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Feirefiz

The Other Fellow

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1

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 00:57

Was wäre wenn ... OHMSS ein Riesenhit geworden wäre?

Anlässlich des erstaunlich klaren Sieges von OHMSS über GF in der Bondes-Liga stelle ich mir gerade obige Frage, die - so glaube ich - noch nicht wirklich diskutiert wurde (zumindest nicht mit OHMSS starring George Lazenby).

Die naheliegende Antwort: Klar, Lazenby wäre Bond geblieben. Spätestens einem LKW voller Geld hätte er nicht widerstehen können.

Doch andererseits: Lazenby verstand Bond als Sprungbrett zu einer anderen Filmkarriere, und die hätte sich ihm - inkl. entsprechender Gagen - auch eröffnet, wenn OHMSS zumindest YOLT kommerziell getoppt hätte.

Was also hätten die Produzenten in dieser Situation getan, zumal sie OHMSS nicht so stiefmütterlich hätten behandeln bzw. ignorieren können - je nach Interpretation der Pretitle von DAF - wie bei Connerys Rückkehr, was auch nur wegen des schwachen Standings von OHMSS so möglich war. Vielleicht hätten die Produzenten selbst in dieser Situation der Stärke Connery zur Stabilisierung des Franchise zurückgeholt, was wegen dessen Karriere-Verlaufs nach YOLT selbst in diesem Fall vorstellbar ist: Möglicherweise wäre er sogar preiswerter gewesen, weil die Formel "Sean Connery IST James Bond" schon 1970 widerlegt gewesen wäre - was wenige Jahre später Moore bewies. Doch vielleicht hätte Connerysogar noch mehr Geld verlangt, da er in diesem Fall mehr zu verlieren gehabt hätte. Beim realen DAF hatte er nämlich keinen Konkurrenten, in diesem Gedankenspiel jedoch schon.

Hätte man einem ganz neuen Darsteller eine Chance gegeben, der auch besser an Lazenby hätte anknüpfen können? Absolut vorstellbar, zumal Lazenby nun selbst der Beweis gewesen wäre, dass Bond auch ohne Connery kommerziell ohne Abstriche funktioniert. Selbst in der heiklen Real-Situation nach OHMSS war man ja auch bereit, ohne Connery - und Lazenby - weiterzumachen, und John Gavin wurde nur ausbezahlt, weil Connery als vermeintlich einziger Garant des Fortbestands des Franchise zu Mörderkonditionen plötzlich zur Verfügung stand.

Wie aber wäre es mit Bond nach dem Riesenhit OHMSS weitergegangen, wenn man Lazenby nicht zur Rückkehr hätte überreden können? Sicher wäre ein Stilbruch wie zwischen OHMSS und DAF nicht möglich gewesen - nicht einmal mit Connery -, gleichzeitig waren die 1970er nicht die Zeit für einen auch nur relativen Problem-Bond - das war sie nicht einmal in den späten 80ern: der Grund, warum Dalton bis heute nicht zumindest in einem Atemzug mit Craig genannt wird! Also wäre es an einem neuen Darsteller gewesen, OHMSS zu einem würdigen Abschluss zu bringen und 007 dann - gewiss behutsamer - in die anarchischen 1970er inklusive Over-the-Top-Filme zu überführen. Wer wäre der Bond dafür gewesen? Ich glaube, Moore hätte auch das leisten können (Happy Birthday nachträglich, übrigens), gerade angesichts seiner Auftritte in seinen ersten beiden Filmen, namentlich TMWTGG. Vielleicht hätten sich aber auch andere Schauspieler angeboten, z. B. Jon Finch?

Meinungen?
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feirefiz« (15. Oktober 2014, 01:25)


Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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2

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 09:12

Interessanter Thread. Ich mag solche hypothetischen Spielchen ja. :thumbup:

Meiner Meinung nach hätte ein wahnsinnig erfolgreicher OHMSS die Geschicke des Franchise gar nicht so extrem beeinflusst. Es gab noch genügend Fleming-Bücher, die noch verfilmt werden mussten. Das wäre ohnehin gekommen. Und ein erfolgreicher OHMSS wäre kein Anlass gewesen, etwas anders zu machen als es tatsäclich kam. Denn nach dem erfolgreichen YOLT hat man schließlich auch die Richtung geändert.
Da sich die Bondfilme in gewissem Maße immer dem Zeitgeist, auch dem des Kinos, angepasst haben, hätte ich mir auf einen erfolgreichen OHMSS also durchaus einen ähnlichen DAF wie den, den wir tatsächlich haben, vorstellen können. Mit DAF ist man nicht den Schritt "auf Nummer Sicher" in die Welt eines GF oder eines TB zurückgegangen, sondern hat wieder mal etwas komplett Neues versucht. Ohen zu wissen, ob es funktioniert. Jedes Bond-Jahrzehnt hat einen Wechsel gebracht (OHMSS -> DAF, MR -> FYEO, LTK -> GE, DAD - > CR - DAD rechne ich hierbei bewusst noch den 90ern zu), somit hätte der stilistische Wechsel vermutlich sowieso stattgefunden - ob mit Conenry, Lazenby oder sonstwem.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auch nochmals Photographers Hypothese aus dem alten Forum aufgreifen, die ich ins neue Board kopiert habe. Ist zwar nicht die exakt gleiche Fragestellung, zeigt aber dennoch ein fiktives Bild rund um den Zeitraum OHMSS/DAF/Beginn der Moore-Ära auf.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Django

Der Andere

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3

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 09:33

Denn nach dem erfolgreichen YOLT hat man schließlich auch die Richtung geändert.

Wobei ja mit YOLT erstmals ein Bond-Film weniger erfolgreich war als der Vorgänger. Von daher war eine Richtungsänderung (also eher wieder zurück) wohl nicht so abwägig...

AnatolGogol

Supernase

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4

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 10:55

Ein was-wäre-wenn-Szenario! Herrlich, sowas liebe ich.


Gesetzt den Fall, OHMSS hätte YOLT in Punkto Einspiel tatsächlich getoppt und wäre von den Verantwortlichen als Erfolg angesehen worden gehe ich davon aus, dass die anschliessende stilistische Gestaltung der Filme deutlich mehr vom Mann auf dem Regiesessel als vom Hauptdarsteller geprägt worden wäre. Demzufolge muss man sich die Frage stellen, ob Peter Hunt noch bereit gewesen wäre einen weiteren Bondfilm zu drehen. Gehen wir desweiteren davon aus, dass die Ereignisse rund um den Dreh von OHMSS identisch verlaufen wären – also nicht gerade so, wie man sich einen glattlaufenden, „glücklichen“ Dreh gemeinhin vorstellt – und dass ebenfalls Hunts Absicht bei anderen Filmen außerhalb der Bondserie Regie zu führen gleich geblieben wären und er den OHMSS-Regiesessel nichtzuletzt als Sprungbrett für seine Karriere als Regisseur nutzen wollte, so komme ich zu dem Schluss, dass er für DAF auch in einem Alternativszenario nicht zur Verfügung gestanden hätte. Demzufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei unserem Alternativ-DAF dann doch wieder Guy Hamilton auf dem Regiesessel platz genommen hätte so klein gar nicht. Da es Hunt war, der massgeblich für die in OHMSS eingeschlagene Linie verantwortlich war ist es fraglich, ob Hamilton an eben jener Linie allzu sklavisch festgehalten hätte. Als wahrscheinlich würde ich es einstufen, dass man dennoch auf die Geschichte von OHMSS mehr verwiesen hätte. Vermutlich wäre der Rachegedanke etwas stärker verfolgt worden, möglicherweise hätte es neben Blofelds Rückkehr auch eine (kurze) Rückkehr von Irma Bunt gegeben, jedenfalls sehe ich das Ableben von Bunt-Darstellerin Ilse Steppat diesbezüglich nicht als unüberwindliches Hindernis an, schliesslich wurde Blofeld ja auch von mehreren Darstellern verkörpert. Ich gehe dennoch fest davon aus, dass man sich nach dem verhältnismäßig ernsthaften und Vorlagentreuen OHMSS auch im Falle eines großen Erfolgs des Lazenby-Films in DAF wieder mehr an der Linie aus TB und YOLT angenähert hätte, nicht zuletzt, da man die Kernthemen Große Liebe, Hochzeit und Tod der Partnerin in ähnlicher Konstellation nicht hätte reproduzieren können und allein daher sich zwangsläufig auch wieder mehr Eskapismusabenteuern gewidmet hätte.

Für die Frage wer in einem alternativen DAF als Bonddarsteller in Frage gekommen wäre gibt es in meinen Augen mehrere denkbare Möglichkeiten. Gehen wir zunächst davon aus, dass Lazenby im Vorfeld der OHMSS-Premiere wie seinerzeit in echt seine Demission selbst vorgenommen hätte in der irrigen Annahme die Bondserie hätte keine Zukunft und ihm würden die Tür zu einer großen Darstellerkarriere offen stehen. Hier sehe ich zwei Möglichkeiten, Möglichkeit eins: ein großer Erfolg von OHMSS hätte Lazenby vermutlich bessere Angebote beschert als in echt und ihn dadurch erst recht darin bestärkt, die Rolle in DAF nicht mehr zu spielen. Als nicht unwahrscheinlich sehe ich es bei dieser Möglichkeit aber an, dass Lazenbys Karriere aufgrund seines Unwillens sich darstellerisch mittels professioneller Hilfe fortzubilden und zu verbessern, seiner Starallüren, die durch einen großen Erfolg von OHMSS sicher nicht kleiner geworden wären sowie seines überschaubaren Charismas und Starpotenzials auch hier mittelfristig im Sande verlaufen wäre – und ihn möglicherweise Mitte der 70er dann doch wieder mit dem Bond-Franchise in Berührung gebracht hätte. Möglichkeit zwei wäre, dass trotz eines großen OHMSS-Erfolges Lazenby in Analogie zu den echten Geschehnissen auch hier keine nennenswerten Rollen angeboten bekommen hätte, nicht zuletzt da sein Verhalten während der OHMSS-Produktion und seine wenig kooperative Haltung im Vorfeld der Veröffentlichung sicherlich im Filmbusiness sehr schnell die Runde gemacht hätten und seiner Karriere nicht förderlich gewesen wären. Hier wäre eine Rückkehr Lazenbys für DAF also durchaus denkbar, zumal die letztendliche Entscheidungsgewalt wie wir wissen eh bei United Artits lag unabhängig von den Wünschen und Vorstellungen der Produzenten (die Lazenby sicherlich nach dessen Eskapaden nicht zwingend zurück hätten holen wollen). Wenn UA in Form von David Picker jedoch eine wirtschaftliche Wiederholung von OHMSS im Sinn gehabt hätte, dann wäre er sicherlich in der Lage gewesen Lazenby monetär zu einem weiteren Engagement zu bewegen.

Wäre Lazenby nicht zurückgekommen, wer hätte es dann gemacht? Hier sehe ich es als recht wahrscheinlich an, dass sich gegenüber der Realität wenig verändert hätte. Ein Erfolg von OHMSS/Lazenby hätte die Produzenten wohl darin bestärkt, dass man mit jedem Darsteller den früheren Erfolg reproduzieren könne, ergo wäre John Gavin wohl auch hier ihr Wunschbond für DAF gewesen. Gleichzeitig hätte Geldgeber United Artists aber wohl interveniert nach dem Motto: wenn wir den einen Erfolgsbond nicht haben können, dann nehmen wir den anderen. Ergo Connery, der nach seinen wenig erfolgreichen filmischen Ausflügen außerhalb der Bondwelt bereit zur Rückkehr war. Vielleicht irre ich mich hier aber auch und Picker/UA hätten Broccolis und Satzmans Vorstellungen doch nachgegeben, da es beim Vorgängerbond ja auch mit einem No-Name geklappt hatte (und streng genommen ja auch schon bei DN).

Hätte Gavin als Bond geklappt? Man darf skeptisch sein, da er im Gegensatz zu Connery und Lazenby ja bereits ein relativ bekannter Darsteller war, der aber eben seine Karriere schon weitgehend hinter sich hatte – so zumindest die generelle Brancheneinschätzung der damaligen Zeit (welche sich auch als wahr entpuppte). In gewisser Weise erinnert die Wahl von Gavin in seiner damaligen Karrierephase an die Vorgehensweise von Horst Wendlandt bei der Besetzung der Hauptrollen in seinen Karl May-Verfilmungen, wo er sich auch mit Vorliebe bei Hollywoodstars bediente, die ihren Karrierezenit bereits hinter sich hatten. Allerdings waren sowohl Barker als auch Granger dann immer noch die größeren Nummern als John Gavin. Damit Gavin als Bond zum Erfolg geworden wäre, hätte ihn meines Erachtens nach der Film – also DAF – „mitziehen“ müssen. Vielleicht hätte das ja geklappt, aber sicherlich wäre dies keine Basis für eine längerfristige Erfolgsgeschichte gewesen. Gavin ist in meinen Augen der Prototyp des von einem Studio aufgebauten Retortenstars, nur fehlte ihm im Gegensatz zB zu einem Rock Hudson so ziemlich jedes Charisma und Starpower, weswegen seine Karriere letztlich auch nie den erhofften Höhenflug hinlegte – und das obwohl er in großen Filmen von renommierten Regisseuren wie Sirk, Hitchchock oder Kubrick mitspielen durfte. Wäre man also tatsächlich mit Gavin in die 70er gegangen, hätte das durchaus zu einer ernsthaften Krise der Serie führen können aufgrund des fehlenden Charismas ihres Hauptakteurs. Hätte man Gavin nach dem ersten Flop gleich ausgetauscht und die Scharte mit einem geeigneteren Darsteller stante pede wieder ausgewetzt? Oder hätte man ihm eine weitere Chance gegeben und damit die Serie vielleicht im Ansehen des Publikums nachhaltig beschädigt? Beide Möglichkeiten sind denkbar. So oder so halte ich die Wahl von Gavin als Bond für die wohl größte Fehleinschätzung der Produzenten.

Spielen wir mein Gedankenspiel mal weiter: OHMSS ein Riesenhit, Lazenby bei DAF nicht verfügbar, DAF unter Hamilton ein ähnliches Gekaspere wie in echt mit einem Gavin, der das Publikum nicht überzeugt und einer wirtschaftlichen Bauchlandung. Hätte man Gavin danach gleich in die Wüste geschickt, dann wäre es durchaus denkbar, das Roger Moore kraft seiner TV-Starpower wie in echt die Serie wieder in ruhigere Gewässer gebracht hätte. Hätte Gavin einen zweiten Flop mit LALD hinlegen dürfen, dann finde ich großen Gefallen an photographers Gedankenspiel Michael York als jugendlich-wirkendem Shootingstar die Bondrolle anzuvertrauen. Das hätte durchaus Potenzial für ein großes, erfolgreiches Comeback gehabt, da York durch Lesters Musketierfilme seinerzeit sehr populär war. Als sehr wahrscheinlich sehe ich es aber in jedem Fall an, dass man nach einem erneuten Gavin-Fiasko sich in jedem Fall für einen bereits populären Star entschieden hätte – was auch einen meiner Lieblingsdarsteller Burt Reynolds für die Rolle in Frage hätte kommen lassen. Reynolds, quasi der ideale Connery-Ersatz für die 70er? Gut denkbar, es scheint jedenfalls nicht abwegig, dass mit ihm die Serie in den Staaten sogar noch bessere Umsätze erreicht hätte als mit Moore – schliesslich war Reynolds „in echt“ in den späten 70ern bis in die frühen 80er hinein fünf mal in Folge der umsatzstärkste Darsteller auf dem amerikanischen Markt. Mit Reynolds hätte man sich aber vermutlich mindestens genauso weit vom Bond OHMSSscher Prägung entfernt, wie in der echten Moore-Ägide – um so erstaunlicher, da der Ausgangspunkt meiner Gedankenspiele ja ein erfolgreicher OHMSS war.

Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch die Möglichkeit, dass United Artists nach zwei Flops in Folge den Produzenten den Geldhahn zu gedreht hätte und man die Bondserie stattdessen auf den kleineren TV-Schirm verlagert hätte – diesbezügliche Überlegungen von Broccoli und Saltzman gab es in echt ja durchaus, allerdings wurden diese aufgrund des anhaltenden bzw. wieder einsetzenden Erfolges an der Kinokasse obsolet. Möglicherweise wäre uns heute die Bondserie dann vor allem als eine typische 60er Jahre Modeerscheinung in Erinnerung, die eine mäßige TV-Umsatzung in den 70ern und ein fehlgeschlagenes Hollywood-Remake in den 90ern/00ern (man denke nur daran, was man Mit Schirm, Charme und Melone angetan hat…) nach sich zog.
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Berni99

Agent

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Mittwoch, 15. Oktober 2014, 16:47

Ich glaub es wär überhaupt nichts anderes passiert. Lazenby hat doch schon vor Kinostart einen weiteren Bond-Film abgelehnt. Er dachte ja dass die Zeit von Bond vorbei wäre und wollte den langfristigen Vertrag nicht unterzeichnen, sein Berater war anscheinend völlig bescheuert :D

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Mittwoch, 15. Oktober 2014, 19:59

Sie hätten sich für den nächsten Film Frank Capra geholt. Bond wacht neben Tracy auf, scheinbar war alles ein böser Traum. Er hat seinen Job an den Nagel gehängt. Tracy bringt die Kohle rein. Er muss sich um die (für den Anfang) sechs Kinder kümmern. Mehr und mehr wird ihm klar, was er da stemmen muß. Kein Urlaub, kein Sonntag, kein Feierabend, jede Nacht Bereitschaft, kein Anrecht auf einen gelben Schein, ... Sein Nervenkostüm leidet zunehmend. Seine gesellschaftlichen Kontakte gehen den Bach runter. Selbst für ein lumpiges Telefonat ist er abends zu müde.
Irgendwann erscheint ein geheimnisvoller Mann aus seiner Vergangenheit (z. B. John Kitzmiller). Er kommt aus dem Jenseits, um Bond zu zeigen, was gewesen wäre, wenn ...
Finale: Noch einmal die Abschlußszene aus OHMSS - unterlegt mit Armstrongs Song "What a wonderful world": Diesmal als HAPPY END!
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Feirefiz

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Mittwoch, 15. Oktober 2014, 21:03

So zynisch kenne ich Dich ja gar nicht, Mr. Fogg. Gleichwohl illustriert Dein Beitrag aufs Launigste und Schönste Richard Maibaums Einschätzung des OHMSS-Finales als "saddest happy ending of all time".

Photographers Essay hatte ich ganz vergessen. Danke für den Link und die Möglichkeit der Neulektüre, Kronsteen!

Und vielen Dank für Deine umfangreichen und spannenden Gedankenspiele, Genosse Gogol! Die Zahl der Paralleluniversen ist offenbar unerschöpflich.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 15. Oktober 2014, 22:42

@Anatol:
Also Michael York war in den 70ern defintiv zu jung. Deshalb spielte er auch den jugednlichen D'Artagnan. Er hatte auch nicht das Aussehen einen Bond zu spielen.

AnatolGogol

Supernase

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Donnerstag, 16. Oktober 2014, 06:16

@Anatol:
Also Michael York war in den 70ern defintiv zu jung. Deshalb spielte er auch den jugednlichen D'Artagnan. Er hatte auch nicht das Aussehen einen Bond zu spielen.


Yorks jünger wirkende Erscheinung ist unbestritten, zu jung finde ich ihn aber nicht - in Logan´s Run (1976) wirkte er zB wie ich finde überhaupt nicht "jungenhaft", sondern recht maskulin kernig. Mit Jahrgang 1942 wäre er in meinem Szenario mit 32 Jahren genauso alt wie Connery bei Rollenübernahme und 2 Jahre älter als Lazenby gewesen. An seinem Äusseren kann ich nichts entdecken, was gegen die Bondrolle gesprochen hätte. Er war sicherlich etwas drahtiger als die anderen Bonddarsteller, aber wenn man sich anschaut wie Saltzman den "schmerbäuchigen" und "pausbäckigen" Moore der Persuaders-Phase in Form für LALD gebracht hat, dann bezweifle ich nicht, dass wir auch einen etwas kräftiger gebauten York als Bond hätten erleben können.

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Feirefiz

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Donnerstag, 16. Oktober 2014, 22:54

Wenn wir dem Szenario treu bleiben (ich greife einige der hier geäußerten Gedanken auf), wäre Lazenby um 1970/71 m. E. noch zu gut und teuer bezahlt engagiert gewesen, um bereits in DAF zurückzukehren. Aber stellen wir uns vor: OHMSS ist nicht nur erfolgreicher als YOLT, sondern nahe an GF - um nicht TB heranzuziehen -, dann wäre Lazenby wohl einige Jahre sehr gut beschäftigt gewesen, ähnlich wie der während und unmittelbar nach Bond auch nicht sehr erfolgreiche Connery. Bekanntlich war Connery seit den 70ern sehr in das Bond-Konkurrenz-Projekt McCorys involviert, aus dem letztlich NSNA hervorging: Connerys Sprung aus dem Karrieretief! Hier eröffnet sich ein ganzer Strauß an Spekulationen:

Lazenby versucht eine Hollywood-Karriere, Connery auch, beide kehren znächst nicht zurück. EON rekrutiert John Gavin und hält an ihm fest, auch wenn die Filme mehr schlecht als recht laufen. Gavin (oder sonst wer) setzt 2-3 Filme kommerziell für Bond-Verhältnisse in den Sand (eine erneute Umbesetzung traut sich EON nicht). Lazenbys Hollywood-Karriere ist inzwischen im Sande verlaufen, und er kehrt triumphal zurück in: TSWLM! Dann hätte der EON-Bond Lazenby vielleicht schon in der 70ern gegen das inoffizielle Original Connery unter Leitung McClorys antreten müssen ...

Ähnliches Szenario für den "geläuterten" Connery? Sir Sean kehrt nach seinem erfolgreichen Nachfolger zurück, Bond läuft gut, und dann verkündet McClory sein Thunderball-Remake mit DEM Bond George Lazenby - als ultimativer Over-the-Top-Bond der extravaganten 70er-Jahre.

All diese Filme hätte ich gerne gesehen. Und tausche nicht einen von ihnen gegen einen realen Film ein.

Auch ab diesem TSWLM hätte übrigrens Moore, der ohne Frage ab seiner allerersten Szene Bond war, problemlos übernehmen können. Oder doch Burt Reynolds? ;)
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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Donnerstag, 16. Oktober 2014, 23:13

Ich möchte mal einen zwar abwegigen, aber dennoch theoretisch möglichen Ablauf der vergangenen Jahrzehnte in den Ring werfen: Lazenby als Bond-Pendant zu Falks Columbo. ;) Wäre OHMSS ein großer Erfolg gewesen und hätte Lazenby einen anderen Berater gehabt, hätte er womöglich weiter gemacht. Zumindest in den Hamilton-Bonds der frühen 70er hätte ich mir George auch durchaus gut vorstellen können. Lazenby hätte sich dann evtl. ähnlich etablieren können wie es Moore tat (außer Sir Roger gab es ja niemanden, der sich als Alternative wirklich aufgedrängt hätte). Und alterstechnisch wäre die Lazenby-Ära im Extremfall dann bis einschließlich TND möglich gewesen (da wäre Lazenby so alt gewesen wie Moore bei AVTAK). Lazenby war schließlich der jüngste aller Bonds, auch wenn er immer älter aussah (was evtl. gegen eine dauerhafte Verpflichtung bis zum Ende des Jahrhunderts gesprochen hätte).
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AnatolGogol

Supernase

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Freitag, 17. Oktober 2014, 09:16

Und alterstechnisch wäre die Lazenby-Ära im Extremfall dann bis einschließlich TND möglich gewesen (da wäre Lazenby so alt gewesen wie Moore bei AVTAK). Lazenby war schließlich der jüngste aller Bonds, auch wenn er immer älter aussah (was evtl. gegen eine dauerhafte Verpflichtung bis zum Ende des Jahrhunderts gesprochen hätte).


Ganz schön beängstigendes Szenario, Kronsteen. ^^
Old George in GE hätte dann so ausgeschaut:
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Martin

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Freitag, 17. Oktober 2014, 23:32

Das Interessante an dem Gedankenspiel ist, dass selbst bei OHMSS als Megaerfolg weitere Filme mit Lazenby nicht automatisch die logische Folge wären. Wenn man sieht, wie wichtig Cubby die familiäre Atmosphäre am Set war, und liest, wie Lazenby da oft als Störfaktor gewirkt haben soll, dann kann ich mir gut vorstellen, dass es auch von Seiten der Produzenten kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit gegeben hätte.

Wahrscheinlich wären die Siebziger dann aber nicht ganz so abgehoben und ironisch gewesen. Die Rückkehr zu Fleming und der Ernsthaftigkeit der ersten beiden Filme wäre ja dann im großen Stil bestätigt worden. Auch die physische und menschlichere Anlage der Rolle, was Moore vielleicht sogar abgeschreckt hätte, es mit einer großen Portion Selbstironie zu versuchen. Vielleicht hätte Bond dann ähnlich wie Dirty Harry eher auf Härte und einen realistischeren Hintergrund gesetzt. Und man hätte auch gar nicht Hamilton zurückgeholt, sondern eher Young, oder hätte Hunt weiterbeschäftigt. John Gavin sehe ich gar nicht so skeptisch. In einem Universum, in dem Lazenby einen Hit landet, hätte er sicher auch keine schlechten Chancen. Physisch war er zumindest ähnlich beeindruckend. Ich bezweifle sehr, dass DAF mit ihm genauso campy geworden wäre. Er hätte sich wohl ähnlich durch die Spectre-Reihen geprügelt wie Lazenby. Ohne Connerys Monstergage hätte man auch mehr Geld für gute Effekte oder Stunts gehabt. Vielleicht hätte man es nach zwei, drei Gavinfilmen auch noch einmal bei Timothy Dalton versucht.

Ich muss gestehen, dass ich für ein ernsthaftes DAF im Stil des Vorgängers das reale DAF wahrscheinlich sogar eintauschen würde. Von den Moorefilmen würde ich dagegen nicht einen missen wollen.

AnatolGogol

Supernase

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Samstag, 18. Oktober 2014, 08:18

Ein angenommen erfolgreicher OHMSS muss ja nicht zwangsläufig auf Lazenby zurückzuführen sein. ;) Es gibt ja viele Faktoren, die den Erfolg eines Filmes beeinflussen, möglicherweise hätte das Publikum die Ausrichtung von OHMSS besser angenommen, möglicherweise wäre die Sättigung aufgrund der vielen Bond- und Epigonenfilmen nicht ganz so hoch gewesen, möglicherweise wäre die Marktsituation eine bessere gewesen etc. D.h. es ist ja durchaus denkbar, dass OHMSS ein Erfolg geworden wäre, ohne dass beim Publikum ein größeres Interesse an Lazenby vorhanden gewesen wäre als in der echten Welt. Von daher hätte schon der nächste FIlm mit Lazenby ein ähnlicher Einbruch werden können wie der reale OHMSS. Unter Berücksichtigung der real bekannten Voraussetzungen (Lazenbys Starpower, sein mangelndes Engagement, seine Allüren, sein arrogantes Auftreten) ist diese Variante vermutlich sogar die "wahrscheinlichere".
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