnte Bond sich, als Mann von Welt, der er ja auch ist, entsprechend benehmen. Eigentlich ist dieser Themenkreis eine ganz wunderbar anschauliche Illustration der "Trennung von Sach- und Beziehungsebene": Dass die Kontrahenten inhaltlich nicht übereinstimmen, muss nicht dazu führen, dass sie sich benehmen wie die pöbelnden Mitglieder rivalisierender Jugend-Gangs.


Also ich finde Bonds Verhalten eigentlich nicht so unpassend. Provokation gehörte schon immer zu seinen Methoden, um den Gegner zu verunsichern und daraus Vorteil zu ziehen. Dass er Scaramangas Qualifikation als Gentleman in Frage stellt und einen Kraftausdruck andeutet, passt da doch ganz gut. Connery macht es an Dr. Nos Tafel ja ähnlich. Scaramanga hat außerdem Andrea auf dem Gewissen. Obwohl Bond sie eher herablassend behandelte, löste der Opfertod gewisser Damen und Herren doch immer einen gewissen Rachereflex bei ihm aus. (Zumindest vor dem Reboot)

Dass Bond mehr über das Solex weiß als Scaramanga finde ich ebenfalls nicht unpassend. Bond ist zwar kein Geek, macht aber immer seine Hausaufgaben, wenn es um den Auftrag geht. So weiß er ja auch einiges über den Moonraker.

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich

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37

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 10:01

Es stellt m. E. keinen Widerspruch dar, dass Scaramanga persönlich nichts gegen 007 hat, ihn dann aber töten will. Es ist die sportliche Herausforderung.
Was mich in diesem Zusammenhang nur stört, ist das Drehbuch, das Bond hier geradezu unsportlich erscheinen läßt:
Die Freude Scaramangas, Bond wieder zu sehen ist echt. Bond erwidert das nicht. Wieso nicht? Er hat doch auch kaum soziale Kontakte!


Unsportlich habe ich Bond nicht empfunden, als ich den Film vergangenes Wochenende nach längerem mal wieder gesehen habe.
Er ist ja mit einem Ziel zu Scaramanga geflogen, Mary und das Solex mitzubringen.
Und da auch Scaramangas Plan eindeutig in die Richtung geht, Bond zu töten ("Nein, er fliegt nicht wieder weg!"), besteht für Bond kein Grund, auf das aufgesetzte Freundschaftsgetue von Scaramanga einzugehen. Bond erklärt das sehr gut indem er meint, dass der jenige, den er tötet, selber ein Mörder ist. Darunter unterscheiden sich die beiden vehement. Für Scaramanga gehört das Töten als Spaß ("größte Freude, Menschen zu erschießen") zum Alltag dazu, fün Bond hingegen ist es ein notwendiges Übel seiner Arbeit, das ihm zwar nicht leicht fällt, das aber irgendwann Routine wurde und angesichts des hehren Ziels, das dahinter steckt, legitim ist.
In der Diskussion beim Essen finde ich Bonds ablehnende Haltung sogar richtig stark gespielt. Das ist für Moore die Szene, die Connery mit Dr. No hatte.
Ohnehin hat mir der Moore'sche Bond in TMWTGG diesmal richtig gut gefallen. Er hat diese Hamilton'sche Härte. Rein dramaturgisch fand ich sogar die Szene, in der Bond Andrea schlägt, sehr passend. Moore spielt das hervorragend. Und auch wenn ich weiß, dass hier die Meinungen weit auseinander gehen: Es passt zur Darstellung des Moore-Bonds zumindest in diesem Film.

Der ganze Film hat mich diesmal gefesselt wie selten. Die Optik und die Exotik waren ja nie angezweifelt worden, aber diesmal erschienen mir die beiden Handlungsstränge lange nicht so aneinander vorbei konstruiert wie sonst.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

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38

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 11:55

Ps.: Wo kämen wir denn hin, wenn Bond Scaramanga als Freund akzeptieren würde? Dann gäbe es statt Duell wohl ein fröhliches unterm Tisch saufen?
Ne, werter Mr. Fogg, ist schon richtig so, diese Ablehnung von Bond. Sonst wäre er auch kein "Profi".

Es stellt m. E. keinen Widerspruch dar, dass Scaramanga persönlich nichts gegen 007 hat, ihn dann aber töten will. Es ist die sportliche Herausforderung.
Was mich in diesem Zusammenhang nur stört, ist das Drehbuch, das Bond hier geradezu unsportlich erscheinen läßt:
Die Freude Scaramangas, Bond wieder zu sehen ist echt. Bond erwidert das nicht. Wieso nicht? Er hat doch auch kaum soziale Kontakte!


Unsportlich habe ich Bond nicht empfunden, als ich den Film vergangenes Wochenende nach längerem mal wieder gesehen habe.
Er ist ja mit einem Ziel zu Scaramanga geflogen. Mary und das Solex mitzubringen.
Und da auch Scaramangas Plan eindeutig in die Richtung geht, Bond zu töten ("Nein, er fliegt nicht wieder weg!"), besteht für Bond kein Grund, auf das aufgesetzte Freundschaftsgetue von Scaramanga einzugehen. Bond erklärt das sehr gut indem er meint, dass der jenige, den er tötet, selber ein Mörder ist. Darunter unterscheiden sich die beiden vehement. Für Scaramanga gehört das Töten als Spaß ("größte Freude, Menschen zu erschießen") zum Alltag dazu, fün Bond hingegen ist es ein notwendiges Übel seiner Arbeit, das ihm zwar nicht leicht fällt, das aber irgendwann Routine wurde und angesichts des hehren Ziels, das dahinter steckt, legitim ist.
In der Diskussion beim Essen finde ich Bonds ablehnende Haltung sogar richtig stark gespielt. Das ist für Moore die Szene, die Connery mit Dr. No hatte.
Ohnehin hat mir der Moore'sche Bond in TMWTGG diesmal richtig gut gefallen. Er hat diese Hamilton'sche Härte. Rein dramaturgisch fand ich sogar die Szene, in der Bond Andrea schlägt, sehr passend. Moore spielt das hervorragend. Und auch wenn ich weiß, dass hier die Meinungen weit auseinander gehen: Es passt zur Darstellung des Moore-Bonds zumindest in diesem Film.

Ohnehin hat mich der ganze Film diesmal gefesselt wie selten. Die Optik und die Exotik waren ja nie angezweifelt worden, aber diesmal erschienen mir die beiden Handlungsstränge lange nicht so aneinander vorbei konstruiert wie sonst.
@Mister Bond/ @Kronsteen:
Ich habe mal versucht, die gegensätzlichen Positionen, die sich aus unserem Dialog herauskristallisieren, auf das Wesentliche zu reduzieren und stellte mit Bewunderung fest: Eure Verteidigung von Bonds Haltung und Bonds Benehmen gegenüber Scaramanga muss Charakteren entsprechen, die (vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein) von einem unhinterfragbaren und auch unhinterfragten Kodex geprägt sind. Bei Euch sind Bindungen an Ethik und Moral vorhanden, die zweifellos gut sind! Was mir den scaramanga´schen Dialoganteil attraktiver erscheinen lässt, ist auch in anderen Bereichen oft zu beobachten: Derjenige, der weniger Bindungen und daher Pflichten einzuhalten hat, scheint flexibler zu sein; eine gewisse "Scheiss-egal-Haltung" wirkt durch ihre Lockerheit, ihre Lässigkeit, ihren oft mangelnden Ernst in wichtigen Dingen eher jovial und lebensfroh - scheinbar. Scaramanga ist in dieser Hinsicht gänzlich ungebunden - Bond dagegen hat Werte zu beachten und Bindungen zu wahren - er hat Pflichten, hinter denen er nicht zurückbleiben kann: Recht und Gesetz, König und Vaterland ("ein freundliches Gut-gemacht ihrer Majestät"). Es spricht also tatsächlich für eine gewisse Tiefe des Drehbuchs, dass Bond hier vergleichsweise verkrampft und ernst (wie ein Spielverderber) wirkt. Als "Opfer" der antiautoritären Erziehung der 70-er Jahre neige ich sicherlich dazu, der oberflächlichen Spielfreude eines Scaramanga auf den Leim zu gehen. Ich hoffe, eines Tages so sicher vor diesen Söhnen der Finsternis zu sein wie ihr zwei, die ihr das offensichtlich schneller erkennt. :thx:
God save the Queen!

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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39

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:23

Als "Opfer" der antiautoritären Erziehung der 70-er Jahre neige ich sicherlich dazu, der oberflächlichen Spielfreude eines Scaramanga auf den Leim zu gehen. Ich hoffe, eines Tages so sicher vor diesen Söhnen der Finsternis zu sein wie ihr zwei, die ihr das offensichtlich schneller erkennt.

Keine falsche Bescheidenheit, lieber Mr. Fogg.
Ich finde Deinen Ansatz durchaus interessant.
Ich bin ja so weit gar nicht weg. Hab ja schon öfters bekundet, dass ich Scaramanga und Sanchez als die (wenn man so will) sympathischsten Villains erachte. Mit denen würde ich lieber ein Bierchen trinken als mit einem Dr . No, einem Zorin oder einem Renard. :prost:
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

40

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:50

Weil beide eben für Bondverhältnisse normale Menschen sind.

In diese Reihe könnte man auch Largo zählen, der einfach nur ein Lebemann ist, der sich illegal seinen Lebensunterhalt verdienen will und in SPECTRE die Chance sieht mit einem Schlag mehr Geld verdienen zu können als er jemals ausgeben kann.
Gleiches gilt auch für LeChiffre.

Alle drei sind Leute, denen es nur ums Business geht. Keiner der Drei hat einen "Psychoknacks" oder ist schlicht nur ein irrer, der die Menschheit vernichten will oder wie Goldfinger eine Objektsexualität besitzt und gar nicht fähig ist ein normales Gefühlsleben zu entwickeln.
Alle Drei töten nicht aus Lust am Töten, alle Drei opfern nicht mal ebenso ihre Leute und allen Drei ist das Konzept der Loyalität sehr wichtig.

Wenn wir nun einmal die anderen Mainvillains betrachten:
- Dr.NO: Größenwahnsinnig
- Blofeld: Dito, dazu noch eine anscheinend gespaltene Persönlichkeit
- GF: Zu wahren gefühlen nicht befähigt, Objektsexuell veranlagt
- Kananga: Schwieriger Fall, eigentlich ganz sympathisch, aber mit einem Hang zu religiöser und okkulter Hörigkeit
- Stromberg & Drax: Größenwahnsinnig
- FYEO: Der eigentliche Mainvillain ist der KGB, Kristatos ist lediglich ein Strohmann, der nicht wirklich ein Villain ist, zumindest nicht mehr als es in anderen Bereichen auch Colombo ist
- OP: Gleiches wie bei FYEO, der Bösewicht ist ein Vertreter eines Staates
- Zorin: Ganz klar leidet er an einer Persönlichkeitsstörung, wohl ausgelöst durch die Genexperimente die an Ihm verübt wurden
- TLD: Gleiches wie bei FYEO und OP
- 006: Vielleicht wollte er sich nur abseilen und hätte sich ein kleines Vermögen als Auftragskiller verdient, aber seit der Verstümmelung durch Bond sicherlich mit psychischen Problemen belastet
- Carver: Größenwahnsinnig
- Elektra King: Leidet am Stockholm Syndrom
- Moon/Graves: Nach der genetischen Behandlung schwer gestört
- Greene: So wie er stellenweise reagiert definitiv ein Borderliner
- Silva: Totaler Knacks, vergleichbar mit 006

Von daher kann man definitiv den Schluss ziehen: Largo, Scaramanga, Sanchez und zum Teil LeChiffre (ein Mathegenie zu sein ist ja keine Persönlichkeitsstörung) sind die einzigen "normalen" Typen unter den "fiesen" Typen.
"That's one hell of a Pilot!"