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Maibaum

00-Agent

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21

Samstag, 13. Juli 2013, 10:02



Des Weiteren verstehe ich nicht, warum die Rückprojektionen bei den alten Filmen immer wieder Anlass zu Kritik sind. Das war damals gängige Praxis. Ich habe eine Rückprojektion lieber als heutzutage ein schlecht vom Computer generiertes Bild (bestes Beispiel ‚Titanic II‘)..

Warum eine schlecht gemachte Rückprojektion besser sein soll als ein schlecht gemachter CGI Effekt ist mir ein Rätsel.
Titanic habe ich da eher als sehr gut in Erinnerung habe. Moderne Special Effects sind in der Regel sehr viel besser als alte Special Effects.

Solche Rückprrojektionen konnte man auch weitaus besser machen, oder besser noch, man konnte auch ganz einfach drauf verzichten. In LALD sind bei der Bootsverfolgung z.b. keine Rückprojektionen erkennbar.

Der komplette Anfang von Kubricks 2001 ist auf einer Bühne gedreht worden, und es sieht absolut fantastisch aus.

Spree

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22

Samstag, 13. Juli 2013, 11:06



Des Weiteren verstehe ich nicht, warum die Rückprojektionen bei den alten Filmen immer wieder Anlass zu Kritik sind. Das war damals gängige Praxis. Ich habe eine Rückprojektion lieber als heutzutage ein schlecht vom Computer generiertes Bild (bestes Beispiel ‚Titanic II‘)..

Warum eine schlecht gemachte Rückprojektion besser sein soll als ein schlecht gemachter CGI Effekt ist mir ein Rätsel.
Titanic habe ich da eher als sehr gut in Erinnerung habe. Moderne Special Effects sind in der Regel sehr viel besser als alte Special Effects.

Solche Rückprrojektionen konnte man auch weitaus besser machen, oder besser noch, man konnte auch ganz einfach drauf verzichten. In LALD sind bei der Bootsverfolgung z.b. keine Rückprojektionen erkennbar.

Der komplette Anfang von Kubricks 2001 ist auf einer Bühne gedreht worden, und es sieht absolut fantastisch aus.
Danke und +1! :thumbup:
Mir sind v.a. die völlig zur Bewegung der Schauspieler/Fahrzeuge unpassenden Projektionen (oft auch noch beschleunigt, in GF ist die Fahrt mit dem DB5 auch übel beschleunigt) in DN, TB und OHMSS ein Dorn im Auge, vergleichbar höchstens mit den wirklich schlechten CGIs in DAD (die eben trotzdem insgesamt zumindest ein bißchen weniger deplatziert aussehen). All diese Beispiele sind jedenfalls kein Ruhmesblatt für die jeweiligen Filme.

I never left!

Martin

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23

Samstag, 13. Juli 2013, 21:15

Solche Rückprrojektionen konnte man auch weitaus besser machen, oder besser noch, man konnte auch ganz einfach drauf verzichten. In LALD sind bei der Bootsverfolgung z.b. keine Rückprojektionen erkennbar.

Der komplette Anfang von Kubricks 2001 ist auf einer Bühne gedreht worden, und es sieht absolut fantastisch aus.


Wie hätte man die Bobjagd denn ohne Rückprojektionen realisieren sollen? Lazenby und Savalas persönlich den Eiskanal entlangrasen lassen? Kubrick in allen Ehren, aber er hatte absolute No-Name-Schauspieler, wenig Außendrehs, etc. Er konnte fast das gesamte Budget und die Mühe für die Effekte verwenden, während es bei Bondfilmen neben den Effektszenen höhere Gagen gibt, aufwändige Außendrehs auf der ganzen Welt, gefährliche Stunts, etc. pp. Das sollte man berücksichtigen, wenn man reine SF-Produktionen mit den Bonds vergleicht. Letztlich fällt leider immer nur das auf, was weniger perfekt gelungen ist. Bei DAD beispielsweise gibt es auch gute Animationen. Die Szene, als der Laser beispielsweise das Eis aufbricht, ist sehr gut. Und Wasser gehörte damals zu den Dingen, die am schwierigsten zu animieren waren.

Grundsätzlich halte ich den Computer für ein Werkzeug wie jedes andere auch, dass man gut oder schlecht gebrauchen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass ältere Effekte für mich eine größere Magie haben. Bis Ende der 1980er kamen eine Vielzahl von verschiedenen Techniken zum Einsatz, Rückpros, Matte Paintings, Modelle, Mehrfachbelichtung, Stop-Motion etc. Bei einem guten Film konnte man schwer unterscheiden, wie genau eine bestimmte Trickszene gemacht wurde. Damals musste man sehr genau überlegen, wie man was macht. Heute ist es fast immer CGI. Das sieht alles natürlich besser aus, wenn es gut gemacht ist, aber ich finds oft auch langweilig. Frühere Effektfilme könnte man mit Houdini vergleichen, der eine handvoll ausgefeilte Tricks hatte, bei denen man sich fragte wie geht das. Heute ist es eher wie Siegfried und Roy, die einen gesamten Zoo durch einen brennenden Reifen fliegen und am Nordpol wieder auftauchen lassen können, aber jeder weiß wie es gemacht wird. Bei Jurassic Park oder T2 war das noch atemberaubend, aber mittlerweile wird in jedem Blockbuster eine Großstadt zerschossen, und ich glaube, dass da bald eine Übersättigung da sein wird. (Ist aber jetzt wohl offtopic...)

Maibaum

00-Agent

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24

Samstag, 13. Juli 2013, 22:49

Das jetzt viele einst nur schwer zu machende und dadurch auch selten gemachte FX Szenen heute in jedem Dutzend Film im Dutzend vorkommen, und allein durch die Häufung schon das Besondere verlieren, und damit vielleicht auch ihren Charme, das ist eine andere Baustelle.
Das ändert wenig daran daß verbesserte Technik auch verbesserte FX bringt. Außerdem wird FX Szenen auch immer erst im Nachhinein Charme unterstellt. Nämlich dann wenn diese Szenen hoffnungslos veraltet sind. Es ist hübsch jetzt alte Ray Harryhausen Filme zu schauen, aber in einem modernen Film würde Stop Motion lächerlich wirken (außer in Mars Attacks weil dort die Effekte auch nicht ernst genommen werden müssen). Und damals wurde Harrryhausen genau das vorgeworfen was man jetzt modernen FX Filmen vorwirft. Nämlich keine Seele zu haben, und die Szenen alle nur auf die Effekte hin zu inszenieren, und sonst nur Klischees en masse.

Bei 2001 meinte ich die in Afrika spielenden Szenen mit den Affen. Weiß nicht ob ich da jemals von alleine drauf gekommen wäre daß die komplett auf einer Bühne gedreht wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=U2iiPpcwfCA

Letzendlich erkennt man ja auch viele Tricks vor allem dann wenn diese nicht so gut gemacht sind.

Matte Paintings ist ein gutes Beispiel. Es gibt welche wo ich problemlos erkenne daß die Landschaft nur gezeichnet ist, aber meistens bemerke ich das gar nicht. Auch in uralten Filmen ist meist sehr viel mehr getrickst als man meint.

Die Rückpros bei der Bobfahrt gingen ja jetzt noch, aber ich denke auch die wären besser zu machen gewesen. Bei den Bond Filmen konnte man sich zumindest nicht damit herausreden daß das Budget nicht mehr zuließ. Da war genug Kohle vorhanden um sowas besser zu machen. Das ist aber auch eher eine Frage der Mühe als des Aufwands.

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Maibaum

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25

Samstag, 13. Juli 2013, 22:50

Ahh, ok, da ich jetzt hier einen Doppel Post gebastelt hatte, und den nicht löschen kann, nutzte ich den Platz um das Ende der obigen Szene aus 2001 noch einmal zu verlinken. Da fehlte nämlich der Übergang zur nächsten Szene, und das ist der vielleicht berühmteste Schnitt der Filmgeschichte (der bisherigen) :

https://www.youtube.com/watch?v=ypEaGQb6dJk

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Martin

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26

Sonntag, 14. Juli 2013, 13:54

Das ändert wenig daran daß verbesserte Technik auch verbesserte FX bringt. Außerdem wird FX Szenen auch immer erst im Nachhinein Charme unterstellt. Nämlich dann wenn diese Szenen hoffnungslos veraltet sind. Es ist hübsch jetzt alte Ray Harryhausen Filme zu schauen, aber in einem modernen Film würde Stop Motion lächerlich wirken (außer in Mars Attacks weil dort die Effekte auch nicht ernst genommen werden müssen). Und damals wurde Harrryhausen genau das vorgeworfen was man jetzt modernen FX Filmen vorwirft. Nämlich keine Seele zu haben, und die Szenen alle nur auf die Effekte hin zu inszenieren, und sonst nur Klischees en masse.


Also ich hab viele der Harryhausen-Filme im Kino gesehen und war von den Effekten begeistert, und auch von der Herstellung. Das meinte ich mit Magie, nicht Charme, den man erst irgendwann später attestiert. Ist aber zugegebenermaßen eher subjektiv.

Bei 2001 meinte ich die in Afrika spielenden Szenen mit den Affen. Weiß nicht ob ich da jemals von alleine drauf gekommen wäre daß die komplett auf einer Bühne gedreht wurden.


Schon klar, das war aber trotzdem extrem aufwändig und teuer. Da wurden Din-A4-Dias in Frontprojekion verwendet. Bei statischen Hintergründen sieht das Ganze eh viel besser als als bei sehr schnellen Bewegungen, wie bei der Bobjagd. Durch die Frontprojetion musste man die Affendarsteller dann mit zig Scheinwerfern ausleuchten, wobei sich die Darsteller fast totgeschwitzt haben und immer nur für wenige Minuten drehen konnten.

Bei den Bond Filmen konnte man sich zumindest nicht damit herausreden daß das Budget nicht mehr zuließ. Da war genug Kohle vorhanden um sowas besser zu machen. Das ist aber auch eher eine Frage der Mühe als des Aufwands.


Insgesamt war genug Kohle vorhanden, aber das Budget ist eben aufgeteilt auf verschiedene Bereiche, nicht nur Effekte. Ich denke, die Effekteabteilung hatte unterm Strich ein begrenzteres Budget als bei reinen Effektfilmen. Außerdem gab es bei den Bondfilmen immer einen festgesetzten Starttermin, der eisern festgehalten wurde. Kubrick konnte es sich dagegen leisten, das Budget um ein paar Millionen Dollar und die Dreharbeiten um 16 Monate (!) zu überziehen.

Mister Bond

Felix Leiter

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27

Sonntag, 14. Juli 2013, 20:14



Des Weiteren verstehe ich nicht, warum die Rückprojektionen bei den alten Filmen immer wieder Anlass zu Kritik sind. Das war damals gängige Praxis. Ich habe eine Rückprojektion lieber als heutzutage ein schlecht vom Computer generiertes Bild (bestes Beispiel ‚Titanic II‘).

Ansonsten gehört für mich OHMSS zu den Juwelen der Reihe. Nicht wegen Lazenby, nicht wegen der Story und auch nicht wegen der oft zitierten etwas anderen Beziehung Bonds zu einer Frau sondern wegen der einzigartigen Mischung all dieser Komponenten.

:prost:

Die Bob-Action hätte man ohne Nahaufnahme von Savalas und Lazenby gar nicht anders realisieren können!
Die Bootsverfolgung bei LALD ist was gaaaaanz anderes. Natürlich kann man da auch mal eine Nahaufnahme von Roger im Boot wagen.
Und nennt mir mal Actionfilme aus den 60ern, die bei solchen ähnlichen Stunts wie die Bob-Action, besser aussehen?
Hier werden persönliche Vorlieben als Kriterium für eine gelungene oder nicht gelungene Sequenz hergehalten.

Spree

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28

Sonntag, 14. Juli 2013, 20:44


Hier werden persönliche Vorlieben als Kriterium für eine gelungene oder nicht gelungene Sequenz hergehalten.
Schmarrn! :bleah:
Lass bitte in Zukunft solche Unterstellungen. :cursing:

Ich habe lediglich einige Punkte beschrieben, die mich an der Inszenierung von OHMSS stören. Einen Film mit Gewalt "runterzuschreiben" hab ich nicht nötig.
Dabei stören mich Rückprojektionen nicht im Allgemeinen, sie müssen nur zum restlichen Geschehen passen.
Bei TB auf der Disco Volante und bei der Bobfahrt von OHMSS sind die Projektionen dermaßen asynchron zum Geschehen, dass es mich jedesmal schüttelt. Bei DN geht es gerade so. Dann halt lieber keine Nahaufnahen.

Bei GF, den ich bekanntlich liebe, stört mich die Beschleunigung bei der Fahrt auf dem Fabrikgelände genauso, jedoch ist der Rest halt aus meiner Sicht besser gelungen.
Ein Beispiel für eine sehr gelungene Nahaufnahme in OHMSS ist im übrigen das Kratzen von Georges Kopf an der Eiswand. Da zeigen sie, dass sie es besser können. Später ist George aber schon am rausfliegen aus der Bahn und in Zwischenschnitten geht per Rückpro die Fahrt immer noch weiter. Schau's dir an und dann sag mir, dass die Szenen gut gelungen sind. :pinch:

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Django

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29

Montag, 15. Juli 2013, 11:30

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich generell mit offensichtlichen Rückprojektionen Mühe habe. Jedoch wertet dies einen Film wie OHMSS oder TB für mich nicht ab. Störender finde ich da eher schon etwa die Skiverfolgungsjagd in FYEO, denn ich denke, dass man dies anno 1981 viel besser hätte machen können.

Und: Ja, ich denke, man die Bobszene auch mit den Nahaufnahmen von GL und TS ohne Rückprojektionen hingekriegt hätte, wenn man gewollt hätte. Ich bin kein Tricktechniker, aber ich könnte mir jetzt vorstellen, dass man Schienen in die Bobbahn verlegt hätte und die Schauspieler so für die Nahaufnahmen "kontrolliert" hätte hinuntergleiten lassen können. Okay, wäre (sehr) teuer und aufwändig gewesen. Aber für mich waren und sind die James Bond-Filme stets Trendsetter und da passen anachronistische, billig wirkende Trickszenen halt irgendwie nicht dazu. Auch kann ich Sprees Aussage, dass man im Zweifelsfall besser aus billige Nahaufnahmen verzichten sollte, voll und ganz unterschreiben.

Und ja: Die Trickszenen in 2001 sind echt phänomenal. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man z.B. nie erkennen, dass das nicht echte Urmenschen sind, die da in der Wüste rumturnen. Selbst heute mit CGI könnte man es m.E. kaum besser hinkriegen.

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Martin

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Montag, 15. Juli 2013, 16:53

Ich bin kein Tricktechniker, aber ich könnte mir jetzt vorstellen, dass man Schienen in die Bobbahn verlegt hätte und die Schauspieler so für die Nahaufnahmen "kontrolliert" hätte hinuntergleiten lassen können. Okay, wäre (sehr) teuer und aufwändig gewesen. Aber für mich waren und sind die James Bond-Filme stets Trendsetter und da passen anachronistische, billig wirkende Trickszenen halt irgendwie nicht dazu. Auch kann ich Sprees Aussage, dass man im Zweifelsfall besser aus billige Nahaufnahmen verzichten sollte, voll und ganz unterschreiben.


Aber mal ehrlich, welcher Bondfilm war eigentlich ein Trendsetter in Sachen Tricktechnik? FX standen bei Bond eigentlich nie im Vordergrund. Am ehesten vielleicht bei Moonraker, der handwerklich mit am überzeugendsten ist, aber selbst da hat man ausschließlich alterhergebrachte Techniken angewandt. Ich würde auch mal behaupten, dass es 1969 auch noch nicht anachronistisch gewirkt hat. Dass man die Aufnahmen in der Rückprojektion im Zeitraffer ablaufen ließ hatte auch den Grund, Frequenzüberlagerungen mit der aufnehmenden Kamera zu verhindern. Im direkten Vergleich finde ich aber die Szenen im Finale von TB auch wesentlich unechter, hier sieht es so aus als ob das Schiff mit Schallgeschwindgkeit flegt und irgendwann in Afrika ankommt. Aber während die TB-Fans den Film trotz dieser Schwächen als Meisterwerk sehen, ist es bei anderen eben OHMSS.

Und ja: Die Trickszenen in 2001 sind echt phänomenal. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man z.B. nie erkennen, dass das nicht echte Urmenschen sind, die da in der Wüste rumturnen. Selbst heute mit CGI könnte man es m.E. kaum besser hinkriegen.


Bei Bond wäre man für solche Szenen in eine entsprechende Landschaft gefahren und hätte die Affendarsteller einfach vor Ort gefilmt. :D

Hier ein sehr interessanter Artikel zum Thema Rückprojektionen, die teilweise auch bewusst als Stilmittel verwendet wurden: "Hätten es die Filmemacher besser gekonnt, dann hätten sie es bestimmt anders gemacht – so scheinen all jene überzeugt, die dem Medium Film per se Naturalismus unterstellen und darum in der oft himmelschreienden Künstlichkeit der Rückprojektion nur einen Makel erkennen können."

Django

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31

Montag, 15. Juli 2013, 17:29


Aber mal ehrlich, welcher Bondfilm war eigentlich ein Trendsetter in Sachen Tricktechnik?

Eben gerade nicht bei der Tricktechnik - aber überall sonst. Gut, es gibt Ausnahmen wie etwa der Loop in TMWTGG (der zwar glaubwürdig aussieht, aber absolut unglaubwürdig wirkt... 007 wäre wäre komplett lebensmüde gewesen, hätte er das gewagt. Chance zu 1:1 Mio., dass das klappt)

macon

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32

Montag, 15. Juli 2013, 17:57

Ich bin hier absolut Djangos Meinung. gerade die Bob-Szene hätte man mit einem Bob auf Schienen gut und einfach lösen können. Wenn Bond ein Flugzeug fliegt ist das schon schwieriger. Aber der Bob? In YOLT haben sie eine ganze Einschienenbahn gebaut...

Martin

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33

Montag, 15. Juli 2013, 20:45

Ist ja auch so easy, ein paar hundert Meter Schienen in eine Eisbahn zu zimmern. Fordern kann man immer viel...

Maibaum

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Montag, 15. Juli 2013, 21:03

Dann kannst du aber genau so gut sagen Kubrick hätte nicht Jahre mit 2001 verbringen sollen, sondern einfach das Ding flott und billiger runterdrehen. Inszenierung und Ästehtik und Inhalt wären identisch. Und Harryhausen hätte lieber ein paar Darsteller in Monsterkostüme stecken sollen anstatt da Ewigkeiten mit Stop Motion zu verschwenden. Da hätte er dann auch 3 filme pro Jahr machen können.
Und in LALD hätte Moore es mit Rückprojektionen auch bequemer gehabt.

In den 60gern waren erkennbare Rückprojektionen noch an der Tagesordnung. In den 70gern schon seltener.

Und wozu sich dei Mühe machen am anfang von TSWLM einen Stuntman bei einem riskanten Stunt von einer Klippe springen lassen wenn man das auch im Studio hinzimmern kann.

Und der Stuntman der bei FYEO gestorben ist könnte dann auch noch leben. (Was jetzt aber nicht heißen soll das es ok ist ein Leben zu riskieren für einen Film)

Das Problem am TB Ende ist das sie die üblichen Fast Motion Effekte maßlos übertrieben haben. Das ist jetzt so schnell und unrealistisch wirkend das es wirklich stört.
In OHMSS finde ich das aber alles noch im Rahmen. Wichtiger ist mir das die Action dort filmisch aufgelöst wird, was bei Bond leider nicht immer der Fall war.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Maibaum« (15. Juli 2013, 21:06)


Martin

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35

Montag, 15. Juli 2013, 22:07

In den 60gern waren erkennbare Rückprojektionen noch an der Tagesordnung.


Eben. Es geht ja auch um eine gewisse Verhältnismäßigkeit. Die Rückprojektionen waren für die damalge Zeit okay, es war einfach state of the art. Sicher hätte man da auch Schienen auf den Berg fliegen und einbauen können, oder die ganze Bahn im Studio nachbauen, aber das kostet eben Zeit und Geld. Das wäre vom Budget abgegangen, und OHMSS würde heute als noch unrentabler gelten. Du weißt ja auch, wie man sich als Fan über jedes weitere Jahr Wartezeit aufregt. Zumal man für den Film schon einen kompletten Hubschrauberlandeplatz auf einen Alpengipfel gebaut hatte, das war für damalige Zeiten schon ein unglaublicher Aufwand für einen Film. Und dann 40 Jahre später zu sagen, das war nicht genug, man hätte da gefälligst noch Schienen in die Bobbahn gebaut, finde ich irgendwie seltsam.

Maibaum

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36

Dienstag, 16. Juli 2013, 21:46

In den 50gern war es noch üblich viele Außenaufnahmen im Studio zu drehen. aber es gab auch Regisseure die so Sachen immer on Location drehten. (Wenn man sie ließ)
Aber wer on Location drehte, und die Mühen auf sich nahm, hatte dann aber auch ein (meist) besseres Ergebnis.

Martin, ich finde deine Argumentation etwas unlogisch. Wenn sie für bestimmte Sachen Geld und Zeit aufwenden, dann hätten sie es bei anderen auch machen können. Ohne Hubschrauberlandeplatz wäre OHMSS dann ja auch rentabler gewesen.
Anders herum gedacht wäre dann die Action noch spektakulärer gewesen, und dann wäre OHMSS eventuell erfolgreicher gewesen.

Hier wird ja nichts gefordert, aber es wird sich beschwert über Sachen die manche gerne besser hätten. Das darf man als Zuschauer.

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Martin

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Mittwoch, 17. Juli 2013, 23:06

Martin, ich finde deine Argumentation etwas unlogisch. Wenn sie für bestimmte Sachen Geld und Zeit aufwenden, dann hätten sie es bei anderen auch machen können. Ohne Hubschrauberlandeplatz wäre OHMSS dann ja auch rentabler gewesen.
Anders herum gedacht wäre dann die Action noch spektakulärer gewesen, und dann wäre OHMSS eventuell erfolgreicher gewesen.


Anders herum ist es doch genauso unlogisch. Wo hätte man dann nicht auch noch alles Geld ausgeben können? Man hätte auch irgendeine Konstruktion bauen können, auf die man Lazenby durch den Schnee fährt, so dass es so aussieht als fahre er in echt Ski. Man hätte auch eine echte Lawine auslösen können anstatt nur Archivmaterial dafür zu nutzen. (Hat man übrigens sogar versucht) Der entscheidende Punkt, auf den ich hinauswollte ist, dass es ein unverhältnismäßiger Mehraufwand gewesen wäre, für ein paar Sekunden Filmmaterial ein kompliziertes Gerüst o.ä. zu bauen, wenn man es auch mit Rückprojektion lösen kann. Die damals ja vom Publikum ja wesentlich mehr akzeptiert wurde als heute. Ich habe zumindest keine einzige zeitgenössische Kritik zu OHMSS gelesen, in der die Rückprojektionen bemängelt wurden. Die Schnee-Action wurde insgesamt immer eher gelobt. Ein Mehraufwand bei den Nahaufnahmen hätte nicht unbedingt einen optischen Mehrwert für den damaligen Durchschnittszuschauer bedeutet. Und für die Skiaufnahmen hat man ja eh Rückprojektionen einsetzen müssen.

Der Piz Gloria war dagegen eine Hauptattraktion, insofern hat sich der Landeplatz gelohnt. Ansonsten hätte man die ganze Ausrüstung ja mit der Seilbahn hochbringen müssen, was viel länger gedauert hätte.

Hier wird ja nichts gefordert, aber es wird sich beschwert über Sachen die manche gerne besser hätten. Das darf man als Zuschauer.


Aber es sollte doch irgendwo auch ein bisschen realistisch sein, oder? Und den Vorschlag mit den Schienen in der Bobbahn halte ich für eher unrealistisch. Sowas schreibt sich leicht mal vom Schreibtisch aus, aber ob es wirklich so machbar gewesen wäre ist eine ganz andere Sache. Man kann den Machern ja nur das vorwerfen, was wirklich in ihren Möglichkeiten gelegen hat.

38

Donnerstag, 18. Juli 2013, 01:13

.
Nur mal als ein kleiner Quervermerk zum Thema „Rückprojektionen“:

Beim Außendreh sind nun mal Kriterien wie ausreichendes Licht und entsprechendes Wetter zu berücksichtigen, die als eventuell kostenintensive Problemfaktoren bei Studio-Aufnahmen entfallen. Da geht es dann weniger um finanzielle Kosten, sondern primär um Zeit, die auch bei vielen aufwendigen Filmproduktionen nicht immer bis zum Maximum ausgereizt werden kann.


***

Dalton ist Bond

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39

Donnerstag, 18. Juli 2013, 07:21

Wie ich sehen kann, plaudert ihr hier gerade über Lazenbys einzigen Auftritt als 007 in "Im Geheimdienst ihrer Majestät". Da ich neu hier bin, weiß ich noch nicht so ganz wie der Hase läuft, und erzähle euch einfach mal was ich von diesem Film halte.


Um ehrlich zu sein ist IGiM in meiner Top 3 der Bond-Filme mit dabei! Ich glaube das ich keinen Bond-Film öfters gesehen habe als diesen hier. Ich bin auch einer der wenigen Fans die George Lazenby mögen. Für mich war er ein wirklich guter Nachfolger von Sir Connery. Besonders beeindruckt hat mich Lazenbys körperliche Präsenz. So einem Mann kauft man wirklich ab, dass er ein Geheimagent ist. Ganz anders als der untrainierte Roger Moore der besser als M oder so gepasst hätte. Ich weiß das viele Moore sehr mögen, aber ich halte ihn für schlechter als Lazenby! Und nein, dass ist kein Scherz, und ich bin auch nicht betrunken. :D
Ich finde das Lazenby als blutige Anfänger eine gute Figur abgibt. Ich glaube das außer Daniel Craig kein anderer Bond-Darsteller so elegant und hart zugleich in den Kampfszenen ausgesehen hat. Connery hat das auch noch sehr gut gemacht. Aber Moore, Dalton und Brosnan kaufte man den Nahkämpfer nicht immer ab. Dafür waren sie etwas zu "zart" gebaut. Wenn ihr versteht was ich meine.
Was Lazenbys Schauspieltalent angeht. Manchmal wirkt er etwas verunsichert, aber als hölzern oder künstlich möchte ich ihn nicht bezeichnen. Was mir auch aufgefallen ist. Lazenby wirkt den ganzen Film über ziemlich traurig. Seine Augen wirken immer etwas unglücklich. Ist euch das auch schon mal aufgefallen?
Na ja. Ich jedenfalls mag Lazenby, auch wenn er nicht an Connery, Dalton und Brosnan herankommt. Mit Daniel Craig hat er in meinen Augen Gleichstand. Aber er ist viel besser als Roger Moore und als der inoffizielle David Niven.


Und nun zum Film. IGiM gefällt mir deswegen so gut, weil er für Bond-Verhältnisse ziemlich realistisch ist, und auf übertriebene Gadgets verzichtet. Auch halte ich Diana Rigg für das beste Bond-Girl in den klassischen Bond-Filmen. Sie wirkt so intelligent, menschlich und so herzhaft. Die Story des Films ist schön ausschweifend, und lässt sich viel Zeit für die einzelnen Figuren. Das wurde erst mit Casino Royale getoppt. Es ist auch gut, dass in diesem Film nicht jede Minute eine Actionszene sein muss. Dieser Bond-Film stellt nach seinem Vorgänger die Story wieder deutlich in den Vordergrund. Auch ein Bond-Film braucht eine gewisse Tiefe, und die wird hier geliefert.
Die Musik ist mein absoluter Lieblings-Bond-Soundtrack. Ich höre die Musik sehr oft, und finde sie immer wieder genial. Fast so gut wie das originale Bond-Thema.


Aber natürlich gibt es auch ein paar Kleinigkeiten die mir nicht gefallen haben. Das ist aber bei jedem Film so.
Die Szene mit den Patientinnen wo gegessen wird war schon nah dran an "peinlich und kitschig". Die Frauen dort benahmen sich wie dumme, notgeile Hühner. Solche ausgelutschte Witze wie eine Frau die langsam eine Banane verspeist usw. hätte man sich sparen können. Auch regt es mich doch sehr auf, das Bond in dieser Klinik Sex mit zwei Frauen hat. Wenn er Tracy so liebt, dann müsste er die beiden sofort zurückweisen bzw. gar nicht erst zu ihnen hingehen. Das lässt Bond für einen kurzen Moment sehr unsympathisch wirken.


Und dann frage ich mich noch bei der Abschlussszene. Ist der Polizist dumm oder einfach nur extrem dumm. Als er fragt: Was ist los? Und Bond ihm das Schicksal seiner toten Frau verheimlicht. Sieht der Cop nicht das zerschossene Fenster mit dem Einschussloch, und die Blutspritzer auch nicht??? Ich habe nie verstanden wie ihm das nicht auffallen konnte :?:
"Ich helfe Menschen, die Probleme haben." - "Ein Problemlöser." - "Ich würde sagen, mehr ein Problembeseitiger." 8)

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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40

Donnerstag, 18. Juli 2013, 09:06

Zum Thema Rückprojektionen bzw. Vergleich zu Kubrick muss man natürlich auch erwähnen, dass Kubrick ausschließlich auf Lichtquellen zurückgreifen wollte, die im Film vorkommen. Das macht es den Technikern zwar nicht unbedingt leicht (aber wer in Kubricks Team hatte es überhaupt leicht?), aber es führt eben dazu, dass der Aufwand immens war, um eine realistische Atmosphäre zu erschaffen.
Die Rückprojektionen sind für mich nicht schlimm, aber sie sind natürlich schon jene Szenen, bei denen man das Alter der Filme anmerkt. Andere Szenen haben ja häufig eine zeitlose Qualität. Aber wirklich störend empfinde ich die Rückprojektionen nicht.


Und dann frage ich mich noch bei der Abschlussszene. Ist der Polizist dumm oder einfach nur extrem dumm. Als er fragt: Was ist los? Und Bond ihm das Schicksal seiner toten Frau verheimlicht. Sieht der Cop nicht das zerschossene Fenster mit dem Einschussloch, und die Blutspritzer auch nicht??? Ich habe nie verstanden wie ihm das nicht auffallen konnte :?:


Der Cop hat nur einen Schuss gehört und fährt dann her. Da er in der felsigen Landschaft sicher keine Sicht auf die Geschehnisse hatte, könnte erklären, warum er nicht merkt, was los war. Da er neben dem Auto steht und durch seinen Helm zusätzlich noch in seinem Sichtfeld eingeschränkt sein dürfte, kann ich mir schon vorstellen, dass er die Einschusslöcher in der Scheibe nicht sieht.
Aber vordergründig sind bei dieser Szene selbstverständlich die dramaturgischen Gründe. ;)
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"